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Arzneimittel-Resistenzen ist  wenn Medikamente ihre Wirkung verlieren. Ein ganzes Jahrhundert des medizinischen Fortschritts ist in Gefahr  sagt die IACG. Foto: © iStock.com/Halfpoint

Arzneimittel-Resistenzen: „No Time to Wait“

Sie versuchen gar nicht erst, das Problem herunterzuspielen: Die Interagency Coordination Group on Antimicrobial Resistance (IACG) findet in ihrem neuen Bericht eine klare Sprache: Resistenzen gegen antimikrobielle Medikamente wie Antibiotika sind eine globale Krise – ein ganzes Jahrhundert des medizinischen Fortschritts ist in Gefahr.

Kann sich das solidarisch finanzierte Gesundheitssystem die Innovationen im Arzneimittelmarkt noch leisten? Ein Bericht vom Hauptstadtkongress (HSK) 2019. Foto: © WISO / Schmidt-Dominé

Arzneimittel-Innovationen und das liebe Geld

Kann sich das solidarisch finanzierte Gesundheitssystem die Innovationen im Arzneimittelmarkt noch leisten? Der AMNOG-Report 2019 der Krankenkasse DAK Gesundheit geht in seiner fünften Auflage dieser Frage nach – und erntet Widerspruch von den Pharmaverbänden. Ein Bericht vom Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit (HSK) 2019.

Laut IQVIA wurden in den ersten drei Monaten von 2019 6 1 Millionen Impfstoffdosen an GKV-Versicherte abgegeben.

Steigende Nachfrage nach Impfstoffen

Offenbar wird in Deutschland mehr geimpft: Laut eines Berichts des Beratungsunternehmens IQVIA wurden in den ersten drei Monaten von 2019 6,1 Millionen Impfstoffdosen an Versicherte der gesetzlichen Krankversicherung (GKV) abgegeben. Das ist ein Zuwachs um fast 17 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal des Jahres 2018.

The Global Polio Eradication Initiative hat ein Ziel: die Kinderlähmung bis 2023 weltweit ausrotten. Das geht nur mit Impfungen. Foto:© iStock.com/borgogniels (Photographer: Mayer Riccardo)

Bis 2023: Kinderlähmung in die Geschichtsbücher verbannen

Die letzte in Deutschland erworbene Erkrankung durch ein Polio-Wildvirus wurde 1990 erfasst. Doch in manchen Ländern wie Pakistan ist das Virus noch endemisch. Bis 2023 soll mit der Erkrankung weltweit Schluss sein. „Es gibt keinen Grund, warum es Polio noch irgendwo auf der Welt geben sollte“, erklärte die Global Polio Eradication Initiative Anfang des Jahres in einem Schreiben. Ihr Ziel: auch dem allerletzten Kind eine Impfung verabreichen.

Diabetes hat viele Gesichter. Der Bedarf an innovativen Therapien ist daher weiterhin groß.

Über 160 Medikamente für Diabetiker in Entwicklung

„Die Realität ist: In Bezug auf das Management von Diabetes gibt es keinen Ansatz, der für alle gleichermaßen passt. Denn die Erkrankung ist von Patient zu Patient sehr unterschiedlich“, weiß der amerikanische Verband der forschenden Arzneimittelhersteller PhRMA. Der Bedarf an innovativen Therapien ist daher weiterhin groß. Momentan sind laut PhRMA über 160 Medikamente für Zuckerkranke in Entwicklung.

Der Einsatz von Antibiotika in der Tiermast geht zurück. Die Frage ist: Reicht das im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen? Foto: CC0 (Stencil)

Antibiotika: Das Resistenz-Problem

Jedes Jahr sterben in Europa 33.000 Menschen, weil bei ihnen kein Antibiotikum mehr anschlägt – dies haben Berechnungen eines internationalen Forscherteams ergeben, das seine Erkenntnisse im Fachblatt „The Lancet Infectious Diseases“ veröffentlicht hat. Die Zahl der Todesfälle in der Folge von Antibiotika-Resistenzen ist damit nach Angaben der Forscher seit 2007 deutlich gestiegen – vor allem in Griechenland und Italien. Für Deutschland haben die Wissenschaftler rund 2.300 Todesfälle pro Jahr errechnet, die auf Infektionen mit multiresistenten Keimen zurückgehen. Doch es gibt auch gute Nachrichten: So werden heute deutlich weniger Antibiotika in der Landwirtschaft eingesetzt als noch vor zehn Jahren. Und die Bundesregierung verfolgt schon seit 2008 eine „Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie“ (DART) mit dem Ziel „Antibiotika-Resistenzen in Deutschland zu erkennen, zu verhüten und besser bekämpfen zu können.“ Die Frage ist nur: Reicht das?

Aktuelle Daten des RKI zeigen: Die Impfquoten bei Schulanfängern sind weiterhin zu niedrig. Doch die Meinungen  wie Impfquoten zu steigern sind  gehen auseinander. Foto: CC0 (Stencil)

Impfen, damit Infektionskrankheiten keine Schule machen

Impfungen direkt in Schulen anbieten? Das hat Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, kürzlich gefordert. Der Bedarf ist da: Die Impfquoten sind bei den Schuleingangsuntersuchungen weiterhin zu niedrig, wie aus Daten des Robert Koch Instituts (RKI) hervorgeht. Melanie Huml, bayerische Gesundheitsministerin, hält den Vorstoß von Karliczek trotzdem für keine gute Idee. Sie setzt lieber auf Aufklärung. Anders als Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: Er will eine Impfpflicht ab 2020 – zumindest bei Masern. Das zeigt: Die Meinungen, mit welchen Maßnahmen Impfquoten zu steigern sind, gehen auseinander.

© Pharma Fakten e.V.
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