Leandra

Als Standort für klinische Studien verliert Deutschland an Attraktivität. Warum das so ist und was getan werden muss, erklärt Dr. Petra Moroni-Zentgraf von Boehringer Ingelheim. Foto: ©iStock.com/Vladimir Borovic

„Ohne klinische Studien gibt es keinen medizinischen Fortschritt.“

Es war einmal vor gar nicht allzu langer Zeit, da war Deutschland weltweiter Vizemeister: Nur in den USA wurden mehr klinische Studien durchgeführt. Inzwischen belegt die Bundesrepublik Platz 7. Das hat weitreichende Folgen. Denn in klinischen Studien können Ärzt:innen die Medizin von Morgen erlernen und mitgestalten; Patient:innen können früh von neuen Therapieansätzen profitieren. Ein Interview mit Dr. Petra Moroni-Zentgraf, Medizinische Leiterin bei Boehringer Ingelheim.

Keine STIKO-Empfehlung für MenB-Impfstoffe: Vor allem einkommensschwache Familien haben keinen Zugang, um sich vor dieser gefährlichen Krankheit zu schützen. Foto: ©iStock.com/FotoDuets

Hürden hoch, Impfquoten niedrig: Die Meningokokken-Impfung für Babys

Die SARS-CoV-2 Pandemie hatte erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Aber auch im Nachgang dieser globalen Gesundheitskrise zeigen sich erhebliche bakterielle und infektiologische Gefährdungen der Jüngeren, auch weil die Impfraten – von Covid-19 abgesehen – zurückgegangen sind. Hinzu kommen Hürden, die das Impfen nicht gerade erleichtern. Das erschwert insbesondere einkommensschwachen Familien den Zugang, was sich bei der Impfung gegen Meningokokken-Infektionen zeigt.

1955 wurde das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) entdeckt – seitdem ist die Wissenschaft auf der Suche nach Möglichkeiten, um dem Erreger Schritt für Schritt besser Einhalt gebieten zu können. Foto: ©iStock.com/Snezhana Kudryavtseva

RS-Virus: Wenn jahrzehntelange Forschung Früchte trägt

1955 wurde es bei Schimpansen mit Atemwegssymptomen entdeckt, kurze Zeit später auch beim Menschen: das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV). Seitdem sind Wissenschaftler:innen damit beschäftigt, Schritt für Schritt einen Werkzeugkasten aufzubauen – gefüllt mit Instrumenten, mit denen sie dem Erreger so gut wie möglich Einhalt gebieten können. Denn inzwischen ist RSV ein Problem für Menschen und Gesundheitssysteme weltweit. Die Forschung läuft auf Hochtouren – und liefert Ergebnisse.

Wenn wir das Gesundheitswesen nicht schnellstens digitalisieren, wird die medizinische Versorgung in den kommenden Jahren in den Keller gehen. Foto: Deutscher Ethikrat

Digital unterstützte Medizin ist die bessere Medizin

Wenn wir das Gesundheitswesen nicht schnellstens digitalisieren und die Nutzung von Gesundheitsdaten und ihre Auswertung durch Künstliche Intelligenz (KI) vorantreiben, wird die medizinische Versorgung in den kommenden Jahren in den Keller gehen. Und zwar gleich aus mehreren Gründen.

Die pharmazeutische Industrie gilt als profitabel. Zu profitabel, wie viele finden. Oliver Kirst, Geschäftsführer von Servier Deutschland, sieht das anders. Foto: ©iStock.com/ipopba

Verdient die Pharmaindustrie, was sie verdient?

Die pharmazeutische Industrie gilt als profitabel. Zu profitabel, wie ihre Kritiker finden. Darüber, ob es ethisch zulässig ist, mit den Krankheiten der Menschen Geld zu verdienen und ob die pharmazeutische Industrie verdient, was sie verdient, sprachen wir mit Oliver Kirst, Geschäftsführer des forschenden französischen Pharmaunternehmens Servier Deutschland.

Net Present Value (NPV)

Der Kapitalwert (englisch Net Present Value, NPV; auch Nettobarwert) ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl der dynamischen Investitionsrechnung. Der Kapitalwert ergibt sich aus der Summe der auf die Gegenwart abgezinsten zukünftigen Erfolge einer Investition.

Cost of Capital (COC)

Die Kapitalkosten (COC) sind die Kosten für die Mittel eines Unternehmens (sowohl Fremd- als auch Eigenkapital) oder aus der Sicht eines Investors, „die erforderliche Rendite eines Unternehmens“. Sie wird verwendet, um neue Projekte eines Unternehmens zu bewerten. Sie ist die Mindestrendite, die Investoren erwarten, wenn sie dem Unternehmen Kapital zur Verfügung stellen, und setzt damit einen Maßstab, den ein neues Projekt erfüllen muss.

Return on Invested Capital (ROIC)

Der ROIC (Return on Invested Capital), in Deutsch als „Rendite auf das eingesetzte Kapital“, teilweise auch als „Gesamtkapitalrendite“ bekannt, gibt Auskunft darüber, wie gewinnbringend ein Unternehmen seine investierten Geldmittel nutzt. Der ROIC ist das Maß für den prozentualen Anteil des operativen Gewinns nach Steuern („Net Operating Profit After Taxes – NOPAT“) am durchschnittlich investierten Kapital („Average Invested Capital“). Der ROIC berechnet sich aus dem operativen Gewinn nach Steuern dividiert durch das durchschnittlich investierte Kapital multipliziert mit hundert (ROIC = Gewinn / Kapital x 100 bzw. NOPAT / IC).

Umsatzrendite

Die Umsatzrendite ist das Maß für den prozentualen Anteil des Gewinns am Umsatz einer Unternehmung in einem vorgegebenen Zeitraum (i.d.R. ein Jahr). Die Umsatzrendite berechnet sich aus dem Gewinn dividiert durch den Umsatz multipliziert mit hundert (Umsatzrendite = Gewinn / Umsatz x 100).

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