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In Deutschland sterben rund 19.000 Patientinnen jährlich an Brustkrebs. „Vision Zero Oncology“ bringt Menschen zusammen, die das ändern und die Zahl der Todesfälle gegen Null bringen wollen. Photo: Philip Nuernberger

Brustkrebs überlebt: „Ich bin ein Ergebnis von einer Vision Zero“

In der Europäischen Union ist Brustkrebs noch immer die häufigste Krebs-Todesursache bei Frauen. Allein in Deutschland sterben rund 19.000 Patientinnen jährlich daran – trotz aller medizinischen Fortschritte. Der Verein „Vision Zero e.V.“ bringt Menschen zusammen, die das ändern und die Zahl der Todesfälle gegen Null bringen wollen. Was dafür getan werden muss? Darüber sprachen Expert:innen auf dem Berlin Summit der Initiative.

Wir haben nachgezählt: Im Gesundheitssystem gibt es 35 Regelungen, Arzneimittelpreise umsatz- oder absatzsteuernd zu dämpfen. Diesen Dschungel durchblickt fast niemand mehr. iStock.com / SARINYAPINNGAM

Arzneimittelpreise: 35 Preisregulierungsinstrumente

Wir haben die KI bemüht und nachgezählt: In Deutschland gibt es 35 Regelungen, Arzneimittelpreise umsatz- oder absatzsteuernd zu dämpfen. Die Instrumente verstärken sich teilweise oder wirken widersprüchlich. Diesen Dschungel durchblickt fast niemand mehr; Deutschland hat eines der komplexesten Arzneimittelpreis-Systeme Europas. Ein Ausmisten wäre angebracht.

Die Diskussionen rund um GKV-Finanzierungskrise und mögliche Reformen sind Themen, von denen alle Menschen wissen sollten. Foto: Ipsen Pharma GmbH

GKV: Finanzielle Stabilität gewinnt „erst dann Sinn, wenn sie gute Versorgung möglich macht“

Die Diskussionen rund um GKV-Finanzierungskrise und mögliche Reformen sowie Sparmaßnahmen klingen oft nach Fachdebatten. In Wahrheit sind es Themen, von denen alle Menschen wissen sollten. Warum? Weil es zum Beispiel auch darum geht, ob Patient:innen künftig noch „die für sie beste Therapie erhalten“ oder nicht. Im Interview erklärt Dr. Gabriele Kothny, General Manager DACH beim Biopharmaunternehmen Ipsen, welche Folgen das geplante Beitragssatzstabilisierungsgesetz für Deutschland haben könnte.

BPI fordert bei der Ordentlichen Hauptversammlung des Verbandes in Berlin eine „echte Gesundheitsreform“. Foto: © BPI/Tobias Rücker

GKV-Spargesetz: Am Problem vorbei therapiert

Kurz vor der ersten Lesung des bereits jetzt hochumstrittenen Beitragssatzstabilisierungsgesetzes (BStabG) im Bundestag hat sich der Pharmaverband BPI noch einmal positioniert: Statt eines Spargesetzes braucht Deutschland dringend eine strukturelle, „echte Gesundheitsreform“, so sein Vorsitzender Oliver Kirst auf der Hauptversammlung des Verbandes. Durch die Pläne der Regierung werde „nichts besser, sondern höchstens billiger.“ Der dort geplante dynamische Herstellerrabatt sei eine „Katastrophe“ für die Unternehmen; durch das Gesetz werde die Deindustrialisierung des Landes vorangetrieben.

…niemand. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) wird die medizinische Versorgung und Prävention verschlechtern und dem Standort schaden. Ein Kommentar von Florian Martius. Foto: iStock.com / ArisSu

GKV-Spargesetz: And the winner is…

…niemand. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) wird die medizinische Versorgung und Prävention verschlechtern und damit den Menschen schaden. Es schwächt die deutsche Spitzenposition in Forschung und Entwicklung und gefährdet den Wissenschaftsstandort. Gleichzeitig schwächt es eine der Zukunftstechnologien schlechthin: die Pharma- und Biotechbranche, die wie kaum eine andere für Wachstum und Wohlstand steht. Diese ist in diesen Tagen Ziel einer regelrechten Kampagne, die vor allem von den Krankenkassen getrieben wird. Dabei geht es erschreckend wenig um Fakten – ein Kommentar von Florian Martius.

