Die Pandemie ist auch eine der Rekorde: Noch nie standen so schnell Impfstoffe und Arzneimittel zur Verfügung. Doch einiges können wir beim nächsten Mal besser machen  findet Dierk Neugebauer von Bristol Myers Squibb. Foto: ©iStock.com/Gorodenkoff Productions

Pharma: Der ewige Buhmann?

Ein Jahr geht zu Ende – geprägt von einem Virus. Ziemlich genau einhundert Jahre nach der so genannten Spanischen Grippe wirft SARS-CoV-2 unser Leben durcheinander. Doch diese Pandemie ist auch eine der Rekorde. Noch nie gab es so schnell erste Diagnostika und Arzneimittel und die Impfstoffentwicklung übertrifft alle Erwartungen. Ohne die forschende Pharmaindustrie wäre das nicht möglich gewesen. Trotzdem hält sich in Deutschland wacker eine ausgeprägte Pharma-Phobie. Dahinter versteckt sich ein eklatantes Missverständnis, findet Florian Martius.

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Allein die in 2018 neu eingeführten Arzneimittel könnten die Budgets der Krankenkassen mit zusätzlichen 53 Milliarden Euro pro Jahr belasten  haben Kassenvertreter ausgerechnet. Mit der Realität hat das aber gar nichts zu tun. Foto: CC0 (Stencil)

Arzneimittelausgaben: Zahlenakrobatik in dünner Luft

Alle Jahre wieder erscheint der Arzneiverordnungs-Report (AVR) und macht mit Untergangsszenarien von sich reden – im Fokus stehen dabei die Mehrausgaben durch innovative, patentgeschützte Arzneimittel. Im AVR 2019 haben die Autoren eine besondere Rechnung aufgemacht: Allein die im Jahr 2018 neu auf den Markt gekommenen Arzneimittelinnovationen könnten den Haushalt der gesetzlichen Krankenkassen um 52,9 Milliarden Euro pro Jahr belasten. Die beiden Gesundheitsökonomen und Professoren Dieter Cassel und Volker Ulrich haben dieses Szenario einem Realitätscheck unterworfen.

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Pharmaverband BPI: „Industrie unter Druck“

„Die immer wieder geäußerte Behauptung, dass die Arzneimittelausgaben in der GKV im Laufe der letzten Jahre ausufern würden, ist falsch“, so der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI). Hinzu kommt: Der Anteil der Pharmahersteller an den Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) liegt bei nur 10,57 Prozent. Trotzdem ist die Regulierungsdichte weiterhin hoch; die steigenden finanziellen Belastungen machen es den Unternehmen zunehmend schwer, „Patienten bestmöglich mit innovativen Arzneimitteln zu versorgen.“

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Die Akzeptanz – und damit der Markt – von Biosimilars in Deutschland wächst. Das geht aus einem Bericht von IQVIA hervor.

Biosimilars: Im Verordnungsalltag der Ärzte angekommen

Wissenschaftler des Beratungsunternehmens IQVIA haben am Beispiel von Rheumatologen und Gastroenterologen untersucht, wie sich der Einsatz von Nachahmerpräparaten innovativer biopharmazeutischer Medikamente über die letzten Jahre verändert hat. Das Ergebnis: Die Akzeptanz – und damit der Markt – der sog. „Biosimilars“ in Deutschland wächst.

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Konstant: Kostenanteil innovativer Arzneimittel in der GKV

Die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für patentgeschützte Arzneimittel sind immer einen Aufreger wert. Allerdings ist ihr Anteil an den Gesamtausgaben für Arzneimittel in diesem Jahrtausend erstaunlich konstant geblieben: In den Jahren 2001 bis 2018 schwankte er zwischen 41,8 und 47,7 Prozent. 2018 lag er bei 46,2 Prozent.

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Die Pandemie ist auch eine der Rekorde: Noch nie standen so schnell Impfstoffe und Arzneimittel zur Verfügung. Doch einiges können wir beim nächsten Mal besser machen  findet Dierk Neugebauer von Bristol Myers Squibb. Foto: ©iStock.com/Gorodenkoff Productions

Pharma: Der ewige Buhmann?

