Der Return of Investment im Bereich von Erwachsenen-Impfstoffen beträgt 19 zu 1. Doch die Impfquoten gehen zurück – mit teilweise besorgniserregenden Trends. Foto: ©iStock.com/Jatuporn Tansirimas

Erwachsenen-Impfungen: 1 Euro ausgegeben, 19 Euro gewonnen

Der Return of Investment (ROI) im Bereich von Erwachsenen-Impfstoffen beträgt 19 zu 1. Soll heißen: Für jeden in die Hand genommenen Euro entstehen gesamtgesellschaftliche Erträge von 19 Euro. Denn Impfstoffe können weit mehr als Menschen zu schützen. Jeder vermiedene Krankheitsfall schont die Gesundheits- und Sozialsysteme, kann Produktivitätsverluste mindern und gerade in alternden Gesellschaften die Widerstandsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes nachhaltig stärken. Doch die Impfquoten gehen zurück – mit teilweise besorgniserregenden Trends.

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Poliomyelitis lähmte früher jedes Jahr hunderttausende Kinder. Heute ist eine weltweite Ausrottung der Krankheit in greifbarer Nähe – theoretisch. Foto: ©iStock.com/FotoDuets

Polio „bleibt eine Bedrohung, solange es irgendwo auf der Welt existiert“

Poliomyelitis lähmte früher jedes Jahr hunderttausende Kinder und verbreitete auf dem ganzen Globus Angst und Schrecken. Dank weltweiter Impfprogramme sind die Fallzahlen „seit 1988 um 99,9 Prozent gesunken“, sagt Vismita Gupta-Smith, die bei der Weltgesundheitsorganisation die Kommunikationsabteilung leitet. In einer Folge der WHO-Videoreihe „Science in 5“ spricht sie mit dem Experten Dr. Jamal Ahmed über die mögliche Ausrottung der Krankheit.

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Impfungen für Erwachsene: Ein Trauerspiel

„Die empfohlenen Impfungen für Erwachsene werden zu selten genutzt“, kritisiert das Robert Koch-Institut (RKI). Grippe, Gürtelrose, COVID-19 oder Pneumokokken: Diese Erkrankungen können insbesondere für Menschen ab einem Alter von 60 Jahren gefährlich werden. Vakzine könnten schützen – aber von diesem Angebot machen viele Menschen nicht Gebrauch.

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Impfstoffe sind eines der erfolgreichsten Instrumente, die die Medizin zu bieten hat. Wunder vollbringen sie nicht – sie wirken nur, wenn sie auch tatsächlich eingesetzt werden. Foto: iStoc.k.com / www.peopleimages.com

Wie Innovation Krankheit besiegt: Impfungen

Impfstoffe gehören zu den erfolgreichsten und effizientesten Instrumenten, welche die Medizin zu bieten hat – die Zahl der jährlich geretteten Menschenleben geht in die Millionen. Wenn es sie nicht gäbe, müssten sie erfunden werden; schließlich verhindern sie Krankheiten, bevor sie entstehen. Wunder vollbringen sie nicht – sie wirken nur, wenn sie auch tatsächlich eingesetzt werden. Daran hapert es zunehmend.

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Was braucht Deutschland, um Impfen dauerhaft als tragende Säule einer nationalen Präventionspolitik zu etablieren – um diese Frage ging es beim 6. Tagesspiegel Impfgipfel in Berlin. Foto: Screenshot/Pharma Fakten

Prävention: Auf dem Weg zu einer Nationalen Impfstrategie

Nicht weniger als 11 Gesundheitsexpert:innen tauschten sich beim sechsten Tagesspiegel Impfgipfel in Berlin darüber aus, weshalb eine nationale Impfstrategie notwendig ist, wie sie aufgebaut sein müsste und wie sie umgesetzt werden könnte. Drei Stunden lang debattierten die drei Frauen und acht Männer leidenschaftlich in interaktiven Workshops, Vorträgen, Podiumsdiskussionen. Am Ende stand ein Ausblick, der Hoffnung macht.

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Impfen: Millionen Kinder weltweit im Stich gelassen

Zwar gibt es eine leichte Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr – aber Freude kommt nicht auf: Denn noch immer haben mehr als 14 Millionen Kinder auf der Erde nicht eine einzige Routineimpfung erhalten. Der Weltgemeinschaft ist es bislang nicht mal gelungen, die Rückschritte aus der Pandemiezeit wettzumachen. Das geht aus neuen Daten von Weltgesundheitsorganisation und UNICEF hervor.

