Alina

Welche Arzneimittel-Innovationen könnten 2026 in die deutsche Gesundheitsversorgung kommen? Der Pharmaverband vfa sagt: Selten war es so schwierig wie heute das einzuschätzen. Foto: iStock.com / fadfebrian

2026: Viele neue Medikamente für die Menschen in Deutschland?

Der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) wagt wie jedes Jahr einen Ausblick: Viele neue Arzneimittel könnten 2026 in die deutsche Gesundheitsversorgung gelangen – etwa für Menschen mit Krebserkrankungen. Aber: Die Prognose ist mit enormen Unsicherheiten verbunden – auch die politischen Rahmenbedingungen spielen eine entscheidende Rolle. Aktuell stehen forschende Pharmafirmen unter großem Druck.

Impfungen für Erwachsene: Ein Trauerspiel

„Die empfohlenen Impfungen für Erwachsene werden zu selten genutzt“, kritisiert das Robert Koch-Institut (RKI). Grippe, Gürtelrose, COVID-19 oder Pneumokokken: Diese Erkrankungen können insbesondere für Menschen ab einem Alter von 60 Jahren gefährlich werden. Vakzine könnten schützen – aber von diesem Angebot machen viele Menschen nicht Gebrauch.

Neuralgie

Neuralgie ist ein Nervenschmerz – und wird durch Reizungen im Bereich der Nerven ausgelöst. Eine Neuralgie kann zum Beispiel durch Durchblutungsstörungen des betroffenen Nervens oder neurophysiologische Störungen entstehen. Neuralgien gelten als therapeutisch relativ anspruchsvoll, denn in der Regel sprechen sie nicht gut auf klassische Analgetika an.

2025 haben Pharmaunternehmen insgesamt 36 Medikamente in Deutschland in die Versorgung gebracht, bilanziert der vfa. Foto: iStock.com/Drazen Zigic

2025: 36 neue Medikamente für die Patient:innen in Deutschland

Same procedure as every year: Das Jahr neigt sich dem Ende zu und der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) zieht seine „Innovationsbilanz“. 2025 haben Pharmaunternehmen 36 Medikamente in die hiesige Versorgung gebracht. Für Menschen mit Erkrankungen wie Morbus Alzheimer oder Krebs sind das gute Nachrichten. Aus Sicht der Industrie hätte die Zahl der neu eingeführten Präparate aber durchaus höher ausfallen können.

Krebserkrankungen immer besser behandeln: Das ist ein Forschungsschwerpunkt von Pharmaunternehmen. Wir sprachen mit Martin Völkl von BeOne Medicines über die Herausforderungen. Foto: BeOne Medicines

Krebsforschung: „Wir wollen niemanden zurücklassen“

Krebserkrankungen immer besser und verträglicher behandeln: Das ist ein Forschungsschwerpunkt von Pharmafirmen auf der ganzen Welt. Das global aufgestellte Onkologie-Unternehmen BeOne Medicines etwa arbeitet an 175 klinischen Arzneimittelstudien. Wir sprachen mit Martin Völkl, General Manager bei BeOne für Deutschland und Österreich, über die Herausforderungen. Sein Ziel: Mehr klinische Studien nach Deutschland holen.

Protein-Degrader

Protein-Degrader sind eine neue Medikamentenklasse, die krankheitsrelevante Proteine nicht nur blockieren, sondern vollständig abbauen. Sie gelten als eine der spannendsten Innovationen im Bereich der Arzneimittelforschung und funktionieren wie ein biologischer Müllabfuhr-Prozess. Das Medikament markiert das krankmachende Protein, das körpereigene Abbau-System (Proteasom) erkennt es und baut es komplett ab.

Malignes Melanom

Das Melanom (auch Malignes Melanom) ist ein bösartiger Hauttumor, der aus den Pigmentzellen entsteht und zu den aggressivsten Hautkrebsarten gehört. Falls frühzeitig erkannt, ist er in der Regel gut behandelbar. Dank moderner Immuntherapien und zielgerichteter Medikamente hat sich auch die Prognose von Menschen mit Melanom im fortgeschrittenen Stadium deutlich verbessert.

Multiples Myelom

Das Multiple Myelom ist ein Knochenmarkskrebs der Plasmazellen, der zu Knochenabbau, Blutbildungsstörungen und Immunschwäche führt. Es verdrängt die gesunde Blutbildung. Dank moderner Arzneimittel ist die Krankheit immer besser kontrollierbar.

EMA: Drei Jahrzehnte Arzneimittelinnovationen

1995 wurde die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) gegründet. Das Ziel: Die Zulassung und Überwachung von Arzneimitteln in der Europäischen Union zu vereinheitlichen und damit den Zugang zu sicheren, wirksamen und qualitativ hochwertigen Medikamenten in allen Mitgliedstaaten sicherzustellen. Annähernd 2.000 neue Arzneimittel und Impfstoffe haben seitdem grünes Licht bekommen – und die Therapie- und Präventionsmöglichkeiten erheblich verbessert.

Expert:innen weltweit warnen: Eine übermäßige Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und fehlende Anpassung an die Erderwärmung haben zerstörerische Auswirkungen auf die Gesundheit. Foto: iStock.com / Marc Bruxelle

Nichtstun in der Klimakrise „kostet jedes Jahr Millionen Menschenleben“

Die Klimakrise ist eine Gesundheitskrise. Ein Team von Wissenschaftler:innen weltweit hat einen neuen Bericht im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlicht, der es in sich hat: Er macht deutlich, „dass Untätigkeit angesichts der Klimakrise schon heute in allen Ländern Menschen tötet“ – so bringt es Dr. Jeremy Farrar von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf den Punkt. Doch es gibt auch eine positive Nachricht.

© Pharma Fakten e.V.
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und dienen dazu, Sie wiederzuerkennen, wenn Sie auf unsere Website zurückkehren, und unserem Team zu helfen, zu verstehen, welche Bereiche der Website Sie am interessantesten und nützlichsten finden.