Von einer Translationslücke ist die Rede, wenn es nicht ausreichend gelingt, wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Grundlagen- bzw. präklinischen Forschung in die praktische Anwendung – also in klinische Studien bzw. bis in die Patient:innen-Versorgung – zu überführen. Bürokratische Hürden und fehlende Finanzierung können zum Beispiel dazu führen, dass Forschungserkenntnisse nicht genutzt werden können, um daraus marktreife Arzneimittelinnovationen zu entwickeln.
Was, wenn Gesundheit die eigentliche Konjunktur-Bazooka wäre?
Wenn die forschende Pharmaindustrie Maßnahmen aus dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ablehnt und stattdessen strukturelle Reformen im Gesundheitswesen fordert, liegt ein Verdacht schnell nahe: Hier verteidigt eine profitable Branche ihre wirtschaftlichen Interessen. Das aber verstellt den Blick darauf, welchen gesamtgesellschaftlichen Beitrag die Branche leistet und welche Impulse sie für Gesundheit, Innovation, Produktivität und Wertschöpfung setzt. Impulse, auf die unser Land nicht verzichten kann. Ein Kommentar von Florian Martius.
