Artikel, Geschichten, Fakten – zu Themen aus Gesundheit und Pharma

Der Fortschritt in der Onkologie  der Kampf gegen den Krebs  ist schnell – und er ist unübersehbar. Ein Bericht vom diesjährigen Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit (HSK 2019). Foto: CC0 (Stencil)

Der Treiber des Fortschritts?

Innovative Medikamente haben die Behandlung des Multiplen Myeloms in den letzten Jahren revolutioniert. Doch trotz des immensen Fortschritts weiß Dr. Michael Zaiac, Mediziner beim Pharmaunternehmen Celgene Europa: Es ist noch viel zu tun. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass die Erkrankung eines Tages heilbar sein wird“, zeigt er sich optimistisch.

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Geht es nach den Krankenkassen  sollen neue Vierfach-Impfstoffe gegen die Grippe möglichst nicht verordnet werden. Foto: © iStock.com/Bojan89

Lieber billig statt besser

Neben den klassischen Dreifach-Grippeimpfstoffen gibt es auch Vierfach-Impfstoffe. Ihnen wird ein breiterer Schutz gegen die zirkulierenden Viren zugesprochen. In Ländern wie Australien werden deshalb nur noch diese eingesetzt. Deutschland hingegen folgt lieber dem Prinzip „billig statt besser“. Geht es nach den Krankenkassen, sollen neue Vierfach-Impfstoffe gegen die Grippe möglichst nicht verordnet werden. Doch das geht zu Lasten des Infektionsschutzes. Dabei sind die Impfquoten in Deutschland sowieso schon schlecht.

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Bei vielen Betroffenen bleibt der Knochenschwund (lange) unerkannt – und unbehandelt. Dabei ist es eine Volkskrankheit der alternden Gesellschaft. Foto: © iStock.com/Jovanmandic

Biologische Medikamente: Quantensprung in der Rheumabehandlung

Die ersten biologischen Medikamente – Ende der 1990er Jahre eingeführt – haben die Rheumabehandlung revolutioniert. Aber die Forschung muss weitergehen: Denn noch immer sind einige Patienten nicht ausreichend behandelbar. Studien gehen davon aus, dass rund 30 Prozent der Betroffenen nicht oder nicht ausreichend auf die Medikamente ansprechen.

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Stellen Sie sich vor  pro Tag stürzt in Deutschland ein mittelgroßes Passagierflugzeug ab – und niemand bemerkt es. So in etwa verhält es sich mit der Sepsis: Täglich sterben hierzulande 162 Menschen daran. Foto: CC0 (Stencil)

Neue Medikamente fallen nicht vom Himmel

Der Nutzen innovativer Medikamente wird immer wieder in Frage gestellt. Dabei zeigt sich der medizinische Fortschritt an jeder Ecke. Er ist hart erkämpft – und Ergebnis jahrzehntelanger Forschung sowie vielzähliger gescheiterter Versuche.

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Nutzen forschende Pharmaunternehmen eine EU-Verordnung aus  um das große Geld zu machen? Ein Faktencheck. Foto: ©iStock.com/Alexander Raths

Same procedure as every year!

Auf insgesamt 38,5 Milliarden Euro sind die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Arzneimittel inklusive der Zuzahlungen der Patienten in 2016 gestiegen – ein Plus von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das geht aus dem Arzneiverordnungs-Report 2017 (AVR) hervor, der Jahr für Jahr der Berliner Presse vorgestellt wird. Die Steigerungen liegen im Rahmen: Die Gesamtausgaben der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 4,2 Prozent.

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Ältere Menschen leiden besonders unter der Influenza - aber nur 35 Prozent lassen sich impfen. Foto: © iStock.com/Liderina

Nur jeder Dritte

Nur 35 Prozent der älteren Menschen lassen sich gegen Influenza impfen. Dabei sind sie diejenigen, die am meisten leiden. Das belegt der aktuelle Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) zur vergangenen Grippesaison.

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Ein schwedisch-finnisches Forscherteam hat die Daten von fast 15.000 Patienten analysiert – und in fünf Erkrankungstypen eingeteilt. Foto: © iStock.com/Toa55 (Akhararat W)

Chronische Erkrankungen haben es besonders schwer

Arzneimittel für Stoffwechselerkrankungen schneiden in der Frühen Nutzenbewertung des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) überdurchschnittlich schlecht ab. Das geht aus der Analyse „AMNOG-Daten 2017“ des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI) hervor. Der Grund scheint eine Art Denk-Fehler im AMNOG-System zu sein.

