§ 130b SGB V
§ 130b SGB V regelt die Verhandlung des Erstattungsbetrags neuer Arzneimittel zwischen pharmazeutischem Unternehmen und GKV-Spitzenverband nach Abschluss der Nutzenbewertung.
§ 130b SGB V regelt die Verhandlung des Erstattungsbetrags neuer Arzneimittel zwischen pharmazeutischem Unternehmen und GKV-Spitzenverband nach Abschluss der Nutzenbewertung.
§ 35a SGB V ist die gesetzliche Grundlage der frühen Nutzenbewertung neuer Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen. Der Paragraph regelt unter anderem Dossierpflicht, Nutzenbewertung, Zusatznutzen und Verfahrensabläufe.
Die absolute 5-Jahres-Überlebensrate ist der Anteil der Patient:innen, die 5 Jahre nach ihrer Diagnose noch leben. Beispiel: Liegt die absolute 5-Jahres-Überlebensrate bei einer bestimmten Erkrankung wie Krebs bei 80 Prozent, heißt das, dass 80 von 100 Patient:innen die ersten 5 Jahre nach Diagnose überlebt haben.
ACHSE e.V. ist eine Selbsthilfeorganisation, die die Interessen von Menschen mit seltenen Erkrankungen und ihren Familien gegenüber Politik, Medizin, Krankenkassen und Öffentlichkeit vertritt. Sie bündelt über 100 Patientenorganisationen aus dem Bereich seltener Erkrankungen und ist ein zentraler Partner im Nationalen Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE).
Der Begriff meint das Ausmaß der Therapietreue der Patient:innen. Entsprechend meint „gute Adhärenz“ das konsequente Befolgen des von Therapeut:in und Patient:in vereinbarten Behandlungsplanes – sei es zum Beispiel in Bezug auf die Einnahme von Medikamenten, das Einhalten von Diäten oder Lebensstiländerung.
ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung und ist eine neurobiologische Entwicklungsstörung, die vor allem durch Unaufmerksamkeit, Impulsivität und/oder Hyperaktivität gekennzeichnet ist. Die Ausprägung der Symptome kann individuell stark variieren.
Adipositas ist eine eigenständige, chronische Erkrankung. Sie geht mit starken bzw. krankhaften Übergewicht einher. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) leidet ein Mensch unter Adipositas, wenn sein Body-Mass-Index (BMI) bei mind. 30 kg/m² liegt. Adipositas ist eine äußerst komplexe Erkrankung, die unter anderem genetisch veranlagt ist.
Aids steht für „Acquired Immune Deficiency Syndrome“, auf Deutsch: „Erworbenes Immunschwächesyndrom“. Es ist eine schwere Erkrankung des Immunsystems, ausgelöst durch das HI-Virus. Aids ist die Endphase einer HIV-Infektion, bei der das Immunsystem so stark geschädigt ist, dass der Körper nicht mehr gegen Infektionen oder bestimmte Tumoren ankämpfen kann. Unbehandelt endet es fast immer tödlich.
Die allergische Sensibilisierung meint die Reaktion des Immunsystems nach dem ersten Kontakt mit einem Allergen. Der Körper bildet dabei spezifische Antikörper, die bei erneutem Kontakt mit diesem Fremdstoff eine allergische Reaktion hervorrufen können.
steht für „anders wo entstanden“.
altersstandardisiert: Altersstandardisierung ist ein statistisches Verfahren, das eine einheitliche Altersstruktur auf alle zu vergleichenden Gruppen anwendet. So werden tatsächliche Unterschiede in der Erkrankungshäufigkeit oder Sterblichkeit sichtbar, ohne dass Unterschiede in der Altersverteilung die Ergebnisse verzerren.
Die Alzheimer-Krankheit (Morbus Alzheimer) ist die häufigste Form einer Demenz. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für eine Erkrankung an. Weil Nervenzellen im Gehirn absterben, werden die Betroffenen zunehmend vergesslich, orientierungslos, sind verwirrt. Auch Persönlichkeit und Verhalten können sich verändern. Dauerhaft stoppen oder heilen lässt sich Morbus Alzheimer bislang nicht. Moderne Arzneimittel können den Krankheitsverlauf aber verlangsamen.
Spätestens zum Zeitpunkt des erstmaligen Inverkehrbringens eines Arzneimittels muss das pharmazeutische Unternehmen ein umfangreiches Dossier für die frühe Nutzenbewertung einreichen. Es enthält unter anderem allgemeine Informationen über das Arzneimittel, Studiendaten und Angaben zu Anwendungsgebieten, Patientenpopulation und Kosten für die GKV. Die Unternehmen müssen sich dabei an detaillierte Dossiervorlagen halten. Das Dossier bildet die zentrale Evidenzgrundlage für die frühe Nutzenbewertung.
Mit dem Begriff Leitplanken bzw. AMNOG-Leitplanken sind gesetzliche Eingriffe in die Arzneimittel-Erstattungsbetragsverhandlungen gemeint, die mit dem im Jahr 2022 in Kraft getretenen GKV-Finanzstabilisierungsgesetz eingeführt wurden. Sie schränkten die nutzenbasierte Preisbildung ein, indem sie für bestimmte Konstellationen gesetzliche Vorgaben zur weiteren Begrenzung des Erstattungsbetrags vorsahen. Beispiel: Ein neues Medikament durfte in bestimmten Fällen trotz eines nachgewiesenen Zusatznutzens nicht mehr kosten als die bisherige Vergleichstherapie. Diese Leitplanken-Regelungen wurden mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) 2026 wieder abgeschafft.
Kommt es im Rahmen des deutschen AMNOG-Verfahrens zwischen pharmazeutischem Unternehmen und GKV-Spitzenverband zu keiner Einigung über den Erstattungsbetrag eines neuen Arzneimittels, setzt die Schiedsstelle den Erstattungsbetrag durch einen Schiedsspruch fest.
Medikamente, die eine schmerzstillende oder schmerzlindernde Wirkung haben. Sie werden zur Behandlung von akuten oder chronischen Schmerzen eingesetzt.
Anämie, auch Blutarmut. Verursacht durch einen Mangel an Hämoglobin (roter Blutfarbstoff). Anzeichen sind Konzentrationsschwäche, Schwäche, Kurzatmigkeit oder eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte. Frauen sind aufgrund ihrer Monatsblutung sehr viel häufiger betroffen als Männer. Die A. hat manchmal schwerwiegende medizinische Ursachen, die einer ärztlichen Behandlung bedürfen.
Eine systematische Befragung von Patient:innen durch medizinisches Fachpersonal, um Informationen über Symptome, frühere Krankheiten, Operationen, Allergien und Lebensgewohnheiten zu erfassen. Eine A. ist Grundlage für eine Diagnose.
Antibiotic Stewardship (ABS) meint den rationalen, verantwortungsvollen Gebrauch von Antibiotika. Voraussetzung ist der Nachweis des (bakteriellen) Erregers, dann folgt die Wahl des geeigneten Antibiotikums, inklusive der individuellen Anpassung der Therapiedauer, Dosierung und Darreichungsform. Ziel ist eine bestmögliche Versorgung der Patient:innen sowie das Verhindern von Resistenzbildung.
Arzneimittel zur Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten.
Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (Antibody-Drug Conjugates; kurz: ADC) sind zielgerichtete Krebsmedikamente, die die Präzision von monoklonalen Antikörpern mit der Wirksamkeit von Chemotherapien kombinieren. Damit kann das Zellgift direkt in die Krebszelle transportiert werden; die gesunden Zellen werden weitgehend geschont. Sie gelten als bedeutender Fortschritt in der Krebstherapie.
Von antimikrobiellen Resistenzen (AMR) ist die Rede, wenn Bakterien, Viren, Parasiten oder Pilze Resistenzen gegenüber verfügbaren Therapien bilden. Die Therapien wirken dann nicht mehr oder weniger gut. Resistenzbildung ist Teil der Evolution und kann nur eingedämmt, nicht aber gänzlich gestoppt werden. Durch unsachgemäßen, zu häufigen Gebrauch von z.B. Antibiotika nimmt das Risiko für Resistenzbildung unnötigerweise zu. Da sich AMR global immer weiter ausbreiten, stellen sie eine weltweite Gesundheitsbedrohung dar. Wichtig ist daher ein rationaler Einsatz der Medikamente und die Entwicklung neuer Arzneimittel.
Die antiretrovirale Therapie (ART) meint eine medikamentöse Behandlungsmethode bei Menschen mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (HIV). Es kommen Medikamente zum Einsatz, um die Vermehrung des Virus‘ im Blut zu verhindern.
Arteriosklerose (umgangssprachlich: Arterienverkalkung) ist eine chronische Erkrankung der Arterien, bei der sich die Gefäßwände verdicken, verhärten und ihre Elastizität verlieren. Das schränkt den Blutfluss ein, was zu Herzinfarkten, Schlaganfällen, Thrombosen führen kann.
Zur Gruppe der „Arzneimittel für neuartige Therapien“ (ATMP) gehören Gen- und Zelltherapien sowie biotechnologisch bearbeitete Gewebeprodukte.
AMNOG steht für das „Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz“, das 2011 in Kraft getreten ist. Seitdem wird für erstattungsfähige Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen bzw. Wirkstoffkombinationen eine frühe Nutzenbewertung durchgeführt, auf deren Basis pharmazeutische Unternehmen und der GKV-Spitzenverband über einen Erstattungsbetrag verhandeln. Die Idee des AMNOG ist, dass sich der Preis eines neu zugelassenen Arzneimittels an dem ihm zugesprochenen Zusatznutzen gegenüber einer zweckmäßigen Vergleichstherapie orientieren soll.
