Die im GKV-Spargesetz geplante „Auffanglösung“ für Preis-Mengen-Regelungen ist ein Systembruch, nicht zielführend und gefährdet die Patient:innen-Versorgung mit Arzneimittelinnovationen. Foto: iStock.com / peakSTOCK

Preis-Mengen-Regelung: Sondersteuer für neue Arzneimittel

Was darf ein neues Medikament kosten? Diese Frage sollen in Deutschland der GKV-Spitzenverband und das pharmazeutische Unternehmen in den Erstattungsbetragsverhandlungen klären. Schon heute müssen sie dabei laut Gesetz auch mengenbezogene Aspekte vereinbaren – also zum Beispiel Rabatte, die greifen, wenn ein Präparat in größerem Umfang eingesetzt wird. Mit dem GKV-Spargesetz plant die Bundesregierung einen weiteren Eingriff: Sie gibt eine konkrete Rechenformel vor, mit der sich ein Mengenrabatt künftig als „Auffanglösung“ festlegen lässt. Die Formel ist ein Systembruch – und gleicht einem automatischen Preisabsenkungsmechanismus, der den Zugang zu Arzneimittelinnovationen mit hohem medizinischem Bedarf gefährdet.

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Wir haben nachgezählt: Im Gesundheitssystem gibt es 35 Regelungen, Arzneimittelpreise umsatz- oder absatzsteuernd zu dämpfen. Diesen Dschungel durchblickt fast niemand mehr. iStock.com / SARINYAPINNGAM

Arzneimittelpreise: 35 Preisregulierungsinstrumente

Wir haben die KI bemüht und nachgezählt: In Deutschland gibt es 35 Regelungen, Arzneimittelpreise umsatz- oder absatzsteuernd zu dämpfen. Die Instrumente verstärken sich teilweise oder wirken widersprüchlich. Diesen Dschungel durchblickt fast niemand mehr; Deutschland hat eines der komplexesten Arzneimittelpreis-Systeme Europas. Ein Ausmisten wäre angebracht.

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…niemand. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) wird die medizinische Versorgung und Prävention verschlechtern und dem Standort schaden. Ein Kommentar von Florian Martius. Foto: iStock.com / ArisSu

GKV-Spargesetz: And the winner is…

…niemand. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) wird die medizinische Versorgung und Prävention verschlechtern und damit den Menschen schaden. Es schwächt die deutsche Spitzenposition in Forschung und Entwicklung und gefährdet den Wissenschaftsstandort. Gleichzeitig schwächt es eine der Zukunftstechnologien schlechthin: die Pharma- und Biotechbranche, die wie kaum eine andere für Wachstum und Wohlstand steht. Diese ist in diesen Tagen Ziel einer regelrechten Kampagne, die vor allem von den Krankenkassen getrieben wird. Dabei geht es erschreckend wenig um Fakten – ein Kommentar von Florian Martius.

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7,6 Prozent: Das ist der Anteil für Arzneimittelinnovationen an den gesamten GKV-Leistungsausgaben, der bei den forschenden Pharmaunternehmen ankommt. Foto: ©iStock.com/BitsAndSplits

Neue Arzneimittel im Faktencheck: Was sie die GKV wirklich kosten

7,6 Prozent: Das ist der Anteil der Arzneimittelinnovationen an den gesamten GKV-Leistungsausgaben, der bei den forschenden Pharmaunternehmen ankommt. Das zeigt eine Berechnung der Pharmainitiative Bayern. Sie hat ein Papier veröffentlicht, das außerdem verdeutlicht: Anders als oftmals behauptet, sieht das geplante Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) eine überproportionale Belastung der Pharmabranche vor. Das hat verheerende Folgen.

