Artikel, Geschichten, Fakten – zu Themen aus Gesundheit und Pharma

CAR-T-Zelltherapien: Das Gesundheitssystem hinkt dem medizinischen Fortschritt hinterher – Leidtragende sind die Patient:innen. Foto: ©iStock.com/BlindTurtle

„Gentherapie bei Hämophilie: Viele sagen, sie wollen das unbedingt machen“

Es ist eine atemberaubende Entwicklung: Noch bis in die 1960er-Jahre war eine normale Schulzeit für Menschen, die an der schweren Verlaufsform der Hämophilie litten, kaum möglich. Schwere Einblutungen in Gelenken und Muskulatur führten zu Fehlzeiten und Aufenthalten im Krankenhaus. Manche besuchten Internate, die eigens für Hämophilie-Betroffene eingerichtet wurden. Jahrzehntelang war eine Blutspende von nahen Verwandten oft die einzige Behandlungsoption. Erst Ende der 1960er-Jahre wurde das Leben der Patienten und Patientinnen deutlich einfacher. Denn von da an gab es Gerinnungsfaktorkonzentrate, die ab den 1970er-Jahren nicht mehr von Ärzten und Ärztinnen verabreicht werden mussten, sondern von den Betroffenen selbst gespritzt werden konnten – im Rahmen der sogenannten „ärztlich kontrollierten Heimselbstbehandlung für Bluter“. In den 1990er Jahren kamen erstmals gentechnisch hergestellte Faktorenkonzentrate auf den Markt. Heute gibt es zudem Konzentrate, die für eine stabile Blutgerinnung sorgen und einen so genannten biphasischen Antikörper, der den Gerinnungsfaktor VIII ersetzt und unter die Haut injiziert wird. Und: Es werden Gentherapien entwickelt, von denen sich viele nicht nur eine Kontrolle ihrer Erkrankung, sondern Heilung erhoffen. Wie realistisch diese Hoffnungen sind und was man über die „Bluter-Krankheit“ sonst noch wissen sollte, darüber haben wir mit Dr. Georg Goldmann gesprochen, Oberarzt am Hämophiliezentrum in Bonn.

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Aufsichtsbehörden verlassen sich bei der Arzneimittelzulassung auf randomisierte kontrollierte Studien. Allerdings stößt das Studiendesign immer öfter an Grenzen. Foto: CC0 (Stencil)

Daten aus dem echten Leben: Bessere Arzneimittelentwicklung?

Menschen, die Medikamente einnehmen müssen, fragen sich: Wurde alles getan, um die Wirksamkeit und die Sicherheit neuer Therapien möglichst zweifelsfrei nachweisen zu können? Seit mehr als einem halben Jahrhundert verlassen sich die Aufsichtsbehörden auf der ganzen Welt bei der Zulassung neuer Arzneimittel auf randomisierte kontrollierte Studien (RCT). Sie sind der so genannte „Goldstandard“, um zu einer hohen Evidenz zu kommen; sprich: einem empirisch erbrachten Nachweis vom Nutzen einer therapeutischen Intervention. Allerdings stoßen solche Studiendesigns immer öfter an Grenzen. Real-World-Evidence spielt eine zunehmend größere Rolle – generiert aus Daten aus dem „echten Leben“.

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Beim Kampf gegen die Pandemie scheint es  als bestehe ein unlösbarer Konflikt zwischen wirtschaftlichen Interessen und dem Schutz der Gesundheit. Aber ist das auch so? Foto: @iStock.com/jokuephotography

COVID-19: Gesundheit oder Wirtschaft – ein unlösbares Dilemma?

Die Bundesregierung sieht sich in der Kritik, weil das Herunterfahren weiter Teile der Wirtschaft die Existenzen vieler Menschen bedroht. Es scheint, als bestehe ein unlösbarer Konflikt zwischen wirtschaftlichen Interessen und dem Schutz der Gesundheit. So einfach ist es aber nicht, stellt das ifo-Institut, eine Forschungseinrichtung mit Sitz in München, fest.