Die Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) regelt in Deutschland die Preisbildung und Zuschläge für verschreibungspflichtige Arzneimittel. Sie legt unter anderem die Vergütung des pharmazeutischen Großhandels und der Apotheken fest und sorgt dafür, dass verschreibungspflichtige Arzneimittel bundesweit einheitliche Preise haben.
auch: AIS. Das AIS ist Teil der Praxis-Software von Ärzt:innen, in der innerhalb eines Monats nach der Festlegung der frühen Nutzenbewertung eines neuen Arzneimittels im Rahmen des AMNOG-Verfahrens eine maschinenlesbare Fassung des Beschlusses zu veröffentlichen ist.
Die Ätiologie beschäftigt sich mit den Ursachen einer Krankheitsentstehung. „Ätiologisch“ heißt also: die Ursachen betreffend bzw. ursächlich.
Atopie meint die familiär auftretende Überempfindlichkeit von Haut und Schleimhäuten gegen eigentlich harmlose Umweltstoffe, die zu allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen, Asthma oder Neurodermitis führen kann.
Die Aut-idem-Regelung bedeutet, dass die Apotheke ein von Ärzt:innen verschriebenes Medikament gegen ein wirkstoffgleiches Präparat austauschen darf – oder sogar muss. „Aut idem“ (Latein) heißt „oder das Gleiche“. Das dient in erster Linie der Kostendämpfung.
bedeutet im engeren Sinne übereinstimmend, dazu gehörend, „zu demselben Individuum gehörend“.
B-Zell Lymphom (eigentlich: diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom (DLBCL)) ist eine Tumorerkrankungen der B-Lymphozyten, die eine Untergruppe der weißen Blutzellen sind. Ist das häufigste Non-Hodgkin-Lymphom bei Erwachsenen und trifft jährlich 7 bis 8 von 100.000 Menschen.
weiße Blutkörperchen, die mit den T-Zellen den Teil des Immunsystems ausmachen, der sich an Krankheitserreger anpassen kann.
Behandlungspfad; auch Patient:innenpfad: Instrument der Qualitätssicherung einer medizinischen Behandlung. Wird unter Berücksichtigung medizinischer Leitlinien als Muster entwickelt und enthält üblicherweise Qualitätsindikatoren. Studien haben gezeigt, dass durch den Einsatz von Pfaden weniger Komplikationen, kürzere Liegezeiten und geringere Kosten erreicht werden können.
Beta-Amyloid-Plaques sind Proteinablagerungen. Sie sammeln sich zwischen den Nervenzellen im Gehirn an und sind ein Hauptmerkmal der Alzheimer-Demenz. Bei Alzheimer-Patient:innen verklumpt Beta-Amyloid, schädigt die Nervenzellen, was schließlich zum Absterben dieser Zellen führt.
Sammlung von Stoffen wie Körperflüssigkeiten oder Gewebe.
Biomarker sind objektiv messbare Merkmale biologischer Prozesse, mit denen eine Erkrankung genauer charakterisiert werden kann.
Arzneimittel, das in aufwändigen Verfahren mit Hilfe gentechnisch veränderter, lebender Organismen (z.B. Zellen) hergestellt wird.
Biosimilars sind Nachbildungen patentfrei gewordener Biopharmazeutika. Sie sind nicht mit Generika zu verwechseln. Sie heißen so, weil sie aufgrund ihrer Produktionsbedingungen einem Original ähnlich, aber nicht identisch sein können.
Produkte, die durch Tissue Engineering hergestellt werden. Sie bestehen aus biotechnologisch bearbeiteten Zellen bzw. Gewebe. Das Ziel: durch Transplantation zerstörtes bzw. geschädigtes Gewebe der Patient:innenen ersetzen, reparieren, regenerieren.
Bi-specific T-cell Engagers. Künstliche bispezifische monoklonale Antikörper, die für Tumortherapien entwickelt werden.
Selektiv durchlässige Schranke zwischen Hirnsubstanz und Blutstrom, die den Stoffaustausch im Zentralen Nervensystem kontrolliert. Stoffe, die nicht in das ZNS gelangen sollen, werden am Durchtritt durch die Kapillarwand gehindert.
Der BMI ist eine Formel, die Aufschluss darüber gibt, ob ein Mensch normalgewichtig ist oder an Unter- bzw. Übergewicht leidet.
Ein Instrument der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA, das die Entwicklung, Bewertung und Überprüfung von Medikamenten oder medizinischen Vorrichtungen beschleunigen soll, um eine frühzeitige Zulassung zu ermöglichen. Die Voraussetzung: Es muss sich eine substanzielle Verbesserung gegenüber der verfügbaren Therapie zeigen.
Breitspektrumantibiotika sind Antibiotika, die gegen ein breites Spektrum an Bakterien wirken – im Gegensatz zu Schmalspektrumantibiotika, die gezielt gegen bestimmte Bakteriengruppen gerichtet sind. Synonym: Breitband-Antibiotika
Bruton-Tyrosin-Kinase-Hemmer (BTKi) sind eine Medikamentenklasse, die die Bruton-Tyrosinkinase (BTK) blockiert. BTK ist ein Enzym, das in verschiedenen Immunzellen wie den B-Zellen vorkommt und dort u.a. zur Reifung und Vermehrung der Zellen beiträgt. Bei Krankheiten wie zum Beispiel Multiple Sklerose kann es die Aktivität fehlgeleiteter B-Zellen und damit die Entzündungsprozesse fördern. Mit Bruton-Tyrosin-Kinase-Hemmern sollen diese krankheitsfördernden Immunreaktionen unterdrückt werden. Sie werden v.a. zur Behandlung von B-Zell-Lymphomen (Lymphdrüsenkrebs) und Autoimmunerkrankungen eingesetzt.
Es misst die Produktion von Waren sowie Dienstleistungen im Inland – nach Abzug aller Vorleistungen. Es weist somit auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft hin.
Bruttowertschöpfung meint den Gesamtwert aller produzierten Waren und Dienstleistungen, abzüglich der sogenannten Vorleistungen.
Der B. für die Gesetzliche Krankenversicherung wurde 2004 eingeführt. Es speist sich aus Steuergeldern und dient dazu so genannte versicherungsfremde Leistungen der GKV zu finanzieren. 2024 betrug er 14,5 Milliarden Euro.
CDK4/6-Inhibitoren zählen zu den sogenannten zielgerichteten Therapien – sie adressieren ganz bestimmte Eigenschaften von Krebszellen. CDK4/6-Inhibitoren hemmen zwei Enzyme – die zyklinabhängigen Kinasen 4 und 6 – die bei der Zellteilung eine wichtige Rolle spielen. Sie können so die Zellteilung und somit das Krebswachstum hemmen. Sie kommen bei Brustkrebs zum Einsatz. Synonym: CDK4/6-Hemmer
Checkpoint-Inhibitoren sind eine Arzneimittelklasse, die das Immunsystem anregen, Krebszellen zu erkennen und anzugreifen. Sie sind in der Lage, bestimmte „Checkpoints“ im Immunsystem zu blockieren. Bekannt sind z.B. PD-1- oder CTLA-4 -Hemmer, die molekulare „Bremsen“ lösen, die das System hindert, Krebszellen zu vernichten. Sie gehören zu den innovativsten Ansätzen in der Immuntherapie.
Seit rund 60 Jahren werden Zytostatika zur Chemotherapie bei Krebs eingesetzt. Diese Medikamente hindern die Zellteilung und bringen Zellen zum Absterben.
Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz, die eine wichtige Rolle im Organismus spielt. Es ist z.B. wichtiger Baustein unserer Zellwände. Erhöhte Spiegel von „schlechtem“ LDL–Cholesterin gelten aber als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Community Nurses sind Pflegeexpert:innen, die in der Gemeinde („Community“) niedrigschwellige, wohnortnahe Unterstützung anbieten – z.B. medizinisch und pflegerisch. Sie vernetzen Hausarztpraxis, Pflegedienst, Sozialdienste, Angehörige und Kliniken zu einem funktionierenden Versorgungsnetz.
Conditional Approvals sind bedingte Marktzulassungen, die unter strengen Auflagen erteilt werden, um Patient:innen, die an schweren Erkrankungen leiden und für die es keine geeignete Behandlung gibt, früheren Zugang zu neuen Arzneimitteln zu ermöglichen.
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (chronic obstructive pulmonary disease, COPD) ist eine meist durch Rauchen (oder Passivrauchen) verursachte chronisch fortschreitende Erkrankung der Lunge. Sie zeichnet sich durch entzündete und dauerhaft verengte Atemwege aus.
Die Kapitalkosten (COC) sind die Kosten für die Mittel eines Unternehmens (sowohl Fremd- als auch Eigenkapital) oder aus der Sicht eines Investors, „die erforderliche Rendite eines Unternehmens“. Sie wird verwendet, um neue Projekte eines Unternehmens zu bewerten. Sie ist die Mindestrendite, die Investoren erwarten, wenn sie dem Unternehmen Kapital zur Verfügung stellen, und setzt damit einen Maßstab, den ein neues Projekt erfüllen muss.
Der Critical Medicines Act (CMA) ist ein Gesetzgebungsvorschlag der Europäischen Union, der darauf abzielt, die Versorgung mit wichtigen Arzneimitteln in der EU sicherer, stabiler und resilienter zu machen. Die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten aus Drittstaaten soll verringert, die innereuropäische Produktion gestärkt werden.
Bei einer Cross-over-Studie können Patient:innen während der Studie von einem Studienarm in einen anderen wechseln. Besonders in der Onkologie wird dies häufig genutzt, wenn sich die Erkrankung trotz Behandlung verschlechtert. Im AMNOG-Verfahren entstehen dadurch methodische Herausforderungen bei der Bewertung des Zusatznutzens.
Disability-adjusted life years (DALYs) sind eine Angabe für die Krankheitslast. Dazu werden die in der Bevölkerung durch frühzeitigen Tod verlorenen Lebensjahre (YLL) und die durch gesundheitliche Einschränkungen verlorenen Lebensjahre (YLD) zusammengerechnet. DALYs können also anzeigen, wie viele Lebensjahre Menschen aufgrund einer Krankheit, einer Behinderung oder aufgrund von bestimmten Beschwerden und Tod nicht in Gesundheit verbracht haben.
