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Auf dem CAR-T Congress in Berlin kamen Patient:innen und Expert:innen unter anderem aus Wissenschaft, Klinik, Kostenträgern und Industrie zusammen, um darüber zu sprechen, wie die Versorgung der Patient:innen mit CAR-T-Zelltherapien verbessert werden kann. Foto: iStock.com/:Jacob Wackerhausen

Krebs zurückgedrängt: „Ich bin hier, weil es die CAR-T-Zelltherapie gibt.“

CAR-T-Zelltherapien können das Leben von Menschen mit hochaggressiven Blutkrebserkrankungen auf den Kopf stellen, zunehmend sogar Hoffnung auf Heilung geben. So wie bei Jan Leidecker, der seine bewegende Geschichte auf dem „CAR-T Congress 2026“ des LAWG Deutschland e.V. in Berlin erzählte. Dort kamen Patient:innen und Fachleute aus Medizin, Wissenschaft, Industrie und Kostenträgern zusammen, um über das Potenzial dieser besonderen Behandlungsform zu sprechen. Alle waren sich einig: Im deutschen Gesundheitssystem muss sich einiges ändern, damit die Versorgung besser wird – und die Bundesrepublik beim medizinischen Fortschritt mithält.

Groß ist der Reformbedarf im Gesundheitswesen – mit Spannung werden die Vorschläge der FinanzKommission Gesundheit erwartet. Boehringer Ingelheim hat die Bilanzpressekonferenz genutzt, um der Politik ein paar Reformideen mit auf den Weg zu geben. Foto: ©iStock.com/designer491

Gesundheitsreform: „Mit und nicht an Arzneimitteln sparen“

Groß ist der Reformbedarf in deutschen Gesundheitswesen – mit Spannung werden die Vorschläge der FinanzKommission Gesundheit (FKG) erwartet, deren Aufgabe es ist, Vorschläge zur Stabilisierung der Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu erarbeiten. Das forschende Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim hat die Bilanzpressekonferenz genutzt, um der Politik ein paar Reformideen mit auf den Weg zu geben. „Wir brauchen einen Umbau des Systems“, sagte Deutschlandchef Médard Schoenmaeckers.

Booster für die medizinische Forschung in Deutschland: Noch in diesem Jahr soll eine „Nationale Biobank“ eingeführt werden. Foto: ©iStock.com/metamorworks

„Nationale Biobank“ steht in den Startlöchern

Booster für die medizinische Forschung in Deutschland: Noch in diesem Jahr soll eine „Nationale Biobank“ eingeführt werden. Sie könnte für Forschende den Zugang zu Bioproben und damit verknüpften Gesundheitsdaten vereinfachen und erleichtern. Die Folge: Der Forschungsstandort Deutschland wird gestärkt, Innovationen für Patient:innen können schneller und zielgenauer entwickelt werden. Zudem dürfte die geplante Plattform auch erhebliche volkswirtschaftliche Vorteile mit sich bringen.

Arteriosklerose

Arteriosklerose (umgangssprachlich: Arterienverkalkung) ist eine chronische Erkrankung der Arterien, bei der sich die Gefäßwände verdicken, verhärten und ihre Elastizität verlieren. Das schränkt den Blutfluss ein, was zu Herzinfarkten, Schlaganfällen, Thrombosen führen kann.

Bluthochdruck und Nierenerkrankung: Stille Risiken mit großer Wirkung

Bluthochdruck und die Chronische Nierenerkrankung (CKD) haben vieles gemeinsam. Beide sind medikamentös sehr gut beherrschbar. Beide werden in ihren Auswirkungen unterschätzt – vermutlich ein Grund dafür, dass zu viele der Betroffenen nicht gut eingestellt sind. Das macht beide Erkrankungen zu großen Kostentreibern im Gesundheitssystem. Eine Behandlung nach medizinischen Leitlinien würde mittelfristig einem milliardenschweren Konjunkturprogramm gleichkommen – vom unnötigen Leid einmal abgesehen, das verhindert werden könnte. Doch davon sind wir weit entfernt.

