Leandra

Bessere Behandlung durch Präzisionsmedizin

Rheuma ist nicht gleich Rheuma. Und Krebs ist nicht gleich Krebs. Jede Erkrankung ist von Patient:in zu Patient:in ein bisschen anders – sie hat ihren eigenen Fingerabdruck. Im besten Fall gelingt es, diesen Fingerabdruck genau zu untersuchen, individuelle Merkmale zu erkennen und mit Medikamenten zu beeinflussen: „In etlichen Untersuchungen wurde dokumentiert, dass Patient:innen bessere Therapieergebnisse haben, wenn sie konsequent präzisionsmedizinisch behandelt wurden. Leider geschieht das bei weitem nicht überall in Deutschland“, kritisiert der vfa.

Der Verein LAWG hat das Projekt „Der Wert medizinischer Innovationen“ gestartet – Pharma-Fakten.de startet dazu eine Serie.

Pharmaforschung: Wie Innovation Krankheit besiegt

Arzneimittelinnovationen ermöglichen die Behandlung von Krankheiten, für die es bisher keine wirksame Therapie gab, und verbessern bestehende Behandlungen durch höhere Wirksamkeit und bessere Verträglichkeit. Sie spielen damit eine entscheidende Rolle für die Gesundheit und Lebensqualität der Menschen. Um zu zeigen, wie sehr die Menschheit von medizinischen Innovationen profitiert, hat der Verein LAWG das Projekt „Der Wert medizinischer Innovationen“ gestartet, das Pharma Fakten in einer Serie aufgreift.

Um Hepatitis C zu eliminieren, sind alle Instrumente vorhanden. Geht es in dem Tempo weiter, wird Deutschland das Ziel der WHO, die Zahl der Neuinfektionen bis 2030 um 90 Prozent zu senken, nicht erreichen. Foto: ©iStock.com/vchal

Machbar: Deutschland ohne Hepatitis C

Um Hepatitis C zu eliminieren, sind alle Instrumente vorhanden. Durch Präventionsmaßnahmen, Infektionsprophylaxe und innovativen Therapien mit ihren Heilungsraten von ca. 99 Prozent sind in den vergangenen Jahren große Schritte gelungen. Klar ist aber auch: Geht es in dem Tempo weiter wie bisher, wird Deutschland das Ziel der Weltgesundheitsorganisation, bis 2030 die Zahl der Neuinfektionen um 90 Prozent zu senken, nicht erreichen.

Pharmaforschung: China auf der Überholspur

Wie gelingt es, Europa wieder zu mehr Wachstum zu verhelfen und die globale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern? Der europäische Pharmaverband EFPIA ist überzeugt: Die forschende Pharmaindustrie kann dabei eine entscheidende Rolle spielen. Sie bietet fast eine Million direkte Arbeitsplätze. Und treibt medizinischen Fortschritt: 2024 investierte die Branche geschätzte 55 Milliarden Euro in die Forschung und Entwicklung. Doch die Konkurrenz – etwa aus China – schläft nicht. Ganz im Gegenteil.

Dr. Xiaobin Wu vom Onkologieunternehmen BeOne Medicines über den Einsatz gegen Krebs und das Ziel, die Forschung effizienter zu gestalten.

Investition in das Morgen: Gesundheit durch neue Krebs-Medikamente

Eine Balance finden: Das will Dr. Xiaobin Wu, der beim Onkologieunternehmen BeOne Medicines (ehemals BeiGene) das operative Geschäft leitet. Eine Balance zwischen den Möglichkeiten, die die Forschung für die Behandlung krebskranker Menschen heute schon bereitstellt, und der Notwendigkeit, dass Gesundheitssysteme nachhaltig finanzierbar bleiben müssen. Ein Pharma Fakten-Gespräch über den Einsatz gegen Krebs, das Ziel, die Forschung effizienter zu gestalten, und die Frage, wie man Menschen in einkommensschwächeren Regionen mit Innovationen unterstützen kann.

Impfen: Millionen Kinder weltweit im Stich gelassen

Zwar gibt es eine leichte Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr – aber Freude kommt nicht auf: Denn noch immer haben mehr als 14 Millionen Kinder auf der Erde nicht eine einzige Routineimpfung erhalten. Der Weltgemeinschaft ist es bislang nicht mal gelungen, die Rückschritte aus der Pandemiezeit wettzumachen. Das geht aus neuen Daten von Weltgesundheitsorganisation und UNICEF hervor.

Brustkrebs: Wie kann es gelingen, dass die Patientinnen vom medizinischen Fortschritt profitieren – und dieser nicht an veralteten Strukturen hängen bleibt? Foto: Philip Nuernberger

Brustkrebs: „Es gibt viele Leben zu retten!“

„Innovative Therapien bei Brustkrebs: Da geht die Post ab“, weiß Gynäkologin Prof. Dr. Nadia Harbeck. Was eine gute Nachricht ist, stellt gleichzeitig eine große Herausforderung dar: für medizinische Fachkräfte, die den Überblick angesichts dieser Wissensexplosion behalten wollen; für die Versorgungsstrukturen, die nicht ausreichend auf neue Behandlungskonzepte eingestellt sind. Es muss sich etwas ändern – sonst sind die Patient:innen die Leidtragenden.

Klinische Studien sind ein Motor für medizinischen Fortschritt – entscheidend für ihren Erfolg sind Studienkoordinator:innen oder Study Nurses. Doch es herrscht Mangel an Fachkräften – und das könnte den Fortschritt einbremsen.

Klinische Studien: Koordinator:innen dringend gesucht

Klinische Studien sind ein Motor für medizinischen Fortschritt – hier entscheidet sich, ob aus einer Idee zur Behandlung einer Krankheit ein zugelassenes Arzneimittel wird, das wirksam und sicher ist. Die Komplexität solcher Medikamentenstudien hat über die Jahre stark zugenommen. Entscheidend für den Erfolg einer Studie sind deshalb die Studienkoordinator:innen oder Study Nurses. Doch es herrscht Mangel an Fachkräften – und das könnte den medizinischen Fortschritt einbremsen. Ein Interview mit Gesa Voß, Studienkoordinatorin für Klinische Studien am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH).

NGO

Non-Governmental Organization (dt.: Nichtregierungsorganisationen): NGOs sind gemeinnützige Organisationen, die nicht von Regierungen kontrolliert werden und sich für soziale, ökologische oder menschenrechtliche Ziele einsetzen.

Eine Untersuchung der Agentur Edelman zeigt: Das Vertrauen der Menschen ins Gesundheitssystem erodiert weltweit und in Deutschland.

„Das Vertrauen in das Gesundheitssystem ist rückläufig“

16.000 befragte Menschen in 16 Ländern, davon 1.000 in Deutschland: Die Kommunikationsagentur Edelman hat untersucht, wie es um das Vertrauen der Bevölkerung in das Gesundheitssystem bestellt ist. Die Ergebnisse sind ein Weckruf. Ein Interview mit Karl Stubbe, Head of Health bei Edelman Deutschland.

© Pharma Fakten e.V.
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