Artikel, Geschichten, Fakten – zu Themen aus Gesundheit und Pharma

Allergien und ihre Auswirkungen: Der renommierte Allergie-Experte Prof. Johannes Ring erklärt im Interview  was getan werden kann und muss  um allergische Erkrankungen einzudämmen. Foto: CC0 (Stencil)

iPiE-Projekt: So könnten künftig die Umweltauswirkungen von Arzneimitteln besser vorhergesagt werden

Die Wirkstoffe von Arzneimitteln gelangen in kleinsten Mengen in die Umwelt, zumeist über das Abwasser, manchmal auch durch unsachgemäße Entsorgung. In den meisten Fällen ist nicht zu erwarten, dass sie dort einen Schaden anrichten. Doch es gibt auch Stoffe, für die die Datenlage noch nicht ausreichend ist, um zu beurteilen, ob sie auf bestimmte Tier- oder Pflanzenarten negative Auswirkungen haben könnten. Das europäische iPiE-Projekt (Intelligent Assessment of Pharmaceuticals in the Environment) hat sich zum Ziel gesetzt, Modelle zu entwickeln, mit denen sich die Umweltrisiken von Arzneimittel-Wirkstoffen vorhersagen lassen.

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Der 17. Europäische Gesundheitskongress fand vom 25. bis 26. Oktober 2018 in München statt. / Foto: © WISO/Wolf

Europäischer Gesundheitskongress: EU-weite Nutzenbewertung von Arzneimitteln?!

Anfang des Jahres legte die Europäische Kommission einen Vorschlag vor, nach dem sie eine europäische Nutzenbewertung von neuen Arzneimitteln und Medizinprodukten einführen will. Sie soll Patienten in ganz Europa möglichst rasch Zugang zu „echten Innovationen“ ermöglichen. Auf dem 17. Europäischen Gesundheitskongress in München diskutierten Experten nun über diesen Plan. Mit dabei: Han Steutel, Vorstandsvorsitzender beim Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa).

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Bei Mukoviszidose konnten in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt werden. Wird eines Tages eine Heilung möglich sein? / Foto: ©iStock.com/spukkato (Siam Pukkato)

Leukämien: Verschiedene Strategien für höhere Heilungsraten

Bei der Behandlung der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) hat es in den vergangenen Jahrzehnten große Fortschritte gegeben. Neben der klassischen Chemotherapie und der Stammzelltransplantation gibt es heute eine ganze Palette verschiedener Medikamente und neuer Medikamentenklassen, die alle ein Ziel verfolgen: die Heilungsraten von Menschen mit ALL zu erhöhen.

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Fünfzehn Jahre liegt die letzte Zulassung eines Alzheimer-Medikamentes zurück. Ein Konsortium will das ändern. Mit dabei: 15 forschende Pharmaunternehmen. Foto: © iStock.com/utah778

Europäisches Konsortium sagt Alzheimer den Kampf an

Alzheimer ist die häufigste Form unter den Demenzerkrankungen. Bis zum Jahr 2050 sollen sich die weltweit diagnostizierten Fälle im Vergleich zu heute auf 132,5 Millionen fast verdreifachen – eine Begleiterscheinung einer auf dem Kopf stehenden Alterspyramide. Neue Medikamente gab es in den vergangenen Jahren nicht; die letzte Zulassung liegt fünfzehn Jahre zurück. Das European Prevention of Alzheimer´s Dementia Consortium (EPAD) will das ändern. Unter seinem Dach tummeln sich 38 Organisationen. Neben Universitäten und Patientenorganisationen sind auch 15 forschende Biotech- und Pharmaunternehmen als Partner dabei.

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Das System der Nutzenbewertung neuer Arzneimittel hat noch viel zu lernen. Sonst bleiben die Patienten auf der Strecke. Foto: ©iStock.com/2017 Robert Gerhardt (RGtimeline)

AMNOG-Daten 2018: Ökonomen mahnen Reformen an

Gesundheitspolitik gilt landein landaus nicht gerade als das spannendste aller Themen; man könnte auch sagen: Gesundheitspolitik ist schlicht „unsexy“. Deshalb finden die Debatten darüber vor allem in kleinen, spezialisierten Zirkeln statt. Ob das sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt. Denn hier werden u. a. die Weichen für Behandlungsstandards gestellt – und das dürfte den meisten Menschen spätestens, wenn sie krank werden, nicht mehr egal sein. Ein Beispiel? Das AMNOG, das 2011 eingeführt wurde.

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Der Fortschritt in der Onkologie  der Kampf gegen den Krebs  ist schnell – und er ist unübersehbar. Ein Bericht vom diesjährigen Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit (HSK 2019). Foto: CC0 (Stencil)

Die Gesundheitswirtschaft treibt Deutschland an

Auch im Jahr 2017 erwies sich die Gesundheitswirtschaft mit einer Bruttowertschöpfung in Höhe von 349,8 Milliarden Euro als wichtiger Motor für Wachstum in Deutschland. Dies geht aus einer Broschüre hervor, die das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) herausgegeben hat. Darin zeigt sich: Auch die pharmazeutische Industrie ist eine bedeutende, treibende Kraft für den Innovationsstandort.