Die Defined Daily Dose (DDD) gibt an, in welcher Dosis ein Medikament bei einer bestimmten Erkrankung pro Tag im Durchschnitt verordnet wird.
Diabetes mellitus ist eine Erkrankung, die durch einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist. Diabetes ist mit einem erhöhten Risiko für schwerwiegende Begleit- und Folgeerkrankungen verbunden. Die meisten Menschen haben Typ 2-Diabetes – bei dieser Stoffwechselerkrankung kann Insulin nicht richtig wirken; zudem produziert die Bauchspeicheldrüse zu wenig Insulin. Insulin ist ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse produziert wird, und unter anderem den Blutzuckerspiegel senkt. Typ 1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse durch das eigene Immunsystem zerstört werden. Die Folge: ein Insulinmangel.
Dialyse: auch Blutwäsche. Bei der D. übernimmt eine künstliche Niere die Reinigung des Blutes von giftigen Stoffwechselprodukten, wenn die Nieren dazu nicht mehr in der Lage sind. Unbehandelt kann Nierenversagen schnell zum Tod führen.
Disease-Management-Programm; kurz DMP, auch: „Chroniker-Programme“. DMPs sind strukturierte Behandlungsprogramme für Menschen mit chronischen Erkrankungen. Optimalerweise bilden sie den aktuellen Forschungsstand und sollen eine hochwertige Versorgung der Patient:innen sicherstellen.
Ein Disease-Management-Programm (DMP) ist ein strukturiertes Behandlungsprogramm für chronisch kranke Menschen, mit dem die Versorgung koordiniert und die Behandlungsabläufe standardisiert werden sollen. Ziele sind: bessere Lebensqualität, weniger Krankenhausaufenthalte, geringere Kosten.
Das „Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen“ (E-Health-Gesetz) wurde Ende 2015 erlassen.
Abkürzung aus dem Englischen: „Earnings Before Interest and Taxes“. Auf Deutsch: „Gewinn vor Zinsen und Steuern“.
Die EBIT-Marge spiegelt das Verhältnis des betrieblichen Ergebnisses EBIT zum Umsatz wider. Die EBIT-Marge ist eine spezielle Form der Umsatzrentabilität, die jedoch ausschließlich den operativen Gewinn – und nicht den gesamten Jahresüberschuss (nach Steuern) – ins Verhältnis zum Umsatz setzt und somit Finanzierungs- und Steuereffekte außer Betracht lässt.
Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (European Centre for Disease Prevention and Control, ECDC) ist eine im Jahr 2004 gegründete Agentur der EU mit dem Ziel, infektiöse Krankheiten besser bekämpfen zu können.
Die EFTA-Staaten sind die Mitglieder der Europäischen Freihandelsassoziation (European Free Trade Association, EFTA). Das sind Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz.
Die „European Medicines Agency (EMA)“ ist eine europäische Arzneimittelbehörde. Sie ist zuständig für die wissenschaftliche Bewertung, Überwachung und Sicherheitsüberprüfung von Human- und Tierarzneimitteln in der Europäischen Union (EU).
Endemie meint ein örtlich begrenztes Auftreten einer Infektionskrankheit. Die geografische Region, in der eine solche Krankheit auftritt, nennt man Endemiegebiet. Hier tritt die jeweilige Infektionskrankheit andauernd gehäuft auf.
ePA (elektronische Patientenakte) ist ein zentrales Element der digitalen Transformation im Gesundheitswesen – sie soll ermöglichen, dass Gesundheitsdaten dort verfügbar sind, wo sie gebraucht werden. Sie soll die Versorgung verbessern und effizienter gestalten und ist Basis für ein sicheres, lernendes und patientenzentriertes Gesundheitssystem.
Die Epidemiologie beschäftigt sich mit der Verteilung von Krankheiten sowie mit den sie beeinflussenden Faktoren in der Bevölkerung. Dies ermöglicht u.a. Aussagen über die Häufigkeit einer Erkrankung in einer Bevölkerung.
Die Epigenetik ist ein Fachgebiet der Biologie, das untersucht, welchen Einfluss die Umwelt auf die Gene von Lebewesen hat. Diese Mechanismen entscheiden, wann welches Gen abgelesen oder stumm geschaltet wird. Die genetischen Informationen im Erbgut werden dabei nicht verändert.
Epilepsie: auch „Fallsucht“ genannt. Sammelbezeichnung für eine Gruppe von Funktionsstörungen des Gehirns. Auslöser sind Nervenzellen, die plötzlich gleichzeitig Impulse abfeuern und sich elektrisch entladen. Das Gehirn oder Teile davon sind überaktiv.
Der Erstattungsbetrag ist der Betrag, zu dem ein Arzneimittel in Deutschland von der GKV erstattet wird. Seit 2011 durchlaufen erstattungsfähige Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen bzw. Wirkstoffkombinationen eine frühe Nutzenbewertung, auf deren Basis der pharmazeutische Unternehmer und der GKV-Spitzenverband einen Erstattungsbetrag verhandeln. Kommt keine Einigung zustande, wird er von einer Schiedsstelle festgesetzt.
ESG steht für Umwelt (Environmental), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance) – und beschreibt Standards, nach denen Unternehmen ihre Verantwortung für Klima, Gesellschaft und ethisches Management bewerten und steuern.
Ethikkommissionen haben die Aufgabe, ethische und rechtliche Aspekte u. a. im Zusammenhang mit medizinscher Forschung an Proband:innen zu überprüfen. Vor Beginn einer klinischen Studie – zum Beispiel mit einem Arzneimittelkandidaten – muss in Deutschland ein positives Votum einer zuständigen Ethikkommission eingeholt werden.
EU-HTA bezeichnet das europäische Verfahren zur gemeinsamen Bewertung der wissenschaftlichen Evidenz neuer Gesundheitstechnologien, insbesondere neuer Arzneimittel. Grundlage ist die EU-HTA-Verordnung (EU) 2021/2282, die seit Januar 2025 angewendet wird. Die gemeinsame klinische Bewertung wird seitdem schrittweise für verschiedene Arzneimittelgruppen eingeführt. Ziel ist eine stärkere Zusammenarbeit der europäischen Staaten bei klinischen Bewertungen und wissenschaftlichen Konsultationen. Nationale Verfahren wie das AMNOG bleiben bestehen, werden jedoch durch die gemeinsame europäische Bewertung ergänzt.
European Health Data Space (EHDS) steht für den Europäischen Raum für Gesundheitsdaten. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, Gesundheitsdaten in Versorgung, in Forschung und Entwicklung sowie für die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens effektiver nutzen zu können.
Evidenz meint in der Medizin den empirisch erbrachten Nachweis über den Nutzen eines Arzneimittels oder einer anderen diagnostischen bzw. therapeutischen Aktion.
Evidenzbasierte Medizin (EBM) bedeutet, dass Entscheidungen – zum Beispiel über eine Behandlung – auf Basis der bestverfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse (Evidenz) getroffen werden. Auch die Nutzenbewertung im AMNOG orientiert sich an den internationalen Standards der evidenzbasierten Medizin.
Als Evidenztransfer oder Extrapolation wird die Übertragung von Studiendaten von einer Population auf eine andere bezeichnet, etwa von Erwachsenen auf Kinder und Jugendliche. Im AMNOG betrifft dies insbesondere Kinderarzneimittel und pädiatrische Anwendungsgebiete.
Ein Exom ist ein Teil des menschlichen Erbgutes (DNA), das die Bauanleitungen für Proteine enthält. Exome machen nur etwa 1–2 % der gesamten DNA aus, enthalten aber den Großteil der bekannten krankheitsrelevanten Veränderungen.
Fatigue, auch Fatigue-Syndrom: Gefühl von starker Müdigkeit, Erschöpfung und Antriebslosigkeit, die das Leben der Betroffenen schwer beeinträchtigen. Oft Begleiterscheinung von Erkrankungen wie Krebs, HIV, COVID-19-Infektion oder Rheuma. Die F. unterscheidet sich von der eigenständigen und selteneren Erkrankung des Chronischen Fatigue Syndroms.
FemTech steht für Female Technology. Gemeint sind Technologien, Produkte und Dienstleistungen, die speziell auf die Gesundheit von Frauen ausgerichtet sind. Typische Bereiche sind beispielsweise Menstruation und Zyklus, Verhütung und Fertilität, Schwangerschaft und Geburt, Menopause, Endometriose oder Brustgesundheit sowie zunehmend auch geschlechtsspezifische Diagnostik und personalisierte Medizin.
Der Festbetrag ist der von der gesetzlichen Krankenversicherung festgelegte Erstattungs-Höchstbetrag für Arzneimittel innerhalb einer Festbetragsgruppe. Liegt der Preis eines Arzneimittels darüber, müssen Patient:innen die Differenz selbst tragen.
Eine Festbetragsgruppe umfasst Arzneimittel mit denselben oder pharmakologisch-therapeutisch vergleichbaren Wirkstoffen oder therapeutisch vergleichbarer Wirkung, für die ein gemeinsamer Erstattungs-Höchstbetrag gilt. Arzneimittel, denen im AMNOG-Verfahren kein Zusatznutzen zugesprochen wurde, können unter bestimmten Voraussetzungen einer bestehenden Festbetragsgruppe zugeordnet werden.
Das Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ), angesiedelt beim BfArM, stellt pseudonymisierte Gesundheitsdaten für Forschung und Versorgung sicher, kontrolliert und datenschutzkonform zur Verfügung. Es ist damit die zentrale Dateninfrastruktur für die sichere Nutzung von Gesundheitsdaten zu Forschungszwecken.
