Pharmafirmen  akademische Einrichtungen und andere Unternehmen haben eine Plattform geschaffen  um Hürden in der Arzneimittelforschung zu reduzieren.
Pharmafirmen akademische Einrichtungen und andere Unternehmen haben eine Plattform geschaffen um Hürden in der Arzneimittelforschung zu reduzieren.

Neue vfa-Broschüre: “Wie aus Wissen medizinischer Fortschritt wird.”

Im Bereich der Onkologie findet zurzeit eine regelrechte „Explosion des Wissens“ statt. Wissenschaft und Industrieforschung arbeiten daran, diese neuen Erkenntnisse für die betroffenen Menschen in konkrete Heilungschancen zu übersetzen. Das gelingt zwar immer besser, doch weil Krebs weiterhin Todesursache Nummer 2 ist, muss die Forschung und Entwicklung für neue Therapien weitergehen: „Ob wir morgen Krebs besiegen, entscheiden wir heute“, so Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes forschender Pharmaunternehmen (vfa). Dieser hat eine neue Broschüre vorgelegt: „Wie aus Wissen medizinischer Fortschritt wird: Neue Krebsmedikamente.“

Nicht weniger ist mehr. Nur mehr ist mehr – das gilt zumindest für das Arsenal von Onkologie-Präparaten. Denn Krebs ist ein Feind, der immer wieder neue Wege findet, um sich im menschlichen Körper auszubreiten. Genmutationen können ein zunächst wirksames Medikament unwirksam machen; es bilden sich Resistenzen. Das Mittel dagegen ist Vielfalt: „Eine große Auswahl innovativer Medikamente ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für eine bestmögliche Therapie“, heißt es in der Broschüre.

Das ist ein Grund für den Bedarf neuer Medikamente. Der andere ist, dass sich viele Krebsarten bis heute nicht oder nur schlecht heilen lassen. Deshalb befinden sich weltweit über 600 Moleküle in den Pipelines forschender Unternehmen. Die Vision lautet: den Krebs zu besiegen. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, aber es herrscht offenbar Optimismus, denn die heute schon zu sehenden Fortschritte sind rasant: „Wir sehen in der Onkologie revolutionäre Dinge. Wir werden besser. Und wir sehen Dinge, von denen wir vor Kurzem nicht zu träumen wagten“, wird Prof. Dirk Jäger vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg zitiert. Viele Krebsarten sind auf dem Weg von einer tödlichen zu einer chronischen Erkrankung. Das sei nicht nur, aber doch zu weiten Strecken das Verdienst neuer Medikamente, so der vfa.

Die Überlebensraten steigen kontinuierlich

Ein Beispiel: Wer in einem beliebigen Frühling in den 1990er Jahren mit der Diagnose Multiples Myelom konfrontiert war, hat Weihnachten desselben Jahres meist nicht mehr erlebt. Heute können viele Menschen mit dieser Form von Blutkrebs zehn Jahre leben, oder länger. Ein anderes: Die Überlebenschancen von Patienten mit metastasiertem Hautkrebs haben sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Für die allermeisten Krebsarten gilt: Die Überlebensraten von Patienten fünf Jahre nach ihrer Diagnose zeigen nach oben. Die Krebssterblichkeit hat seit den 1990er-Jahren um 25 Prozent abgenommen.

 

In der Broschüre wirbt der vfa dafür, den Fortschritt in der Onkologie nicht zu unterschätzen. Denn die Zulassungsstudien neuer Krebsmedikamente zeigten trotz teilweise jahrzehntelanger Forschung nur ein Teilbild. Das liegt auch daran, dass Krebsmedikamente in den meisten Fällen zunächst an Patienten untersucht werden, die bereits „austherapiert“ sind. Bereits zugelassene Medikamente wirken nicht mehr und die Erkrankung ist schon weit fortgeschritten. Erst wenn sich diese neuen Medikamente unter „erschwerten Bedingungen“ bewiesen haben, werden sie schrittweise auch in früheren Stadien der Erkrankung eingesetzt – und zeigen oft dann erst das gesamte Spektrum ihres Patientennutzens: Der medizinische Fortschritt kommt in kleinen Schritten daher, aber ohne diese Schrittinnovationen ist die Vision, den Krebs zu heilen, nicht erreichbar. Die Weichen, um den Krebs in Zukunft besser bekämpfen zu können, werden heute gestellt – schon, weil zwischen der Idee für einen neuen Wirkmechanismus und der Zulassung als neues Medikament mehr als zehn Jahre liegen können.

Der Fortschritt bleibt bezahlbar

Die Explosion des Wissens, die vielen hundert Pipeline-Kandidaten, so viele Krebsmedikamente wie niemals zu vor: Dies alles führt zu der Frage, ob der medizinische Fortschritt auch finanzierbar bleibt. Auch darauf hat die Broschüre eine Antwort parat: Die Ausgaben für Krebsmedikamente machen rund zwei Prozent der Gesamtausgaben der Gesetzlichen Krankenkassen aus – und das für die zweithäufigste Todesursache in Deutschland.

Deutschland ist weltweit ein starker Standort von industrieinitiierter Forschung; eigene Labore zur Krebsforschung unterhalten Pharmaunternehmen unter anderem in Berlin, Köln, Wuppertal, Penzberg, München, Ludwigshafen, Darmstadt, Mainz und Tübingen. Diese Forschungsstätten und die Tatsache, dass hierzulande nach den USA weltweit die meisten klinischen Studien durchgeführt werden, tragen dazu bei, dass Deutschland eines der besten Gesundheitssysteme der Welt hat. Von einer lebendigen Forschungsinfrastruktur profitieren Patienten direkt, denn Innovationen kommen schneller zum Einsatz. Deswegen plädiert der vfa für ein Gesundheitssystem, das den Wert von Innovationen anerkennt und fördert.

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