Artikel, Geschichten, Fakten – zu Themen aus Gesundheit und Pharma

Bei Mukoviszidose konnten in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt werden. Wird eines Tages eine Heilung möglich sein? / Foto: ©iStock.com/spukkato (Siam Pukkato)

Ein Schritt nach vorne, zwei zurück

Bei den Experten der World Hepatitis Alliance galt Deutschland eine Zeit lang als eine Art Musterknabe. Gelobt wurde, wie hierzulande die verschiedenen Interessengruppen zusammengebracht wurden, um das WHO-Ziel der Eliminierung von Hepatitis C bis zum Jahr 2030 zu erreichen. Doch nun regen sich Zweifel, ob das auch alles effektiv ist. Was fehlt, ist der politische Wille, erklärt Achim Kautz, geschäftsführender Gesellschafter der Leberhilfe Projekt im Pharma Fakten-Interview.

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Auf dem Hauptstadtkongress erneuerte Prof. Dr. Jochen Maas von Sanofi-Aventis die Forderung der Industrie nach besseren Forschungsbedingungen bei Antibiotika. Foto: © Pharma Fakten

Die Entwicklung neuer Antibiotika muss attraktiver werden

Pro Jahr sterben aktuell etwa 25.000 Menschen in Europa an multiresistenten Erregern. Im Jahr 2050 könnten es laut Prognosen von Experten fast 400.000 sein. Antibiotika – einst die Wunderwaffe der Medizin im Kampf gegen bakterielle Infektionen – drohen zunehmend ihre Wirksamkeit zu verlieren. Der Bedarf an neuen Entwicklungen ist groß; doch das ist einfacher gesagt als getan. „Wir brauchen neue Wege, die Antibiotikaforschung zu bestreiten […] und wir brauchen zweitens auch neue Anreize, um Antibiotikaforschung für alle attraktiv zu machen“, forderte Prof. Dr. Jochen Maas, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung bei Sanofi-Aventis, auf dem Hauptstadtkongress in Berlin.

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Sorgt auch im verflixten siebten Jahr für reichlich Gesprächsstoff: Das AMNOG-Verfahren. Foto: Pharma Fakten

AMNOG-Report 2018: Es gibt weiterhin viel zu diskutieren

Auf dem Hauptstadtkongress 2018 in Berlin stellten die beiden Autoren Prof. Dr. Wolfgang Greiner und Julian Witte (Universität Bielefeld) den AMNOG-Report 2018 der DAK Gesundheit vor. „Wir freuen uns jedes Mal, dass es noch Dinge gibt, die es zu besprechen und auch zu diskutieren gilt“, erklärten sie. Und tatsächlich: In der eineinhalb-stündigen Veranstaltung wurden einige Themen benannt, die durchaus für Gesprächsbedarf sorgten – wie das Arztinformationssystem (AIS).

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Im Interview erklärt die biomedizinische Forscherin Prof. Dr. Dorothee von Laer  was onkolytische Viren sind und wie sie Tumoren zerstören können. Foto: CC0 (Stencil)

Europäisches Forschungsprojekt verbessert die Behandlung von Patienten

Kolorektale Karzinome (Darmkrebs) sind für die Medizin eine große Herausforderung: Die Tumore sind von Patient zu Patient sehr unterschiedlich – und sprechen unterschiedlich gut auf Medikamente an. Ein europäisches Forschungsprojekt hat daher über hundert Tumorproben von Patienten auf ihre genetische Zusammensetzung untersucht. Die Erkenntnisse helfen nun den Ärzten, das passende Medikament zu wählen – und der Forschung, innovative Arzneimittel zu entwickeln.

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Am 30. Mai ist Welt-MS-Tag. Foto: © iStock.com/Christoph Burgstedt

Multiple Sklerose: Eine Krankheit im Wandel

Die Zahl der Menschen mit der Diagnose Multiple Sklerose (MS) nimmt in Industrieländern stetig zu. Allein in Deutschland sind es 240.000 – eine Verdopplung in den vergangenen 40 Jahren. Die neurologische Erkrankung ist zwar immer besser therapier-, aber immer noch nicht heilbar. Die Behandlung der MS hat sich seit den 1990er Jahren stark verändert. Die Gründe: Bessere und frühere Diagnosen und Medikamente, die den Krankheitsverlauf verändern können. Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) begeht den diesjährigen Welt-MS-Tag am 30. Mai unter dem Motto „Unheilbar optimistisch“.

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Im Interview erklärt ITler Clemens Utschig-Utschig  Boehringer Ingelheim  wie Quantencomputer die Entwicklung von Arzneimitteln besser machen könnten. Foto: © iStock.com/metamorworks

Was hat der Patient von Big Data?

In Deutschland herrscht Nachholbedarf: Bei der Nutzung von Gesundheitsdaten sind andere Länder schon weiter. Dabei liegt hier ein Schatz vergraben: Die wissenschaftliche Auswertung großer Datenmengen kann die Gesundheitsversorgung deutlich verbessern. Und Pharmaunternehmen wollen sie nutzen, um gezielter Medikamente zu entwickeln.