Die gematik ist die Nationale Agentur für Digitale Medizin in Deutschland. Sie ist verantwortlich für den Aufbau, Betrieb und die Weiterentwicklung der digitalen Gesundheitsinfrastruktur, der sogenannten Telematikinfrastruktur (TI). Die gematik ist also essenziell, wenn es darum geht, die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranzutreiben.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist im Bereich des deutschen Gesundheitswesens das höchste Organ der Selbstverwaltung.
Generation X bezeichnet die Bevölkerungsgruppe, die etwa zwischen 1965 und 1980 geboren wurde. Sie ist aufgewachsen in einer Phase wirtschaftlicher Stabilität, aber auch sozialer und technischer Umbrüche.
Genexpression bezeichnet die Umsetzung der Information eines Gens in das jeweilige Produkt (z. B. ein Protein). Heißt wörtlich soviel wie: „Zum-Ausdruck-Bringen eines Gens“.
Das Gesamtüberleben (engl.: overall survival, OS) meint die Zeit von der Diagnose oder von Therapiebeginn bis zum Tod jedweder Art. In der Regel wird OS als Median-Wert angegeben. Er meint dann die Zeitlänge, in der 50 Prozent der Patient:innen noch am Leben sind.
Gesundheitskompetenz meint die Fähigkeit, gesundheitsrelevante Informationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten und für Entscheidungen in Bezug auf die eigene Gesundheit zu nutzen. Im Englischen spricht man von „health literacy“.
Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist wesentlicher Bestandteil des deutschen Sozialversicherungssystems. Ihre Aufgabe ist es, die Gesundheit der Versicherten zu erhalten, wiederherzustellen oder ihren Gesundheitszustand zu bessern.
Der GKV-Spitzenverband ist die zentrale Interessenvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in Deutschland. Im sog. AMNOG-Verfahren verhandelt er mit pharmazeutischen Unternehmen den Erstattungsbetrag neuer Arzneimittel. Gleichzeitig ist er im GBA vertreten und somit an den Beschlüssen über den Zusatznutzen beteiligt.
Ein Glioblastom ist ein besonders aggressiver, bösartiger Hirntumor, der im zentralen Nervensystem entsteht. Er gehört zu den sogenannten Gliomen, also Tumoren, die aus Zellen mit Eigenschaften von Gliazellen hervorgehen.
Der Global Women´s Health Index ist eine seit 2020 gemeinsam von Hologic und Gallup durchgeführte globale Langzeitstudie zur Gesundheit und zum Wohlbefinden von Frauen und Mädchen ab 15 Jahren. Sie soll insbesondere Datenlücken schließen und die Perspektive der Frauen selbst international vergleichbar machen. Deutschland erreicht 65 von 100 Punkten und liegt weltweit auf Rang 7.
Der Begriff Growth Mindset geht auf die US-amerikanische Psychologin Carol Dweck zurück. Dahinter steckt die Überzeugung, dass man die eigenen Fähigkeiten, die eigene Leistung und Intelligenz mit Hingabe und harter Arbeit verbessern kann.
Gürtelrose wird durch Varizella-Zoster-Viren ausgelöst. Genauso wie Windpocken: Nach eine Infektion bleiben die Viren im Körper und können dort Jahre später wieder aktiv werden und zu einer Gürtelrose (Herpes zoster) führen. Typisch ist ein häufig schmerzhafter, streifenförmiger Hautausschlag mit Bläschen. Betroffen sind vor allem ältere Menschen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt über 60-Jährigen eine Impfung gegen Gürtelrose sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder chronischer Erkrankung (ab 50 Jahren).
Das Bakterium Haemophilus influenzae Typ b (Hib) kann v.a. bei Kleinkindern und Säuglingen zu schweren Erkrankungen führen. Hirnhautentzündung, Entzündung des Kehldeckels, Lungenentzündung oder Blutvergiftung ist möglich.
Hämatoonkologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit Krebserkrankungen des Blutes und des Lymphsystems befasst.
Die Hämophilie (Bluterkrankheit) ist eine Erberkrankung, bei der die Blutgerinnung gestört ist. Sie tritt hauptsächlich bei Jungen und Männern auf. Das Blut gerinnt nicht oder nur verzögert.
HTA (Health Technology Assessment) bezeichnet die Bewertung von Gesundheitstechnologien. Dabei werden medizinische, wirtschaftliche, organisatorische, gesellschaftliche und ethische Aspekte einer Gesundheitstechnologie – etwa eines Arzneimittels oder Medizinprodukts – systematisch analysiert. Die frühe Nutzenbewertung im AMNOG ist ein Beispiel für HTA im Arzneimittelbereich.
eine durch das Hepatitis C-Virus verursachte Entzündung der Leber, die langfristig Leberzellen schädigen kann. Eine der häufigsten Infektionskrankheiten weltweit.
Eiweiß- bzw. Proteinbaustein an der Oberfläche von Zellen (Rezeptor). HER2-positiv bedeutet, dass auf der Oberfläche von Krebszellen sehr hohe Mengen von HER2 nachgewiesen wurden. Sind auf Tumorzellen sehr viele solcher HER2-Rezeptoren vorhanden, teilen sie sich häufig und der Tumor wächst schnell und unkontrolliert.
Der Herstellerabgabepreis ist der Preis, zu dem ein pharmazeutisches Unternehmen ein Arzneimittel an den Großhandel oder direkt an Apotheken abgibt. Auf diesen Preis beziehen sich unter anderem die Zuschläge des pharmazeutischen Großhandels nach der Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV).
Die Herzauskultation ist Bestandteil der körperlichen Untersuchung und dient der Erfassung der physiologischen Herztöne sowie der Erkennung von eventuell vorhandenen pathologischen Herzgeräuschen.
Das Herz ist nicht mehr in der Lage, ausreichend Blut in den Kreislauf zu pumpen. Die Organe und Gewebe werden dadurch schlechter durchblutet. Es ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland.
Ein Hitzedom ist eine Wetterlage, bei der sich ein starkes Hochdruckgebiet über einer Region festsetzt und sehr warme Luft über Tage hinweg gewissermaßen „einschließt“. Meteorologisch handelt es sich meist um ein langanhaltendes Hochdruckgebiet mit blockierter heißer Luftmasse.
HL7 FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources) ist ein internationaler Standard für den elektronischen Datenaustausch im Gesundheitswesen, der die Interoperabilität verschiedener Systeme verbessert.
Beim Hochdurchsatz-Screening (High-Throughput-Screening) handelt es sich um eine automatisierte Methode, bei der an Zehntausenden bis Millionen von Substanzen biochemische, genetische oder pharmakologische Tests durchgeführt werden.
Der „Index der menschlichen Entwicklung“ ist ein Indikator für den Wohlstand von Staaten, den die Vereinten Nationen eingeführt haben.
Das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) schädigt und schwächt fortschreitend die körpereigene Immunabwehr. Heute gibt es wirksame Medikamente zur Behandlung, die die Vermehrung des Virus im Blut verhindern.
Fettstoffwechselstörung, bei der im Blut bestimmte Lipoproteine und die von ihnen transportierten Lipide (Cholesterin, Triglyzeride) erhöht sind.
Bereich in der Behandlung von Krebserkrankungen, bei dem das Immunsystem aktiviert und in die Lage versetzt wird, gegen Krebszellen vorzugehen und sie zu zerstören.
Immuntherapie ist ein Oberbegriff für verschiedene Behandlungsansätze, die das Immunsystem in seiner Aktivität beeinflussen – es z.B. stimulieren oder unterdrücken.
(aus dem Lateinischen für ‚im Lebendigen‘) bezeichnet Prozesse, die im lebendigen Organismus ablaufen.
Bezeichnung für die Verzahnung der industriellen Produktion mit digital vernetzten Informations- und Kommunikationstechniken und Systemen. Ziel ist eine weitgehend selbstorganisierte Produktion.
industrielle Gesundheitswirtschaft: Die industrielle Gesundheitswirtschaft umfasst unter anderem die Produktion, den Handel und Vertrieb von Arzneimitteln, Medizintechnik und Medizinprodukten. Sie trägt mehr als 100 Milliarden Euro pro Jahr zum Bruttoinlandsprodukt bei und bietet über 1,1 Millionen Menschen einen Arbeitsplatz (Stand: 2022). Sie hat außerdem eine überdurchschnittliche Arbeitsproduktivität und Exporttätigkeit. Sie ist somit wichtiger Wirtschaftsfaktor für Deutschland.
Bei der Influenza bzw. Grippe handelt es sich um eine durch Influenzaviren ausgelöste Infektionskrankheit. Sie ist eine ernsthafte, teils lebensbedrohliche, akute Erkrankung der Atemwege.
Inkretine sind körpereigene Hormone; sie spielen eine Schlüsselrolle im Zuckerstoffwechsel – besonders bei der Regulation des Blutzuckers nach dem Essen. Inkretinbasierte Medikamente sind GLP-1-Analoga und DPP-4-Hemmer.
Die Europäische Union (EU) weist z. B. im Vergleich zu den USA einen deutlichen Innovationsrückstand bei Arzneimitteln auf. Das heißt: In Europa sind die Zulassungsprozesse i. d. R. länger und neue Arzneimittel sind nur verzögert oder gar nicht verfügbar.
Die IMI war eine öffentlich-private Partnerschaft der Europäischen Union (EU-Kommission) und der europäischen Pharmaindustrie (Pharmaverband EFPIA).
interoperabel bezeichnet die Fähigkeit verschiedener Informationssysteme, Anwendungen und Organisationen, Daten einheitlich auszutauschen, zu verstehen und gemeinsam zu nutzen. Fehlende Interoperabilität im Gesundheitswesen verschlechtert die Versorgungsqualität, führt zu höheren Kosten und einer eingeschränkten Nutzung von Daten für Forschung und Gesundheitsplanung.
Eine interstitielle Lungenerkrankung (ILD) ist eine Gruppe von Erkrankungen, bei denen das Lungenstützgewebe (Interstitium) entzündet oder vernarbt ist, wodurch der Gasaustausch erschwert wird und es zu Atemnot kommt.
