WHO: „Impfungen wirken in jeder Generation“

Gegen mehr als 30 lebensbedrohliche Krankheiten gibt es Impfstoffe. Sie „schützen Menschen jeden Alters“, betont Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Direktor der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Das fängt schon im Babyalter an.

„Die Säuglingssterblichkeitsraten sind in den vergangenen 50 Jahren stark gesunken“, so Wissenschaftlerin Hannah Ritchie auf Seiten der Online-Publikation „Our World in Data“. „Weltweit sind sie um mehr als zwei Drittel zurückgegangen – von etwa 10 Prozent im Jahr 1974 auf weniger als 3 Prozent heute“ (s. Grafik). Das bedeutet: Von 100 Neugeborenen erleben drei Babys ihren ersten Geburtstag nicht. Früher waren es zehn.

Impfungen retten Leben

Impfungen retten Leben
Fortschritt durch gerechten, universellen Zugang zu Impfungen. Foto: ©iStock.com/Natali_Mis

Für das Fachmagazin The Lancet hat ein internationales Forschungsteam untersucht, welchen Beitrag Impfungen geleistet haben. Sie verglichen die tatsächliche Mortalität mit einem hypothetischen Szenario, in dem keine Vakzine verfügbar sind. Demnach hat ein mit der Zeit immer besserer Zugang zu wichtigen Impfstoffen dazu geführt, dass die Säuglingssterblichkeitsraten heute um 40 Prozent niedriger sind, als sie es in einer Welt ohne Impfstoffe wären. Die Forschenden schreiben außerdem: „Seit 1974 haben Impfungen 154 Millionen Todesfälle verhindert, darunter 146 Millionen bei Kindern unter fünf Jahren, von denen 101 Millionen Säuglinge unter einem Jahr waren. Für jeden verhinderten Todesfall wurden im Durchschnitt 66 Jahre voller Gesundheit gewonnen, was insgesamt 10,2 Milliarden zusätzlichen gesunden Lebensjahren entspricht.“

Das „Essential Programme on Immunization” (EPI), eine 1974 von der WHO ins Leben gerufene Initiative zur Verbesserung der globalen Impfraten, habe in all dieser Zeit „den größten Einzelbeitrag zur Verbesserung des Überlebens von Säuglingen geleistet“, heißt es weiter. Ein gerechter, universeller Zugang zu Impfungen sei weiterhin entscheidend, um die Fortschritte auszubauen. Mit ihrer Welt-Impfwoche (24.-30.4.2026) unter dem Titel „Impfungen wirken in jeder Generation“ wirbt die WHO genau dafür: Denn noch immer erhalten rund 20 Millionen Kinder weltweit mindestens eine Dosis der Routineimpfungen gegen Diphtherie, Tetanus und Pertussis nicht.

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