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"Superbugs": Über 30.000 Tote durch gegen Antibiotika resistente Keime in Europa. Foto: CC0 (Stencil)

Die Macht des Wissens

54,3 Prozent der Deutschen verfügen laut einer repräsentativen Befragung über eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz. Das bedeutet: Sie haben erhebliche Schwierigkeiten, mit gesundheitsrelevanten Informationen z.B. zu Therapien oder Krankheiten umzugehen. Das hat gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit der Betroffenen – und auf die Gesellschaft als Ganzes. Ein „Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz“ soll Abhilfe schaffen.

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Nur jedes zehnte klinische Projekt  das in Phase I der klinischen Entwicklung gestartet wird  bekommt den Segen der Zulassungsbehörde.

Der lange Weg zum neuen Medikament

Neue Medikamente zu entwickeln ist ein langwieriger Prozess, heißt es. Aber stimmt das überhaupt? In den USA hat man genau nachgerechnet. Bestimmt wurde das „Likelihood of Approval“ (LOA), also die Wahrscheinlichkeit auf Zulassung eines Wirkstoffes: Nur jedes zehnte klinische Projekt, das in Phase I der klinischen Entwicklung gestartet wird, bekommt den Segen der Zulassungsbehörde.

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Europäischer Depressionstag (1.10.): 50 Millionen Menschen in Europa leiden mindestens einmal in ihrem Leben unter einer Depression. Foto: CC0 (Stencil)

Hunderttausende in Deutschland nicht adäquat behandelt

Weltweit sind etwa 125 Millionen Menschen von Psoriasis, auch bekannt als Schuppenflechte, betroffen. Hierzulande sind es etwa zwei Millionen. In den vergangenen Jahren hat sich in der Behandlung einiges getan: Patienten mit einer mittelschweren bis schweren Form können heutzutage weitgehend beschwerdefrei werden. Doch oftmals haben die Erkrankten eine lange Odyssee hinter sich. Und: Viele Betroffenen leiden unnötig – unter anderem, weil sie nicht adäquat behandelt werden.

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Bei Mukoviszidose konnten in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt werden. Wird eines Tages eine Heilung möglich sein? / Foto: ©iStock.com/spukkato (Siam Pukkato)

Ein Schritt nach vorne, zwei zurück

Bei den Experten der World Hepatitis Alliance galt Deutschland eine Zeit lang als eine Art Musterknabe. Gelobt wurde, wie hierzulande die verschiedenen Interessengruppen zusammengebracht wurden, um das WHO-Ziel der Eliminierung von Hepatitis C bis zum Jahr 2030 zu erreichen. Doch nun regen sich Zweifel, ob das auch alles effektiv ist. Was fehlt, ist der politische Wille, erklärt Achim Kautz, geschäftsführender Gesellschafter der Leberhilfe Projekt im Pharma Fakten-Interview.

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Auf dem Hauptstadtkongress erneuerte Prof. Dr. Jochen Maas von Sanofi-Aventis die Forderung der Industrie nach besseren Forschungsbedingungen bei Antibiotika. Foto: © Pharma Fakten

Die Entwicklung neuer Antibiotika muss attraktiver werden

Pro Jahr sterben aktuell etwa 25.000 Menschen in Europa an multiresistenten Erregern. Im Jahr 2050 könnten es laut Prognosen von Experten fast 400.000 sein. Antibiotika – einst die Wunderwaffe der Medizin im Kampf gegen bakterielle Infektionen – drohen zunehmend ihre Wirksamkeit zu verlieren. Der Bedarf an neuen Entwicklungen ist groß; doch das ist einfacher gesagt als getan. „Wir brauchen neue Wege, die Antibiotikaforschung zu bestreiten […] und wir brauchen zweitens auch neue Anreize, um Antibiotikaforschung für alle attraktiv zu machen“, forderte Prof. Dr. Jochen Maas, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung bei Sanofi-Aventis, auf dem Hauptstadtkongress in Berlin.

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Sorgt auch im verflixten siebten Jahr für reichlich Gesprächsstoff: Das AMNOG-Verfahren. Foto: Pharma Fakten

AMNOG-Report 2018: Es gibt weiterhin viel zu diskutieren

Auf dem Hauptstadtkongress 2018 in Berlin stellten die beiden Autoren Prof. Dr. Wolfgang Greiner und Julian Witte (Universität Bielefeld) den AMNOG-Report 2018 der DAK Gesundheit vor. „Wir freuen uns jedes Mal, dass es noch Dinge gibt, die es zu besprechen und auch zu diskutieren gilt“, erklärten sie. Und tatsächlich: In der eineinhalb-stündigen Veranstaltung wurden einige Themen benannt, die durchaus für Gesprächsbedarf sorgten – wie das Arztinformationssystem (AIS).