Intervallkarzinome sind Krebserkrankungen (z. B. Brustkrebs), die zwischen zwei regulären Früherkennungsuntersuchungen entdeckt werden – zum Beispiel wurde ein Tumor bei der vergangenen Untersuchung übersehen oder es ist ein sich sehr schnell entwickelnder Tumor entstanden.
Die Inzidenz ist eine Kennzahl der medizinischen Statistik, die die Häufigkeit von Neuerkrankungen beschreibt.
Bezeichnet die pathologisch Minderdurchblutung eines Gewebes infolge mangelnder arterieller Zufuhr von Blut.
Ein JAK-Inhibitor oder Januskinase-Hemmer ist ein Arzneistoff, der die Januskinasen (JAK) hemmt – Enzyme, die für die Signalübertragung bei Entzündungs- und Immunprozessen wichtig sind. Sie blockieren fehlgesteuerte Immunreaktionen und werden bei Autoimmunerkrankungen und bestimmten Krebserkrankungen eingesetzt.
Eine Knotenstruma ist eine Vergrößerung der Schilddrüse mit gleichzeitigem Nachweis von einem oder mehreren Schilddrüsenknoten.
Kohorten sind Gruppen von Personen, die eine gemeinsame Eigenschaft teilen (z.B. Geburtsjahr, Beruf, Krankheit).
Die Darmspiegelung oder Koloskopie gilt als wichtigste medizinische Untersuchung, um Krebsvorstufen und Darmkrebs früh zu erkennen. Dazu wird mithilfe eines Koloskops der gesamte Dickdarm untersucht (ambulant). Werden dabei „Polypen“ entdeckt, können sie entfernt werden. So sinkt das Risiko für Darmkrebs. Darmkrebs entsteht fast immer aus zunächst gutartigen Vorstufen, den Darmpolypen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für Untersuchungen zur Früherkennung von Darmkrebs ab 50 Jahren.
Komedikation bedeutet, dass neben der eigentlichen Verordnung noch weitere Medikamente gegeben werden – beispielsweise, um eine Begleiterkrankung zu therapieren.
Konformität beschreibt die flexible, aber bindungserhaltende räumliche Anordnung von Atomen in einem Molekül. Unterschiedliche Konformitäten besitzen unterschiedliche Energien und können maßgeblich das chemische und biologische Verhalten des Moleküls bestimmen.
Eine Kontraindikation ist ein Umstand, bei der eine bestimmte medizinische Behandlung, ein Medikament oder ein Eingriff nicht angewendet werden darf, weil dadurch gesundheitliche Schäden oder Risiken für die Patient:innen entstehen könnten.
LAWG Deutschland: Verein, dem 17 weltweit agierende, forschungsorientierte Arzneimittelunternehmen angehören. Er setzt sich für die Förderung Deutschlands als Standort für Forschung und Entwicklung, Produktion und Vermarktung pharmazeutischer Produkte ein und will dazu beitragen, dass eine bestmögliche Versorgung von Patient:innen mit Arzneimittelinnovationen sichergestellt werden kann.
LDL steht für Low Density Lipoprotein. LDL–Cholesterin ist eine Untergruppe der Blutfette und wird als „schlechtes Cholesterin“ bezeichnet.
Eine Leberzirrhose ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung der Leber, bei der gesundes Lebergewebe durch Narbengewebe (Fibrose) ersetzt wird. Die Folgen: Verhärtung, Schrumpfung und Funktionsverlust. Als Ursachen kommen eine chronische Hepatitis B- oder C-Infektion, Alkoholmissbrauch oder eine nicht-alkoholische Fettleber sowie verschiedene Stoffwechselerkrankungen in Frage.
Sammelbegriff für verschiedene Krebserkrankungen des blutbildenden Systems. Gemeinsam ist ihnen, dass sich entartete weiße Blutkörperchen (Leukozyten) unkontrolliert vermehren. Leukämie heißt übersetzt: weißes Blut.
Die Leukapherese ist ein spezielles Verfahren, bei dem gezielt überschüssige weiße Zellen aus dem Blut herausgefiltert werden.
Liquid Biopsy (flüssige Biopsie) ist ein modernes diagnostisches Verfahren in der Krebsmedizin, das eine nicht-invasive Alternative oder Ergänzung zur klassischen Gewebebiopsie darstellt. Sie ist ein Schlüsselwerkzeug der Präzisionsonkologie. Sie ist schonender, wiederholbar und oft repräsentativer.
Lymphozyten sind zelluläre Bestandteile des Blutes und Teil des Immunsystems. Sie umfassen die B-Zellen, T-Zellen und die natürlichen Killerzellen. Sie gehören zu den sogenannten weißen Blutkörperchen (Leukozyten).
Das Melanom (auch Malignes Melanom) ist ein bösartiger Hauttumor, der aus den Pigmentzellen entsteht und zu den aggressivsten Hautkrebsarten gehört. Falls frühzeitig erkannt, ist er in der Regel gut behandelbar. Dank moderner Immuntherapien und zielgerichteter Medikamente hat sich auch die Prognose von Menschen mit Melanom im fortgeschrittenen Stadium deutlich verbessert.
Eine Mammographie ist eine spezialisierte Röntgenuntersuchung der Brust. Darüber können Veränderungen wie zum Beispiel Knoten als Anzeichen einer Brustkrebserkrankung sowie unterschiedliche gutartige Brusterkrankungen nachgewiesen werden.
Statistisches Maß. M. ist der Wert, der genau in der Mitte einer geordneten Datenreihe liegt. Im Gegensatz zum Durchschnitt ist er weniger anfällig für Ausreißer als der Durchschnitt (die Summe aller Werte geteilt durch die Anzahl der Werte): Ein einzelner extrem hoher oder niedriger Wert kann den Durchschnitt stark beeinflussen.
Medicaid ist – neben Medicare und privaten Krankenversicherungen – ein Hauptbestandteil des US-amerikanischen Krankenversicherungssystems. Medicaid ist ein staatliches System für einkommensschwache Menschen in den USA und umfasst ca. 85 Millionen Versicherte. Medicaid wird von den US-Bundesstaaten umgesetzt, Leistungsberechtigte und -katalog unterscheiden sich je nach Bundesstaat.
Medicare ist – neben Medicaid und privaten Krankenversicherungen – ein Hauptbestandteil des US-amerikanischen Krankenversicherungssystems. Medicare ist als Krankenversicherung für Senior:innen (ab 65 Jahren) und bestimmte chronisch Kranke gedacht und umfasst ca. 65 Millionen Versicherte.
Das Schema, an dem sich die Medikamenteneinnahme orientiert, wird „Medikamentenregime“ genannt. Darin ist zum Beispiel die Dosierung, Art und Dauer der Medikamenteneinnahme festgelegt.
Meningokokken-Erkrankungen werden durch Bakterien (Neisseria meningitidis, auch Meningokokken) ausgelöst. Sie können u.a. zu Hirnhautentzündungen (Meningitis) und Sepsis (Blutvergiftung) führen und innerhalb weniger Stunden tödlich verlaufen. In den meisten Fällen werden die Erkrankungen durch Erreger der Bakteriengruppen A, B, C, W, X und Y verursacht. In Deutschland kommen fast ausschließlich Meningkokken B, C, W und Y vor. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Säuglingen ab 2 Monaten eine Standardimpfung gegen Meningokokken der Serogruppe B (MenB). Außerdem wird allen Kindern zu Beginn des 2. Lebensjahres eine einmalige Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C (MenC) empfohlen.
metabolisches Syndrom meint das gemeinsame Auftreten mehrerer Symptome/Krankheitsbilder: Übergewicht (Adipositas), Bluthochdruck, erhöhter Blutzuckerspiegel sowie gestörter Fettstoffwechsel.
Das Metabolom fasst alle charakteristischen Stoffwechsel-Eigenschaften einer Zelle bzw. eines Gewebes oder Organismus zusammen.
Mikronadeln ermöglichen die transdermale Wirkstoffverabreichung (trans = durch; dermis = Haut). Mikronadeln perforieren zunächst die Haut; anschließend wird der Wirkstoff durch diese „Löcher“ freigegeben.
Ein Mischpreis ist ein einheitlicher Erstattungsbetrag für ein Arzneimittel, das im Rahmen der frühen Nutzenbewertung im AMNOG-Verfahren in unterschiedlichen Patient:innengruppen unterschiedlich bewertet wurde. Bei seiner Bildung werden die unterschiedlichen Bewertungsergebnisse und die jeweiligen Patient:innenanteile berücksichtigt.
Die Molekulargenetik beschäftigt sich auf molekularer Ebene (Proteine, DNA etc.) mit den Mechanismen zur Weitergabe von Erbinformationen.
Das Most Favored Nation (MFN)-Konzept – auf Deutsch „Meistbegünstigungsklausel“ – bedeutet grundsätzlich, dass ein Vertragspartner mindestens so gute Bedingungen erhält, wie der jeweils am besten behandelte, andere Partner. Es ist ein Grundpfeiler der Welthandelsorganisation (WTO) und verankert den Grundsatz der Nichtdiskriminierung im internationalen Handel. Die US-Regierung unter Donald Trump hat dieses Konzept radikal neu definiert und nutzt es als Instrument der Preiskontrolle. Sie will damit die Preise für Arzneimittel senken und für ein Medikament nicht mehr zahlen als den niedrigsten Preis, der in einer Gruppe vergleichbarer Industrieländer (OECD) gezahlt wird.
MRD-Diagnostik steht für Minimal Residual Disease (messbare Resterkrankung). Gemeint ist die Suche nach winzigen Mengen verbliebener Krebszellen, die nach einer Behandlung mit herkömmlicher Bildgebung oder Standard-Labortests nicht mehr erkennbar sind. Es ist ein wichtiges Tool für die Präzisionsonkologie.