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Jedes Kind, das an einer Infektionskrankheit stirbt, die Impfungen vermeiden könnten, ist eines zu viel. Vom 27. April bis 3. Mai ist Europäische Impfwoche. Foto: ©iStock.com/FamVeld

Ungeimpft? Kinder in Lebensgefahr!

„Zehnjähriger in Deutschland an Diphtherie gestorben“, titelten die Medien im Januar. „Erstmals seit zehn Jahren Masern-Todesfall in den USA“, war nur kurze Zeit später zu lesen. Inzwischen ist ein weiteres Kind in Texas dieser Infektionskrankheit erlegen. Diese Fälle haben eines gemeinsam: Die Betroffenen waren nicht geimpft, obwohl Vakzine für sie verfügbar gewesen wären. Da kapituliert selbst ein weltweit bekannter Impfskeptiker.

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Das Vertrauen in die Wissenschaft stärken und Verschwörungsideologien bekämpfen: Das könnte zu höheren Impfraten beitragen – zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler:innen in einer Forschungsarbeit. Fotos: ©iStock.com/Athiyada (links), ©iStock.com/vchal (rechts)

Impfen gegen COVID-19, Grippe und Co.

Das Vertrauen in die Wissenschaft stärken und Verschwörungsideologien bekämpfen: Das könnte zu höheren Impfraten beitragen – zu diesem Schluss kommen Forscher:innen in einer gemeinsamen Arbeit mit Blick auf COVID-19 in Deutschland. Doch es scheint, als würde sich die Menschheit gerade eher in die entgegengesetzte Richtung entwickeln.

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Der Return of Investment im Bereich von Erwachsenen-Impfstoffen beträgt 19 zu 1. Doch die Impfquoten gehen zurück – mit teilweise besorgniserregenden Trends. Foto: ©iStock.com/Jatuporn Tansirimas

Erwachsenen-Impfungen: 1 Euro ausgegeben, 19 Euro gewonnen

Der Return of Investment (ROI) im Bereich von Erwachsenen-Impfstoffen beträgt 19 zu 1. Soll heißen: Für jeden in die Hand genommenen Euro entstehen gesamtgesellschaftliche Erträge von 19 Euro. Denn Impfstoffe können weit mehr als Menschen zu schützen. Jeder vermiedene Krankheitsfall schont die Gesundheits- und Sozialsysteme, kann Produktivitätsverluste mindern und gerade in alternden Gesellschaften die Widerstandsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes nachhaltig stärken. Doch die Impfquoten gehen zurück – mit teilweise besorgniserregenden Trends.

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Poliomyelitis lähmte früher jedes Jahr hunderttausende Kinder. Heute ist eine weltweite Ausrottung der Krankheit in greifbarer Nähe – theoretisch. Foto: ©iStock.com/FotoDuets

Polio „bleibt eine Bedrohung, solange es irgendwo auf der Welt existiert“

Poliomyelitis lähmte früher jedes Jahr hunderttausende Kinder und verbreitete auf dem ganzen Globus Angst und Schrecken. Dank weltweiter Impfprogramme sind die Fallzahlen „seit 1988 um 99,9 Prozent gesunken“, sagt Vismita Gupta-Smith, die bei der Weltgesundheitsorganisation die Kommunikationsabteilung leitet. In einer Folge der WHO-Videoreihe „Science in 5“ spricht sie mit dem Experten Dr. Jamal Ahmed über die mögliche Ausrottung der Krankheit.

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Impfungen für Erwachsene: Ein Trauerspiel

„Die empfohlenen Impfungen für Erwachsene werden zu selten genutzt“, kritisiert das Robert Koch-Institut (RKI). Grippe, Gürtelrose, COVID-19 oder Pneumokokken: Diese Erkrankungen können insbesondere für Menschen ab einem Alter von 60 Jahren gefährlich werden. Vakzine könnten schützen – aber von diesem Angebot machen viele Menschen nicht Gebrauch.

