Leandra

Herz-Kreislauf-Erkrankungen kosten Europa jedes Jahr mehr als 280 Milliarden Euro. Was es braucht: mehr Gesundheitschecks zur Prävention und Früherkennung. Foto: iStock.com/NanoStockk

Herz-Kreislauf: Warum Europa Prävention neu denken muss

„In Europa kennt fast jeder einen Menschen, der von einem Herzleiden, einem Schlaganfall, Diabetes, Adipositas oder Bluthochdruck betroffen ist“, heißt es seitens des Pharmaverbands EFPIA. 1,7 Millionen EU-Bürger:innen sterben jedes Jahr an den Folgen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine Analyse der Beratungsgesellschaft PwC zeigt: Gesundheitschecks zur Prävention und Früherkennung könnten dazu beitragen, die gesundheitlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen zu verringern. Die Zeit drängt.

Public Health

Public Health bezeichnet die Wissenschaft und Praxis, die Gesundheit der gesamten Bevölkerung zu fördern, Krankheiten vorzubeugen und die Lebensqualität durch Prävention, Gesundheitsförderung und gesundheitspolitische Maßnahmen zu verbessern. Das kann dazu beitragen, die Kosten im Gesundheitssystem zu senken.

Von moderner Gesundheits-, Sozial- und Wirtschaftspolitik keine Spur: Das GKV-Spargesetz wird dem Land teuer zu stehen kommen – gesundheitlich, sozial, wirtschaftlich. iStock.com / chris-mueller

GKV-Spargesetze: Konsequentes Ausblenden der Realität

Wir können nicht mehr ausgeben, als wir einnehmen – das ist die politische Begründung für Gesetze à la GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Damit mag man eine treue Krämerseele überzeugen können. Als Leitmotiv für eine moderne Gesundheits-, Sozial- und Wirtschaftspolitik taugt das Mantra nicht, weil der langfristige Ertrag von Investitionen in die Gesundheit der Menschen ausgeblendet wird. Das aber kann sich eine alternde Gesellschaft nicht leisten; die sogenannte „einnahmenorientierte Ausgabenpolitik“ entstammt der sozial- und wirtschaftspolitischen Mottenkiste. Sie wird dem Land teuer zu stehen kommen – gesundheitlich, sozial, wirtschaftlich.

Klinische Studien: Der Mythos vom „Studienmuffel Deutschland“

Sind die Menschen in Deutschland Studienmuffel? Das wird seit Jahren als selbstverständlich angenommen. In der Tat: Gemessen an der Zahl der klinischen Studien pro 1 Millionen Einwohner:innen ist das Land international weit abgeschlagen. Doch nach einer repräsentativen Umfrage des forschenden biopharmazeutischen Unternehmens UCB würden fast zwei Drittel der Bundesbürger:innen an einer Studie teilnehmen, um die Medizin voranzubringen.

Wie sehr Hitze die Menschen im Krankenhaus belastet und was dort für einen wirksamen Hitzeschutz sorgen könnte, das erzählt Prof. Dr. Henriette Neumeyer im Interview.

Hitze: Der stille Killer im Krankenhaus

Die aktuelle Hitzewelle belastet alle Menschen – ganz besonders aber jene, die in einem Krankenhaus liegen oder dort arbeiten. Welche Folgen die Hitze für die Krankenhäuser hat und was dort dringend in Sachen Hitze- und Klimaschutz getan werden muss, darüber haben wir mit Prof. Dr. Henriette Neumeyer gesprochen, Stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG).

Am 28. Juli ist Welt-Hepatitis-Tag. Virushepatitis verursacht weltweit zahlreiche Erkrankungen und Todesfälle, die eigentlich vermeidbar wären. Foto: ©iStock.com/Rowr

Virus-Hepatitis: Vorbeugen, therapieren, Leben retten

Virus-Hepatitis weltweit eliminieren: Das ist keine Frage des Könnens, sondern des Wollens. Denn es gibt wirksame Impfstoffe, Tests zur Diagnostik sowie Therapiemöglichkeiten. Und „dennoch bleiben Millionen von Menschen undiagnostiziert, unbehandelt oder haben keinen Zugang zu einer angemessenen Versorgung“, kritisiert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) anlässlich des Welt-Hepatitis-Tags am 28. Juli. Auch in Deutschland ist Luft nach oben.