MRD-Negativität bedeutet, dass Tumorzellen mit den heutigen Diagnosetools nicht nachweisbar sind. Das gilt als ein starker prognostischer Marker: Patient:innen mit stabiler MRD-Negativität haben in Studien ein längeres progressionsfreies Überleben und Gesamtüberleben. MRD steht für Minimal Residual Disease oder „minimale Resterkrankung“.
mRNA-Impfstoffe sind Impfstoffe, die dem Körper Baupläne in Form von messenger-RNA (mRNA) liefern. Sie enthalten die genetische Information für die Herstellung eines Antigens, das dann vom Körper selbst hergestellt werden kann.
Das Multiple Myelom ist ein Knochenmarkskrebs der Plasmazellen, der zu Knochenabbau, Blutbildungsstörungen und Immunschwäche führt. Es verdrängt die gesunde Blutbildung. Dank moderner Arzneimittel ist die Krankheit immer besser kontrollierbar.
Bezeichnet das Aussetzen der normalen Blutbildung im Knochenmark. Temporäre oder dauerhafte Schädigung des Knochenmarks, die zu einer verminderten Bildung von Blutzellen führt – meist als Folge einer Chemotherapie.
Ein Nanotransporter ist eine Art Container, der zum Beispiel mit einem Wirkstoff beladen ist und diesen an den Zielort bringen soll. Dazu wird die Oberfläche des Nanotransporters so modifiziert, dass er an spezifische Zellen binden kann.
Der Kapitalwert (englisch Net Present Value, NPV; auch Nettobarwert) ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl der dynamischen Investitionsrechnung. Der Kapitalwert ergibt sich aus der Summe der auf die Gegenwart abgezinsten zukünftigen Erfolge einer Investition.
Neuralgie ist ein Nervenschmerz – und wird durch Reizungen im Bereich der Nerven ausgelöst. Eine Neuralgie kann zum Beispiel durch Durchblutungsstörungen des betroffenen Nervens oder neurophysiologische Störungen entstehen. Neuralgien gelten als therapeutisch relativ anspruchsvoll, denn in der Regel sprechen sie nicht gut auf klassische Analgetika an.
Neuroendokrine Tumoren, kurz NETs: gut- oder bösartige Tumoren, die am häufigsten im Verdauungstrakt vorkommen, aber auch in der Bauchspeicheldrüse, der Lunge und anderen Organen.
Die Neuroimmunologie ist ein interdisziplinäres Forschungsgebiet, das sich mit den Wechselwirkungen zwischen Nervensystem und Immunsystem befasst. Sie untersucht, wie Immunzellen, Entzündungsprozesse und Immunmechanismen die Funktion von Gehirn, Rückenmark und peripheren Nerven beeinflussen und wie das Nervensystem Immunreaktionen steuert.
Neuropathie: Bei Neuropathien ist die Signalübertragung zwischen Nervenzellen gestört. Das führt dazu, dass diese Nerven Reize nicht mehr korrekt weiterleiten können – z. B. für Berührung, Schmerz, Temperatur oder Bewegung. Taubheit, Schmerzen oder Funktionsverlust können die Folge sein.
Non-Governmental Organization (dt.: Nichtregierungsorganisationen): NGOs sind gemeinnützige Organisationen, die nicht von Regierungen kontrolliert werden und sich für soziale, ökologische oder menschenrechtliche Ziele einsetzen.
Von Niereninsuffizienz, Nierenversagen oder Nierenschwäche spricht man bei Unterfunktion einer oder beider Nieren. Die Folge: Abfallprodukte des Stoffwechsels werden nicht mehr ausreichend (mit dem Urin) aus dem Körper ausgeschieden. Sie sammeln sich im Blut an. Auch kommt es zu Wasseransammlungen. Es gibt akute Niereninsuffizienzen sowie chronische. Ursache können verschiedene Erkrankungen sein – wie Diabetes mellitus.
Die Ophthalmologie (Augenheilkunde) ist die Lehre und Behandlung von Augenkrankheiten. Beispiele sind: Kurz- und Weitsichtigkeit, Grauer Star (Katarakt), Grüner Star (Glaukom) und Netzhauterkrankungen.
Orphan Drugs sind Arzneimittel gegen seltene Erkrankungen. Um als Orphan Drug zu gelten, muss es um lebensbedrohliche oder chronisch beeinträchtigende Erkrankungen gehen, die in der EU grundsätzlich höchstens 5 von 10.000 Menschen betreffen und für die keine zufriedenstellende Behandlungsmöglichkeit besteht oder das Arzneimittel einen signifikanten Nutzen erwarten lässt.
Pandemien sind länderübergreifende, kontinentübergreifende, weltweite Verbreitungen von Krankheiten – verursacht durch Erreger wie Viren. Jüngstes Beispiel ist die COVID-19-Pandemie. Große Pandemien der Vergangenheit waren Pest und Cholera. Berühmtestes Beispiel für eine Influenza-Pandemie ist die Spanische Grippe (1918-1920), die zwischen 20 Millionen und 50 Millionen Menschen das Leben gekostet haben soll.
Pathophysiologie ist die Lehre von den krankhaften Veränderungen normaler Körperfunktionen. Sie erklärt die biologischen Mechanismen, die von einer Ursache (z. B. Genmutation) zu Symptomen und Krankheitsverlauf führen; also wie und warum eine Krankheit entsteht und verläuft.
auch: Behandlungspfade, Klinische Behandlungspfade. Sie enthalten einen Ablaufplan zur Durchführung einer medizinischen Behandlung; z. B. als Entscheidungsbaum oder Tagesablaufplan. Sie werden möglichst unter Berücksichtigung medizinischer Leitlinien entwickelt. Sie gelten als ein Instrument der Qualitätssicherung.
Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel.
Pay-for-Performance-Modelle sind in der Gesundheitsversorgung Vergütungssysteme, bei denen sich die Bezahlung an dem Erfolg der medizinischen Leistung orientiert.
PCSK9-Inhibitoren oder -Hemmer sind eine vergleichsweise junge Wirkstoffgruppe (seit 2015) zur Senkung eines erhöhten Cholesterinspiegels. Sie fördern die Aufnahme bzw. die Entsorgung des sog. schlechten Cholesterins in den Leberzellen.
Ein PD-1-Immuncheckpoint-Inhibitor ist ein Medikament, das das Immunsystem dabei unterstützt, Krebszellen besser zu erkennen und zu bekämpfen. Er löst eine „Bremse“ – in diesem Fall PD-1 – damit das Immunsystem Krebszellen bekämpfen kann.
Peptide sind kurze Ketten aus Aminosäuren, die im Körper des Menschen als Signalmoleküle wichtige Funktionen steuern. Peptide kommen auch in Medikamenten zum Einsatz.
Die Pharmainitiative Bayern ist ein Zusammenschluss von 20 Pharmaunternehmen mit Sitz in Bayern. Sie will Forschung und Innovation sowie den Pharmastandort stärken und Patient:innen die bestmögliche Versorgung ermöglichen.
Teilgebiet der Medizin und Pharmazie, bei dem man sich mit den spezifischen Wirkungen der Arzneimittel im Organismus befasst.
Die Pharmakoepidemiologie ist eine Wissenschaft, die sich mit der Erforschung der Verwendung sowie der Wirkung von Medikamenten bei einer großen Anzahl an Menschen befasst.
Wissenschaft vom Verlauf der Konzentration eines Arzneimittels im Organismus. Es beschreibt die Gesamtheit aller Prozesse, denen ein Arzneistoff im Körper unterliegt.
Pharmakovigilanz meint alle Aktivitäten, die sich auf die Überwachung der Sicherheit von Medikamenten beziehen.
Photosynthese meint einen Prozess, bei dem Lichtenergie in chemische Verbindungen wie Zucker umgewandelt wird. Pflanzen, Algen und manche Bakterien betreiben Photosynthese.
Placebos sind Scheinmedikamente, die keinen speziellen Wirkstoff enthalten.
Poliomyelitis (Kinderlähmung) ist eine durch Viren ausgelöste Infektionskrankheit, die zu Lähmungen und Tod führen kann. Besonders ungünstig ist die Prognose bei der bulbären Form der Erkrankung, weil sie eine zentrale Atemlähmung hervorrufen kann. Bis in die 1980er wurden hunderttausende Menschen (v.a. Kinder) pro Jahr durch Polio gelähmt. Heute wurde die Erkrankung durch Impfkampagnen massiv eingedämmt. Viele Regionen wie Europa gelten als poliofrei. Doch die Gefahr einer Ansteckung ist solange nicht gebannt, bis Polio weltweit ausgerottet ist. Eine globale Eradikation ist möglich. Vielerorts sind die Impfquoten noch zu niedrig, um die Bevölkerung ausreichend zu schützen – auch in Deutschland.
Postexpositionsprophylaxe (PEP) ist eine medizinische Sofortmaßnahme, die nach einem möglichen Kontakt mit einem Krankheitserreger – insbesondere HIV – ergriffen wird, um eine Infektion zu verhindern oder ihren Verlauf abzumildern. Sie besteht aus einer vierwöchigen Einnahme von HIV-Medikamenten; sie sollen verhindern, dass sich das Virus im Körper festsetzt.
Präexpositionsprophylaxe (PrEP) bezeichnet eine vorbeugende Maßnahme zum Schutz vor einer Infektion, bevor es zu einem möglichen Kontakt mit einem Krankheitserreger kommt. Die HIV-PrEP ist eine hochwirksame Methode, mit der sich HIV-negative Menschen medikamentös vor einer HIV-Infektion schützen können.
Die Prävalenz ist eine Kennzahl für die Häufigkeit einer Krankheit in einer bestimmten Gruppe (Population) zu einem bestimmten Zeitpunkt.
Ziel der Präzisionsmedizin ist es, eine auf die individuellen Patient:innen zugeschnittene Behandlungsstrategie zu entwickeln. Basis bilden etwa molekulargenetische Untersuchungen, damit die Therapie an bestimmte genetische Merkmale der Betroffenen angepasst werden kann.
