Artikel, Geschichten, Fakten – zu Themen aus Gesundheit und Pharma

Wenn wir das Gesundheitswesen nicht schnellstens digitalisieren, wird die medizinische Versorgung in den kommenden Jahren in den Keller gehen. Foto: Deutscher Ethikrat

Digital unterstützte Medizin ist die bessere Medizin

Wenn wir das Gesundheitswesen nicht schnellstens digitalisieren und die Nutzung von Gesundheitsdaten und ihre Auswertung durch Künstliche Intelligenz (KI) vorantreiben, wird die medizinische Versorgung in den kommenden Jahren in den Keller gehen. Und zwar gleich aus mehreren Gründen.

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Die pharmazeutische Industrie gilt als profitabel. Zu profitabel, wie viele finden. Oliver Kirst, Geschäftsführer von Servier Deutschland, sieht das anders. Foto: ©iStock.com/ipopba

Verdient die Pharmaindustrie, was sie verdient?

Die pharmazeutische Industrie gilt als profitabel. Zu profitabel, wie ihre Kritiker finden. Darüber, ob es ethisch zulässig ist, mit den Krankheiten der Menschen Geld zu verdienen und ob die pharmazeutische Industrie verdient, was sie verdient, sprachen wir mit Oliver Kirst, Geschäftsführer des forschenden französischen Pharmaunternehmens Servier Deutschland.

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1,2 Milliarden Menschen in 45 einkommensschwachen Ländern mit Arzneimitteln und Impfstoffen versorgen: Pfizer hat sich viel vorgenommen. Foto: CC0 (Stencil)

„Accord“: Mehr Gesundheit für 1,2 Milliarden Menschen

Bei Pfizer hat man sich viel vorgenommen: „Accord“ heißt die Initiative, mit dem das forschende Arzneimittel- und Impfstoffunternehmen 1,2 Milliarden Menschen in 45 Ländern erreichen will. Das Ziel: Eine bessere medizinische Versorgung. Die Initiative umfasst das gesamte Angebot an Medikamenten und Impfstoffen, an dem das Unternehmen die globalen Rechte hat, sowie die Zusammenarbeit mit führenden Vertreter:innen des globalen Gesundheitswesens zur Verbesserung von Diagnose, Bildung, Infrastruktur und Lagerung.

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Es sind noch 6,5 Jahre: Bis dahin soll HIV/Aids beendet sein. Ein Gespräch mit Martin Flörkemeier von Gilead über das, was in Deutschland noch getan werden muss. Foto: iStock.com/Zurijeta

Vom Recht auf eine HIV-freie Zukunft

Es sind noch 6,5 Jahre: Bis dahin soll HIV/Aids nach den Zielen der Vereinten Nationen beendet sein. Möglich wäre das. Das zeigt ein neuer Bericht der Organisation UNAIDS. Und auch Martin Flörkemeier von Gilead Sciences, einem führenden Entwickler von HIV-Arzneimitteln, weiß, dass das klappen kann: Denn alle Instrumente sind vorhanden. Ein Gespräch über das, was in Deutschland noch getan werden muss.

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Laut Hämatologe PD Dr. Maximilian Merz, Leipzig, ist es „erstaunlich“, was sich in den vergangenen Jahren in der Behandlung des Multiplen Myeloms getan hat (Symbolbild). Foto: iStock.com / seb_ra

„Knochenmarkkrebs wird heilbar werden“

„Das multiple Myelom war bis vor zehn oder 15 Jahren ganz schlecht behandelbar und mit einer geringen Lebenserwartung verknüpft“, so der Hämatologe PD Dr. Maximilian Merz vom Uniklinikum Leipzig (UKL). Heute haben sich die Aussichten bei Knochenmarkkrebs deutlich verbessert – dank neuer Medikamente. Die Forschung arbeitet auf eine Heilung hin.

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Die Universitätsprofessorin Heidrun Thaiss und der Kinderarzt Dr. Thomas Fischbach erläuterten bei einer Veranstaltung in Berlin, weshalb Prävention so wichtig ist und wie sie umgesetzt werden könnte. Foto: iStock.com/Maridav.

Mehr und bessere Prävention: Weshalb die Zeit drängt

„Gesundheitsförderung und Prävention: Wie gelingt der Paradigmenwechsel?“ Dieser Frage gingen in Berlin Prof. Dr. Heidrun Thaiss und Dr. Thomas Fischbach nach – beide gehören zu den Gründungsmitgliedern des „Nationalen Aktionsbündnisses Impfen“, das jüngst seine Arbeit aufgenommen hat. Neben den Impfungen gibt es noch viele weitere Präventionsmaßnahmen, die nicht nur aus gesundheitlichen, sondern auch aus Kostengründen dringend umgesetzt werden müssten.

