Welchen Nutzen haben Orphan Drugs wirklich? Wie misst man ihn – und was darf das kosten? Teil 2 des Interviews mit zwei Experten des Pharmaunternehmens Astellas.

Orphan Drugs: Ihr Mehrwert für die Patient:innen

Seit dem Jahr 2000 sind rund 250 sogenannte „Orphan Drugs“ gegen seltene Erkrankungen in die Versorgung gebracht worden. Was ein enormer Fortschritt für die in Frage kommenden Patient:innen ist, führt gleichzeitig zu großen Diskussionen: Welchen Mehrwert haben Orphan Drugs tatsächlich – und wie misst und honoriert man ihren Nutzen? Darüber haben wir mit zwei Experten des forschenden Pharmaunternehmens Astellas in Deutschland gesprochen: Dominik Rosz, Lead Pricing and Access Strategy, und Dr. Stephan Felder, Lead Value und HTA.

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Für immer mehr seltene Erkrankungen gibt es Behandlungsmöglichkeiten. Möglich gemacht wurde das durch eine EU-Verordnung aus dem Jahr 2000. Sie bleibt weiterhin wichtig - denn trotz aller Fortschritte sind noch immer circa 98 Prozent der seltenen Erkrankungen nicht kausal behandelbar.

Seltene Erkrankungen: „Was einst Sciencefiction war, ist heute Realität“

Für immer mehr seltene Erkrankungen gibt es Behandlungsmöglichkeiten. Möglich gemacht wurde das mitunter durch eine Orphan Drug-Verordnung aus dem Jahr 2000 – die Europäische Union (EU) setzt seitdem bestimmte wirtschaftliche Anreize, um der Forschung auf diesem komplexen Gebiet unter die Arme zu greifen. Das bleibt weiterhin wichtig. Denn trotz aller Fortschritte sind noch immer circa 98 Prozent der seltenen Erkrankungen nicht kausal behandelbar. Darüber haben wir mit zwei Experten des forschenden Pharmaunternehmens Astellas in Deutschland gesprochen: Dominik Rosz, Lead Pricing and Access Strategy, und Dr. Stephan Felder, Lead Value und HTA.

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Die Krankenkassen stehen finanziell unter Druck. Am medizinischen Fortschritt, an innovativen Arzneimitteln sparen? Das ist nicht die Lösung. Foto: ©iStock.com/ipopba

Die Gesetzliche Krankenversicherung und ihr Pharma-Problem

Das Gesundheitswesen steht finanziell unter Druck, die Ausgaben für Arzneimittel und entsprechende Sparmaßnahmen geraten in den Fokus der Debatte – und am Ende steht die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) wieder nicht auf stabilen Beinen. So lief das bisher. Und so läuft das im schlechtesten Fall auch in Zukunft ab. Es ist höchste Zeit, diesen Teufelskreis zu verlassen und einen Perspektivwechsel zu wagen – schließlich ist ein nachhaltiges GKV-System zentral für die Zukunftsfähigkeit der Bundesrepublik.

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Kürzungen bei Entwicklungshilfen bedrohen die Gesundheit von Menschen weltweit. Laut einer aktuellen Studie drohen viele zusätzliche Tuberkulose-Fälle. Foto: iStock.com / Md Ariful Islam

Gekürzte Gelder im Kampf gegen Tuberkulose: Das könnte der Menschheit teuer zu stehen kommen

Rund 1,3 Millionen Menschen sterben jedes Jahr auf dem Globus an Tuberkulose – dabei ist sie heilbar. Statt alle Kräfte zu bündeln, um die Krankheit zu eliminieren, macht die Weltgemeinschaft Rückschritte. Eine Studie im Fachblatt „The Lancet Global Health“ zeigt: Kürzen Geberländer wie die USA oder Deutschland ihre Entwicklungshilfen, könnte das viele zusätzliche Infektionen und Todesfälle zur Folge haben.

