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Die FinanzKommission Gesundheit hat ihren ersten Bericht zur Stabilisierung der GKV-Finanzen veröffentlicht. „Sparpolitik bei Arzneimitteln ist ein Irrweg“, heißt es aus der Pharmaindustrie. Foto: iStock.com / gorodenkoff

No-Go: Wenn Sparmaßnahmen die Arzneimittelversorgung schwächen

Wie gelingt es, die Beitragssätze in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu stabilisieren? Dazu hat die von Gesundheitsministerin Nina Warken eingesetzte FinanzKommission Gesundheit (FKG) ihren ersten Bericht veröffentlicht. Die Bundesregierung hat nun die Qual der Wahl, welche der 66 Empfehlungen sie umsetzen will. Dazu braucht es Fingerspitzengefühl: Denn unter den Vorschlägen sind Sparmaßnahmen, die das Zeug dazu haben, die Arzneimittelversorgung der Menschen und den Pharmastandort in Deutschland zu schwächen. Die FKG sieht das teilweise anders – hat aber eine wichtige Tatsache vergessen.

Pharmainitiative Bayern

Die Pharmainitiative Bayern ist ein Zusammenschluss von 20 Pharmaunternehmen mit Sitz in Bayern. Sie will Forschung und Innovation sowie den Pharmastandort stärken und Patient:innen die bestmögliche Versorgung ermöglichen.

Innovationshindernisse gezielt abbauen: Die Pharmainitiative Bayern fordert ein „AMNOG 2.0“. Foto: iStock.com / gorodenkoff

AMNOG 2.0: Arzneimittelinnovationen gezielt fördern

Seit 2011 gibt es das AMNOG-Verfahren: Es spielt eine zentrale Rolle bei der Versorgung von Patient:innen mit Arzneimittelinnovationen. Im AMNOG wird der Zusatznutzen neuer Therapien bewertet. Dadurch soll es eine angemessene Preisgestaltung sicherstellen und einen schnellen Zugang ermöglichen. Doch gerade bei Arzneimitteln gegen seltene Erkrankungen sowie Gen- und Zelltherapien (ATMPs) zeigt die Nutzenbewertung strukturelle Schwächen. Sie können dazu führen, dass die Menschen in Deutschland nicht nach dem neuesten Stand der Medizin versorgt werden. Die Pharmainitiative Bayern legt in einem Positionspapier dar, was sich ändern muss. Sie fordert ein „AMNOG 2.0“.

Bundesregierung will Pharmaindustrie stärken: Muss das sein?

Im Koalitionsvertrag steht es, in der Nationalen Pharmastrategie ist es ebenfalls festgeschrieben, im Rahmen des Pharmadialogs wurde es bekräftigt: Die Regierung will Pharma in Deutschland stärken. Wer das als reines Lobbyprojekt der Industrie abtut, irrt gewaltig. Denn als eine der wenigen wachsenden Industrie-Branchen ist sie nicht nur wichtig für Wirtschaft und Innovationskraft. Vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen ist sie zudem essenziell für eine stabile Gesundheitsversorgung aller Menschen hierzulande.

Die Zahl der Krebsneuerkrankungen ist hoch und wird deutlich steigen. „Vision Zero in der Onkologie“ will sich damit nicht abfinden – ein Bericht vom Neujahrsempfang der Initiative. Foto: Pharma Fakten-Redaktion

Vision Zero in der Krebsmedizin: „Kein unerfüllbarer Traum“

Täglich sterben über 600 Menschen in Deutschland in Folge einer Tumorerkrankung. Die Zahl der Krebsneuerkrankungen ist hoch und wird altersbedingt deutlich steigen. Die Initiative „Vision Zero in der Onkologie“ will sich damit nicht abfinden. Auf ihrem Neujahrsempfang in München diskutierten Vertreter:innen aus Forschung und Medizin, Politik und forschenden Unternehmen, wie wir „eine der größten Herausforderungen unserer Zeit“ erfolgreicher bekämpfen können.

Moderne Antidiabetika wie SGLT-2-Hemmer senken nicht nur den Blutzucker. Sie haben auch positive Effekte auf die Herz-, Nieren- und sogar Nervenfunktionen. Das zeigen aktuelle Real World-Daten. Foto: iStock.com / Jacob Wackerhausen

Diabetes: „neue Perspektiven für individuellere und gezieltere Therapien“

Moderne Antidiabetika wie SGLT2-Hemmer senken nicht nur den Blutzucker. Sie haben auch positive Effekte auf die Herz-, Nieren- und sogar Nervenfunktionen. Das zeigen aktuelle Real World-Studien auf Basis von Daten des Beratungsunternehmens IQVIA Deutschland. Demnach ist der Einsatz dieser Medikamente sogar mit einem geringeren Demenzrisiko bei älteren Typ-2-Diabetiker:innen assoziiert.

Welche Arzneimittel-Innovationen könnten 2026 in die deutsche Gesundheitsversorgung kommen? Der Pharmaverband vfa sagt: Selten war es so schwierig wie heute das einzuschätzen. Foto: iStock.com / fadfebrian

2026: Viele neue Medikamente für die Menschen in Deutschland?

Der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) wagt wie jedes Jahr einen Ausblick: Viele neue Arzneimittel könnten 2026 in die deutsche Gesundheitsversorgung gelangen – etwa für Menschen mit Krebserkrankungen. Aber: Die Prognose ist mit enormen Unsicherheiten verbunden – auch die politischen Rahmenbedingungen spielen eine entscheidende Rolle. Aktuell stehen forschende Pharmafirmen unter großem Druck.

Impfungen für Erwachsene: Ein Trauerspiel

„Die empfohlenen Impfungen für Erwachsene werden zu selten genutzt“, kritisiert das Robert Koch-Institut (RKI). Grippe, Gürtelrose, COVID-19 oder Pneumokokken: Diese Erkrankungen können insbesondere für Menschen ab einem Alter von 60 Jahren gefährlich werden. Vakzine könnten schützen – aber von diesem Angebot machen viele Menschen nicht Gebrauch.

Neuralgie

Neuralgie ist ein Nervenschmerz – und wird durch Reizungen im Bereich der Nerven ausgelöst. Eine Neuralgie kann zum Beispiel durch Durchblutungsstörungen des betroffenen Nervens oder neurophysiologische Störungen entstehen. Neuralgien gelten als therapeutisch relativ anspruchsvoll, denn in der Regel sprechen sie nicht gut auf klassische Analgetika an.

2025 haben Pharmaunternehmen insgesamt 36 Medikamente in Deutschland in die Versorgung gebracht, bilanziert der vfa. Foto: iStock.com/Drazen Zigic

2025: 36 neue Medikamente für die Patient:innen in Deutschland

Same procedure as every year: Das Jahr neigt sich dem Ende zu und der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) zieht seine „Innovationsbilanz“. 2025 haben Pharmaunternehmen 36 Medikamente in die hiesige Versorgung gebracht. Für Menschen mit Erkrankungen wie Morbus Alzheimer oder Krebs sind das gute Nachrichten. Aus Sicht der Industrie hätte die Zahl der neu eingeführten Präparate aber durchaus höher ausfallen können.

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