Alina

Forschungsdatenzentrum Gesundheit

Das Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ), angesiedelt beim BfArM, stellt pseudonymisierte Gesundheitsdaten für Forschung und Versorgung sicher, kontrolliert und datenschutzkonform zur Verfügung. Es ist damit die zentrale Dateninfrastruktur für die sichere Nutzung von Gesundheitsdaten zu Forschungszwecken.

Interoperabilität

interoperabel bezeichnet die Fähigkeit verschiedener Informationssysteme, Anwendungen und Organisationen, Daten einheitlich auszutauschen, zu verstehen und gemeinsam zu nutzen. Fehlende Interoperabilität im Gesundheitswesen verschlechtert die Versorgungsqualität, führt zu höheren Kosten und einer eingeschränkten Nutzung von Daten für Forschung und Gesundheitsplanung.

Mit dem Gesetzentwurf zur Digitalisierung im Gesundheitswesen soll ein vernetztes Gesundheitsdatenökosystem entstehen. Das Ziel: ein effizienteres Gesundheitssystem, eine bessere Medizin. Foto: iStock.com / piyaphun

Digitales Gesundheitswesen: 2029 hat sich „ausgefaxt“

Das Bundeskabinett hat vor der Sommerpause den Gesetzentwurf zur Digitalisierung im Gesundheitswesen (GeDIG) beschlossen. Damit soll ein vernetztes Gesundheitsdatenökosystem entstehen. Es will die Grundlagen schaffen, um die elektronische Patient:innen-Akte (ePA) alltagstauglicher zumachen, die digitale Infrastruktur zu stabilisieren und Versicherten neue Wege in die Versorgung zu eröffnen. Für die Arzneimittelforschung könnte es eines der wichtigsten Strukturgesetze werden. Denn Deutschland sitzt auf einem gewaltigen Datenschatz – doch bisher fehlen die Schlüssel, um ihn für Forschung, Innovation und Versorgung nutzbar zu machen.

41 Millionen Menschen mit HIV weltweit

Die Zahl der HIV-Neuinfektionen und der Aids-bedingten Todesfälle ist „so niedrig wie seit mehr als 30 Jahren nicht mehr“, meldet die Organisation UNAIDS. Immer mehr Betroffene haben Zugang zur sogenannten antiretroviralen Therapie. Doch die Bekämpfung des Immunschwächevirus gerät ins Stocken: Expert:innen fürchten ein „Wiederaufflammen der Epidemie“.

Die globale Impfquote bei Kindern ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen, melden WHO und UNICEF. Doch noch ist es nicht gelungen, die Rückschritte aus der Pandemiezeit wettzumachen. Foto: iStock.com / Jacob Wackerhausen

19,6 Millionen Babys und Kleinkinder ohne (ausreichenden) Impfschutz

Die globale Impfquote bei Kindern ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen, melden die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Kinderhilfswerk UNICEF. Doch noch immer ist es nicht gelungen, die Rückschritte aus der Pandemiezeit wieder wettzumachen. „Millionen besonders gefährdeter Kinder bleiben aufgrund von Konflikten, Vertreibung und Armut weiterhin ungeschützt“, sagt Catherine Russell, Exekutivdirektorin von UNICEF. „Kein Kind sollte an einer Krankheit leiden, die sich mit einer einfachen Impfung verhindern lässt.“ In Deutschland sind rund 21.000 Säuglinge komplett ohne Impfschutz.