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Das SARS-CoV-2-Virus war in diesem Jahr nicht der einzige Erreger  mit dem sich die WHO befassen musste. Sie reagierte 2020 auf über 60 Notfälle weltweit. Foto: ©iStock.com/Natali_Mis

Coronapandemie: Eine von vielen Gesundheitskrisen im Jahr 2020

Auch für die Verantwortlichen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) war es ein „außergewöhnliches Jahr“ – schließlich führten sie „den globalen Kampf gegen eine Jahrhundertpandemie“ an. Doch das „SARS-CoV-2-Virus, das COVID-19 verursacht, ist nicht der einzige Krankheitserreger, mit dem wir uns 2020 befassten; dieser Ausbruch war einer von vielen Gesundheitsnotfällen in unseren Büchern“, so die WHO.

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Die EMA will voraussichtlich am 21.12. entscheiden  ob sie die Zulassung eines ersten Coronaimpfstoffes empfiehlt. Doch viele Menschen haben noch Fragen. Foto: ©iStock.com/Jatuporn Tansirimas

Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Coronaimpfung

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA will voraussichtlich am 21. Dezember darüber entscheiden, ob sie die bedingte Marktzulassung eines ersten Coronaimpfstoffes empfiehlt. Danach muss die Europäische Kommission die offizielle Erlaubnis geben, damit es auch in EU-Staaten wie Deutschland mit dem Impfen losgehen kann. Doch viele Bürger und Bürgerinnen haben noch Fragen. Ein Blick auf die Fakten.

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Vitamin D? Waldbaden? Mundspülungen? Oder vielleicht doch eine Impfung? Eine Expertenrunde hat jetzt geklärt  welche dieser Methoden sich zur „Prävention in Zeiten von Corona“ eignet. Foto: CC0 (Stencil)

Prävention in Zeiten von Corona

Waldbaden, Vitamin D oder der mRNA-Impfstoffkandidat von BioNTech und Pfizer – welche dieser Möglichkeiten eignet sich wohl am besten zur „Prävention in Zeiten von Corona“? Eine kleine virtuelle Expertenrunde kam zu einem eindeutigen Ergebnis.

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Angesichts von Meldungen über Impfdurchbrüche sind manche Menschen verunsichert: Bringt eine Impfung überhaupt etwas? Foto: ©iStock.com/Roop_Dey

Impfstoffentwicklung gegen SARS-CoV-2: (Zu) schnell?

In Großbritannien ist diese Woche mit dem Impfen gegen das Coronavirus begonnen worden. Eine Frau erhielt als erste weltweit die dort bereits zugelassene Vakzine; die fast 91-Jährige bezeichnete das als das „beste frühe Geburtstagsgeschenk“. Doch viele Menschen fragen sich, wie so schnell ein Impfstoff gegen den neuen Erreger entwickelt werden konnte. Zu Recht. Die Erklärungen sind allerdings relativ simpel.

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Auf der BPI-Hauptversammlung sprach eine Expertenrunde über die Digitalisierung des Gesundheitswesens – die in Deutschland langsam Fahrt aufnimmt. Foto: © Pharma Fakten

Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen: 34 Gesetze in 32 Monaten

Für den neuen Vorsitzenden des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI) Dr. Hans-Georg Feldmeier steht die Stärkung des Produktionsstandortes Deutschland und Europa ganz oben auf der Agenda. „Die Themenkomplexe Digitalisierung, Innovation nehmen hierbei eine Schlüsselrolle ein“, sagte er auf der BPI-Hauptversammlung. Eine Expertenrunde sprach hier über die Digitalisierung des Gesundheitswesens – die Deutschland lange Zeit verschlafen hat. Doch inzwischen kommt Bewegung in die Sache.