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Im Interview erklärt die biomedizinische Forscherin Prof. Dr. Dorothee von Laer  was onkolytische Viren sind und wie sie Tumoren zerstören können. Foto: CC0 (Stencil)

Europäisches Forschungsprojekt verbessert die Behandlung von Patienten

Kolorektale Karzinome (Darmkrebs) sind für die Medizin eine große Herausforderung: Die Tumore sind von Patient zu Patient sehr unterschiedlich – und sprechen unterschiedlich gut auf Medikamente an. Ein europäisches Forschungsprojekt hat daher über hundert Tumorproben von Patienten auf ihre genetische Zusammensetzung untersucht. Die Erkenntnisse helfen nun den Ärzten, das passende Medikament zu wählen – und der Forschung, innovative Arzneimittel zu entwickeln.

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Am 30. Mai ist Welt-MS-Tag. Foto: © iStock.com/Christoph Burgstedt

Multiple Sklerose: Eine Krankheit im Wandel

Die Zahl der Menschen mit der Diagnose Multiple Sklerose (MS) nimmt in Industrieländern stetig zu. Allein in Deutschland sind es 240.000 – eine Verdopplung in den vergangenen 40 Jahren. Die neurologische Erkrankung ist zwar immer besser therapier-, aber immer noch nicht heilbar. Die Behandlung der MS hat sich seit den 1990er Jahren stark verändert. Die Gründe: Bessere und frühere Diagnosen und Medikamente, die den Krankheitsverlauf verändern können. Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) begeht den diesjährigen Welt-MS-Tag am 30. Mai unter dem Motto „Unheilbar optimistisch“.

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Im Interview erklärt ITler Clemens Utschig-Utschig  Boehringer Ingelheim  wie Quantencomputer die Entwicklung von Arzneimitteln besser machen könnten. Foto: © iStock.com/metamorworks

Was hat der Patient von Big Data?

In Deutschland herrscht Nachholbedarf: Bei der Nutzung von Gesundheitsdaten sind andere Länder schon weiter. Dabei liegt hier ein Schatz vergraben: Die wissenschaftliche Auswertung großer Datenmengen kann die Gesundheitsversorgung deutlich verbessern. Und Pharmaunternehmen wollen sie nutzen, um gezielter Medikamente zu entwickeln.

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"Superbugs": Über 30.000 Tote durch gegen Antibiotika resistente Keime in Europa. Foto: CC0 (Stencil)

Die Macht des Wissens

54,3 Prozent der Deutschen verfügen laut einer repräsentativen Befragung über eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz. Das bedeutet: Sie haben erhebliche Schwierigkeiten, mit gesundheitsrelevanten Informationen z.B. zu Therapien oder Krankheiten umzugehen. Das hat gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit der Betroffenen – und auf die Gesellschaft als Ganzes. Ein „Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz“ soll Abhilfe schaffen.

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Nur jedes zehnte klinische Projekt  das in Phase I der klinischen Entwicklung gestartet wird  bekommt den Segen der Zulassungsbehörde.

Der lange Weg zum neuen Medikament

Neue Medikamente zu entwickeln ist ein langwieriger Prozess, heißt es. Aber stimmt das überhaupt? In den USA hat man genau nachgerechnet. Bestimmt wurde das „Likelihood of Approval“ (LOA), also die Wahrscheinlichkeit auf Zulassung eines Wirkstoffes: Nur jedes zehnte klinische Projekt, das in Phase I der klinischen Entwicklung gestartet wird, bekommt den Segen der Zulassungsbehörde.

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Europäischer Depressionstag (1.10.): 50 Millionen Menschen in Europa leiden mindestens einmal in ihrem Leben unter einer Depression. Foto: CC0 (Stencil)

Hunderttausende in Deutschland nicht adäquat behandelt

Weltweit sind etwa 125 Millionen Menschen von Psoriasis, auch bekannt als Schuppenflechte, betroffen. Hierzulande sind es etwa zwei Millionen. In den vergangenen Jahren hat sich in der Behandlung einiges getan: Patienten mit einer mittelschweren bis schweren Form können heutzutage weitgehend beschwerdefrei werden. Doch oftmals haben die Erkrankten eine lange Odyssee hinter sich. Und: Viele Betroffenen leiden unnötig – unter anderem, weil sie nicht adäquat behandelt werden.

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Kommentar

Was, wenn Gesundheit die eigentliche Konjunktur-Bazooka wäre?

Wenn die forschende Pharmaindustrie Maßnahmen aus dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ablehnt und stattdessen strukturelle Reformen im Gesundheitswesen fordert, liegt ein Verdacht schnell nahe: Hier verteidigt eine profitable Branche ihre wirtschaftlichen Interessen. Das aber verstellt den Blick darauf, welchen gesamtgesellschaftlichen Beitrag die Branche leistet und welche Impulse sie für Gesundheit, Innovation, Produktivität und Wertschöpfung setzt. Impulse, auf die unser Land nicht verzichten kann. Ein Kommentar von Florian Martius.

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