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Die Nadel im Heuhaufen finden: Bei der Suche nach neuen Wirkstoffen könnte die Optogenetik in Zukunft eine größere Rolle spielen. Foto: © iStock.com/by-studio

Es werde Licht: Wie eine Alge in den Fokus der Arzneimittelforschung geriet

Ein Lebewesen lässt sich nicht wie ein Roboter fernsteuern. Dies war lange Zeit die allgemeine Überzeugung. Doch ein Experiment vor fast fünfzehn Jahren änderte das: Wissenschaftlern war es damals gelungen, die Gehirnzellen und damit die Bewegungen einer Maus per Licht zu lenken. Für die Bekämpfung von Krankheiten öffnete dies neue Türen. Denn die verwendete Technik der „Optogenetik“ kann die Wirkstoffsuche effizienter machen – und schafft Raum für neue Therapieansätze.

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Europäischer Depressionstag (1.10.): 50 Millionen Menschen in Europa leiden mindestens einmal in ihrem Leben unter einer Depression. Foto: CC0 (Stencil)

Depression: Internetbasierte Interventionen als Chance für Patienten

„Depression und Vorurteile – Junge Erwachsene sind besonders betroffen“ – so lautet in diesem Jahr das Motto des Europäischen Depressionstages am 1. Oktober. Fakt ist nach den Erkenntnissen der European Depression Association (EDA): 50 Millionen Menschen in Europa, und damit 11 Prozent der Bevölkerung, leiden mindestens einmal im Leben unter einer Depression. Allein in Deutschland sind knapp 4 Millionen Menschen an Depressionen erkrankt – und nur ein Drittel davon erhält professionelle Hilfe. Doch das könnte sich in den nächsten Jahren zum Positiven verändern. Denn digitale Anwendungen könnten dabei helfen, mehr Menschen zu erreichen und zu behandeln, die unter psychischen Erkrankungen leiden.

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Allergien und ihre Auswirkungen: Der renommierte Allergie-Experte Prof. Johannes Ring erklärt im Interview  was getan werden kann und muss  um allergische Erkrankungen einzudämmen. Foto: CC0 (Stencil)

iPiE-Projekt: So könnten künftig die Umweltauswirkungen von Arzneimitteln besser vorhergesagt werden

Die Wirkstoffe von Arzneimitteln gelangen in kleinsten Mengen in die Umwelt, zumeist über das Abwasser, manchmal auch durch unsachgemäße Entsorgung. In den meisten Fällen ist nicht zu erwarten, dass sie dort einen Schaden anrichten. Doch es gibt auch Stoffe, für die die Datenlage noch nicht ausreichend ist, um zu beurteilen, ob sie auf bestimmte Tier- oder Pflanzenarten negative Auswirkungen haben könnten. Das europäische iPiE-Projekt (Intelligent Assessment of Pharmaceuticals in the Environment) hat sich zum Ziel gesetzt, Modelle zu entwickeln, mit denen sich die Umweltrisiken von Arzneimittel-Wirkstoffen vorhersagen lassen.

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Der 17. Europäische Gesundheitskongress fand vom 25. bis 26. Oktober 2018 in München statt. / Foto: © WISO/Wolf

Europäischer Gesundheitskongress: EU-weite Nutzenbewertung von Arzneimitteln?!

Anfang des Jahres legte die Europäische Kommission einen Vorschlag vor, nach dem sie eine europäische Nutzenbewertung von neuen Arzneimitteln und Medizinprodukten einführen will. Sie soll Patienten in ganz Europa möglichst rasch Zugang zu „echten Innovationen“ ermöglichen. Auf dem 17. Europäischen Gesundheitskongress in München diskutierten Experten nun über diesen Plan. Mit dabei: Han Steutel, Vorstandsvorsitzender beim Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa).

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Bei Mukoviszidose konnten in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt werden. Wird eines Tages eine Heilung möglich sein? / Foto: ©iStock.com/spukkato (Siam Pukkato)

Leukämien: Verschiedene Strategien für höhere Heilungsraten

Bei der Behandlung der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) hat es in den vergangenen Jahrzehnten große Fortschritte gegeben. Neben der klassischen Chemotherapie und der Stammzelltransplantation gibt es heute eine ganze Palette verschiedener Medikamente und neuer Medikamentenklassen, die alle ein Ziel verfolgen: die Heilungsraten von Menschen mit ALL zu erhöhen.