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CAR-T-Zelltherapien: Das Gesundheitssystem hinkt dem medizinischen Fortschritt hinterher – Leidtragende sind die Patient:innen. Foto: ©iStock.com/BlindTurtle

„Gentherapie bei Hämophilie: Viele sagen, sie wollen das unbedingt machen“

Es ist eine atemberaubende Entwicklung: Noch bis in die 1960er-Jahre war eine normale Schulzeit für Menschen, die an der schweren Verlaufsform der Hämophilie litten, kaum möglich. Schwere Einblutungen in Gelenken und Muskulatur führten zu Fehlzeiten und Aufenthalten im Krankenhaus. Manche besuchten Internate, die eigens für Hämophilie-Betroffene eingerichtet wurden. Jahrzehntelang war eine Blutspende von nahen Verwandten oft die einzige Behandlungsoption. Erst Ende der 1960er-Jahre wurde das Leben der Patienten und Patientinnen deutlich einfacher. Denn von da an gab es Gerinnungsfaktorkonzentrate, die ab den 1970er-Jahren nicht mehr von Ärzten und Ärztinnen verabreicht werden mussten, sondern von den Betroffenen selbst gespritzt werden konnten – im Rahmen der sogenannten „ärztlich kontrollierten Heimselbstbehandlung für Bluter“. In den 1990er Jahren kamen erstmals gentechnisch hergestellte Faktorenkonzentrate auf den Markt. Heute gibt es zudem Konzentrate, die für eine stabile Blutgerinnung sorgen und einen so genannten biphasischen Antikörper, der den Gerinnungsfaktor VIII ersetzt und unter die Haut injiziert wird. Und: Es werden Gentherapien entwickelt, von denen sich viele nicht nur eine Kontrolle ihrer Erkrankung, sondern Heilung erhoffen. Wie realistisch diese Hoffnungen sind und was man über die „Bluter-Krankheit“ sonst noch wissen sollte, darüber haben wir mit Dr. Georg Goldmann gesprochen, Oberarzt am Hämophiliezentrum in Bonn.

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Aufsichtsbehörden verlassen sich bei der Arzneimittelzulassung auf randomisierte kontrollierte Studien. Allerdings stößt das Studiendesign immer öfter an Grenzen. Foto: CC0 (Stencil)

Daten aus dem echten Leben: Bessere Arzneimittelentwicklung?

Menschen, die Medikamente einnehmen müssen, fragen sich: Wurde alles getan, um die Wirksamkeit und die Sicherheit neuer Therapien möglichst zweifelsfrei nachweisen zu können? Seit mehr als einem halben Jahrhundert verlassen sich die Aufsichtsbehörden auf der ganzen Welt bei der Zulassung neuer Arzneimittel auf randomisierte kontrollierte Studien (RCT). Sie sind der so genannte „Goldstandard“, um zu einer hohen Evidenz zu kommen; sprich: einem empirisch erbrachten Nachweis vom Nutzen einer therapeutischen Intervention. Allerdings stoßen solche Studiendesigns immer öfter an Grenzen. Real-World-Evidence spielt eine zunehmend größere Rolle – generiert aus Daten aus dem „echten Leben“.

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Beim Kampf gegen die Pandemie scheint es  als bestehe ein unlösbarer Konflikt zwischen wirtschaftlichen Interessen und dem Schutz der Gesundheit. Aber ist das auch so? Foto: @iStock.com/jokuephotography

COVID-19: Gesundheit oder Wirtschaft – ein unlösbares Dilemma?

Die Bundesregierung sieht sich in der Kritik, weil das Herunterfahren weiter Teile der Wirtschaft die Existenzen vieler Menschen bedroht. Es scheint, als bestehe ein unlösbarer Konflikt zwischen wirtschaftlichen Interessen und dem Schutz der Gesundheit. So einfach ist es aber nicht, stellt das ifo-Institut, eine Forschungseinrichtung mit Sitz in München, fest.