Das Preismoratorium ist ein Preisregulierungsinstrument für Arzneimittel, die zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verschrieben werden. De facto bedeutet es das Einfrieren der Preise auf den Stand von August 2009.
Primärprävention: Gesamtheit aller Maßnahmen, die den Erhalt der Gesundheit von Menschen, von ganzen Personengruppen oder einer Population zum Ziel haben; z.B. Aufklärung über Risikofaktoren oder schädliche Verhaltensweisen.
Der Produktionsindex misst die Veränderung des Produktionsvolumens einer Volkswirtschaft oder eines bestimmten Wirtschaftssektors über die Zeit und ist damit ein zentraler Indikator für die Konjunktur.
Das progressionsfreie Überleben (progression free survival, PFS) ist definiert als die Zeitspanne zwischen Therapiebeginn bzw. dem Start einer randomisierten kontrollierten Studie und dem Fortschreiten der Erkrankung.
Gesamtheit aller Maßnahmen, die dazu dienen, eine Beeinträchtigung der Gesundheit durch Risikofaktoren, Krankheiten oder Unfälle zu verhindern.
Protein-Degrader sind eine neue Medikamentenklasse, die krankheitsrelevante Proteine nicht nur blockieren, sondern vollständig abbauen. Sie gelten als eine der spannendsten Innovationen im Bereich der Arzneimittelforschung und funktionieren wie ein biologischer Müllabfuhr-Prozess. Das Medikament markiert das krankmachende Protein, das körpereigene Abbau-System (Proteasom) erkennt es und baut es komplett ab.
Die Proteomik beschäftigt sich mit der Erforschung der Gesamtheit aller in einer Zelle, einem Gewebe oder einem komplexen Organismus vorliegenden Proteine. Die Gesamtheit dieser Proteine nennt man Proteom.
Public Health bezeichnet die Wissenschaft und Praxis, die Gesundheit der gesamten Bevölkerung zu fördern, Krankheiten vorzubeugen und die Lebensqualität durch Prävention, Gesundheitsförderung und gesundheitspolitische Maßnahmen zu verbessern. Das kann dazu beitragen, die Kosten im Gesundheitssystem zu senken.
Ein qualitätskorrigiertes Lebensjahr (quality-adjusted life year, kurz QALY) ist ein Maß, das in der Gesundheitsökonomie zum Einsatz kommt und sowohl die Länge als auch Qualität des Lebens berücksichtigt.
Rabattverträge sind Vereinbarungen zwischen gesetzlichen Krankenkassen und Pharmaunternehmen. Der Arzneimittelhersteller gewährt einer Krankenkasse z.B. auf ein Medikament einen Rabatt auf den bundesweit einheitlichen Apothekenverkaufspreis.
Das englische „race“ meint eine soziokulturelle, politische Konstruktion von Weiß-/Nichtweißsein. Es kann nicht mit „Rasse“ übersetzt werden, da das mit einem wissenschaftlich nicht haltbaren biologistischen Konzept von „Menschenrassen“ verbunden ist.
Eine randomisierte kontrollierte Studie (RCT) ist ein spezielles Studiendesign klinischer Forschung. Sie gilt aufgrund ihrer Eigenschaften als „Goldstandard“.
Ransomware ist eine Schadsoftware mit dem Ziel, ein Computer- oder Netzwerkssystem zu verriegeln oder verschlüsseln, sodass die Benutzer keinen Zugriff mehr auf ihre Daten oder Systeme haben. Der Angreifer fordert dann ein Lösegeld (Ransom), um den Zugriff wiederherzustellen.
Real World Data (RWD) meint in der medizinischen Forschung Daten zur Bewertung einer medizinischen Intervention (z.B. Arzneimittel), die nicht in randomisierten kontrollierten klinischen Studien erhoben werden, sondern im medizinischen Versorgungsalltag. Das können etwa Informationen aus Krankheitsregistern oder Patientenakten sein.
Ein Begriff aus dem Sozialgesetzbuch. Der Begriff erfasst medizinische Leistungen, die in der Gesetzlichen Krankenversicherung allen gesetzlich Versicherten zustehen.
Beträgt die relative 5-Jahres-Überlebensrate bei einer Krebserkrankung zum Beispiel 80 Prozent, heißt das, dass fünf Jahre nach Diagnose der Anteil der Überlebenden 80 Prozent des Anteils beträgt, der in der Gesamtbevölkerung gleichen Alters und Geschlechts beobachtet wird.
Von Remission spricht man bei vorübergehender oder andauernder Abschwächung der Symptome bei Erkrankungen. Nicht gleichzusetzen mit Heilung.
Spezielle Antibiotika, die nur bei schweren Infektionen eingesetzt werden sollen, vor allem, wenn mit Resistenzen zu rechnen ist.
Der ROIC (Return on Invested Capital), in Deutsch als „Rendite auf das eingesetzte Kapital“, teilweise auch als „Gesamtkapitalrendite“ bekannt, gibt Auskunft darüber, wie gewinnbringend ein Unternehmen seine investierten Geldmittel nutzt. Der ROIC ist das Maß für den prozentualen Anteil des operativen Gewinns nach Steuern („Net Operating Profit After Taxes – NOPAT“) am durchschnittlich investierten Kapital („Average Invested Capital“). Der ROIC berechnet sich aus dem operativen Gewinn nach Steuern dividiert durch das durchschnittlich investierte Kapital multipliziert mit hundert (ROIC = Gewinn / Kapital x 100 bzw. NOPAT / IC).
Bundesinstitut für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten und zentrale Forschungseinrichtung. Aufgabe ist die Beobachtung des Auftretens von Krankheiten und von Gesundheitsgefahren in der Bevölkerung.
Schädigungen des ungeborenen Kindes durch die Übertragung des Röteln-Virus durch die Mutter. Behinderungen, Frühgeburt und Fehlgeburt können die Folge sein.
(respiratory syncytial virus). RSV löst Atemwegserkrankungen aus.
Schmalspektrumantibiotika sind Antibiotika, die gezielt gegen bestimmte Bakteriengruppen wirken. Nach Erregernachweis sind sie gegenüber sog. Breitspektrumantibiotika – aufgrund eines geringeren Risikos für Antibiotikaresistenzen – bevorzugt einzusetzen.
Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Krankheiten, beispielsweise Testung bestimmter Leberwerte zur Diagnose einer Hepatitis. Dadurch soll es zur Verbesserung der Lebensqualität und Verlängerung der Lebensdauer kommen.
securPharm ist eine Initiative zum Schutz des deutschen Arzneimittelvertriebs vor dem Eindringen gefälschter Arzneimittel in die legale Lieferkette. Partner sind u.a. Verbände der pharmazeutischen Industrie, der Apotheker:innen und des pharmazeutischen Großhandels.
Sekundärprävention meint die Gesamtheit aller Maßnahmen, die der Früherkennung einer Erkrankung dienen. Das Ziel: eine möglichst frühzeitige Behandlung von Erkrankungen, z.B. um Komplikationen zu vermeiden. Beispiele sind Screening- oder Vorsorgeuntersuchungen, um symptomlose Erkrankungen aufzudecken.
In Bezug auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen bezeichnet „Sekundärprävention“ auch alle Maßnahmen, um ein erneutes kardiovaskuläres Ereignis bei vorliegender Herz-Kreislauf-Erkrankung zu verhindern.
Sepsis (Blutvergiftung) bezeichnet den lebensbedrohlichen Zustand, der entsteht, wenn die Reaktion des Körpers auf eine Infektion zu einer Organdysfunktion oder einem Organversagen führt.
Das deutsche Sozialgesetzbuch (SGB) regelt das Sozialrecht in Deutschland. Im fünften SGB (SGB V) sind alle Bestimmungen zur gesetzlichen Krankenversicherung zusammengefasst.
Im Fünften Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) finden sich Bestimmungen und Vorschriften zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Deutschland. Hier ist u. a. geregelt, welche Leistungen die Krankenkassen übernehmen und wie die Krankenversicherung finanziert wird.
SGLT-2-Hemmer sind Medikamente, die ursprünglich zur Behandlung von Typ-2-Diabetes entwickelt wurden, inzwischen aber auch bei chronischer Herzinsuffizienz und Nierenerkrankungen eingesetzt werden. Heute werden sie nicht nur von Mediziner:innen der Diabetologie, sondern auch aus der Kardiologie und Nephrologie verschrieben – ein echter Paradigmenwechsel.
Innerhalb der Zelle werden Wachstumssignale über verschiedene biochemische Reaktionswege („Pathways“) an den Zellkern weitergeleitet („Signaltransduktion oder Signalübertragung“).
Klasse von Wirkstoffen, die wegen ihrer geringen Größe als niedermolekular bezeichnet wird. Durch ihre geringe Größe sind sie in der Lage, in Zellen einzudringen, um dort ihre Wirkung zu entfalten.
Dabei werden Stammzellen von einem Organismus auf einen anderen übertragen. Die S. kommt u.a. bei verschiedenen Krebserkrankungen zum Einsatz. Unterschieden wird zwischen allogener S. (von einem Spender) und autologer S. (von derselben Person).
Die Ständige Impfkommission (STIKO) ist ein unabhängiges, ehrenamtlich arbeitendes Expert:innengremium, das in erster Linie Impfempfehlungen für die Menschen in Deutschland erarbeitet. Bei der Bewertung von Daten zu Impfstoffen und zu Erkrankungen und bei der Erarbeitung von Impfempfehlungen folgt die STIKO den Kriterien der evidenzbasierten Medizin. Es werden sowohl der individuelle als auch der gesamtgesellschaftliche Nutzen von Impfungen berücksichtigt. Eine Impfung wird von der STIKO nur empfohlen, wenn auf Basis der untersuchten Daten ihr Nutzen deutlich größer als ihr potenzielles Risiko ist.
