Alina

1,2 Milliarden Menschen in 45 einkommensschwachen Ländern mit Arzneimitteln und Impfstoffen versorgen: Pfizer hat sich viel vorgenommen. Foto: CC0 (Stencil)

„Accord“: Mehr Gesundheit für 1,2 Milliarden Menschen

Bei Pfizer hat man sich viel vorgenommen: „Accord“ heißt die Initiative, mit dem das forschende Arzneimittel- und Impfstoffunternehmen 1,2 Milliarden Menschen in 45 Ländern erreichen will. Das Ziel: Eine bessere medizinische Versorgung. Die Initiative umfasst das gesamte Angebot an Medikamenten und Impfstoffen, an dem das Unternehmen die globalen Rechte hat, sowie die Zusammenarbeit mit führenden Vertreter:innen des globalen Gesundheitswesens zur Verbesserung von Diagnose, Bildung, Infrastruktur und Lagerung.

Neue Biopharmazeutika: Forschung für eine bessere Medizin

Biopharmazeutika spielen in der Behandlung von Krankheiten eine seit Jahren immer größer werdende Rolle. Zum Glück, denn diese „lebenden Arzneimittel“ haben die Therapiemöglichkeiten gerade bei komplexen chronischen Erkrankungen stark verbessert. Die gute Nachricht ist: Die Forschungspipelines sind gut gefüllt – seit dem Jahr 2005 hat sich die Zahl der Wirkstoffkandidaten mehr als verdoppelt.

Es sind noch 6,5 Jahre: Bis dahin soll HIV/Aids beendet sein. Ein Gespräch mit Martin Flörkemeier von Gilead über das, was in Deutschland noch getan werden muss. Foto: iStock.com/Zurijeta

Vom Recht auf eine HIV-freie Zukunft

Es sind noch 6,5 Jahre: Bis dahin soll HIV/Aids nach den Zielen der Vereinten Nationen beendet sein. Möglich wäre das. Das zeigt ein neuer Bericht der Organisation UNAIDS. Und auch Martin Flörkemeier von Gilead Sciences, einem führenden Entwickler von HIV-Arzneimitteln, weiß, dass das klappen kann: Denn alle Instrumente sind vorhanden. Ein Gespräch über das, was in Deutschland noch getan werden muss.

Laut Hämatologe PD Dr. Maximilian Merz, Leipzig, ist es „erstaunlich“, was sich in den vergangenen Jahren in der Behandlung des Multiplen Myeloms getan hat (Symbolbild). Foto: iStock.com / seb_ra

„Knochenmarkkrebs wird heilbar werden“

„Das multiple Myelom war bis vor zehn oder 15 Jahren ganz schlecht behandelbar und mit einer geringen Lebenserwartung verknüpft“, so der Hämatologe PD Dr. Maximilian Merz vom Uniklinikum Leipzig (UKL). Heute haben sich die Aussichten bei Knochenmarkkrebs deutlich verbessert – dank neuer Medikamente. Die Forschung arbeitet auf eine Heilung hin.

Die Universitätsprofessorin Heidrun Thaiss und der Kinderarzt Dr. Thomas Fischbach erläuterten bei einer Veranstaltung in Berlin, weshalb Prävention so wichtig ist und wie sie umgesetzt werden könnte. Foto: iStock.com/Maridav.

Mehr und bessere Prävention: Weshalb die Zeit drängt

„Gesundheitsförderung und Prävention: Wie gelingt der Paradigmenwechsel?“ Dieser Frage gingen in Berlin Prof. Dr. Heidrun Thaiss und Dr. Thomas Fischbach nach – beide gehören zu den Gründungsmitgliedern des „Nationalen Aktionsbündnisses Impfen“, das jüngst seine Arbeit aufgenommen hat. Neben den Impfungen gibt es noch viele weitere Präventionsmaßnahmen, die nicht nur aus gesundheitlichen, sondern auch aus Kostengründen dringend umgesetzt werden müssten.

Die innovationsfeindliche Arzneimittelpolitik wird die Versorgung von Patient:innen mit neuen Medikamenten bis zum Jahr 2030 deutlich verschlechtern. Das zeigt eine Studie, die der vfa vorgelegt hat. Foto: iStock.com/gorodenkoff

Arzneimittelforschung: Deutschland bremst sich selbst aus

Die innovationsfeindliche Arzneimittelpolitik wird die Versorgung von Patient:innen mit neuen Medikamenten in Deutschland bis zum Jahr 2030 deutlich verschlechtern. Das ist das Ergebnis der Studie des Beratungsunternehmens Kearney und des Verbandes forschender Pharma-Unternehmen (vfa) „Pharma-Innovationsstandort Deutschland“. Sie legt schonungslos die Problemfelder offen, die dafür sorgen, dass der Innovationsstandort im internationalen Vergleich gerade massiv an Boden verliert.

Wir haben 5 Expert:innen gefragt, wie mehr Menschen von den Fortschritten in der Behandlung von Krebserkrankungen profitieren könnten. Foto: iStock.com / Matej Kastelic (kasto80)

Krebs: Die Vision mit der Null in der Onkologie

Noch nie waren wir in der Therapie von Menschen mit Krebs besser als heute. Unter anderem durch neue Arzneimittel ist es gelungen, Tumorerkrankungen gezielter an ihren Wurzeln zu packen. Umso erschreckender ist, dass noch immer viele Menschen in Deutschland nicht von diesem Fortschritt profitieren. Wir haben 5 Expert:innen gefragt, was sich ändern müsste.

In den vergangenen Jahren sind viele zielgerichtete Therapien gegen Lungenkrebs in die Versorgung gekommen. Aber ein Drittel der Patient:innen, für die die Therapien in Frage kommen, erhält sie nicht. Ein Interview mit Professor Dr. Jürgen Wolf. Foto: ©iStock.com/peterschreiber.media

Lungenkrebs: Zwischen Fortschritten und Versorgungslücken

Die Behandlung von Lungenkrebs ist ein „sehr dynamisches Feld“, sagt der Lungenkrebsexperte Professor Dr. Jürgen Wolf aus Köln. In den vergangenen Jahren sind viele neue, zielgerichtete Therapien in die Versorgung gekommen. Aber ein Drittel der Patient:innen, für die die Therapien in Frage kommen, erhält sie nicht. Ein Interview.

Gesundheit und Pflege sind die „neue Leitökonomie der 20er Jahre“, so Bayerns Gesundheitsminister Holetschek im Interview. Er findet: Die Bundesregierung tut „viel zu wenig“, um die Arzneimittelversorgung in Deutschland sicherzustellen. Foto: © Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege / Fotograf: Henning Schacht

Holetschek: Verlässliche Arzneimittelversorgung „mehr als nur systemrelevant“

Gesundheit und Pflege sind „bedeutsamer Beschäftigungs- und Wirtschaftsfaktor“, sagt Klaus Holetschek, Bayerischer Staatsminister für Gesundheit und Pflege. Im Pharma Fakten-Interview kritisiert er, dass die Bundesregierung „insgesamt viel zu wenig“ tut, um die Arzneimittelversorgung in Deutschland sicherzustellen. Angesichts der Debatten um die Finanzierung des Gesundheitssystems warnt er: Es wäre „fatal, an der falschen Stelle zu sparen.“ Daher müsse die Bundesregierung „unbedingt“ den Dialog mit der Pharmabranche suchen. „Ansonsten wird sie essentielle Versorgungsstrukturen zerstören“.