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Impfstoffe sind eines der erfolgreichsten Instrumente, die die Medizin zu bieten hat. Wunder vollbringen sie nicht – sie wirken nur, wenn sie auch tatsächlich eingesetzt werden. Foto: iStoc.k.com / www.peopleimages.com

Wie Innovation Krankheit besiegt: Impfungen

Impfstoffe gehören zu den erfolgreichsten und effizientesten Instrumenten, welche die Medizin zu bieten hat – die Zahl der jährlich geretteten Menschenleben geht in die Millionen. Wenn es sie nicht gäbe, müssten sie erfunden werden; schließlich verhindern sie Krankheiten, bevor sie entstehen. Wunder vollbringen sie nicht – sie wirken nur, wenn sie auch tatsächlich eingesetzt werden. Daran hapert es zunehmend.

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Was braucht Deutschland, um Impfen dauerhaft als tragende Säule einer nationalen Präventionspolitik zu etablieren – um diese Frage ging es beim 6. Tagesspiegel Impfgipfel in Berlin. Foto: Screenshot/Pharma Fakten

Prävention: Auf dem Weg zu einer Nationalen Impfstrategie

Nicht weniger als 11 Gesundheitsexpert:innen tauschten sich beim sechsten Tagesspiegel Impfgipfel in Berlin darüber aus, weshalb eine nationale Impfstrategie notwendig ist, wie sie aufgebaut sein müsste und wie sie umgesetzt werden könnte. Drei Stunden lang debattierten die drei Frauen und acht Männer leidenschaftlich in interaktiven Workshops, Vorträgen, Podiumsdiskussionen. Am Ende stand ein Ausblick, der Hoffnung macht.

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Impfen: Millionen Kinder weltweit im Stich gelassen

Zwar gibt es eine leichte Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr – aber Freude kommt nicht auf: Denn noch immer haben mehr als 14 Millionen Kinder auf der Erde nicht eine einzige Routineimpfung erhalten. Der Weltgemeinschaft ist es bislang nicht mal gelungen, die Rückschritte aus der Pandemiezeit wettzumachen. Das geht aus neuen Daten von Weltgesundheitsorganisation und UNICEF hervor.

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Jedes Kind, das an einer Infektionskrankheit stirbt, die Impfungen vermeiden könnten, ist eines zu viel. Vom 27. April bis 3. Mai ist Europäische Impfwoche. Foto: ©iStock.com/FamVeld

Ungeimpft? Kinder in Lebensgefahr!

„Zehnjähriger in Deutschland an Diphtherie gestorben“, titelten die Medien im Januar. „Erstmals seit zehn Jahren Masern-Todesfall in den USA“, war nur kurze Zeit später zu lesen. Inzwischen ist ein weiteres Kind in Texas dieser Infektionskrankheit erlegen. Diese Fälle haben eines gemeinsam: Die Betroffenen waren nicht geimpft, obwohl Vakzine für sie verfügbar gewesen wären. Da kapituliert selbst ein weltweit bekannter Impfskeptiker.

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Das Vertrauen in die Wissenschaft stärken und Verschwörungsideologien bekämpfen: Das könnte zu höheren Impfraten beitragen – zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler:innen in einer Forschungsarbeit. Fotos: ©iStock.com/Athiyada (links), ©iStock.com/vchal (rechts)

Impfen gegen COVID-19, Grippe und Co.

Das Vertrauen in die Wissenschaft stärken und Verschwörungsideologien bekämpfen: Das könnte zu höheren Impfraten beitragen – zu diesem Schluss kommen Forscher:innen in einer gemeinsamen Arbeit mit Blick auf COVID-19 in Deutschland. Doch es scheint, als würde sich die Menschheit gerade eher in die entgegengesetzte Richtung entwickeln.

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Kommentar

GKV-Spargesetz: And the winner is…

…niemand. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) wird die medizinische Versorgung und Prävention verschlechtern und damit den Menschen schaden. Es schwächt die deutsche Spitzenposition in Forschung und Entwicklung und gefährdet den Wissenschaftsstandort. Gleichzeitig schwächt es eine der Zukunftstechnologien schlechthin: die Pharma- und Biotechbranche, die wie kaum eine andere für Wachstum und Wohlstand steht. Diese ist in diesen Tagen Ziel einer regelrechten Kampagne, die vor allem von den Krankenkassen getrieben wird. Dabei geht es erschreckend wenig um Fakten – ein Kommentar von Florian Martius.

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