Die im GKV-Spargesetz geplante „Auffanglösung“ für Preis-Mengen-Regelungen ist ein Systembruch, nicht zielführend und gefährdet die Patient:innen-Versorgung mit Arzneimittelinnovationen. Foto: iStock.com / peakSTOCK

Preis-Mengen-Regelung: Sondersteuer für neue Arzneimittel

Was darf ein neues Medikament kosten? Diese Frage sollen in Deutschland der GKV-Spitzenverband und das pharmazeutische Unternehmen in den Erstattungsbetragsverhandlungen klären. Schon heute müssen sie dabei laut Gesetz auch mengenbezogene Aspekte vereinbaren – also zum Beispiel Rabatte, die greifen, wenn ein Präparat in größerem Umfang eingesetzt wird. Mit dem GKV-Spargesetz plant die Bundesregierung einen weiteren Eingriff: Sie gibt eine konkrete Rechenformel vor, mit der sich ein Mengenrabatt künftig als „Auffanglösung“ festlegen lässt. Die Formel ist ein Systembruch – und gleicht einem automatischen Preisabsenkungsmechanismus, der den Zugang zu Arzneimittelinnovationen mit hohem medizinischem Bedarf gefährdet.

„Deutschland auf der Zielgeraden? Die Elimination von Hepatitis C BIS-2030“ – das war Thema einer Tagesspiegel-Expertenrunde.

Hepatitis C-Elimination bis 2030: Warum Fachleute Zweifel haben

Potenziell lebensbedrohlich: Das ist Hepatitis C. Doch es gibt Test- und Behandlungsmöglichkeiten, die eine Elimination dieser gefährlichen Lebererkrankung möglich machen. Bis 2030 soll das eigentlich gelingen, gibt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor. Doch Deutschland schafft das nicht – so sieht es aktuell zumindest aus. Die Leidtragenden sind die Betroffenen. Was nun passieren muss? Darüber sprachen Fachleute bei einer Tagesspiegel-Veranstaltung in Berlin.

In Deutschland sterben rund 19.000 Patientinnen jährlich an Brustkrebs. „Vision Zero Oncology“ bringt Menschen zusammen, die das ändern und die Zahl der Todesfälle gegen Null bringen wollen. Photo: Philip Nuernberger

Brustkrebs überlebt: „Ich bin ein Ergebnis von einer Vision Zero“

In der Europäischen Union ist Brustkrebs noch immer die häufigste Krebs-Todesursache bei Frauen. Allein in Deutschland sterben rund 19.000 Patientinnen jährlich daran – trotz aller medizinischen Fortschritte. Der Verein „Vision Zero e.V.“ bringt Menschen zusammen, die das ändern und die Zahl der Todesfälle gegen Null bringen wollen. Was dafür getan werden muss? Darüber sprachen Expert:innen auf dem Berlin Summit der Initiative.

Wir haben nachgezählt: Im Gesundheitssystem gibt es 35 Regelungen, Arzneimittelpreise umsatz- oder absatzsteuernd zu dämpfen. Diesen Dschungel durchblickt fast niemand mehr. iStock.com / SARINYAPINNGAM

Arzneimittelpreise: 35 Preisregulierungsinstrumente

Wir haben die KI bemüht und nachgezählt: In Deutschland gibt es 35 Regelungen, Arzneimittelpreise umsatz- oder absatzsteuernd zu dämpfen. Die Instrumente verstärken sich teilweise oder wirken widersprüchlich. Diesen Dschungel durchblickt fast niemand mehr; Deutschland hat eines der komplexesten Arzneimittelpreis-Systeme Europas. Ein Ausmisten wäre angebracht.

Die Diskussionen rund um GKV-Finanzierungskrise und mögliche Reformen sind Themen, von denen alle Menschen wissen sollten. Foto: Ipsen Pharma GmbH

GKV: Finanzielle Stabilität gewinnt „erst dann Sinn, wenn sie gute Versorgung möglich macht“

Die Diskussionen rund um GKV-Finanzierungskrise und mögliche Reformen sowie Sparmaßnahmen klingen oft nach Fachdebatten. In Wahrheit sind es Themen, von denen alle Menschen wissen sollten. Warum? Weil es zum Beispiel auch darum geht, ob Patient:innen künftig noch „die für sie beste Therapie erhalten“ oder nicht. Im Interview erklärt Dr. Gabriele Kothny, General Manager DACH beim Biopharmaunternehmen Ipsen, welche Folgen das geplante Beitragssatzstabilisierungsgesetz für Deutschland haben könnte.

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