Ein Jahr geht zu Ende – geprägt von einem Virus. Ziemlich genau einhundert Jahre nach der so genannten Spanischen Grippe wirft SARS-CoV-2 unser Leben durcheinander. Doch diese Pandemie ist auch eine der Rekorde. Noch nie gab es so schnell erste Diagnostika und Arzneimittel und die Impfstoffentwicklung übertrifft alle Erwartungen. Ohne die forschende Pharmaindustrie wäre das nicht möglich gewesen. Trotzdem hält sich in Deutschland wacker eine ausgeprägte Pharma-Phobie. Dahinter versteckt sich ein eklatantes Missverständnis, findet Florian Martius.

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Allein die in 2018 neu eingeführten Arzneimittel könnten die Budgets der Krankenkassen mit zusätzlichen 53 Milliarden Euro pro Jahr belasten  haben Kassenvertreter ausgerechnet. Mit der Realität hat das aber gar nichts zu tun. Foto: CC0 (Stencil)

Arzneimittelausgaben: Zahlenakrobatik in dünner Luft

Alle Jahre wieder erscheint der Arzneiverordnungs-Report (AVR) und macht mit Untergangsszenarien von sich reden – im Fokus stehen dabei die Mehrausgaben durch innovative, patentgeschützte Arzneimittel. Im AVR 2019 haben die Autoren eine besondere Rechnung aufgemacht: Allein die im Jahr 2018 neu auf den Markt gekommenen Arzneimittelinnovationen könnten den Haushalt der gesetzlichen Krankenkassen um 52,9 Milliarden Euro pro Jahr belasten. Die beiden Gesundheitsökonomen und Professoren Dieter Cassel und Volker Ulrich haben dieses Szenario einem Realitätscheck unterworfen.

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Pharmaverband BPI: „Industrie unter Druck“

„Die immer wieder geäußerte Behauptung, dass die Arzneimittelausgaben in der GKV im Laufe der letzten Jahre ausufern würden, ist falsch“, so der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI). Hinzu kommt: Der Anteil der Pharmahersteller an den Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) liegt bei nur 10,57 Prozent. Trotzdem ist die Regulierungsdichte weiterhin hoch; die steigenden finanziellen Belastungen machen es den Unternehmen zunehmend schwer, „Patienten bestmöglich mit innovativen Arzneimitteln zu versorgen.“

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Die Akzeptanz – und damit der Markt – von Biosimilars in Deutschland wächst. Das geht aus einem Bericht von IQVIA hervor.

Biosimilars: Im Verordnungsalltag der Ärzte angekommen

Wissenschaftler des Beratungsunternehmens IQVIA haben am Beispiel von Rheumatologen und Gastroenterologen untersucht, wie sich der Einsatz von Nachahmerpräparaten innovativer biopharmazeutischer Medikamente über die letzten Jahre verändert hat. Das Ergebnis: Die Akzeptanz – und damit der Markt – der sog. „Biosimilars“ in Deutschland wächst.

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Konstant: Kostenanteil innovativer Arzneimittel in der GKV

Die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für patentgeschützte Arzneimittel sind immer einen Aufreger wert. Allerdings ist ihr Anteil an den Gesamtausgaben für Arzneimittel in diesem Jahrtausend erstaunlich konstant geblieben: In den Jahren 2001 bis 2018 schwankte er zwischen 41,8 und 47,7 Prozent. 2018 lag er bei 46,2 Prozent.

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Kommentar

GKV-Spargesetz: Das Narrativ stimmt nicht

Die Bundesregierung betont, dass sie mit dem vorgelegten Entwurf zum Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) „allen Beteiligten – von der Pharmaindustrie über die Ärztinnen und Ärzte bis hin zu den Krankenhäusern – etwas abverlangt, um dieses System zukunftsfähig zu machen.“ Das aber ist nicht nur der falsche Weg – es stimmt auch einfach nicht. Ein Kommentar von Florian Martius.

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