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Im ersten Quartal 2023 sind die Ausgaben für Arzneimittel um 2,7 Prozent gestiegen – bei einer Inflation von rund 8 Prozent. Die Attacken gegen Arzneimittelpreise reißen trotzdem nicht ab. Foto: ©iStock.com/Dilok Klaisataporn

Arzneimittelausgaben der GKV: Real im Sinkflug

Im ersten Quartal 2023 sind die Ausgaben für Arzneimittel um 2,7 Prozent gestiegen – bei einer Inflation von rund 8 Prozent in den ersten 3 Monaten des Jahres ist das real ein deutliches Minus. Die gesamten Leistungsausgaben der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) stiegen hingegen um 5,3 Prozent – fast doppelt so viel wie der Arzneimittelsektor. Die Attacken gegen die Preise von Arzneimitteln reißen trotzdem nicht ab.

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Die innovationsfeindliche Arzneimittelpolitik wird die Versorgung von Patient:innen mit neuen Medikamenten bis zum Jahr 2030 deutlich verschlechtern. Das zeigt eine Studie, die der vfa vorgelegt hat. Foto: iStock.com/gorodenkoff

Arzneimittelforschung: Deutschland bremst sich selbst aus

Die innovationsfeindliche Arzneimittelpolitik wird die Versorgung von Patient:innen mit neuen Medikamenten in Deutschland bis zum Jahr 2030 deutlich verschlechtern. Das ist das Ergebnis der Studie des Beratungsunternehmens Kearney und des Verbandes forschender Pharma-Unternehmen (vfa) „Pharma-Innovationsstandort Deutschland“. Sie legt schonungslos die Problemfelder offen, die dafür sorgen, dass der Innovationsstandort im internationalen Vergleich gerade massiv an Boden verliert.

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Menschen, die nicht in das Raster von „männlich, weiß, cisgender“ passen, erhalten oftmals eine schlechtere gesundheitliche Versorgung. Foto: ©iStock.com/Bulat Silvia

Gender Health Gap macht krank

„Wäre Endometriose eine Männerkrankheit, wüsstet ihr genau, was das ist“, sagt Wissenschaftsjournalistin Dr. Mai Thi Nguyen-Kim. Stattdessen ist diese Unterleibserkrankung für viele Menschen eine große Unbekannte. Es ist ein Beispiel von vielen, das verdeutlicht, wie riesig das „Gender Health Gap“ noch immer ist. Die Folge dieser „Lücke“ in Medizin und Gesundheitswesen: Menschen, die nicht in das Raster von „männlich, weiß, cisgender“ passen, erhalten oftmals eine schlechtere gesundheitliche Versorgung.

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Wenn wir das Gesundheitswesen nicht schnellstens digitalisieren, wird die medizinische Versorgung in den kommenden Jahren in den Keller gehen. Foto: Deutscher Ethikrat

Digital unterstützte Medizin ist die bessere Medizin

Wenn wir das Gesundheitswesen nicht schnellstens digitalisieren und die Nutzung von Gesundheitsdaten und ihre Auswertung durch Künstliche Intelligenz (KI) vorantreiben, wird die medizinische Versorgung in den kommenden Jahren in den Keller gehen. Und zwar gleich aus mehreren Gründen.

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Die pharmazeutische Industrie gilt als profitabel. Zu profitabel, wie viele finden. Oliver Kirst, Geschäftsführer von Servier Deutschland, sieht das anders. Foto: ©iStock.com/ipopba

Verdient die Pharmaindustrie, was sie verdient?

Die pharmazeutische Industrie gilt als profitabel. Zu profitabel, wie ihre Kritiker finden. Darüber, ob es ethisch zulässig ist, mit den Krankheiten der Menschen Geld zu verdienen und ob die pharmazeutische Industrie verdient, was sie verdient, sprachen wir mit Oliver Kirst, Geschäftsführer des forschenden französischen Pharmaunternehmens Servier Deutschland.

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1,2 Milliarden Menschen in 45 einkommensschwachen Ländern mit Arzneimitteln und Impfstoffen versorgen: Pfizer hat sich viel vorgenommen. Foto: CC0 (Stencil)

„Accord“: Mehr Gesundheit für 1,2 Milliarden Menschen

Bei Pfizer hat man sich viel vorgenommen: „Accord“ heißt die Initiative, mit dem das forschende Arzneimittel- und Impfstoffunternehmen 1,2 Milliarden Menschen in 45 Ländern erreichen will. Das Ziel: Eine bessere medizinische Versorgung. Die Initiative umfasst das gesamte Angebot an Medikamenten und Impfstoffen, an dem das Unternehmen die globalen Rechte hat, sowie die Zusammenarbeit mit führenden Vertreter:innen des globalen Gesundheitswesens zur Verbesserung von Diagnose, Bildung, Infrastruktur und Lagerung.

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Es sind noch 6,5 Jahre: Bis dahin soll HIV/Aids beendet sein. Ein Gespräch mit Martin Flörkemeier von Gilead über das, was in Deutschland noch getan werden muss. Foto: iStock.com/Zurijeta

Vom Recht auf eine HIV-freie Zukunft

Es sind noch 6,5 Jahre: Bis dahin soll HIV/Aids nach den Zielen der Vereinten Nationen beendet sein. Möglich wäre das. Das zeigt ein neuer Bericht der Organisation UNAIDS. Und auch Martin Flörkemeier von Gilead Sciences, einem führenden Entwickler von HIV-Arzneimitteln, weiß, dass das klappen kann: Denn alle Instrumente sind vorhanden. Ein Gespräch über das, was in Deutschland noch getan werden muss.