Es vergeht kein Tag in Deutschland, an dem nicht Blut und Blutplasma gebraucht wird – etwa für die Behandlung schwerer Krankheiten oder bei Operationen. Doch nur wenige Menschen spenden Blut. Foto: ©iStock.com/StockerThings

Blut spenden: „Es braucht nicht viel, um Gutes zu tun“

Es vergeht kein Tag in Deutschland, an dem nicht Blut und Blutplasma gebraucht wird – sei es für die Behandlung schwerer Krankheiten, nach Unfällen oder bei Operationen. Doch der Anteil der Menschen, die Blut spenden, ist gering, gerade unter jungen Erwachsenen. Vor allem im Sommer werden Blutkonserven häufig knapp. „Also: Einfach machen“, appelliert das Robert Koch-Institut (RKI).

Prävention und Gesunderhaltung werden in Deutschland „noch immer viel zu stiefmütterlich behandelt“, schreibt der BKK-Dachverband. In einem Impulspapier erklärt er, was sich ändern muss. Foto: ©iStock.com/stockphotodirectors

„Gönnt uns Gesundheit“

„Gesundheit ist die Grundlage für alles, was unsere Gesellschaft stark macht: wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, bessere Bildungschancen, mehr soziale Teilhabe, demokratische Stabilität, Zukunftsfähigkeit, Klimaschutz und schlicht ein besseres Leben“, schreibt der Dachverband der Betriebskrankenkassen (BKK) in einem Impulspapier. Aber: Die Themen Prävention und Gesunderhaltung werden in Deutschland „noch immer viel zu stiefmütterlich behandelt“. Die Folge: Menschen werden krank, die nicht krank sein müssten.

Mehr als ein Vierteljahrhundert bis aus einer Idee ein überzeugender Wirkstoff entstand: Für Menschen mit Lungenfibrose könnte es ein Unterschied „wie Tag und Nacht“ sein. Foto: BI

Abenteuer Arzneimittelforschung: 26 Jahre bis zum Durchbruch

Wer Arzneimittel erforscht, braucht einen langen Atem. Im Falle eines Medikaments für Menschen mit Lungenfibrose lässt sich das genau beziffern: Es sind 26 Jahre. Mehr als ein Vierteljahrhundert dauerte es, bis aus einer Idee ein überzeugender Wirkstoff entstand: Die Hoffnung ist, die lebensbedrohliche Erkrankung künftig deutlich effektiver und nebenwirkungsärmer behandeln zu können als bisher. Dr. Peter Nickolaus, Leiter des Pharmakologieprogramms für Immunologie und Atemwegserkrankungen beim forschenden Unternehmen Boehringer Ingelheim, war von Anfang an dabei.

Aus einer Unternehmensbefragung des Instituts der Deutschen Wirtschaft geht hervor: Industrien wie Pharma sind „durch staatliche Bürokratie“ nach wie vor „hoch belastet“. Was muss sich ändern? Foto: ©iStock.com/megaflopp

Pharma und Chemie: „hoch belastet“ durch staatliche Bürokratie

Wer zieht Investitionen an, wo werden klinische Studien durchgeführt, wo Innovationen entwickelt? Die Bundesrepublik steht in einem harten globalen Wettbewerb. Überbordende Regularien und ineffiziente Verwaltungsprozesse mindern die Attraktivität des hiesigen Standorts deutlich. Aus einer Unternehmensbefragung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) geht hervor: Industrien wie Chemie und Pharma sind „durch staatliche Bürokratie“ nach wie vor „hoch belastet“. Allein um branchenspezifische bundesrechtliche Informationspflichten zu erfüllen, müssen Pharmafirmen „jährlich etwa 44 Millionen Arbeitsstunden aufwenden“. Das entziehe anderen Bereichen wie der Forschung Ressourcen, heißt es in einem Bericht.

© Pharma Fakten e.V.
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