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Fünfzehn Jahre liegt die letzte Zulassung eines Alzheimer-Medikamentes zurück. Ein Konsortium will das ändern. Mit dabei: 15 forschende Pharmaunternehmen. Foto: © iStock.com/utah778

Europäisches Konsortium sagt Alzheimer den Kampf an

Alzheimer ist die häufigste Form unter den Demenzerkrankungen. Bis zum Jahr 2050 sollen sich die weltweit diagnostizierten Fälle im Vergleich zu heute auf 132,5 Millionen fast verdreifachen – eine Begleiterscheinung einer auf dem Kopf stehenden Alterspyramide. Neue Medikamente gab es in den vergangenen Jahren nicht; die letzte Zulassung liegt fünfzehn Jahre zurück. Das European Prevention of Alzheimer´s Dementia Consortium (EPAD) will das ändern. Unter seinem Dach tummeln sich 38 Organisationen. Neben Universitäten und Patientenorganisationen sind auch 15 forschende Biotech- und Pharmaunternehmen als Partner dabei.

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Das System der Nutzenbewertung neuer Arzneimittel hat noch viel zu lernen. Sonst bleiben die Patienten auf der Strecke. Foto: ©iStock.com/2017 Robert Gerhardt (RGtimeline)

AMNOG-Daten 2018: Ökonomen mahnen Reformen an

Gesundheitspolitik gilt landein landaus nicht gerade als das spannendste aller Themen; man könnte auch sagen: Gesundheitspolitik ist schlicht „unsexy“. Deshalb finden die Debatten darüber vor allem in kleinen, spezialisierten Zirkeln statt. Ob das sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt. Denn hier werden u. a. die Weichen für Behandlungsstandards gestellt – und das dürfte den meisten Menschen spätestens, wenn sie krank werden, nicht mehr egal sein. Ein Beispiel? Das AMNOG, das 2011 eingeführt wurde.

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Der Fortschritt in der Onkologie  der Kampf gegen den Krebs  ist schnell – und er ist unübersehbar. Ein Bericht vom diesjährigen Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit (HSK 2019). Foto: CC0 (Stencil)

Die Gesundheitswirtschaft treibt Deutschland an

Auch im Jahr 2017 erwies sich die Gesundheitswirtschaft mit einer Bruttowertschöpfung in Höhe von 349,8 Milliarden Euro als wichtiger Motor für Wachstum in Deutschland. Dies geht aus einer Broschüre hervor, die das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) herausgegeben hat. Darin zeigt sich: Auch die pharmazeutische Industrie ist eine bedeutende, treibende Kraft für den Innovationsstandort.

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Die Nadel im Heuhaufen finden: Bei der Suche nach neuen Wirkstoffen könnte die Optogenetik in Zukunft eine größere Rolle spielen. Foto: © iStock.com/by-studio

Es werde Licht: Wie eine Alge in den Fokus der Arzneimittelforschung geriet

Ein Lebewesen lässt sich nicht wie ein Roboter fernsteuern. Dies war lange Zeit die allgemeine Überzeugung. Doch ein Experiment vor fast fünfzehn Jahren änderte das: Wissenschaftlern war es damals gelungen, die Gehirnzellen und damit die Bewegungen einer Maus per Licht zu lenken. Für die Bekämpfung von Krankheiten öffnete dies neue Türen. Denn die verwendete Technik der „Optogenetik“ kann die Wirkstoffsuche effizienter machen – und schafft Raum für neue Therapieansätze.

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Europäischer Depressionstag (1.10.): 50 Millionen Menschen in Europa leiden mindestens einmal in ihrem Leben unter einer Depression. Foto: CC0 (Stencil)

Depression: Internetbasierte Interventionen als Chance für Patienten

„Depression und Vorurteile – Junge Erwachsene sind besonders betroffen“ – so lautet in diesem Jahr das Motto des Europäischen Depressionstages am 1. Oktober. Fakt ist nach den Erkenntnissen der European Depression Association (EDA): 50 Millionen Menschen in Europa, und damit 11 Prozent der Bevölkerung, leiden mindestens einmal im Leben unter einer Depression. Allein in Deutschland sind knapp 4 Millionen Menschen an Depressionen erkrankt – und nur ein Drittel davon erhält professionelle Hilfe. Doch das könnte sich in den nächsten Jahren zum Positiven verändern. Denn digitale Anwendungen könnten dabei helfen, mehr Menschen zu erreichen und zu behandeln, die unter psychischen Erkrankungen leiden.

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Kommentar

Was, wenn Gesundheit die eigentliche Konjunktur-Bazooka wäre?

Wenn die forschende Pharmaindustrie Maßnahmen aus dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ablehnt und stattdessen strukturelle Reformen im Gesundheitswesen fordert, liegt ein Verdacht schnell nahe: Hier verteidigt eine profitable Branche ihre wirtschaftlichen Interessen. Das aber verstellt den Blick darauf, welchen gesamtgesellschaftlichen Beitrag die Branche leistet und welche Impulse sie für Gesundheit, Innovation, Produktivität und Wertschöpfung setzt. Impulse, auf die unser Land nicht verzichten kann. Ein Kommentar von Florian Martius.

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