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Laut Hämatologe PD Dr. Maximilian Merz, Leipzig, ist es „erstaunlich“, was sich in den vergangenen Jahren in der Behandlung des Multiplen Myeloms getan hat (Symbolbild). Foto: iStock.com / seb_ra

„Knochenmarkkrebs wird heilbar werden“

„Das multiple Myelom war bis vor zehn oder 15 Jahren ganz schlecht behandelbar und mit einer geringen Lebenserwartung verknüpft“, so der Hämatologe PD Dr. Maximilian Merz vom Uniklinikum Leipzig (UKL). Heute haben sich die Aussichten bei Knochenmarkkrebs deutlich verbessert – dank neuer Medikamente. Die Forschung arbeitet auf eine Heilung hin.

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Die Universitätsprofessorin Heidrun Thaiss und der Kinderarzt Dr. Thomas Fischbach erläuterten bei einer Veranstaltung in Berlin, weshalb Prävention so wichtig ist und wie sie umgesetzt werden könnte. Foto: iStock.com/Maridav.

Mehr und bessere Prävention: Weshalb die Zeit drängt

„Gesundheitsförderung und Prävention: Wie gelingt der Paradigmenwechsel?“ Dieser Frage gingen in Berlin Prof. Dr. Heidrun Thaiss und Dr. Thomas Fischbach nach – beide gehören zu den Gründungsmitgliedern des „Nationalen Aktionsbündnisses Impfen“, das jüngst seine Arbeit aufgenommen hat. Neben den Impfungen gibt es noch viele weitere Präventionsmaßnahmen, die nicht nur aus gesundheitlichen, sondern auch aus Kostengründen dringend umgesetzt werden müssten.

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Im ersten Quartal 2023 sind die Ausgaben für Arzneimittel um 2,7 Prozent gestiegen – bei einer Inflation von rund 8 Prozent. Die Attacken gegen Arzneimittelpreise reißen trotzdem nicht ab. Foto: ©iStock.com/Dilok Klaisataporn

Arzneimittelausgaben der GKV: Real im Sinkflug

Im ersten Quartal 2023 sind die Ausgaben für Arzneimittel um 2,7 Prozent gestiegen – bei einer Inflation von rund 8 Prozent in den ersten 3 Monaten des Jahres ist das real ein deutliches Minus. Die gesamten Leistungsausgaben der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) stiegen hingegen um 5,3 Prozent – fast doppelt so viel wie der Arzneimittelsektor. Die Attacken gegen die Preise von Arzneimitteln reißen trotzdem nicht ab.

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Die innovationsfeindliche Arzneimittelpolitik wird die Versorgung von Patient:innen mit neuen Medikamenten bis zum Jahr 2030 deutlich verschlechtern. Das zeigt eine Studie, die der vfa vorgelegt hat. Foto: iStock.com/gorodenkoff

Arzneimittelforschung: Deutschland bremst sich selbst aus

Die innovationsfeindliche Arzneimittelpolitik wird die Versorgung von Patient:innen mit neuen Medikamenten in Deutschland bis zum Jahr 2030 deutlich verschlechtern. Das ist das Ergebnis der Studie des Beratungsunternehmens Kearney und des Verbandes forschender Pharma-Unternehmen (vfa) „Pharma-Innovationsstandort Deutschland“. Sie legt schonungslos die Problemfelder offen, die dafür sorgen, dass der Innovationsstandort im internationalen Vergleich gerade massiv an Boden verliert.

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Menschen, die nicht in das Raster von „männlich, weiß, cisgender“ passen, erhalten oftmals eine schlechtere gesundheitliche Versorgung. Foto: ©iStock.com/Bulat Silvia

Gender Health Gap macht krank

„Wäre Endometriose eine Männerkrankheit, wüsstet ihr genau, was das ist“, sagt Wissenschaftsjournalistin Dr. Mai Thi Nguyen-Kim. Stattdessen ist diese Unterleibserkrankung für viele Menschen eine große Unbekannte. Es ist ein Beispiel von vielen, das verdeutlicht, wie riesig das „Gender Health Gap“ noch immer ist. Die Folge dieser „Lücke“ in Medizin und Gesundheitswesen: Menschen, die nicht in das Raster von „männlich, weiß, cisgender“ passen, erhalten oftmals eine schlechtere gesundheitliche Versorgung.

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Kommentar

Was, wenn Gesundheit die eigentliche Konjunktur-Bazooka wäre?

Wenn die forschende Pharmaindustrie Maßnahmen aus dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ablehnt und stattdessen strukturelle Reformen im Gesundheitswesen fordert, liegt ein Verdacht schnell nahe: Hier verteidigt eine profitable Branche ihre wirtschaftlichen Interessen. Das aber verstellt den Blick darauf, welchen gesamtgesellschaftlichen Beitrag die Branche leistet und welche Impulse sie für Gesundheit, Innovation, Produktivität und Wertschöpfung setzt. Impulse, auf die unser Land nicht verzichten kann. Ein Kommentar von Florian Martius.

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