Die Pharmabranche in Deutschland

Die Pharmabranche ist ein wesentlicher Baustein des Gesundheitssystems in Deutschland. Die von ihr entwickelten Arzneimittel und Impfstoffe tragen entscheidend dazu bei, Krankheiten wie zum Beispiel Krebs, HIV oder COVID-19 immer effektiver in ihre Schranken zu weisen. Mit einem Umsatz von rund 52 Mrd. Euro und über 123.000 Beschäftigten (BPI Pharma-Daten 2023) ist sie zusätzlich ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber.

Die wichtigsten Zahlen und Fakten zur Branche im Überblick:

Die pharmazeutische Industrie hat “den Spitzenplatz bei der Forschungsintensität:
Mit Re-Investitionen von fast 16 Prozent vom Branchenumsatz in Forschung und Entwicklung (F+E) toppt die Branche den Fahrzeugbau und die Elektroindustrie deutlich“, schreibt der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) in seinen Pharma-Daten 2023.

Die Entwicklung neuer Medikamente ist komplex und langwierig. In der Regel schafft es von rund 10.000 Molekülen, die am Anfang als Wirkstoff in Frage kommen könnten, nach etwa 8 bis 12 Jahren nur durchschnittlich eine Substanz bis zur Zulassung (s. BPI Pharma-Daten 2023).

 

In der Forschung und Wissenschaft finden sich die Antworten, um kranke Menschen besser und erfolgreicher behandeln zu können. Folgende Beispiele: Hepatitis C galt lange als schwer behandelbare Erkrankung, dank einer neuen Generation an Hepatitis C-Arzneimitteln ist sie heute in fast allen Fällen heilbar. HIV war Ende der 1980er Jahre ein Todesurteil. Die Sterblichkeit ist dank moderner Therapien um über 90 Prozent zurückgegangen. Beeindruckend ist auch der Rückgang der altersstandardisierten Sterblichkeit bei Krebs in Europa (Männer: -6,6 % von 2015 auf 2021, Frauen -4,5 %, s. Annals of Oncology). Neue Krebsmedikamente haben daran einen wichtigen Anteil: Diverse Studien belegen ihren Beitrag zu höherer Lebenserwartung.

Der Nutzen moderner Medizin und innovativer Arzneimittel geht über die einzelnen Patient:innen hinaus. Gesundheitsausgaben können daher gerade in einer alternden Gesellschaft eine Investition in deren Zukunftsfähigkeit, in deren Wirtschaft und Wohlstand sein. Denn Menschen, die nicht krank sind, können arbeiten, Steuern zahlen, konsumieren und auch ehrenamtlich der Gesellschaft einen Dienst leisten (s. Grafik, Pharma Fakten).

 

Rund 11 Prozent der GKV-Ausgaben entfallen auf pharmazeutische Unternehmen – insgesamt waren es im Jahr 2022 rund 33 Milliarden Euro. 

Werden Großhandel und Apotheken (Distribution) sowie Mehrwertsteuer eingerechnet, machen die Arzneimittelausgaben insgesamt 16,88 Prozent der GKV-Gesamtausgaben aus. Dieser Anteil ist schon seit langer Zeit relativ stabil. In den Pharma-Daten 2023 erklärt der BPI beispielhaft: „Kostet ein Arzneimittel zum Abgabepreis des pharmazeutischen Unternehmers einen Euro, muss man darauf die Großhandelsmarge, die Apothekenmarge sowie 19 % Mehrwertsteuer addieren. Als Apothekenverkaufspreis ergeben sich so fast 12 Euro. Dieser Preis gilt aber nur als Rechengröße, da Zwangsabschläge, Apothekenabschläge und Patientenzuzahlungen von diesem Betrag abgezogen werden und somit die reale Belastung der GKV deutlich niedriger ausfällt. “

Quelle: BPI Pharma-Daten 2023

In Deutschland sind laut der Kostenstrukturstatistik des Statistischen Bundesamtes 614 pharmazeutische Unternehmen für das Jahr 2020 gemeldet.

Fast 92 Prozent der Arzneimittel herstellenden Unternehmen beschäftigen weniger als 500 Mitarbeiter:innen.

123.475 Personen sind hierzulande in Unternehmen beschäftigt, die pharmazeutische Erzeugnisse herstellen (Stand 2022).

Im Jahr 2022 betrug der Umsatz der Branche in der Bundesrepublik rund 52 Milliarden Euro.

Quellen: BPI Pharma-Daten 2023

Für Gesundheit, Innovation und Wohlstand.

Forschende Pharmaindustrie.

Pharma: Schlüsselindustrie.
Für Deutschland und Europa.

Hier steht Ihnen unser Flyer zum Download bereit:

Gesundheit fördern.

Immer mehr Menschen können immer länger gesund leben.

Impfungen bieten Schutz vor Krankheiten wie COVID-19 oder Masern. Sie verhindern jährlich bis zu 5 Millionen Todesfälle weltweit.1

In Europa steigt die Chance, Krebs zu überleben. Zwischen 1989-2021 konnten so rund 5 Millionen Todesfälle vermieden werden (EU27).2

Pocken? Ausgerottet.