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Handelskonflikt zwischen EU und USA: Erstmals sollen nun auch Arzneimittel unter einen pauschalen Zollsatz fallen – die Pharmabranche warnt vor den Folgen für die Gesundheitsversorgung. Foto: © iStock.com / Marko Ristic / Zamrznuti tonovi

US-Zölle: „Gesundheit darf kein Kollateralschaden der Handelspolitik sein“

Es „ist ein besorgniserregender Tabubruch“, findet Oliver Kirst, Vorsitzender des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI): Nach langen Verhandlungen haben sich die Europäische Union (EU) und die USA vorläufig im Handelskonflikt geeinigt – erstmals sollen nun auch Arzneimittel unter einen pauschalen Zollsatz fallen. Das bedeute nicht nur eine ernste Belastung für die Unternehmen, sondern bedrohe auch die Gesundheitsversorgung der Menschen in Europa und den USA.

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Eine von der Pharmainitiative Bayern beauftragte Standort-Studie zeigt: Die Pharmabranche im Freistaat schafft Jobs, Innovation und Stabilität – sie ist eine „Leitindustrie mit Zukunft“. Foto: ©iStock.com/YurolaitsAlbert

Wie die Pharmabranche Bayern durch Krisenzeiten bringt

Wo andere Branchen Stellen abbauen, schafft die Pharmaindustrie in Bayern neue Arbeitsplätze. Während andere Firmen Gelder streichen, investieren pharmazeutische Unternehmen verstärkt im Freistaat. Das zeigt eine von der Pharmainitiative Bayern beauftragte Studie. Demnach erweist sich die Pharmabranche als Stabilitätsanker – sowohl für die bayerische Volkswirtschaft als auch für Gesamtdeutschland.

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Auf dem HSK stand wieder „Patient GKV“ im Mittelpunkt. Die angekündigten Überbrückungskredite werden wohl nicht ausreichen. Nun richten sich die Blicke wieder verstärkt dem Arzneimittelsektor zu. Ein Fehler. Foto: PF

GKV-Krise: Drohen jetzt weitere Arzneimittelspargesetze?

Auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit (HSK) stand wieder der „Patient GKV“ im Mittelpunkt – die Gesetzlichen Krankenkassen warnen in immer dringlicheren Tönen vor weiteren Beitragssteigerungen. Die von der Politik angekündigten Kredite zur Überbrückung – das weiß eigentlich jeder – werden daran wenig ändern. Deshalb richten sich die Blicke wieder verstärkt dem Arzneimittelsektor zu. Ein Fehler.

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Die Regierung Merz will bei der Versorgung von Menschen mit seltenen Erkrankungen neue Impulse setzen. Ein zentraler Punkt: Eine bessere Dateninfrastruktur. Foto: Tagesspiegel/Laurin Schmid

Seltene Erkrankungen: Das deutsche Erfolgsmodell fortschreiben

Die Regierung Merz will bei der Versorgung von Menschen mit seltenen Erkrankungen neue Impulse setzen. Dabei ist vor allem eine bessere Nutzung von Gesundheitsdaten im Fokus, um Forschung zu erleichtern und Versorgung zu verbessern. Auf einem Fachforum Gesundheit des Tagesspiegels diskutierten Wissenschaft und Politik über das, was in dieser Legislaturperiode weiterentwickelt werden soll. Unterstützt wurde die Veranstaltung von den forschenden Pharmafirmen Amgen und Novartis.

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Die GKV-Finanzierung steht nicht auf stabilen Beinen; seitens der US-Regierung drohen viele Veränderungen – auch im Gesundheitsbereich. Wie muss Deutschland reagieren? Foto: ©iStock.com/demaerre

Gesundheitspolitik: Worauf es jetzt ankommt

Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) steckt in Finanznot. Gleichzeitig drohen seitens der aktuellen US-Regierung viele Veränderungen – auch im Gesundheitsbereich. Auf all das muss die Bundesregierung reagieren. Nur wie? Im besten Fall profitieren davon die Patient:innen hierzulande sowie die Wirtschaft und Wissenschaft. Im schlechtesten Fall passiert genau das Gegenteil – gerade, wenn die Politik alte Fehler wiederholt.