Die Arzneimittelherstellung in einer virtuellen Realität trainieren – diese Möglichkeit bietet das RESILIENCE-Programm aus dem Vereinigten Königreich. Foto: RIVERSTUDIO

Working in the pharmaceutical industry – trained with virtual reality

The shortage of skilled workers poses major challenges for the pharmaceutical industry. Compounding this is the fact that manufacturing innovations such as gene therapies have little in common with traditional drug production. In response, the United Kingdom (UK) launched the “RESILIENCE” project in April 2024. It offers training programmes that enable, for example, early-career professionals and students to learn medicines manufacturing in a virtual reality environment. An interview with RESILIENCE Director Ivan Wall, Professor in Regenerative Medicine at the University of Birmingham.

Die Arzneimittelherstellung in einer virtuellen Realität trainieren – diese Möglichkeit bietet das RESILIENCE-Programm aus dem Vereinigten Königreich. Foto: RIVERSTUDIO

Arbeiten in der Pharmabranche – ausgebildet mit Virtual Reality

Der Fachkräftemangel stellt die Pharmaindustrie vor große Herausforderungen. Erschwerend kommt hinzu: Die Herstellung von Innovationen wie Gentherapien hat nur wenig mit traditioneller Medikamentenproduktion gemein. Das Vereinigte Königreich (UK) hat daher im April 2024 das Projekt „RESILIENCE“ gestartet: Es bietet Trainingsprogramme an, mit denen etwa Berufseinsteiger:innen oder Studierende die Arzneimittelherstellung in virtueller Realität erlernen können. Ein Interview mit RESILIENCE-Direktor Ivan Wall, Professor für Regenerative Medizin an der Universität in Birmingham.

Ist das Gesundheitswesen und die Arzneimittelversorgung auf Krisensituationen vorbereitet? Nein, sagt der Pharmaverband BPI und hat eine Sicherheitsstrategie vorgelegt. Foto: ©iStock.com/Igor Kutyaev

Gesundheitssystem: Auf Krieg und Krisen nicht gut vorbereitet

Ist das Gesundheitswesen und die Arzneimittelversorgung auf Krisensituationen vorbereitet? Der Pharmaverband BPI hat darauf eine klare Antwort: Sie lautet Nein – und hat eine Sicherheitsstrategie vorgelegt. Es ist ein „Weckruf für Deutschlands Versorgungssouveränität im Kriegs- und Krisenfall“. Angesichts geopolitischer Spannungen, erdrückender Abhängigkeiten von Wirkstoffen aus dem asiatischen Raum und neuer Bedrohungen wie Klimakrise und antimikrobiellen Resistenzen sieht der Verband die Versorgung mit Arzneimitteln als eine Frage nationaler und europäischer Sicherheit.

Most Favored Nation

Das Most Favored Nation (MFN)-Konzept – auf Deutsch „Meistbegünstigungsklausel“ – bedeutet grundsätzlich, dass ein Vertragspartner mindestens so gute Bedingungen erhält, wie der jeweils am besten behandelte, andere Partner. Es ist ein Grundpfeiler der Welthandelsorganisation (WTO) und verankert den Grundsatz der Nichtdiskriminierung im internationalen Handel. Die US-Regierung unter Donald Trump hat dieses Konzept radikal neu definiert und nutzt es als Instrument der Preiskontrolle. Sie will damit die Preise für Arzneimittel senken und für ein Medikament nicht mehr zahlen als den niedrigsten Preis, der in einer Gruppe vergleichbarer Industrieländer (OECD) gezahlt wird.

Critical Medicines Act

Der Critical Medicines Act (CMA) ist ein Gesetzgebungsvorschlag der Europäischen Union, der darauf abzielt, die Versorgung mit wichtigen Arzneimitteln in der EU sicherer, stabiler und resilienter zu machen. Die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten aus Drittstaaten soll verringert, die innereuropäische Produktion gestärkt werden.

© Pharma Fakten e.V.
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