Das Most Favored Nation (MFN)-Konzept – auf Deutsch „Meistbegünstigungsklausel“ – bedeutet grundsätzlich, dass ein Vertragspartner mindestens so gute Bedingungen erhält, wie der jeweils am besten behandelte, andere Partner. Es ist ein Grundpfeiler der Welthandelsorganisation (WTO) und verankert den Grundsatz der Nichtdiskriminierung im internationalen Handel. Die US-Regierung unter Donald Trump hat dieses Konzept radikal neu definiert und nutzt es als Instrument der Preiskontrolle. Sie will damit die Preise für Arzneimittel senken und für ein Medikament nicht mehr zahlen als den niedrigsten Preis, der in einer Gruppe vergleichbarer Industrieländer (OECD) gezahlt wird.
Was, wenn Gesundheit die eigentliche Konjunktur-Bazooka wäre?
Wenn die forschende Pharmaindustrie Maßnahmen aus dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ablehnt und stattdessen strukturelle Reformen im Gesundheitswesen fordert, liegt ein Verdacht schnell nahe: Hier verteidigt eine profitable Branche ihre wirtschaftlichen Interessen. Das aber verstellt den Blick darauf, welchen gesamtgesellschaftlichen Beitrag die Branche leistet und welche Impulse sie für Gesundheit, Innovation, Produktivität und Wertschöpfung setzt. Impulse, auf die unser Land nicht verzichten kann. Ein Kommentar von Florian Martius.