Krebs? Immer besser behandelbar.

HIV? Kein Todesurteil mehr.

Hepatitis C? Fast immer heilbar.

Zahlreiche schwere Krankheiten haben an Schrecken verloren – Arzneimittel und Impfstoffe haben dazu beigetragen.

Pharma: Gut für Gesundheit.

Innovationen entwickeln.

Krisenzeiten, alternde Gesellschaft, Rohstoffarmut: Für Länder wie Deutschland ist Innovationskraft essenziell, um im internationalen Wettbewerb bestehen und auch künftig Gesundheit sowie Wohlstand schaffen zu können.

Pharma ist Innovationstreiber. Die Forschungsintensität liegt bei fast 16 % – Spitzenwert im Industrie-Vergleich.3

Pharma-Forschungsintensität

Das Ergebnis dieser Forschung? 2023 haben Pharmaunternehmen 30 neue Medikamente und Impfstoffe in Deutschland eingeführt.4

Darunter:
2 Gentherapien für seltene Erkrankungen,
12 Präparate gegen Krebs,
3 Prophylaxe-Möglichkeiten gegen das Atemwegvirus RSV.

Pharma: Gut für Innovation.

Wohlstand schaffen.

Pharmazeutische Innovationen schaffen Wohlstand: Denn Menschen, die gesund sind, können ihrem Alltag, ihrem Ehrenamt, ihrer Arbeit nachgehen sowie ihr Leben mehr genießen – und zusätzlich auch noch Steuereinnahmen generieren.

Bis zu 332 Mio. Euro kann Europa jährlich an Gesundheitskosten einsparen, weil die Grippe-Impfung Arzt- und Krankenhausbesuche reduziert.5

Und: Pharma bietet krisenfeste Arbeitsplätze.
Aktuell sind über 120.000 Menschen in Deutschland bei Pharma beschäftigt.6

Pharma ist eine Schlüsselindustrie, die in andere Sektoren ausstrahlt und auch dort für mehr Arbeitsplätze sorgt sowie die Produktion ankurbelt.

18,2 Mrd. Euro an Bruttowertschöpfung erwirtschaftete Pharma 2020 allein in Deutschland.6

Pharma: Gut für Wohlstand.

Das Pharma-Geschäftsmodell

Von bis zu 10.000 Substanzen schafft es im Schnitt nach 13,5 Jahren ein Wirkstoff bis zur Zulassung.7

Pharma ist daher auf verlässliche, innovationsfreundliche Rahmenbedingungen wie einen soliden Patentschutz angewiesen. Denn mit den Einnahmen von heute finanzieren die Unternehmen die Wirkstoffe von morgen.

Die Pharma-Geschäftsmodell-Formel

Spitzenforscher:innen
+ Unternehmerischer Mut
+ Wirtschaftlicher Erfolg
= Neue Therapien bzw. Impfstoffe, um schweren Krankheiten die Stirn zu bieten.

Nur wirtschaftlich erfolgreiche Firmen können an Lösungen für die größten Herausforderungen der Menschheit arbeiten – wie Krebs oder Alzheimer. Das ist gut für Gesundheit, Gesellschaft und Wirtschaft.

Pharma-Fakten.de ist eine Initiative des Pharma Fakten e.V., in dem mehrere Unternehmen aus der Arzneimittel-Branche organisiert sind.

Pharma-Fakten.de berichtet seit 2014 über Gesundheitsthemen. Schwerpunkte sind die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe in den verschiedensten Indikationen sowie gesundheitspolitische bzw. ökonomische Hintergründe. An der Newsplattform arbeitet eine eigenständige Redaktion – für alle, die sich für Gesundheit interessieren.

Hier steht Ihnen unser Flyer zum Download bereit:

Quellen:

  1. who.int: “Vaccines and immunization”, abgerufen: 29.8.23.
  2. Annals of Oncology, DOI: https://doi.org/10.1016/j.annonc.2021.01.006.
  3. BPI: „Pharma-Daten 2023“, 12/2023.
  4. vfa.de: „Innovationsbilanz 2023: Die neuen Medikamente und Anwendungsgebiete“, 12/2023.
  5. vaccineseurope.eu: „Our 2024-2029 Mission”, 6/2023.
  6. vfa, IW Köln: Die pharmazeutische Industrie in Deutschland – Das Branchenportrait, 2022.
  7. vfa.de: So entsteht ein neues Medikament, 9.8.23

Fotos: www.istockphoto.com

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Kommentar

Gentherapien sprengen die Grenzen der Medizin

Gentherapien haben das Potenzial die Medizin grundlegend zu verändern – und damit das Leben von Millionen von Menschen, deren Krankheiten gar nicht oder nur unzureichend behandelt werden können. Bisher sind in Deutschland 15 solcher Arzneimittel zugelassen, doch die Forschung boomt. Nun ist die Sorge groß, dass die Ausgaben für die Königsdisziplin der Arzneimittelforschung das Gesundheitssystem sprengen könnten. Das ist eher unwahrscheinlich. Ein Kommentar von Florian Martius.

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