Warum „ausgerechnet“ Pharma? In einer Serie kommen Mitarbeiter:innen der Branche zu Wort. Heute: Dr. Corinna Jacob, Head of Corporate Affairs bei Amgen. Design: Pharma Fakten. Hintergrundbild: iStock.com / Jacob Wackerhausen
Warum „ausgerechnet“ Pharma? In einer Serie kommen Mitarbeiter:innen der Branche zu Wort. Heute: Dr. Corinna Jacob, Head of Corporate Affairs bei Amgen. Design: Pharma Fakten. Hintergrundbild: iStock.com / Jacob Wackerhausen

Arbeiten in der Pharmabranche: Wissenschaft kommunizieren

Rund 140.000 Menschen in Deutschland sind in Unternehmen beschäftigt, die pharmazeutische Erzeugnisse herstellen. Sie alle leisten – auf unterschiedlichste Art und Weise – einen Beitrag zur Gesundheit, zum Wohlstand und der Innovationskraft der Bundesrepublik. Warum „ausgerechnet“ Pharma? In einer Serie wollen wir Mitarbeiter:innen der Branche zu Wort kommen lassen. Heute: Dr. Corinna Jacob, Head of Corporate Affairs, beim Biotechnologie-Unternehmen Amgen.

Sie arbeiten für die forschende Pharmaindustrie. Warum ausgerechnet Pharma?

Dr. Corinna Jacob, Head of Corporate Affairs, Amgen
Dr. Corinna Jacob, Head of Corporate Affairs, Amgen. Foto: Amgen GmbH

Dr. Corinna Jacob: Meine beruflichen Wurzeln liegen in der Wissenschaft, ich bin promovierte Biologin und habe einige Jahre in der Forschung gearbeitet. Auch wenn ich inzwischen die aktive Forschung verlassen habe und in die Kommunikation gewechselt bin, so bin ich den Themen Wissenschaft und Forschung treu geblieben. In einer PR-Agentur habe ich die verschiedenen Facetten der Gesundheitskommunikation kennengelernt, bevor ich nach einer kurzen Zeit als freie PR-Beraterin dann in die Unternehmenskommunikation der Amgen GmbH wechselte. Ja, warum ausgerechnet die Pharmaindustrie? Die Frage habe ich oft gehört. Ich arbeite in der Pharmaindustrie, weil ich fest davon überzeugt bin, dass diese Branche einen essenziellen Beitrag zur Gesundheit von Menschen leistet. Trotz der Herausforderungen und Kontroversen, denen die Pharmaindustrie oft ausgesetzt ist, bin ich stolz darauf, Teil einer Branche zu sein, die Leben verbessern und verlängern kann. Als Leiterin der Unternehmenskommunikation sehe ich es als meine Verantwortung, die positiven Aspekte und die oft erklärungsbedürftigen Themen und Inhalte der pharmazeutischen Unternehmen transparent und verständlich zu vermitteln. Ich habe die Möglichkeit, die Geschichten zu erzählen, wie medizinischer Fortschritt durch intensive Forschung und Entwicklung ermöglicht wird, wie innovative Arzneimittel das Leben von Patientinnen und Patienten positiv verändern können und wie wir als Unternehmen einen Beitrag zur Gesundheit unserer Gesellschaft leisten. Die Pharmaindustrie bietet mir die Chance, in einem dynamischen und vielseitigen Umfeld zu arbeiten, in dem Innovation und wissenschaftliche Entdeckungen den Weg weisen. Ich glaube daran, dass meine Arbeit dazu beiträgt, die Reputation der Branche zu stärken, indem wir eine offene Kommunikation pflegen und die positiven Auswirkungen unserer Tätigkeiten aufzeigen.

„Head of Corporate Affairs“ lautet Ihre Berufsbezeichnung. Was genau ist Ihre Aufgabe?

Jacob: Als „Head of Corporate Affairs“ bin ich Teil der Geschäftsführung und meine Hauptverantwortung liegt darin, die strategische Ausrichtung und Umsetzung unserer Unternehmenskommunikation und -beziehungen zu leiten. Ich arbeite eng mit verschiedenen internen Teams zusammen, um sicherzustellen, dass unsere Unternehmensbotschaften klar und konsistent sowohl intern als auch extern kommuniziert werden. Konkret umfasst meine Rolle die Entwicklung und Umsetzung von Kommunikationsstrategien mit dem Ziel, unser Unternehmen bei wichtigen Zielgruppen bekannt(er) zu machen, das Image und den Ruf unseres Unternehmens zu fördern, unsere Beziehungen zu wichtigen Interessengruppen, einschließlich Medien, Ärzt:innen und der Öffentlichkeit, zu pflegen und aufzubauen und eine transparente, vertrauensvolle und langfristige Beziehung zu unseren internen und externen Partnern zu schaffen. Hierfür nutzen wir verschiedene Kanäle, wie zum Beispiel persönliche Gespräche unserer Mitarbeitenden mit Kunden, Messen und Veranstaltungen, Medienarbeit, unsere Webseite, oder auch Social Media. Ein weiterer wichtiger Aspekt meiner Aufgabe ist die Krisenprävention und -kommunikation. Ich arbeite daran, kritische Issues zu identifizieren, Risiken zu minimieren und im Fall der Fälle effektiv zu kommunizieren, um das Vertrauen unserer Stakeholder zu erhalten.

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Pharma-Branche: Menschen helfen und Leben verbessern. Foto: ©iStock.com/seb_ra

Bei der Amgen GmbH bin ich mit meinem Team auch für den Bereich Corporate Social Responsibility verantwortlich. Im Fokus unseres gesellschaftlichen Engagements stehen insbesondere Bildungsangebote. Als Forschungsunternehmen möchten wir für Naturwissenschaften begeistern und Wissenschaftler:innen – von heute und morgen –  fördern. Zu diesem Zweck haben wir verschiedene Amgen-Programme, unterstützen aber auch andere Initiativen und Projekte, wie zum Beispiel das Deutschlandstipendium.

Was treibt Sie tagtäglich in Ihrer Arbeit für ein forschendes biopharmazeutisches Unternehmen an?

Jacob: Mich treibt vor allem an, das Unternehmen in einer Branche zu repräsentieren, die das Potenzial hat, das Leben von Menschen nachhaltig zu verbessern. Meine Arbeit ermöglicht es mir, die Innovationen und Errungenschaften unseres Unternehmens in der Gesundheitsbranche zu kommunizieren, das Vertrauen unserer Stakeholder aufzubauen und zu stärken. Hier kann ich in der Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Teams meine Leidenschaft für Kommunikation mit meiner Faszination für Wissenschaft und Forschung zusammenbringen. Ich bin ein Puzzleteil dieser Organisation, in der wir letztendlich alle dafür arbeiten, Menschen zu helfen und Leben zu verbessern – und das ist eine erfüllende Motivation für meine Arbeit in dieser Branche.

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