Leandra

Die forschende Pharmaindustrie ist vom GKV-Spargesetz gewaltig angefressen. Nun setzt die Branche ihre Hoffnungen auf den Herbst. Foto: iStock.com/Jacob Wackerhausen

GKV-Spargesetz: Die Folgen für Gesundheit und Wirtschaft

Die forschende Pharmaindustrie, man kann es nicht anders sagen, ist vom GKV-Spargesetz gewaltig angefressen – das Gefühl teilt sie mit fast allen anderen Leistungsanbietern im Gesundheitswesen. Denn der Sparkurs müsste so rabiat gar nicht sein, wenn der Bund seinen Finanzierungsverpflichtungen gegenüber den rund 74 Millionen Beitragszahlenden gerecht würde. Nun setzt die Branche ihre Hoffnungen auf den Herbst. Dann soll die Regierung ein Gesetz verabschieden, um Forschung und Produktion am Standort Deutschland zu stärken, wie es die Fraktionen von CDU/CSU und SPD in einem Entschließungsantrag anmahnen.

Gen- und Zelltherapien: Unmögliches möglich machen

Hämophilie, Sichelzellkrankheit, Lymphome: Die Zahl der Indikationen, in denen Gen- und Zelltherapien verfügbar sind, wächst. Gleichzeitig boomt die Forschung – und mit ihr die Hoffnung von Menschen weltweit auf eine Behandlung, die nicht nur die Symptome managt, sondern an den Krankheitsursachen angreift. In einem Bericht lässt der US-amerikanische Pharmaverband PhRMA Patient:innen zu Wort kommen. Ihre Erzählungen machen medizinischen Fortschritt fassbar.

Das Beitragssatzstabilisierungsgesetz ist verabschiedet – es ist ein 20 Milliarden-Euro schweres Spargesetz. Ein Gespräch mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) über die Folgen.

Gesundheit sichert Zukunft: „Wir brauchen echte Reformen“

Das Beitragssatzstabilisierungsgesetz ist verabschiedet – Bundestag und Bundesrat haben heute den Weg für ein hochgradig umstrittenes Spargesetz freigemacht. Es soll die GKV um 20 Milliarden Euro entlasten. Während der Verband der Hausärzt:innen von einem „Zerstörungsprogramm“ spricht, sieht der Pharmaverband BPI die Gesundheitspolitik „in einer Sackgasse“ und der vfa die Versorgung und den Wirtschaftsstandort gefährdet. Mit Cora Loh vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) haben wir über die Bedeutung der industriellen Gesundheitswirtschaft für Deutschland, den Wert von Innovationen und dem Bedarf einer grundlegenden Strukturreform gesprochen.

Innovative Arzneimittel zahlen sich mehrfach aus

Für jeden Euro, den die Bundesrepublik in neue Arzneimittel investiert, bekommen die hiesige Gesellschaft und Wirtschaft rund 4,30 Euro zurück – weil zum Beispiel Klinikaufenthalte und Erwerbsminderung vermieden werden. Das zeigt eine Analyse des WifOR-Instituts. Mit Blick auf das GKV-Spargesetz warnt der Pharmaverband vfa: „Wer innovative Arzneimittel pauschal billiger macht und ihre Erstattung erschwert, verliert ihren Mehrwert für die Gesellschaft. Denn die Kosten verschwinden dadurch nicht. Sie tauchen nur an anderer Stelle wieder auf: in Krankenhäusern, in Betrieben, in Familien und in der Sozialversicherung.“

Die Bundesregierung betont, dass sie mit dem Entwurf zum Beitragssatzstabilisierungsgesetz „allen Beteiligten etwas abverlangt.“ Das aber ist der falsche Weg – und stimmt auch einfach nicht. Foto: ©iStock.com/Motortion

GKV-Spargesetz: Das Narrativ stimmt nicht

Die Bundesregierung betont, dass sie mit dem vorgelegten Entwurf zum Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) „allen Beteiligten – von der Pharmaindustrie über die Ärztinnen und Ärzte bis hin zu den Krankenhäusern – etwas abverlangt, um dieses System zukunftsfähig zu machen.“ Das aber ist nicht nur der falsche Weg – es stimmt auch einfach nicht. Ein Kommentar von Florian Martius.

Auf einem Symposium von Lilly Deutschland auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit sprachen Fachleute darüber, warum Deutschland Adipositas systematischer managen sollte.

Adipositas in Deutschland: Eine „XXL-Versorgungslücke“

Ein Plus von 62 Prozent in den vergangenen 20 Jahren: Immer mehr Menschen in der Bundesrepublik leben mit Adipositas. Ginge es um andere Themen – wie Arbeitslosigkeit – würde man längst von einer nationalen Krise sprechen, sagte Dr. Malina Müller vom Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR auf einem Symposium des forschenden Pharmaunternehmens Lilly Deutschland. Mit Blick auf Adipositas ist noch immer das Gegenteil der Fall: Die Erkrankung bleibt unterschätzt und die Patient:innen sind unterversorgt. Das wird sich die Politik auf Dauer nicht leisten können. In Berlin sprachen Expert:innen darüber.

Präzisionsonkologie, Immun-, Zell- und Gentherapien haben den Fortschritt extrem beschleunigt. Wie können die Menschen in Zukunft von dem Fortschritt noch besser profitieren?

Krebsversorgung: Auf dem Weg ins nächste Level

Die Krebsforschung hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert: Präzisionsonkologie, Immun-, Zell- und Gentherapien, aber auch die molekulare Diagnostik und die digitale Vernetzung haben den Fortschritt extrem beschleunigt. Auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit diskutierten Expert:innen aus Wissenschaft und Versorgung darüber, wie in Zukunft noch mehr Menschen von der „New Level-Oncology“, der nächsten Entwicklungsstufe in Sachen Krebsbekämpfung, profitieren können.

Topthema auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit: Das Spargesetz, mit dem die Bundesregierung die GKV finanziell stabilisieren will. Es ist hochumstritten.

GKV-Spargesetz: Geld knapp, Wut groß

Topthema auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit (HSK): Das Spargesetz, mit dem die Bundesregierung die GKV finanziell stabilisieren will. Der Entwurf ist hochumstritten, verlangt von allen Leistungsträgern des Systems Einsparungen und auch die Patient:innen werden zur Kasse gebeten. Nur der Bund hält sich bisher vornehm zurück: Das geht gar nicht, so die Reaktion von Seite der Kassen. Auf dem HSK wurde deutlich: Die Wut ist groß.

Klimawandel: „Sicherheitsbedrohung, Gesundheitsnotstand und wirtschaftliche Zeitbombe“

Steigende Temperaturen, mehr Dürrperioden und Extremwettereignisse wie Überflutungen und Waldbrände: Die Klimakrise bedroht das Leben und die Gesundheit von Menschen weltweit. Nicht erst in Zukunft, sondern schon heute: Über 200.000 Menschen sind allein in den vergangenen vier Jahren in Folge von Hitze in Europa gestorben. „Gleichzeitig investieren Regierungen Milliarden in die Subventionierung fossiler Energieträger, die den Klimawandel anheizen und unsere Gesundheitssysteme belasten“, kritisiert Dr. Hans Henri P. Kluge, Regionaldirektor für Europa bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

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