„Wirtschaftskrise und Erstarken der politischen Ränder: Gerade ostdeutsche Unternehmen agieren derzeit in einem schwierigen Umfeld“, schreibt das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in einem Bericht. „Über alle Regionen hinweg gilt: Die Demokratie genießt in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft hohen Rückhalt – west- wie ostdeutsch liegt der Anteil der Unternehmenslenker bei über 90 Prozent, die ihr eine hohe Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland beimessen“, heißt es. Demokratie werde „als Standortvorteil verstanden, der Rechtsstaatlichkeit, Planungssicherheit und unternehmerische Freiheit sichert“.
Mehrheit der Unternehmen engagiert sich für die Demokratie
Die Firmen agieren daher nicht nur passiv. Im Gegenteil: „In Westdeutschland geben 82,3 Prozent der Befragten an, sich in den vergangenen drei Jahren für die Demokratie engagiert zu haben; im Osten sind es mit 75,9 Prozent etwas weniger.“ Dort sieht man sich bei expliziter politischer Positionierung aber auch „größeren gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und betriebsinternen Schwierigkeiten gegenüber“, meint das IW. Basis dieser Ergebnisse bildet eine Befragung von über 900 Unternehmen der Industrie und industrienahen Dienstleistungsbranche. Dabei wurde auch deutlich: 60,3 Prozent der Unternehmen in Ostdeutschland und 54,6 Prozent in Westdeutschland nehmen eine Gefährdung der Demokratie wahr.
Trotz Gegenwinds steigerten „18 Prozent der Unternehmen in Ostdeutschland ihr Demokratieengagement“, so das IW. Anderseits gaben 9 Prozent der Geschäftsführer:innen dort an, ihren Einsatz zurückgefahren zu haben. Zugleich erweise sich Engagement aber als „resilient gegenüber einer Verschlechterung der politischen Rahmenbedingungen: Lediglich 6 Prozent der ostdeutschen Befragten würden davon absehen, wenn eine Regierung in Deutschland ankündigte, keine Aufträge mehr an engagierte Unternehmen zu vergeben. Die Nagelprobe für die Haltbarkeit dieser Ankündigung stellt sich womöglich schon nach der kommenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt“, denkt das IW.
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