Leandra

Über 90 Prozent der deutschen Unternehmen messen der Demokratie eine hohe Bedeutung bei. Im September stehen in Deutschland mancherorts Landtagswahlen an. Foto: ©iStock.com/Animaflora

Demokratie: So wichtig ist sie für die deutsche Wirtschaft

Im September stehen in mehreren Bundesländern Wahlen an. So entscheiden etwa die Bürger:innen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern über ihren Landtag, in Berlin geht es um das neue Abgeordnetenhaus. Die in Teilen gesichert rechtsextreme AfD könnte mancherorts stärkste Kraft werden. Tatsache ist: Demokratische Stabilität ist für die deutsche Wirtschaft wichtig. Das zeigen Unternehmens-Befragungen.

Die gesundheitspolitische Aufgabe des 20. Jahrhunderts war es, das Leben zu verlängern. Die Aufgabe des 21. Jahrhunderts ist es, die zusätzliche Lebenszeit zu gesunder Lebenszeit zu machen. Ein Kraftakt. Foto: ©iStock.com/standret

Gesucht: Mehr gesunde Lebensjahre

Die große gesundheitspolitische Aufgabe des 20. Jahrhunderts war es, das Leben zu verlängern. Die Aufgabe des 21. Jahrhunderts ist es, die zusätzliche Lebenszeit zu gesunder Lebenszeit zu machen. Doch eine Studie, veröffentlicht im Fachblatt The Lancet Public Health, zeigt: Die Gesundheit der Menschen hält mit der gewonnenen Lebenszeit nicht Schritt. Die so genannte Morbiditätslücke, also die Zeit zwischen Lebenserwartung und gesunder Lebenszeit, ist gewachsen – auch in Deutschland. Es braucht einen Paradigmenwechsel in der Gesundheitspolitik.

Fast jeder zweite Demenzfall kann auf vermeidbare Risikofaktoren zurückgeführt werden: Das Potenzial für Prävention ist enorm. Das Unternehmen Lilly startet deshalb die Kampagne „Bevor Du es vergisst“. Foto: iStock.com / coffeekai

Demenzerkrankungen: „riesiges Potenzial für Prävention“

Demenzerkrankungen nehmen zu – das ist die Folge einer alternden Gesellschaft. Doch sie sind kein unabwendbares Schicksal, dem man sich tatenlos ergeben muss. Fast jeder zweite Demenzfall kann auf vermeidbare Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Hörverlust, Alkohol oder Tabak zurückgeführt werden: Das Potenzial für Prävention ist enorm. Das forschende Pharmaunternehmen Lilly startet deshalb im September die Kampagne „Bevor Du es vergisst: Gehirngesundheit aktiv gestalten“. Wir sollten unserem Gehirn mehr Aufmerksamkeit schenken, so die Botschaft. Am 21. September ist Welt-Alzheimer-Tag.

Über das „Gender Gap“ im Gesundheitswesen haben wir mit Mareike Geier vom forschenden Pharmaunternehmen AstraZeneca Deutschland gesprochen.

Frauen im Gesundheitswesen: „systematisch unterversorgt“

Nach einem Herzinfarkt haben Frauen ein etwa 20 Prozent höheres Risiko zu sterben als Männer. Und auch in vielen anderen Bereichen zeigt sich ein „Gender Gap“ im Gesundheitswesen. Aktuelle Daten zeigen zum Beispiel: Frauen erhalten seltener eine leitliniengerechte Therapie – etwa bei einer chronischen Nierenkrankheit. All das sei kein Zufall, sondern „ein systematisches Problem“, erklärt Mareike Geier vom forschenden Pharmaunternehmen AstraZeneca Deutschland im Interview.

Deutschland muss „Gesundheit nicht länger primär als Kostenfaktor, sondern als Produktivkraft und Grundlage gesellschaftlichen Wohlstands“ begreifen, fordern Expert:innen. Foto: ©iStock.com/Stadtratte

Gesundheit: „Basis gesellschaftlicher Zukunftsfähigkeit“

Was wird aus der Bundesrepublik? Sie steht vor zahlreichen Herausforderungen – wie einer stagnierenden Wirtschaft und dem demografischen Wandel. In einem Positionspapier schreiben nun mehrere Expert:innen: „Die Zukunft des Wirtschafts- und Sozialstandorts Deutschland wird maßgeblich davon abhängen, ob es gelingt, Gesundheit nicht länger primär als Kostenfaktor, sondern als Produktivkraft und Grundlage gesellschaftlichen Wohlstands zu begreifen.“ Vor allem in der Prävention sehen die Fachleute großes Potenzial.

HPV: Warum niedrige Impfquoten vermeidbare Todesfälle bedeuten

Es ist zum Verzweifeln: Da gibt es Impfstoffe, die nicht nur vor einer Infektion mit bestimmten Humanen Papillomviren (HPV) schützen, sondern nachweislich Krebsvorstufen verhindern und sogar die Sterblichkeit durch Gebärmutterhalskrebs auf nahezu null senken können – und trotzdem nutzen in Deutschland zu wenige Menschen diese Chance.

Hitzedom

Ein Hitzedom ist eine Wetterlage, bei der sich ein starkes Hochdruckgebiet über einer Region festsetzt und sehr warme Luft über Tage hinweg gewissermaßen „einschließt“. Meteorologisch handelt es sich meist um ein langanhaltendes Hochdruckgebiet mit blockierter heißer Luftmasse.

Die Zahl der hitzebedingten Todesfälle schätzt das RKI auf bisher 12.500. Es ist gegenüber den Vorjahren ein sprunghafter Anstieg. Foto: ©iStock.com/Liudmila Chernetska

Hitze: Ein Gesundheitsrisiko erster Ordnung

Auf 12.500 hitzebedingte Todesfälle schätzt das Robert Koch-Institut (RKI) die bisherige Bilanz dieses Sommers – ein sprunghafter Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. Die Aufregung darüber hält sich in überraschend engen Grenzen. Dabei gilt Europa als der sich am schnellsten erwärmende Kontinent; seit den 1980er-Jahren erwärmt er sich etwa doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt. Setzt sich diese Tendenz fort, dürfte auch die Sterblichkeit durch Hitze deutlich steigen: Klimaanpassungsmaßnahmen sind das Gebot der Stunde.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen kosten Europa jedes Jahr mehr als 280 Milliarden Euro. Was es braucht: mehr Gesundheitschecks zur Prävention und Früherkennung. Foto: iStock.com/NanoStockk

Herz-Kreislauf: Warum Europa Prävention neu denken muss

„In Europa kennt fast jeder einen Menschen, der von einem Herzleiden, einem Schlaganfall, Diabetes, Adipositas oder Bluthochdruck betroffen ist“, heißt es seitens des Pharmaverbands EFPIA. 1,7 Millionen EU-Bürger:innen sterben jedes Jahr an den Folgen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine Analyse der Beratungsgesellschaft PwC zeigt: Gesundheitschecks zur Prävention und Früherkennung könnten dazu beitragen, die gesundheitlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen zu verringern. Die Zeit drängt.

Public Health

Public Health bezeichnet die Wissenschaft und Praxis, die Gesundheit der gesamten Bevölkerung zu fördern, Krankheiten vorzubeugen und die Lebensqualität durch Prävention, Gesundheitsförderung und gesundheitspolitische Maßnahmen zu verbessern. Das kann dazu beitragen, die Kosten im Gesundheitssystem zu senken.

© Pharma Fakten e.V.
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