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Das Bundessozialgericht hat entschieden: Ein Medikament  ein Preis. Foto: ©iStock.com/AndreyPopov

Mischpreise für Arzneimittel: Keine einfache Lösung in Sicht?

Dieses Thema sollte auch „Normalsterbliche“ interessieren – und nicht nur gesundheitspolitische Akteure: Seit Monaten tobt in Deutschland eine Diskussion über die Rechtmäßigkeit von Mischpreisen bei neuen Arzneimitteln. Ja, es stimmt: Es handelt sich um eine äußerst komplexe Problematik. Und doch geht sie alle Patienten etwas an: Denn sie kann große Auswirkungen auf ihre medizinische Versorgung haben. Auf dem Hauptstadtkongress in Berlin diskutierten Experten über verschiedene Lösungswege aus dem „Mischpreisdilemma“.

Ein schwedisch-finnisches Forscherteam hat die Daten von fast 15.000 Patienten analysiert – und in fünf Erkrankungstypen eingeteilt. Foto: © iStock.com/Toa55 (Akhararat W)

Diabetes bei Erwachsenen: Forscher identifizieren fünf verschiedene Erkrankungstypen

Die Mehrheit der Menschen, die an der „Zuckerkrankheit“ leiden, sind von Typ 2 betroffen; er tritt vor allem bei Älteren auf. Doch je nach Patient hat Diabetes sehr unterschiedliche Auswirkungen und Verlaufsformen. Ein schwedisch-finnisches Forscherteam hat sich nun die Daten von fast 15.000 im Erwachsenenalter Erkrankten genauer vorgenommen – und die Einteilung der Patienten in insgesamt fünf verschiedene Typen vorgeschlagen. Dies könnte ganz neue Möglichkeiten für die Therapie eröffnen.

Impfallianz Gavi: 700 Millionen immunisierte Kinder in 18 Jahren

Fast zwei Jahrzehnte ist es her, dass „Gavi“, die internationale Impfallianz, ins Leben gerufen wurde. Das Ergebnis ist eine beispiellose Erfolgsbilanz: Seit der Gründung im Jahr 2000 wurden 700 Millionen Kinder immunisiert. Etwa 10 Millionen Todesfälle konnten dadurch bereits verhindert werden. Doch die Arbeit geht weiter: Die Organisation hat sich hohe Ziele bis 2020 gesteckt.

Bei Mukoviszidose konnten in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt werden. Wird eines Tages eine Heilung möglich sein? / Foto: ©iStock.com/spukkato (Siam Pukkato)

Ein Schritt nach vorne, zwei zurück

Bei den Experten der World Hepatitis Alliance galt Deutschland eine Zeit lang als eine Art Musterknabe. Gelobt wurde, wie hierzulande die verschiedenen Interessengruppen zusammengebracht wurden, um das WHO-Ziel der Eliminierung von Hepatitis C bis zum Jahr 2030 zu erreichen. Doch nun regen sich Zweifel, ob das auch alles effektiv ist. Was fehlt, ist der politische Wille, erklärt Achim Kautz, geschäftsführender Gesellschafter der Leberhilfe Projekt im Pharma Fakten-Interview.

Haemophilus influenzae Typ b

Das Bakterium Haemophilus influenzae Typ b (Hib) kann v.a. bei Kleinkindern und Säuglingen zu schweren Erkrankungen führen. Hirnhautentzündung, Entzündung des Kehldeckels, Lungenentzündung oder Blutvergiftung ist möglich.

Auf dem Hauptstadtkongress erneuerte Prof. Dr. Jochen Maas von Sanofi-Aventis die Forderung der Industrie nach besseren Forschungsbedingungen bei Antibiotika. Foto: © Pharma Fakten

Die Entwicklung neuer Antibiotika muss attraktiver werden

Pro Jahr sterben aktuell etwa 25.000 Menschen in Europa an multiresistenten Erregern. Im Jahr 2050 könnten es laut Prognosen von Experten fast 400.000 sein. Antibiotika – einst die Wunderwaffe der Medizin im Kampf gegen bakterielle Infektionen – drohen zunehmend ihre Wirksamkeit zu verlieren. Der Bedarf an neuen Entwicklungen ist groß; doch das ist einfacher gesagt als getan. „Wir brauchen neue Wege, die Antibiotikaforschung zu bestreiten […] und wir brauchen zweitens auch neue Anreize, um Antibiotikaforschung für alle attraktiv zu machen“, forderte Prof. Dr. Jochen Maas, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung bei Sanofi-Aventis, auf dem Hauptstadtkongress in Berlin.

Defined Daily Dose

Die Defined Daily Dose (DDD) gibt an, in welcher Dosis ein Medikament bei einer bestimmten Erkrankung pro Tag im Durchschnitt verordnet wird.

Sorgt auch im verflixten siebten Jahr für reichlich Gesprächsstoff: Das AMNOG-Verfahren. Foto: Pharma Fakten

AMNOG-Report 2018: Es gibt weiterhin viel zu diskutieren

Auf dem Hauptstadtkongress 2018 in Berlin stellten die beiden Autoren Prof. Dr. Wolfgang Greiner und Julian Witte (Universität Bielefeld) den AMNOG-Report 2018 der DAK Gesundheit vor. „Wir freuen uns jedes Mal, dass es noch Dinge gibt, die es zu besprechen und auch zu diskutieren gilt“, erklärten sie. Und tatsächlich: In der eineinhalb-stündigen Veranstaltung wurden einige Themen benannt, die durchaus für Gesprächsbedarf sorgten – wie das Arztinformationssystem (AIS).

Preismoratorium

Das Preismoratorium ist ein Preisregulierungsinstrument für Arzneimittel, die zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verschrieben werden. De facto bedeutet es das Einfrieren der Preise auf den Stand von August 2009.

© Pharma Fakten e.V.
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