Eine neue virtuelle Praxis von Boehringer Ingelheim bietet leicht verständliche Informationen rund um das Thema klinische Studien. Foto: BI
Eine neue virtuelle Praxis von Boehringer Ingelheim bietet leicht verständliche Informationen rund um das Thema klinische Studien. Foto: BI

Klinische Studien entdecken – einfach virtuell

Innovative Arzneimittel gegen schwere Krankheiten wie Krebs oder Alzheimer? Die gibt es nicht ohne klinische Studien. Denn hier arbeiten Forschende und Mediziner:innen an den Behandlungsmöglichkeiten von Morgen. Doch in Deutschland nehmen vergleichsweise wenige Menschen an solchen Studien teil. Ein Grund: Vorurteile, fehlende Aufklärung, begrenztes Wissen. Das biopharmazeutische Unternehmen Boehringer Ingelheim will das ändern und hat eine virtuelle Praxis eröffnet. Für ein paar Minuten durch ein Studienzentrum laufen und sich umfassend informieren? Das ist hier möglich.
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Das neue Studienzentrum von Boehringer Ingelheim: rein virtuell. Foto: BI

„Herzlich willkommen in unserem virtuellen Studienzentrum! Schön, dass Sie hier sind.“ Freundlich begrüßt eine Rezeptionistin alle Menschen, die das neue Studienzentrum vom forschenden Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim besuchen. Das Ganze ist keine echte Praxis, sondern rein virtuell: Entstanden ist das Projekt in Zusammenarbeit mit Ärzt:innen und Patient:innen, um Menschen, die sich für eine Teilnahme an einer klinischen Arzneimittelstudie interessieren, kompakte Informationen an die Hand zu geben.

„Klinische Studien leisten einen essenziellen Beitrag zur Entwicklung neuer Arzneimittel, die eines Tages vielen Patient:innen helfen können. Jedoch fehlt es derzeit an leicht verständlichen Informationen zum Ablauf solcher Studien“, so erklärt Dr. Traugott Gruppe, Medizinischer Direktor bei Boehringer Ingelheim in Deutschland, den Hintergrund.

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Dr. Traugott Gruppe, Medizinischer Direktor bei Boehringer Ingelheim in Deutschland. Foto: BI
Dr. Traugott Gruppe, Medizinischer Direktor bei Boehringer Ingelheim in Deutschland. Foto: BI

In Deutschland laufen 33 Studien pro 1 Million Einwohner:innen – in Dänemark sind es fast 200. Da geht also noch was. Alles andere sind verpasste Chancen. Denn: „Unter bestimmten Voraussetzungen ermöglichen klinische Studien frühzeitig Zugang zu noch nicht zugelassenen, innovativen Therapien. Sie können Menschen mit schweren Erkrankungen wie Krebs neue Hoffnung schenken“, betont Gruppe. „Gleichzeitig sind sie die Grundlage für die Medizin der Patient:innen von Morgen.“

Aber was ist eine klinische Studie eigentlich? Wie läuft eine Teilnahme ab? Welche Voraussetzungen gibt es? Wer darüber mehr erfahren möchte, kann dazu in das virtuelle Studienzentrum von Boehringer Ingelheim gehen und durch die verschiedenen Räume wie Labor und Behandlungszimmer laufen. Mal eben per Mausklick eine Studienärztin besuchen? Warum nicht. Sie ist für die Durchführung der jeweiligen Studie an ihrem Zentrum verantwortlich, sorgt für die Einhaltung aller Vorschriften und untersucht regelmäßig den Gesundheitszustand der Teilnehmenden. Sie lässt die Patient:innen mit ihren Fragen nicht allein – und ist da, um unter anderem über Ziel, Nutzen, Risiken, Patientensicherheit und bevorstehende Untersuchungen aufzuklären.

„Erst, wenn die Interessierten alles verstanden haben, entscheiden sie über eine Teilnahme. Und selbst nach Abgabe der Einstimmungserklärung gilt: Die Zustimmung können sie selbst während der Studie jederzeit ohne Angabe von Gründen zurückziehen“, sagt Gruppe.

Klinische Studien: zentral für medizinischen Fortschritt

Klinische Studien: zentral für medizinischen Fortschritt
Studien laufen in der Regel in vier Phasen ab. Foto: ©iStock.com/Prostock-Studio

Studien laufen in der Regel in vier Phasen ab – darüber werden die Besucher:innen des virtuellen Zentrums direkt an der Rezeption aufgeklärt: In der Phase 1 wird in der Regel ein neues Medikament erstmals an gesunden Freiwilligen u. a. mit Blick auf Sicherheit und Verträglichkeit untersucht. „Die Phase 2 umfasst bis zu einige 100 Patienten, die an der Erkrankung leiden. Ziele sind, die richtige Dosis zu finden und mehr Daten zu Wirksamkeit und Nebenwirkungen zu erhalten“, heißt es da. In Phase 3 wird der neue Arzneimittelkandidat mit „der bereits verfügbaren Standardtherapie verglichen und die Wirksamkeit der Behandlung endgültig nachgewiesen. Dabei werden Hunderte oder sogar Tausende von Teilnehmenden weltweit mit dem neuen Medikament behandelt.“ Nach Zulassung und Marktverfügbarkeit kommt Phase 4 – um wichtige Daten aus der alltäglichen Praxis zu sammeln.

„Klinische Studien helfen, wichtige Fragen zu neuen Medikamenten zu beantworten. Sie sind zentral für den medizinischen Fortschritt“, so Gruppe. „Wissenschaftler:innen, Ärzt:innen, Pflegepersonal und Proband:innen spielen dabei eine wichtige Rolle. Eine Studienteilnahme kann also richtig etwas bewirken – sie sollte nicht daran scheitern, dass Patient:innen und ihre Ärzt:innen nicht genügend Informationen an der Hand haben.“

Weiterführende Links:

Virtuelle Praxis von Boehringer Ingelheim

Studiendatenbank ClinicalTrials.gov

EU Clinical Trials

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