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Arzneimittel schnell auf dem Markt – aber nicht schnell beim Patienten

Medikamente in Deutschland gelangen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern schneller auf den Arzneimittelmarkt. Gesundheitsökonom Prof. Dr. Reinhard Busse von der TU Berlin erklärte dies am Montag anhand einer Studie, die er im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes erstellt hatte. Über den Zugang für Patienten zu innovativen Medikamenten sagt dies jedoch nichts aus. Außerdem erscheinen die Zahlen nicht mehr zeitgemäß. Busse bezog sich zumeist auf die Zeit vor Einführung des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG).

Die Kosten für innovative Arzneien wurden beim Hauptstadtkongress anhand der aktuellen HCV-Therapie diskutiert. Auch neue Antibiotika waren Thema. Foto: © WISO/Schmidt-Dominé

Preise für Hepatitis-C-Medikamente und Antibiotika in der Diskussion

Die Erstattungspreise für Antibiotika, jahrzehntelang auf einem niedrigen Niveau, könnten demnächst wieder steigen. Dies und die Kosten für innovative Arzneimittel in Deutschland waren beim Hauptstadtkongress in Berlin ein viel diskutiertes Thema. Politiker betonten, die Entwicklung neuer Antibiotika fördern zu wollen.

Zuckerkrankheit möglicher Faktor bei Alzheimer

Alzheimer könnte nach einer aktuellen Studie amerikanischer Wissenschaftler unter anderem auf eine Diabetes-Erkrankung zurückzuführen sein. Sie wiesen bei Tests einen Zusammenhang zwischen einem hohen Blutzuckerspiegel und einem zunehmenden Gedächtnisverlust nach.

Politiker stellen AMNOG-Änderungen in Aussicht

Die Diskussion um eine Reform des AMNOG hat beim Hauptstadtkongress in Berlin neue Nahrung erhalten. Wie die Industrie wollen grundsätzlich auch die Bundespolitiker an dem Gesetz festhalten. Doch für das häufig als „lernendes System“ bezeichnete Verfahren dürfte eine Reform anstehen.

AMNOG verfehlt wesentliche Ziele

Das AMNOG hat sein Ziel verfehlt. Das ist die Kernaussage eines Gutachtens, das Prof. Dr. Dieter Cassel (Universität Duisburg Essen) und Prof. Dr. Volker Ulrich (Universität Bayreuth) im Auftrag des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) erstellt haben. Immerhin: Es bleibt Hoffnung. Im Kern sei das AMNOG nutzbar, es seien jedoch Änderungen notwendig.

Kassen verkraften höhere Kosten

Das Gesundheitssystem verkraftet innovative Therapien. Sie müssen allerdings bei den Patienten ankommen. Um diese beiden Punkte und um die Frage, ob das AMNOG zu retten ist, kreisten heute zwei Pressekonferenzen der führenden Pharmaverbände Verband Forschender Pharmaunternehmen (vfa) und Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI).

Ziel – Mehr Arzneien speziell für Kinder

Für Kinder gibt es nur wenige auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Arzneimittel. Um die Mädchen und Jungen künftig besser versorgen zu können, sind in dieser Woche Experten des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) sowie des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bei einem Symposium zusammengekommen. Das Ziel: mehr Kinderarzneien.

Statine senken Sterberisiko bei Krebspatienten deutlich

Das Sterberisiko von Krebspatienten kann um mehr als die Hälfte sinken, wenn sie Blutdrucksenker einnehmen. Das geht aus langjährigen Studien hervor, die beim weltgrößten Onkologie-Kongress American Society for Clinical Oncology’s annual meeting (ASCO) in Chicago vorgestellt wurde.

© Pharma Fakten e.V.
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