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Das SARS-CoV-2-Virus war in diesem Jahr nicht der einzige Erreger  mit dem sich die WHO befassen musste. Sie reagierte 2020 auf über 60 Notfälle weltweit. Foto: ©iStock.com/Natali_Mis

Coronapandemie: Eine von vielen Gesundheitskrisen im Jahr 2020

Auch für die Verantwortlichen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) war es ein „außergewöhnliches Jahr“ – schließlich führten sie „den globalen Kampf gegen eine Jahrhundertpandemie“ an. Doch das „SARS-CoV-2-Virus, das COVID-19 verursacht, ist nicht der einzige Krankheitserreger, mit dem wir uns 2020 befassten; dieser Ausbruch war einer von vielen Gesundheitsnotfällen in unseren Büchern“, so die WHO.

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Die EMA will voraussichtlich am 21.12. entscheiden  ob sie die Zulassung eines ersten Coronaimpfstoffes empfiehlt. Doch viele Menschen haben noch Fragen. Foto: ©iStock.com/Jatuporn Tansirimas

Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Coronaimpfung

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA will voraussichtlich am 21. Dezember darüber entscheiden, ob sie die bedingte Marktzulassung eines ersten Coronaimpfstoffes empfiehlt. Danach muss die Europäische Kommission die offizielle Erlaubnis geben, damit es auch in EU-Staaten wie Deutschland mit dem Impfen losgehen kann. Doch viele Bürger und Bürgerinnen haben noch Fragen. Ein Blick auf die Fakten.

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Vitamin D? Waldbaden? Mundspülungen? Oder vielleicht doch eine Impfung? Eine Expertenrunde hat jetzt geklärt  welche dieser Methoden sich zur „Prävention in Zeiten von Corona“ eignet. Foto: CC0 (Stencil)

Prävention in Zeiten von Corona

Waldbaden, Vitamin D oder der mRNA-Impfstoffkandidat von BioNTech und Pfizer – welche dieser Möglichkeiten eignet sich wohl am besten zur „Prävention in Zeiten von Corona“? Eine kleine virtuelle Expertenrunde kam zu einem eindeutigen Ergebnis.

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Angesichts von Meldungen über Impfdurchbrüche sind manche Menschen verunsichert: Bringt eine Impfung überhaupt etwas? Foto: ©iStock.com/Roop_Dey

Impfstoffentwicklung gegen SARS-CoV-2: (Zu) schnell?

In Großbritannien ist diese Woche mit dem Impfen gegen das Coronavirus begonnen worden. Eine Frau erhielt als erste weltweit die dort bereits zugelassene Vakzine; die fast 91-Jährige bezeichnete das als das „beste frühe Geburtstagsgeschenk“. Doch viele Menschen fragen sich, wie so schnell ein Impfstoff gegen den neuen Erreger entwickelt werden konnte. Zu Recht. Die Erklärungen sind allerdings relativ simpel.

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Auf der BPI-Hauptversammlung sprach eine Expertenrunde über die Digitalisierung des Gesundheitswesens – die in Deutschland langsam Fahrt aufnimmt. Foto: © Pharma Fakten

Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen: 34 Gesetze in 32 Monaten

Für den neuen Vorsitzenden des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI) Dr. Hans-Georg Feldmeier steht die Stärkung des Produktionsstandortes Deutschland und Europa ganz oben auf der Agenda. „Die Themenkomplexe Digitalisierung, Innovation nehmen hierbei eine Schlüsselrolle ein“, sagte er auf der BPI-Hauptversammlung. Eine Expertenrunde sprach hier über die Digitalisierung des Gesundheitswesens – die Deutschland lange Zeit verschlafen hat. Doch inzwischen kommt Bewegung in die Sache.

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Kommentar

GKV-Spargesetz: Das Narrativ stimmt nicht

Die Bundesregierung betont, dass sie mit dem vorgelegten Entwurf zum Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) „allen Beteiligten – von der Pharmaindustrie über die Ärztinnen und Ärzte bis hin zu den Krankenhäusern – etwas abverlangt, um dieses System zukunftsfähig zu machen.“ Das aber ist nicht nur der falsche Weg – es stimmt auch einfach nicht. Ein Kommentar von Florian Martius.

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