Unter dem Titel „VORschung voraus – Gesundheit2030: Wie Innovation Leben, Forschung und Standort stärkt“ lud AstraZeneca Deutschland zu einem Medienevent ein. Im Fokus der Debatten: die aktuellen Sparpläne der Gesundheitspolitik.

„Aber wird es dieses Medikament irgendwann in Deutschland geben?“

„Wow.“ So lässt sich das Gefühl, mit dem Onkologe Dr. Niko Andre gerade erst vom international größten Krebskongress ASCO zurückgekehrt ist, wohl am besten beschreiben. In Chicago präsentierten Wissenschaftler:innen und Mediziner:innen die neuesten Fortschritte der Forschung. Die wären tatsächlich einfach „wow“ – wenn nicht grundsätzlich in Frage stünde, wie schnell und umfassend neue Arzneimittel künftig noch in die deutsche Patient:innen-Versorgung gelangen. In den Augen von Alexandra Bishop, Geschäftsführerin bei AstraZeneca Deutschland, sende die Politik mit ihren aktuellen Sparplänen das Signal: „Wir sind an Innovationen nicht interessiert.“ Das erklärte sie auf einem Medienevent des forschenden Pharmaunternehmens in Hamburg.

Die Deutsche Schmerzgesellschaft geht davon aus, dass durch das GKV-Spargesetz die Versorgung von Millionen chronisch schmerzkranken Menschen massiv gefährdet ist. Foto: iStock.com / Jacob Wackerhausen

GKV-Spargesetz: Eine „Katastrophe“ für Menschen mit Schmerzen

Die Deutsche Schmerzgesellschaft geht davon aus, dass durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) die Versorgung von Millionen chronisch schmerzkranken Menschen massiv gefährdet ist. Dabei ist die Lage schon heute angespannt, so die Expert:innen: 22 Prozent der Schmerzfachabteilungen sind in ihrer Existenz bedroht. Sie versorgen heute aber fast die Hälfte der Menschen mit der interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie.

Pharma-Fakten.de als bevorzugte Quelle bei Google hinzufügen: So funktioniert es. Foto: iStock.com / igoriss

Pharma-Fakten.de als bevorzugte Quelle bei Google hinzufügen

Für alle, die sich für Gesundheit interessieren: Was tut sich in der Krebs- oder Demenzforschung? Wie arbeiten pharmazeutische Unternehmen in Deutschland? Was passiert momentan in der Gesundheitspolitik? Und welche Auswirkungen hat das auf die medizinische Versorgung der Patient:innen? Über all diese Themen berichtet Pharma-Fakten.de seit 2014. Die Newsplattform ist nun als „bevorzugte Quelle“ bei Google verfügbar. Was das heißt und wie das funktioniert? Es braucht nur zwei Klicks.

Dynamischer Herstellerabschlag: Weniger Arzneimittelinnovationen und Investitionen für Deutschland

Laut dem Entwurf zum GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz (BStabG) will die Politik für die pharmazeutische Industrie einen dynamischen Herstellerabschlag einführen, dessen Höhe jährlich je nach Entwicklung der Arzneimittelausgaben und der beitragspflichtigen Einnahmen angepasst wird. Dominik Rosz, Lead Pricing and Access Strategy beim Unternehmen Astellas, hat sich die Pläne genauer angeschaut. Demnach dürfte der Pflichtrabatt binnen weniger Jahre auf abstruse Höhen ansteigen – und so dazu führen, dass sich Pharmafirmen aus Deutschland zurückziehen und weniger innovative Arzneimittel zu den Patient:innen gelangen.

Die Bundesregierung hat den Entwurf für das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz durchs Kabinett gebracht. Foto: ©iStock.com/jotily

GKV-Spargesetz: Von „Taschenspielertricks“ und „Deindustrialisierung“

Die Bundesregierung hat den Entwurf für das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz durchs Kabinett gebracht. Laut Gesundheitsministerin Nina Warken schafft das „die Grundlage für die nachhaltige finanzielle Stabilität der gesetzlichen Krankenversicherung.“ Diese Sicht hat die Regierung relativ exklusiv: Während der AOK-Bundesverband von „Taschenspielertricks auf Kosten der Beitragszahlenden“ spricht, ist die Pharmaindustrie entsetzt. „Wird dieses Gesetz so verabschiedet, wird Deutschland einen weiteren Schritt in Richtung De-Industrialisierung machen“, so der Vorsitzende des Pharmaverbands BPI, Oliver Kirst.

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