63,1 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen können sich vorstellen, selbst an einer klinischen Studie für neue Medikamente teilzunehmen. Das zeigt die Umfrage, die UCB initiiert hat. Unterschiede gibt es je nach Altersgruppe und bei den Einkommen – besonders hohe Zustimmungswerte gibt es bei den 18- bis 39-Jährigen (66,5%) und den 40- bis 59-Jährigen (67,4%). Generell gilt: Je höher das Haushaltsnettoeinkommen, desto größer ist die Bereitschaft zur Studienteilnahme. Besonders aufgeschlossen sind Eltern: 74,7 Prozent würden teilnehmen. Vielleicht auch, weil sie die Bedeutung medizinischer Innovationen besonders schätzen, wie man bei UCB annimmt.

Klinische Studien sind der Transmissionsriemen zwischen Labor und medizinischem Alltag. Das Ziel: die Erkenntnisse der frühen Forschung in neue Arzneimittel oder Impfstoffe zu übersetzen. Studien wirken dreifach: Sie eröffnen Patient:innen frühzeitig Zugang zu neuen Behandlungsmöglichkeiten – zum Teil schon Jahre vor der eigentlichen Zulassung. Sie schaffen die wissenschaftliche Evidenz für medizinischen Fortschritt und stärken gleichzeitig den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Deutschland durch Investitionen, qualifizierte Arbeitsplätze und internationale Kooperationen. Wer in der Medizin international ganz vorne mitspielen will, muss dafür sorgen, dass möglichst viele der Arzneimittelstudien, die tagtäglich ausgerollt werden, auch in Deutschland stattfinden. Es ist nicht egal, wo eine Studie startet. Denn läuft sie in Madrid und Mailand, aber nicht in München oder Berlin, entgeht vielen Menschen hierzulande die Chance auf eine Medizin, die es eigentlich erst in Zukunft gibt.
Klinische Studien: Das „Prinzip Zufall“

Doch die Rekrutierung von Studienteilnehmenden gilt als aufwendig und schwierig. „Unsere Umfrage zeigt allerdings deutlich, dass es weniger Vorbehalte sind, die die Menschen davon abhalten“, sagt Sabine Bongardt von UCB. Es dürften viel mehr Wissenslücken sein – nicht nur darüber, wie solche Studien funktionieren, sondern auch, wo man sich informieren, wo man sich rekrutieren lassen kann. „Wir müssen mehr darüber und transparenter aufklären, welche Chancen und Risiken klinische Studien bieten. Und vor allem klarer machen, dass ohne klinische Studien kein neues Arzneimittel in die Versorgung kommen kann, weil es ohne sie keine Zulassung gibt. Wer an klinischen Studien teilnimmt, macht medizinischen Fortschritt erst möglich und wird Teil der Innovation.“
Expert:innen wie der Onkologe Professor Dr. Christof von Kalle fordern deshalb schon lange ein Netzwerk von klinischen Studien, damit eine Studienteilnahme weniger vom „Prinzip Zufall“ abhängig ist: Patient:innen, Ärzt:innen und Studie müssen „auf die richtige Weise aufeinandertreffen und voneinander wissen“, so die Idee dahinter. „Heute haben wir so eine Beschleunigung in der Entwicklung neuer Therapien, dass die Teilnahme an einer Studie für jeden einzelnen ein enormes Potential hat. Bei vielen Krebserkrankungen, immunologischen und seltenen Erkrankungen gibt es große therapeutische Fortschritte – von denen nur Patient:innen in Studien frühzeitig profitieren können.“ Aber auch gesunde Freiwillige sind gefragt, weil Forschende zunächst verstehen müssen, wie ein neuer Wirkstoffkandidat grundsätzlich im menschlichen Körper wirkt – unabhängig von einer Erkrankung. Moderne Medizin braucht nicht nur Labore, sondern auch Menschen.
Medizinischer Fortschritt: Mut ist gefragt

