Über 90 Prozent der deutschen Unternehmen messen der Demokratie eine hohe Bedeutung bei. Im September stehen in Deutschland mancherorts Landtagswahlen an. Foto: ©iStock.com/Animaflora
Über 90 Prozent der deutschen Unternehmen messen der Demokratie eine hohe Bedeutung bei. Im September stehen in Deutschland mancherorts Landtagswahlen an. Foto: ©iStock.com/Animaflora

Demokratie: So wichtig ist sie für die deutsche Wirtschaft

Im September stehen in mehreren Bundesländern Wahlen an. So entscheiden etwa die Bürger:innen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern über ihren Landtag, in Berlin geht es um das neue Abgeordnetenhaus. Die in Teilen gesichert rechtsextreme AfD könnte mancherorts stärkste Kraft werden. Tatsache ist: Demokratische Stabilität ist für die deutsche Wirtschaft wichtig. Das zeigen Unternehmens-Befragungen.

„Wirtschaftskrise und Erstarken der politischen Ränder: Gerade ostdeutsche Unternehmen agieren derzeit in einem schwierigen Umfeld“, schreibt das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in einem Bericht. „Über alle Regionen hinweg gilt: Die Demokratie genießt in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft hohen Rückhalt – west- wie ostdeutsch liegt der Anteil der Unternehmenslenker bei über 90 Prozent, die ihr eine hohe Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland beimessen“, heißt es. Demokratie werde „als Standortvorteil verstanden, der Rechtsstaatlichkeit, Planungssicherheit und unternehmerische Freiheit sichert“.

Mehrheit der Unternehmen engagiert sich für die Demokratie

Die Firmen agieren daher nicht nur passiv. Im Gegenteil: „In Westdeutschland geben 82,3 Prozent der Befragten an, sich in den vergangenen drei Jahren für die Demokratie engagiert zu haben; im Osten sind es mit 75,9 Prozent etwas weniger.“ Dort sieht man sich bei expliziter politischer Positionierung aber auch „größeren gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und betriebsinternen Schwierigkeiten gegenüber“, meint das IW. Basis dieser Ergebnisse bildet eine Befragung von über 900 Unternehmen der Industrie und industrienahen Dienstleistungsbranche. Dabei wurde auch deutlich: 60,3 Prozent der Unternehmen in Ostdeutschland und 54,6 Prozent in Westdeutschland nehmen eine Gefährdung der Demokratie wahr.

Trotz Gegenwinds steigerten „18 Prozent der Unternehmen in Ostdeutschland ihr Demokratieengagement“, so das IW. Anderseits gaben 9 Prozent der Geschäftsführer:innen dort an, ihren Einsatz zurückgefahren zu haben. Zugleich erweise sich Engagement aber als „resilient gegenüber einer Verschlechterung der politischen Rahmenbedingungen: Lediglich 6 Prozent der ostdeutschen Befragten würden davon absehen, wenn eine Regierung in Deutschland ankündigte, keine Aufträge mehr an engagierte Unternehmen zu vergeben. Die Nagelprobe für die Haltbarkeit dieser Ankündigung stellt sich womöglich schon nach der kommenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt“, denkt das IW.

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