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Im Interview erklärt ITler Clemens Utschig-Utschig  Boehringer Ingelheim  wie Quantencomputer die Entwicklung von Arzneimitteln besser machen könnten. Foto: © iStock.com/metamorworks

Was hat der Patient von Big Data?

In Deutschland herrscht Nachholbedarf: Bei der Nutzung von Gesundheitsdaten sind andere Länder schon weiter. Dabei liegt hier ein Schatz vergraben: Die wissenschaftliche Auswertung großer Datenmengen kann die Gesundheitsversorgung deutlich verbessern. Und Pharmaunternehmen wollen sie nutzen, um gezielter Medikamente zu entwickeln.

Inzidenz

Die Inzidenz ist eine Kennzahl der medizinischen Statistik, die die Häufigkeit von Neuerkrankungen beschreibt.

Prävalenz

Die Prävalenz ist eine Kennzahl für die Häufigkeit einer Krankheit in einer bestimmten Gruppe (Population) zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Pharmaforschung: Suche nach der Nadel im Heuhaufen

Pharmaforschung: Der lange Weg der Arzneimittelentwicklung

Durchschnittlich dauert der Weg von der Idee für ein Medikament in einer frühen Forschungsphase bis hin zum zugelassenen Arzneimittel 13,5 Jahre. Wer pharmazeutische Forschung betreibt, braucht viel Geduld – und muss einige Rückschläge hinnehmen. Von rund 5.000 bis 10.000 Substanzen, die anfangs auf der Suche nach einem Medikament neu hergestellt und untersucht werden, kommen nur rund neun in klinische Studien mit Menschen (Phase I) – und nur eine einzige schafft es zum zugelassenen Arzneimittel.

"Superbugs": Über 30.000 Tote durch gegen Antibiotika resistente Keime in Europa. Foto: CC0 (Stencil)

Die Macht des Wissens

54,3 Prozent der Deutschen verfügen laut einer repräsentativen Befragung über eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz. Das bedeutet: Sie haben erhebliche Schwierigkeiten, mit gesundheitsrelevanten Informationen z.B. zu Therapien oder Krankheiten umzugehen. Das hat gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit der Betroffenen – und auf die Gesellschaft als Ganzes. Ein „Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz“ soll Abhilfe schaffen.

Gesundheitskompetenz

Gesundheitskompetenz meint die Fähigkeit, gesundheitsrelevante Informationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten und für Entscheidungen in Bezug auf die eigene Gesundheit zu nutzen. Im Englischen spricht man von „health literacy“.

Medikamentenregime

Das Schema, an dem sich die Medikamenteneinnahme orientiert, wird „Medikamentenregime“ genannt. Darin ist zum Beispiel die Dosierung, Art und Dauer der Medikamenteneinnahme festgelegt.

Neurologische Erkrankungen: Über 500 Medikamente in der Entwicklung

Mehr als 450 Millionen Menschen leiden weltweit an neurologischen Erkrankungen. Die Tendenz ist angesichts des demografischen Wandels steigend: Alzheimer, Parkinson und Co. treten besonders häufig in älteren Bevölkerungsgruppen auf. Die Prävention und möglichst wirksame Behandlung der Krankheiten wird daher immer wichtiger. Über 500 Arzneimittel befinden sich momentan in den Entwicklungspipelines biopharmazeutischer Unternehmen. Dies berichtet der amerikanische Verband der forschenden Arzneimittelhersteller PhRMA.

Nur jedes zehnte klinische Projekt  das in Phase I der klinischen Entwicklung gestartet wird  bekommt den Segen der Zulassungsbehörde.

Der lange Weg zum neuen Medikament

Neue Medikamente zu entwickeln ist ein langwieriger Prozess, heißt es. Aber stimmt das überhaupt? In den USA hat man genau nachgerechnet. Bestimmt wurde das „Likelihood of Approval“ (LOA), also die Wahrscheinlichkeit auf Zulassung eines Wirkstoffes: Nur jedes zehnte klinische Projekt, das in Phase I der klinischen Entwicklung gestartet wird, bekommt den Segen der Zulassungsbehörde.

Europäischer Depressionstag (1.10.): 50 Millionen Menschen in Europa leiden mindestens einmal in ihrem Leben unter einer Depression. Foto: CC0 (Stencil)

Hunderttausende in Deutschland nicht adäquat behandelt

Weltweit sind etwa 125 Millionen Menschen von Psoriasis, auch bekannt als Schuppenflechte, betroffen. Hierzulande sind es etwa zwei Millionen. In den vergangenen Jahren hat sich in der Behandlung einiges getan: Patienten mit einer mittelschweren bis schweren Form können heutzutage weitgehend beschwerdefrei werden. Doch oftmals haben die Erkrankten eine lange Odyssee hinter sich. Und: Viele Betroffenen leiden unnötig – unter anderem, weil sie nicht adäquat behandelt werden.

© Pharma Fakten e.V.
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