Und es braucht Mut – da ist man sich beim Pharmaunternehmen mit Sitz in Monheim am Rhein sicher. Ohne den Mut, die Grenzen aufzubrechen, um Menschen mit schweren Erkrankungen besser behandeln zu können, gibt es keinen Fortschritt. Innovationen entstehen nicht im luftleeren Raum, heißt es bei UCB; Forschung bedeute, mit Unsicherheiten umzugehen. Nur etwa 10 bis 15 Prozent aller Wirkstoffkandidaten, die in die klinische Entwicklung gehen, werden später tatsächlich als Medikamente zugelassen. Und trotzdem investiert das Unternehmen rund 24 Prozent seines Umsatzes wieder direkt in die Forschung – das ist selbst in dieser forschungsintensiven Branche ein Spitzenwert.
„Der Weg vom Labor bis zum fertigen Präparat ist lang, kostspielig und ungewiss“, so Bongardt. „Mut und Pioniergeist spielen dabei Schlüsselrollen. Mut, neue Wege zu prüfen, mutige Fragen zu stellen, offen über Risiken zu sprechen und manchmal auch Mut zur Veränderung.“ Denn auch das gehört zur Wahrheit über medizinische Forschung: Sie ist mit Risiken verbunden. „Arzneimittelentwicklung ist ein Balanceakt: Hoffnung auf Erfolg trifft auf die Sorge zu scheitern – und absolute Sicherheit gibt es nie. Mut heißt dann: Wir gehen den nächsten Schritt, auch wenn noch Fragen offen sind. Diesen Mut bringen wir gerne auf, weil wir das Leben von Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen verbessern wollen.“
Mut: Wichtig für Innovationen
Wie sehen die Menschen in Deutschland das? Die Umfrage von UCB zeigt, dass Courage einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert hat. 94 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass Mut wichtig ist, um neue Wege zu gehen. 93,8 Prozent sehen Mut als wichtig für den Fortschritt an, 80 Prozent bewerten die Risikobereitschaft der Pharmaindustrie als mutig. Und: Eine überwältigende Mehrheit (90,5%) meint, dass Deutschland sich den allgemeinen Herausforderungen mutiger entgegenstellen sollte.
Wenn das keinen Mut macht…
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Klinische Studien: Moderne Medizin braucht Menschen – nicht nur Labore
Klinische Studien sind die Brücke zwischen einer wissenschaftlich fundierten Idee zur Behandlung einer Krankheit und der Frage, ob sie in der medizinischen Versorgung funktioniert. Auch wenn Deutschland in den vergangenen Jahren an Boden verloren hat; es ist weltweit immer noch ein attraktiver Studienstandort. Allerdings sind die Menschen im Land ausgesprochene Studienmuffel: Pro eine Million Einwohner:innen sind es nur 33 Studien; beim Spitzenreiter Dänemark sind es hingegen fast 200. Eine Kampagne der FUNKE Mediengruppe will das ändern.

Mehr klinische Studien – mehr Zukunft
Kranke Menschen von heute mit der Medizin von morgen behandeln: Das ist das Versprechen von klinischen Studien. Denn sie machen Behandlungen mit Innovationen möglich, die oft erst Jahre später eine Zulassung erhalten. In Deutschland könnten viel mehr Studien durchgeführt werden; das forschende Pharmaunternehmen AstraZeneca etwa würde die Zahl der Studienaktivitäten im Land gerne verdoppeln. Doch dafür fehlt momentan die Infrastruktur. Eine Umfrage zeigt: Am Willen der Ärzt:innen liegt es nicht.

Klinische Forschung: Deutschland ist Studienmuffel
Mit 33 klinischen Studien pro 1 Million Einwohner:innen hat sich Deutschland schon lange aus der internationalen Spitzengruppe herauskatapultiert – ein Land wie Dänemark führt 6-mal mehr Studien durch. „Die Erosion des Pharma-Innovationstandorts Deutschland hat längst begonnen“ – so ist das in einer Studie nachzulesen, die der Pharmaverband vfa und das Beratungsunternehmen Kearney herausgegeben haben.