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Die USA verfolgen eine Arzneimittelpreispolitik nach dem Most Favored Nation-Prinzip. Expert:innen des IGES-Instituts haben sich mit Hintergründen und Auswirkungen auf Deutschland befasst. Foto: ©iStock.com/gorodenkoff

An Arzneimitteln sparen: So koppelt sich Deutschland vom medizinischen Fortschritt ab

Die Vereinigten Staaten zahlen im internationalen Vergleich zu viel für neue Medikamente, Europa entzieht sich der Verantwortung, findet US-Präsident Donald Trump. Mit seiner Arzneimittelpreispolitik nach dem Most Favored Nation-Prinzip will er das ändern. In einem Webinar ordneten Fachleute des IGES-Instituts die aktuellen Fakten ein. Vertreter aus der Pharmabranche zeigten sich besorgt. „Wir wollen unsere Präparate zu Verfügung stellen“, hieß es. Doch das dürfte in Deutschland zunehmend schwierig werden, wenn die Bundesregierung ihrem Sparkurs treu bleibt und die Wettbewerbsfähigkeit nicht weiter stärkt.

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Ist die Bundesregierung vor der Pharmaindustrie eingeknickt? Das behaupten die Krankenkassen. Das ist Populismus in Reinform und schadet dem Land und seinen Menschen. Ein Kommentar. Foto: ©iStock.com/Victor Golmer

GKV-Spargesetz: Krankenkassen-Chefs reden das Land kaputt

Krankenkassen-Chefs wie kürzlich Jens Baas von der Techniker erklären, dass die Bundesregierung vor der Pharmaindustrie eingeknickt sei. Er fordert, dass der Sparbeitrag der Industrie im Laufe der Beratung zum Entwurf des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes (BStabG) kräftig erhöht werden muss. Das ist Populismus in seiner reinsten Form und von Zahlen nicht gedeckt. Es schadet dem Land und seinen Menschen. Ein Kommentar von Florian Martius.

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Dynamischer Herstellerabschlag: Weniger Arzneimittelinnovationen und Investitionen für Deutschland

Laut dem Entwurf zum GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz (BStabG) will die Politik für die pharmazeutische Industrie einen dynamischen Herstellerabschlag einführen, dessen Höhe jährlich je nach Entwicklung der Arzneimittelausgaben und der beitragspflichtigen Einnahmen angepasst wird. Dominik Rosz, Lead Pricing and Access Strategy beim Unternehmen Astellas, hat sich die Pläne genauer angeschaut. Demnach dürfte der Pflichtrabatt binnen weniger Jahre auf abstruse Höhen ansteigen – und so dazu führen, dass sich Pharmafirmen aus Deutschland zurückziehen und weniger innovative Arzneimittel zu den Patient:innen gelangen.

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Pharmaunternehmen schaffen Gesundheit sowie Wohlstand und sind Teil staatlicher Souveränität. Ihre Produkte als „Kostentreiber“ zu betrachten, greift zu kurz. Und schadet. Foto: iStock.com / anyaberkut

Ein Kostenfaktor? Die stille Systemrelevanz der Pharmaindustrie

Die Debatte über Arzneimittelpreise ist in Deutschland schnell emotional. Neue Medikamente gelten als „Kostentreiber“. Doch diese Perspektive greift zu kurz. Sie blendet aus, dass die forschende Pharmaindustrie eine dreifache Funktion erfüllt: Sie produziert Gesundheit, sie schafft Wohlstand und sie ist Teil staatlicher Souveränität. Wer sie vor allem als Ausgabenfaktor betrachtet, unterschätzt ihre systemische Bedeutung. Und schadet dem Land.

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Wird die Pharmaindustrie von Sparmaßnahmen überproportional belastet, kostet das Investitionen sowie Innovationskraft in Deutschland und verschlechtert die Patient:innen-Versorgung. Foto: ©iStock.com/AndreyPopov

GKV-Sparpaket: Warum Deutschland die Pharmaindustrie verlieren könnte

Um das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz ist eine hitzige Diskussion entbrannt: Abgesehen von den Krankenkassen scheint niemand im Gesundheitssystem zufrieden zu sein. Auch die Pharmaindustrie nicht: Schon heute belasten zahlreiche Sparmaßnahmen die Unternehmen. Die nun zusätzlich geplanten Eingriffe in die Arzneimittelpreisregulierung bringen das Fass womöglich zum Überlaufen: Deutschland drohe die Pharmabranche zu verlieren, heißt es aus der Industrie. Macht die Bundesregierung keine Kehrtwende, könnte die Zahl der neuen Medikamente, die es nicht in die hiesige Versorgung schaffen, zunehmen.