Statine sind Medikamente, die seit den 1980er-Jahren zum Einsatz kommen, um den Cholesterinspiegel im Blut zu senken. Sie können bei hohem Cholesterinspiegel, Herzerkrankungen oder erhöhtem Risiko für Herzprobleme verschrieben werden – oft in Kombination mit Empfehlungen für gesunde Lebensstilveränderungen.
Stroke Units sind Spezialstationen für schlaganfallbetroffene Menschen. Dort werden sie in den ersten Tagen nach einem Schlaganfall schnell, umfassend und interdisziplinär behandelt. Über die vergangenen Jahre ist ein Netzwerk entstanden: Inzwischen gibt es weit über 300 zertifizierte Stroke Units in Deutschland.
unter der Haut appliziert
Eine Substanzbibliothek ist eine Sammlung mit Proben chemischer Verbindungen.
Ein Surrogatparameter (übersetzt: „Ersatzgröße“) ist ein Messwert, der in klinischen Studien stellvertretend für ein patientenrelevantes Ergebnis erhoben wird. Seine Veränderung soll Rückschlüsse darauf ermöglichen, wie sich eine Behandlung beispielsweise auf Krankheitsbeschwerden, das Auftreten von Komplikationen oder die Sterblichkeit auswirkt. Surrogatparameter sind methodisch nicht unumstritten, können aber insbesondere dann eine Rolle spielen, wenn patientenrelevante Ergebnisse erst nach sehr langen Beobachtungszeiträumen messbar wären. Ein Beispiel: Die Senkung des Blutdrucks bei der Vorbeugung von Schlaganfällen. Menschen mit einem hohen Blutdruck haben ein höheres Risiko für Schlaganfälle. Daher wird in manchen Untersuchungen gemessen, ob ein Medikament einen erhöhten Blutdruck senkt, um daraus abzuleiten, dass die Einnahme dieses Medikamentes Schlaganfälle verhindern kann.
Eine Systemerkrankung ist eine Krankheit, die nicht nur ein einzelnes Organ, sondern ein ganzes Organsystem oder sogar mehrere Systeme gleichzeitig betrifft. Sie wirkt sich systemisch auf den Körper aus, anders als lokal begrenzte Krankheiten. Beispiele sind Diabetes oder Multiple Sklerose.
In der Krebsbehandlung die gezielte Behandlung von biologischen oder zytologischen (zelluläre) Eigenarten des Krebsgewebes mit neuen Arzneimitteln wie monoklonalen Antikörpern oder so genannten „Small Molecules“.
In der Medizin sind damit Untergruppen von Patient:innen gemeint, die an einer bestimmten Krankheit leiden (z. B. Lungenkrebs), aber je Gruppe unterschiedliche Merkmale wie genetische Mutationen vorweisen (bei Lungenkrebs z. B. eine EGFR-Mutation oder eine ALK-Fusion).
Tertiärprävention: Gesamtheit aller Maßnahmen, die der Verhinderung des Fortschreitens oder des Eintritts von Komplikationen bei einer bereits bestehenden Erkrankung dienen.
Grundsatz in der medizinischen Behandlung, wonach Mediziner:innen aufgrund der fachlichen Kompetenz grundsätzlich die freie Wahl der Behandlungsmethode für die Patient:innen haben.
Medikamente, die bei einer Überfunktion der Schilddrüse eingesetzt werden. Sie hemmen die Schilddrüsenfunktion/Hormonproduktion.
Time-to-Antibiotics (TdA) ist die Zeitspanne vom klinischen Erkennen oder Verdacht auf eine Infektion bzw. Sepsis bis zur ersten Verabreichung eines geeigneten Antibiotikums. Bei Sepsis zählt jede Stunde: Das Sterberisiko steigt mit jeder Stunde Verzögerung um etwa 7–8 %.
Transitionsmedizin meint den professionell begleiteten Übergang von einer kindzentrierten zu einer erwachsenenorientierten Gesundheitsversorgung bei Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen. Erkrankungen bei Kindern wie Rheuma werden heutzutage meist früh erkannt und behandelt. An der Schwelle zum Erwachsenwerden kann es jedoch zu Problemen kommen, zum Beispiel wenn es nicht gelingt, eine:n Fachärzt:in für die weitere Behandlung zu finden. Ziel von Transitionsmedizin ist es, den Übergang vom Kindes- ins Erwachsenenalter so zu gestalten, dass Fehl- und Unterversorgung vermieden werden.
Translation; auch Translationale Medizin. Beschreibt Maßnahmen, die sich mit der Umsetzung von Forschungsergebnissen aus Medizin und Gesundheitswissenschaften in der Versorgung beschäftigen. Ziel ist die Verbesserung von Gesundheitsförderung, Prävention, Diagnose, Therapie und Rehabilitation.
Von einer Translationslücke ist die Rede, wenn es nicht ausreichend gelingt, wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Grundlagen- bzw. präklinischen Forschung in die praktische Anwendung – also in klinische Studien bzw. bis in die Patient:innen-Versorgung – zu überführen. Bürokratische Hürden und fehlende Finanzierung können zum Beispiel dazu führen, dass Forschungserkenntnisse nicht genutzt werden können, um daraus marktreife Arzneimittelinnovationen zu entwickeln.
Eine Treibermutation ist eine genetische Veränderung in Tumorzellen, die das Krebswachstum auslöst oder aufrechterhält. Sie kann als gezielter Angriffspunkt für moderne, zielgerichtete Therapien dienen.
Die Trichomonaden-Infektion (Trichomoniasis) gehört weltweit zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten des Urogenitaltraktes.
(auch: Schwindsucht) ist eine durch Bakterien verursachte, chronisch verlaufende Infektionskrankheit. Weltweit zählt sie zu den häufigsten Todesursachen. Meistens befällt die Krankheit die Lunge.
Tumor-Organoide sind dreidimensionale, im Labor gezüchtete Miniaturmodelle von Tumoren, die wichtige Eigenschaften des ursprünglichen Krebsgewebes nachbilden. Sie ermöglichen es Forschenden, das Tumorverhalten zu untersuchen und die Wirksamkeit verschiedener Krebsmedikamente zu testen.
Tumorboard: Interdisziplinäres Gremium von medizinischen Fachleuten, das gemeinsam über die bestmögliche Behandlung von Krebspatient:innen berät. Ziele sind eine koordinierte Therapieplanung, eine Optimierung der Versorgung und die Berücksichtigung individueller Bedürfnisse.
Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) sind Krebsmedikamente, die die Aktivität von Tyrosinkinasen blockieren, die eine Schlüsselrolle bei der Signalübertragung in Zellen spielen; z. B. für Wachstum und Teilung. TKI verhindern, dass Krebszellen Signale erhalten, die ihr Wachstum fördern. Sie gelten durch die Präzision ihres Wirkansatzes als Revolution in der Krebstherapie.
Die Umsatzrendite ist das Maß für den prozentualen Anteil des Gewinns am Umsatz einer Unternehmung in einem vorgegebenen Zeitraum (i.d.R. ein Jahr). Die Umsatzrendite berechnet sich aus dem Gewinn dividiert durch den Umsatz multipliziert mit hundert (Umsatzrendite = Gewinn / Umsatz x 100).
Venture Capital wird auch als Risikokapital oder Wagniskapital bezeichnet. Gemeint sind zeitlich begrenzte Kapitalbeteiligungen an jungen, innovativen, nicht börsennotierten Unternehmen. Es ist relevant für Existenzgründer:innen und Startups.
Verhältnisprävention bezeichnet gesundheitliche Maßnahmen, die auf die Veränderung von Lebensbedingungen, Strukturen oder Umweltfaktoren abzielen, um Erkrankungen zu verhindern oder Gesundheit zu fördern. Es geht also nicht um das Verhalten einzelner Personen, sondern um die Rahmenbedingungen, in denen Menschen leben und arbeiten.
Im Gegensatz zu den herkömmlichen Dreifachimpfstoffen enthält der Vierfachimpfstoff gegen Grippe vier Virenstämme: zwei A- und zwei B-Stämme.
Virotherapie (genauer: onkolytische Virotherapie) ist eine moderne Behandlungsform, die gezielt speziell entwickelte Viren einsetzt, um Krebszellen zu infizieren und zu zerstören. Außerdem kann die Virotherapie das Immunsystem gegen den Tumor aktivieren.
Mit dem Begriff „Vorleistungen“ ist der Wert der im Produktionsprozess verbrauchten, verarbeiteten oder umgewandelten Waren und Dienstleistungen gemeint.
Die Weltgesundheitsversammlung ist das höchste Entscheidungsgremium der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Zero-Dose-Kinder sind Kinder, die im ersten Lebensjahr keine einzige Routineimpfung erhalten haben. Die WHO definiert sie in der Regel über die fehlende Gabe der ersten Dosis des Diphtherie-Tetanus-Pertussis-Impfstoffs (DTP1).
Krankhafte Vermehrung der Bindegewebsanteile eines Organs (Leber, Niere, Lunge) zu Lasten des organspezifischen Gewebes; führt zur Verhärtung, Vernarbung und Schrumpfung. Ist meist Folge einer chronischen Entzündung, z.B. mit Hepatitis-Viren.
Die zweckmäßige Vergleichstherapie (zVT) ist die vom GBA nach gesetzlichen Kriterien bestimmte Vergleichstherapie, gegenüber der der Zusatznutzen eines neuen Arzneimittels bewertet wird. Ihre Festlegung ist für das Ergebnis der Nutzenbewertung von zentraler Bedeutung.
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Es sind turbulente Zeiten für die weltweite HIV-Versorgung: Medizinische Innovationen eröffnen neue Möglichkeiten für die Prävention und Therapie. Gleichzeitig ist die internationale Finanzierung unter enormen Druck geraten; die Folgen davon können verheerend sein. Doch der Umbruch bietet auch die Chance, die HIV-Versorgung langfristig neu aufzustellen – und sie nachhaltiger und widerstandsfähiger zu gestalten. Ein Kommentar von Pharma Fakten-Redakteurin Alina Massari.