Orphan Drugs sind Arzneimittel gegen seltene Erkrankungen. Um als Orphan Drug zu gelten, muss es um lebensbedrohliche oder chronisch beeinträchtigende Erkrankungen gehen, die in der EU grundsätzlich höchstens 5 von 10.000 Menschen betreffen und für die keine zufriedenstellende Behandlungsmöglichkeit besteht oder das Arzneimittel einen signifikanten Nutzen erwarten lässt. Über den Orphan Drug-Status in der EU entscheidet die Europäische Kommission auf Basis einer Empfehlung des Ausschusses für Arzneimittel für seltene Leiden (COMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA).
Was, wenn Gesundheit die eigentliche Konjunktur-Bazooka wäre?
Wenn die forschende Pharmaindustrie Maßnahmen aus dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ablehnt und stattdessen strukturelle Reformen im Gesundheitswesen fordert, liegt ein Verdacht schnell nahe: Hier verteidigt eine profitable Branche ihre wirtschaftlichen Interessen. Das aber verstellt den Blick darauf, welchen gesamtgesellschaftlichen Beitrag die Branche leistet und welche Impulse sie für Gesundheit, Innovation, Produktivität und Wertschöpfung setzt. Impulse, auf die unser Land nicht verzichten kann. Ein Kommentar von Florian Martius.
