Die Fakten
- Von 1990 bis 2023 stieg die weltweite Lebenserwartung von 64,6 auf 73,8 Jahre (+ 9,2 Jahre).
- Die gesunde Lebenserwartung nahm im gleichen Zeitraum jedoch nur um 7,2 Jahre von 55,9 auf 63,1 Jahre zu; die durchschnittliche Morbiditätslücke erhöhte sich von 8,8 auf 10,7 Jahre beziehungsweise um 21,9 Prozent.
- Auch in Deutschland ist die Lücke größer geworden; sie stieg von 10,1 (1990) auf 11,9 (2023) Jahre.

- Im Jahr 2023 haben Krankheiten in Deutschland direkte Kosten in Höhe von 491,6 Milliarden Euro verursacht. Die Zahlen steigen seit Jahren. Über die Hälfte (53,2 %) der Gesamtkosten fiel bei der Bevölkerung ab 65 Jahren an.
- Laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (baua) führte Arbeitsunfähigkeit 2024 zu Produktionsausfällen von bis zu 134 Milliarden Euro und einem Verlust an Bruttowertschöpfung von 227 Milliarden Euro.
- Die öffentlichen Ausgaben für Langzeitpflege könnten im OECD-Durchschnitt bis 2050 nahezu auf 2,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Klingt nicht viel? In Deutschland wären das rund 125 Milliarden Euro im Jahr. Wie stark sie wachsen, hängt auch davon ab, wie gesund die Menschen altern.
Gesundheit muss zum eigentlichen Investitionsziel werden
Jedes zusätzliche gesunde Lebensjahr ist deshalb nicht nur ein Gewinn für den Einzelnen. Es entscheidet mit darüber, ob eine alternde Gesellschaft Krankheits- und Pflegekosten in der Größenordnung von mehreren 100 Milliarden Euro pro Jahr schultern muss. Deshalb braucht es in der Gesundheitspolitik dringend einen Paradigmenwechsel: Wenn Krankheit der eigentliche Kostenfaktor ist, muss Gesundheit zum Investitionsziel werden – weg von einer Politik, die Gesundheitsausgaben vor allem als Kosten betrachtet, hin zu einer Politik, die in gesunde Lebensjahre investiert.- dass wir länger leben – aber die gesunde Lebenszeit nicht Schritt hält. Die durchschnittliche Morbiditätslücke stieg von 8,8 auf 10,7 Jahre – ein Plus von knapp zwei Jahren;
- dass die erhoffte „Kompression der Morbidität“ bislang kaum stattfindet. Sie bezeichnet die Annahme, dass Menschen nicht nur länger leben, sondern den Beginn von Krankheit stärker hinauszögern als den Tod. Die Studie zeigt außerdem, dass die gesundheitlichen Beeinträchtigungen sich nicht lediglich auf eine kurze Phase unmittelbar vor dem Tod manifestieren, sondern sich über das gesamte Erwachsenenleben ausweiten;
- dass Frauen länger leben, aber auch mehr Jahre mit gesundheitlichen Einschränkungen verbringen: 2023 lag die weltweite Morbiditätslücke bei Frauen bei 12,1 Jahren, bei Männern bei 9,3 Jahren. Es ist ein so genanntes Gender Health Paradox;
- dass vor allem chronische, nicht unmittelbar tödliche Erkrankungen die wesentlichen Treiber für die Morbiditätslücke sind. Fast 60 Prozent der in beeinträchtigter Gesundheit verbrachten Jahre werden von Muskel-Skelett-Erkrankungen – besonders Rückenschmerzen –, psychischen Erkrankungen, Hör- und Sehbeeinträchtigungen, unbeabsichtigte Verletzungen wie Stürze sowie weitere nichtübertragbare Erkrankungen verursacht. Wichtige beeinflussbare Risikofaktoren sind unter anderem erhöhter Blutzucker, Übergewicht und Tabakkonsum.
Lebenserwartung: Good News mit großem Aber

Innovationen als Investition in eine bessere öffentliche Gesundheit

- Verhindert die Innovation Krankheit und Behinderung?
- Bleiben Menschen länger mobil und selbstständig?
- Verringert die Innovation Schübe, Schmerzen oder Erschöpfung, verhindert sie Pflegebedürftigkeit?
- Entlastet sie Angehörige und erreicht sie die Patient:innen, die besonders profitieren?
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