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"Transparenz zeigt Forschungsstärke" - zum dritten Mal haben Pharmaunternehmen die Leistungen an Ärzte veröffentlicht. Foto: © iStock.com/ijeab

Regulierungswut untergräbt die Qualität der Versorgung

Im deutschen Gesundheitswesen wird gerne reguliert. Problematisch wird es, wenn sich Regulierungen widersprechen. Auf regionaler Ebene sollen Quoten das Verordnungsverhalten der Ärzte steuern – mit so genannten Verordnungszielwerten. Diese legen fest, wie hoch der Verordnungsanteil von Medikamenten in bestimmten Wirkstoffklassen sein darf. Medizinisch sind solche Quoten wohl nur schwer zu begründen – vor allem, wenn es Medikamente trifft, denen auf nationaler Ebene ein Zusatznutzen zugesprochen wurde. Es ist ein Fest für Bürokraten – einer besseren Versorgung der Patienten dient es nicht.

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Die Arzneimittelausgaben sind in 2017 um 3 7 Prozent gestiegen. Das soll v.a. an den patentgeschützten Medikamenten liegen. Ihr Anteil hat sich aber praktisch nicht geändert. Foto: CC0 (Stencil)

Immer größere Versorgungslücken bei neuen Arzneimitteln

Fast jedes dritte innovative Medikament, das seit 2011 eine Nutzenbewertung á la AMNOG durchlaufen muss, steht Patienten in Deutschland nicht mehr zur Verfügung. Das belegt der „AMNOG-Check 2017“, ein Gutachten des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie, BPI. Darin warnen die Gesundheitsökonomen Dieter Cassel und Volker Ulrich vor erheblichen Versorgungs- und Verordnungslücken. Diskussionen über „systemgefährdende Kostenexplosionen“ bei den Ausgaben für Arzneimittel bezeichnete Cassel als „Popanz, bei dem einem Ökonomen die Ohren schlackern.“

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Der BPI hat die AMNOG-Daten 2019 veröffentlicht. Foto: © iStock.com/utah778

Nur in der Fantasie: Die Kostenexplosion im Gesundheitswesen

„Die steigenden Ausgaben für Medizin sprengen jedes Gesundheitssystem“, so war gerade erst wieder in einer großen deutschen Zeitung zu lesen. Als Grund wurden einmal mehr neue Krebsmedikamente identifiziert. Doch wer sich die Dynamik des Arzneimittelmarktes der vergangenen 20 Jahre anschaut, der sieht: Gesprengt wird da gar nichts.

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Der Fortschritt in der Onkologie  der Kampf gegen den Krebs  ist schnell – und er ist unübersehbar. Ein Bericht vom diesjährigen Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit (HSK 2019). Foto: CC0 (Stencil)

Der Treiber des Fortschritts?

Innovative Medikamente haben die Behandlung des Multiplen Myeloms in den letzten Jahren revolutioniert. Doch trotz des immensen Fortschritts weiß Dr. Michael Zaiac, Mediziner beim Pharmaunternehmen Celgene Europa: Es ist noch viel zu tun. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass die Erkrankung eines Tages heilbar sein wird“, zeigt er sich optimistisch.

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Geht es nach den Krankenkassen  sollen neue Vierfach-Impfstoffe gegen die Grippe möglichst nicht verordnet werden. Foto: © iStock.com/Bojan89

Lieber billig statt besser

Neben den klassischen Dreifach-Grippeimpfstoffen gibt es auch Vierfach-Impfstoffe. Ihnen wird ein breiterer Schutz gegen die zirkulierenden Viren zugesprochen. In Ländern wie Australien werden deshalb nur noch diese eingesetzt. Deutschland hingegen folgt lieber dem Prinzip „billig statt besser“. Geht es nach den Krankenkassen, sollen neue Vierfach-Impfstoffe gegen die Grippe möglichst nicht verordnet werden. Doch das geht zu Lasten des Infektionsschutzes. Dabei sind die Impfquoten in Deutschland sowieso schon schlecht.

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Bei vielen Betroffenen bleibt der Knochenschwund (lange) unerkannt – und unbehandelt. Dabei ist es eine Volkskrankheit der alternden Gesellschaft. Foto: © iStock.com/Jovanmandic

Biologische Medikamente: Quantensprung in der Rheumabehandlung

Die ersten biologischen Medikamente – Ende der 1990er Jahre eingeführt – haben die Rheumabehandlung revolutioniert. Aber die Forschung muss weitergehen: Denn noch immer sind einige Patienten nicht ausreichend behandelbar. Studien gehen davon aus, dass rund 30 Prozent der Betroffenen nicht oder nicht ausreichend auf die Medikamente ansprechen.

