Leandra

Multidomänen-Intervention

Eine Multidomänen-Intervention ist ein integriertes Präventionskonzept, das mehrere unabhängige Risikofaktoren gleichzeitig adressiert, um den kognitiven Abbau zu verlangsamen oder zu verhindern. Der zentrale Ansatz: Statt einen einzelnen Faktor zu optimieren (z.B. nur Ernährung oder nur Bewegung), werden mehrere Lebensstilbereiche gleichzeitig und koordiniert bearbeitet, da ihre Wirkungen zusammenspielen.

Wenn es um Demenzerkrankungen geht, laufen wir den Möglichkeiten hinterher. Fast die Hälfte aller Fälle ließe sich verhindern. Foto: ©istock.com/BeritK

Gesundes Gehirn: Kurswechsel überfällig

Wenn es um Demenzerkrankungen geht – und damit um die Gesundheit unseres Gehirns – laufen wir den Möglichkeiten hinterher. Fast die Hälfte aller Fälle ließe sich verhindern. Die Hebel sind bekannt und wissenschaftlich evaluiert: Von der frühkindlichen Bildung über Blutdruckkontrolle bis hin zu neuen Antikörpertherapien haben wir einen gut gefüllten Werkzeugkasten zur Verfügung, um Erkrankungen des Hirns besser zu managen, als wir das heute tun. Auf dem Europäischen Gesundheitskongress in München diskutierten Expert:innen darüber, was passieren muss. Denn: Wir wissen zwar, wie wir die Wucht von dementiellen Erkrankungen abfedern könnten. Wir tun es aber zu wenig.

Grippe-Impfung 2026: Same procedure as every year?

Nur ein bisschen Husten und Schnupfen? Von wegen: Viele Menschen unterschätzen die Grippe. Eine Influenzainfektion kann zu schweren Krankheitsverläufen und Tod führen. In Deutschland wird daher unter anderem älteren Menschen sowie Jüngeren mit bestimmten Grunderkrankungen jedes Jahr eine Impfung empfohlen. Same procedure as every year? Hoffentlich nicht. Denn bei den Grippeimpfquoten ist noch sehr viel Luft nach oben.

Lebenswelten

Im Sozialgesetzbuch (SGB V) heißt es: „Lebenswelten sind für die Gesundheit bedeutsame, abgrenzbare soziale Systeme insbesondere des Wohnens, des Lernens, des Studierens, der medizinischen und pflegerischen Versorgung sowie der Freizeitgestaltung“ – also Orte und soziale Räume, an denen Menschen ihren Alltag verbringen und wo Gesundheit beeinflusst werden kann.

IGeL

IGeL (Individuelle Gesundheitsleistungen) sind ärztliche Untersuchungen und Behandlungen, die in der Regel nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gehören und deshalb von Patient:innen selbst bezahlt werden müssen.

PSA-Screening

PSA-Screening bezeichnet die Früherkennung von Prostatakrebs bei beschwerdefreien Männern durch einen Bluttest auf das prostataspezifische Antigen (PSA). Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet nicht automatisch Krebs. Auch gutartige Vergrößerungen, Entzündungen oder Manipulationen können Werte steigern.

Prävention finden alle gut und wichtig. Trotzdem fristet sie ein Mauerblümchen-Dasein. Foto: Forum Gender & Gesundheit

Prävention stärken, aber wie?

Prävention finden alle gut: Dass die beste Krankheit diejenige ist, die man verhindert, ist ein Low-Brainer; schließlich erspart das unnötiges Leid und Kosten. Prävention finden auch alle wichtig: Wenn eine Gesellschaft altert, braucht es viele gesunde Lebensjahre, um sich in Schuss zu halten. De facto hat die Regierung mit dem jüngsten Spargesetz aber die Krankheitsvorsorge im Land geschwächt: ein klassisches „Sag-A-mach-B-Paradoxon?“ Darüber diskutierten Expert:innen auf dem „Forum Gender & Gesundheit“.

Wie kann es gelingen, das deutsche Gesundheitssystem, die Gesundheitswirtschaft und Innovationskraft zu stärken? Darüber diskutierten Fachleute auf dem 25. Europäischen Gesundheitskongress München. Foto: © Klaus D. Wolf

Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft: Was Deutschland von China lernen kann

„Wir stärken die industrielle Gesundheitswirtschaft, insbesondere die pharmazeutische Industrie und Medizintechnik, als Leitwirtschaft“, betonte die Bundesregierung im Koalitionsvertrag. Doch der Standort gerät im internationalen Wettbewerb zunehmend unter Druck – nicht nur durch die USA, sondern auch durch andere Länder wie China. Das war Thema auf dem 25. Europäischen Gesundheitskongress in München. Dort machte der Wirtschaftsjournalist Frank Sieren deutlich: Deutschland könnte einiges von der Volksrepublik lernen.

Die beste Krankheit ist die, die man nicht bekommt. Impfstoffe können genau das leisten. Doch das Land leistet sich viel ungenutztes Präventionspotenzial.

Impfen: Ungenutztes Potenzial für mehr Gesundheit

Die beste Krankheit ist die, die man nicht bekommt. Impfstoffe können genau das leisten. Doch bei einigen Impfungen gehen die Quoten zurück, bei anderen stagnieren sie: Insgesamt zeigen die Zahlen viel ungenutztes Präventionspotenzial. Clever ist eigentlich anders – weshalb Expert:innen aus dem Gesundheitswesen auf dem TAGESSPIEGEL Impfgipfel nach Lösungen suchten, das zu ändern. Eine Diskussion über Chancen und Auswirkungen von Impfpolitik, über Strukturen, Daten und Bürokratie. Und Frust.

Der Gesundheitsökonom Dorian Doumit spricht im Interview über die Auswirkungen des Sparpakets im Gesundheitswesen auf die Behandlung von HIV-Patient:innen.

HIV-Versorgung: „Es ist nicht damit getan, die Kürzungen zurückzunehmen“

Die HIV-Versorgung in Deutschland galt lange als Erfolgsgeschichte. Aber wird das angesichts der aktuellen Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen so bleiben? Welche Risiken jetzt drohen und welche Chancen es bei der HIV-Behandlung eigentlich gäbe, darüber haben wir mit Dorian Doumit gesprochen, Gesundheitsökonom und Geschäftsführer der „Deutschen Arbeitsgemeinschaft ambulant tätiger Ärztinnen und Ärzte für Infektionskrankheiten und HIV-Medizin“ (dagnä).

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