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Welchen Nutzen haben Orphan Drugs wirklich? Wie misst man ihn – und was darf das kosten? Teil 2 des Interviews mit zwei Experten des Pharmaunternehmens Astellas.

Orphan Drugs: Ihr Mehrwert für die Patient:innen

Seit dem Jahr 2000 sind rund 250 sogenannte „Orphan Drugs“ gegen seltene Erkrankungen in die Versorgung gebracht worden. Was ein enormer Fortschritt für die in Frage kommenden Patient:innen ist, führt gleichzeitig zu großen Diskussionen: Welchen Mehrwert haben Orphan Drugs tatsächlich – und wie misst und honoriert man ihren Nutzen? Darüber haben wir mit zwei Experten des forschenden Pharmaunternehmens Astellas in Deutschland gesprochen: Dominik Rosz, Lead Pricing and Access Strategy, und Dr. Stephan Felder, Lead Value und HTA.

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Für immer mehr seltene Erkrankungen gibt es Behandlungsmöglichkeiten. Möglich gemacht wurde das durch eine EU-Verordnung aus dem Jahr 2000. Sie bleibt weiterhin wichtig - denn trotz aller Fortschritte sind noch immer circa 98 Prozent der seltenen Erkrankungen nicht kausal behandelbar.

Seltene Erkrankungen: „Was einst Sciencefiction war, ist heute Realität“

Für immer mehr seltene Erkrankungen gibt es Behandlungsmöglichkeiten. Möglich gemacht wurde das mitunter durch eine Orphan Drug-Verordnung aus dem Jahr 2000 – die Europäische Union (EU) setzt seitdem bestimmte wirtschaftliche Anreize, um der Forschung auf diesem komplexen Gebiet unter die Arme zu greifen. Das bleibt weiterhin wichtig. Denn trotz aller Fortschritte sind noch immer circa 98 Prozent der seltenen Erkrankungen nicht kausal behandelbar. Darüber haben wir mit zwei Experten des forschenden Pharmaunternehmens Astellas in Deutschland gesprochen: Dominik Rosz, Lead Pricing and Access Strategy, und Dr. Stephan Felder, Lead Value und HTA.

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Die Krankenkassen stehen finanziell unter Druck. Am medizinischen Fortschritt, an innovativen Arzneimitteln sparen? Das ist nicht die Lösung. Foto: ©iStock.com/ipopba

Die Gesetzliche Krankenversicherung und ihr Pharma-Problem

Das Gesundheitswesen steht finanziell unter Druck, die Ausgaben für Arzneimittel und entsprechende Sparmaßnahmen geraten in den Fokus der Debatte – und am Ende steht die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) wieder nicht auf stabilen Beinen. So lief das bisher. Und so läuft das im schlechtesten Fall auch in Zukunft ab. Es ist höchste Zeit, diesen Teufelskreis zu verlassen und einen Perspektivwechsel zu wagen – schließlich ist ein nachhaltiges GKV-System zentral für die Zukunftsfähigkeit der Bundesrepublik.

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Kürzungen bei Entwicklungshilfen bedrohen die Gesundheit von Menschen weltweit. Laut einer aktuellen Studie drohen viele zusätzliche Tuberkulose-Fälle. Foto: iStock.com / Md Ariful Islam

Gekürzte Gelder im Kampf gegen Tuberkulose: Das könnte der Menschheit teuer zu stehen kommen

Rund 1,3 Millionen Menschen sterben jedes Jahr auf dem Globus an Tuberkulose – dabei ist sie heilbar. Statt alle Kräfte zu bündeln, um die Krankheit zu eliminieren, macht die Weltgemeinschaft Rückschritte. Eine Studie im Fachblatt „The Lancet Global Health“ zeigt: Kürzen Geberländer wie die USA oder Deutschland ihre Entwicklungshilfen, könnte das viele zusätzliche Infektionen und Todesfälle zur Folge haben.