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Stellen Sie sich vor  pro Tag stürzt in Deutschland ein mittelgroßes Passagierflugzeug ab – und niemand bemerkt es. So in etwa verhält es sich mit der Sepsis: Täglich sterben hierzulande 162 Menschen daran. Foto: CC0 (Stencil)

Neue Medikamente fallen nicht vom Himmel

Der Nutzen innovativer Medikamente wird immer wieder in Frage gestellt. Dabei zeigt sich der medizinische Fortschritt an jeder Ecke. Er ist hart erkämpft – und Ergebnis jahrzehntelanger Forschung sowie vielzähliger gescheiterter Versuche.

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Nutzen forschende Pharmaunternehmen eine EU-Verordnung aus  um das große Geld zu machen? Ein Faktencheck. Foto: ©iStock.com/Alexander Raths

Same procedure as every year!

Auf insgesamt 38,5 Milliarden Euro sind die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Arzneimittel inklusive der Zuzahlungen der Patienten in 2016 gestiegen – ein Plus von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das geht aus dem Arzneiverordnungs-Report 2017 (AVR) hervor, der Jahr für Jahr der Berliner Presse vorgestellt wird. Die Steigerungen liegen im Rahmen: Die Gesamtausgaben der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 4,2 Prozent.

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Ältere Menschen leiden besonders unter der Influenza - aber nur 35 Prozent lassen sich impfen. Foto: © iStock.com/Liderina

Nur jeder Dritte

Nur 35 Prozent der älteren Menschen lassen sich gegen Influenza impfen. Dabei sind sie diejenigen, die am meisten leiden. Das belegt der aktuelle Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) zur vergangenen Grippesaison.

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Ein schwedisch-finnisches Forscherteam hat die Daten von fast 15.000 Patienten analysiert – und in fünf Erkrankungstypen eingeteilt. Foto: © iStock.com/Toa55 (Akhararat W)

Chronische Erkrankungen haben es besonders schwer

Arzneimittel für Stoffwechselerkrankungen schneiden in der Frühen Nutzenbewertung des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) überdurchschnittlich schlecht ab. Das geht aus der Analyse „AMNOG-Daten 2017“ des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI) hervor. Der Grund scheint eine Art Denk-Fehler im AMNOG-System zu sein.

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"Transparenz zeigt Forschungsstärke" - zum dritten Mal haben Pharmaunternehmen die Leistungen an Ärzte veröffentlicht. Foto: © iStock.com/ijeab

Regulierungswut untergräbt die Qualität der Versorgung

Im deutschen Gesundheitswesen wird gerne reguliert. Problematisch wird es, wenn sich Regulierungen widersprechen. Auf regionaler Ebene sollen Quoten das Verordnungsverhalten der Ärzte steuern – mit so genannten Verordnungszielwerten. Diese legen fest, wie hoch der Verordnungsanteil von Medikamenten in bestimmten Wirkstoffklassen sein darf. Medizinisch sind solche Quoten wohl nur schwer zu begründen – vor allem, wenn es Medikamente trifft, denen auf nationaler Ebene ein Zusatznutzen zugesprochen wurde. Es ist ein Fest für Bürokraten – einer besseren Versorgung der Patienten dient es nicht.

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Die Arzneimittelausgaben sind in 2017 um 3 7 Prozent gestiegen. Das soll v.a. an den patentgeschützten Medikamenten liegen. Ihr Anteil hat sich aber praktisch nicht geändert. Foto: CC0 (Stencil)

Immer größere Versorgungslücken bei neuen Arzneimitteln

Fast jedes dritte innovative Medikament, das seit 2011 eine Nutzenbewertung á la AMNOG durchlaufen muss, steht Patienten in Deutschland nicht mehr zur Verfügung. Das belegt der „AMNOG-Check 2017“, ein Gutachten des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie, BPI. Darin warnen die Gesundheitsökonomen Dieter Cassel und Volker Ulrich vor erheblichen Versorgungs- und Verordnungslücken. Diskussionen über „systemgefährdende Kostenexplosionen“ bei den Ausgaben für Arzneimittel bezeichnete Cassel als „Popanz, bei dem einem Ökonomen die Ohren schlackern.“

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Der BPI hat die AMNOG-Daten 2019 veröffentlicht. Foto: © iStock.com/utah778

Nur in der Fantasie: Die Kostenexplosion im Gesundheitswesen

„Die steigenden Ausgaben für Medizin sprengen jedes Gesundheitssystem“, so war gerade erst wieder in einer großen deutschen Zeitung zu lesen. Als Grund wurden einmal mehr neue Krebsmedikamente identifiziert. Doch wer sich die Dynamik des Arzneimittelmarktes der vergangenen 20 Jahre anschaut, der sieht: Gesprengt wird da gar nichts.

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