Meist handelt es sich bei Placebos um Zuckerpillen und Kochsalzlösungen. Dennoch gibt es einen nachweisbaren „Placebo-Effekt“. Er entsteht, wenn Patient:innen an die Wirksamkeit glauben. Placebo-Medikamente werden in klinischen Studien eingesetzt. In placebokontrollierten Studien will man die Wirksamkeit eines neuen Wirkstoffes testen, in dem dieser mit einem Scheinmedikament verglichen wird.
Wenn Worte Politik machen: Das irreführende Narrativ vom Orphan Drug-„Privileg“
Medikamente gegen seltene Erkrankungen – die „Orphan Drugs“ – genießen im deutschen System der Arzneimittel-Nutzenbewertung und -Preisverhandlung ein „Privileg“, so heißt es immer wieder. Von einem „fiktiven“ Zusatznutzen ist oft die Rede. Beides stimmt nicht: Dennoch hat sich diese Ausdrucksweise selbst in Expertenkreisen etabliert. Das ist ein Problem: Denn Sprache formt Wirklichkeit – und könnte zu politischen Entscheidungen führen, die die Versorgung der Patient:innen verschlechtern. Daher braucht es dringend mehr sprachliche Präzision in der Debatte, kommentiert Pharma Fakten-Redakteurin Alina Massari.