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Handelskonflikt zwischen EU und USA: Erstmals sollen nun auch Arzneimittel unter einen pauschalen Zollsatz fallen – die Pharmabranche warnt vor den Folgen für die Gesundheitsversorgung. Foto: © iStock.com / Marko Ristic / Zamrznuti tonovi

US-Zölle: „Gesundheit darf kein Kollateralschaden der Handelspolitik sein“

Es „ist ein besorgniserregender Tabubruch“, findet Oliver Kirst, Vorsitzender des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI): Nach langen Verhandlungen haben sich die Europäische Union (EU) und die USA vorläufig im Handelskonflikt geeinigt – erstmals sollen nun auch Arzneimittel unter einen pauschalen Zollsatz fallen. Das bedeute nicht nur eine ernste Belastung für die Unternehmen, sondern bedrohe auch die Gesundheitsversorgung der Menschen in Europa und den USA.

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Eine von der Pharmainitiative Bayern beauftragte Standort-Studie zeigt: Die Pharmabranche im Freistaat schafft Jobs, Innovation und Stabilität – sie ist eine „Leitindustrie mit Zukunft“. Foto: ©iStock.com/YurolaitsAlbert

Wie die Pharmabranche Bayern durch Krisenzeiten bringt

Wo andere Branchen Stellen abbauen, schafft die Pharmaindustrie in Bayern neue Arbeitsplätze. Während andere Firmen Gelder streichen, investieren pharmazeutische Unternehmen verstärkt im Freistaat. Das zeigt eine von der Pharmainitiative Bayern beauftragte Studie. Demnach erweist sich die Pharmabranche als Stabilitätsanker – sowohl für die bayerische Volkswirtschaft als auch für Gesamtdeutschland.

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Auf dem HSK stand wieder „Patient GKV“ im Mittelpunkt. Die angekündigten Überbrückungskredite werden wohl nicht ausreichen. Nun richten sich die Blicke wieder verstärkt dem Arzneimittelsektor zu. Ein Fehler. Foto: PF

GKV-Krise: Drohen jetzt weitere Arzneimittelspargesetze?

Auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit (HSK) stand wieder der „Patient GKV“ im Mittelpunkt – die Gesetzlichen Krankenkassen warnen in immer dringlicheren Tönen vor weiteren Beitragssteigerungen. Die von der Politik angekündigten Kredite zur Überbrückung – das weiß eigentlich jeder – werden daran wenig ändern. Deshalb richten sich die Blicke wieder verstärkt dem Arzneimittelsektor zu. Ein Fehler.

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Die Regierung Merz will bei der Versorgung von Menschen mit seltenen Erkrankungen neue Impulse setzen. Ein zentraler Punkt: Eine bessere Dateninfrastruktur. Foto: Tagesspiegel/Laurin Schmid

Seltene Erkrankungen: Das deutsche Erfolgsmodell fortschreiben

Die Regierung Merz will bei der Versorgung von Menschen mit seltenen Erkrankungen neue Impulse setzen. Dabei ist vor allem eine bessere Nutzung von Gesundheitsdaten im Fokus, um Forschung zu erleichtern und Versorgung zu verbessern. Auf einem Fachforum Gesundheit des Tagesspiegels diskutierten Wissenschaft und Politik über das, was in dieser Legislaturperiode weiterentwickelt werden soll. Unterstützt wurde die Veranstaltung von den forschenden Pharmafirmen Amgen und Novartis.

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Die GKV-Finanzierung steht nicht auf stabilen Beinen; seitens der US-Regierung drohen viele Veränderungen – auch im Gesundheitsbereich. Wie muss Deutschland reagieren? Foto: ©iStock.com/demaerre

Gesundheitspolitik: Worauf es jetzt ankommt

Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) steckt in Finanznot. Gleichzeitig drohen seitens der aktuellen US-Regierung viele Veränderungen – auch im Gesundheitsbereich. Auf all das muss die Bundesregierung reagieren. Nur wie? Im besten Fall profitieren davon die Patient:innen hierzulande sowie die Wirtschaft und Wissenschaft. Im schlechtesten Fall passiert genau das Gegenteil – gerade, wenn die Politik alte Fehler wiederholt.

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