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„Verpasste Chance“ und Rotstift mit der „Schrotflinte“ – der BPI kritisiert die Pläne der Bundesregierung zur GKV-Stabilisierung. Foto: ©iStock.com/ipopba

GKV-Reform mit der „Schrotflinte: Es trifft alle – außer den Bund“

Seit Freitag vergangener Woche kursiert der Referentenentwurf der Bundesgesundheitsministerin zur Finanzreform der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV), der noch diesen Monat durch das Kabinett soll. Für den Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) ist er „eine verpasste Chance für mehr Gerechtigkeit.“ Die Pharmaunternehmen – in der Nationalen Pharmastrategie noch zur „Leitindustrie“ erhoben – sind entsetzt.

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Die im GKV-Spargesetz geplante „Auffanglösung“ für Preis-Mengen-Regelungen ist ein Systembruch, nicht zielführend und gefährdet die Patient:innen-Versorgung mit Arzneimittelinnovationen. Foto: iStock.com / peakSTOCK

Preis-Mengen-Regelung: Sondersteuer für neue Arzneimittel

Was darf ein neues Medikament kosten? Diese Frage sollen in Deutschland der GKV-Spitzenverband und das pharmazeutische Unternehmen in den Erstattungsbetragsverhandlungen klären. Schon heute müssen sie dabei laut Gesetz auch mengenbezogene Aspekte vereinbaren – also zum Beispiel Rabatte, die greifen, wenn ein Präparat in größerem Umfang eingesetzt wird. Mit dem GKV-Spargesetz plant die Bundesregierung einen weiteren Eingriff: Sie gibt eine konkrete Rechenformel vor, mit der sich ein Mengenrabatt künftig als „Auffanglösung“ festlegen lässt. Die Formel ist ein Systembruch – und gleicht einem automatischen Preisabsenkungsmechanismus, der den Zugang zu Arzneimittelinnovationen mit hohem medizinischem Bedarf gefährdet.

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Wir haben nachgezählt: Im Gesundheitssystem gibt es 35 Regelungen, Arzneimittelpreise umsatz- oder absatzsteuernd zu dämpfen. Diesen Dschungel durchblickt fast niemand mehr. iStock.com / SARINYAPINNGAM

Arzneimittelpreise: 35 Preisregulierungsinstrumente

Wir haben die KI bemüht und nachgezählt: In Deutschland gibt es 35 Regelungen, Arzneimittelpreise umsatz- oder absatzsteuernd zu dämpfen. Die Instrumente verstärken sich teilweise oder wirken widersprüchlich. Diesen Dschungel durchblickt fast niemand mehr; Deutschland hat eines der komplexesten Arzneimittelpreis-Systeme Europas. Ein Ausmisten wäre angebracht.

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…niemand. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) wird die medizinische Versorgung und Prävention verschlechtern und dem Standort schaden. Ein Kommentar von Florian Martius. Foto: iStock.com / ArisSu

GKV-Spargesetz: And the winner is…

…niemand. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) wird die medizinische Versorgung und Prävention verschlechtern und damit den Menschen schaden. Es schwächt die deutsche Spitzenposition in Forschung und Entwicklung und gefährdet den Wissenschaftsstandort. Gleichzeitig schwächt es eine der Zukunftstechnologien schlechthin: die Pharma- und Biotechbranche, die wie kaum eine andere für Wachstum und Wohlstand steht. Diese ist in diesen Tagen Ziel einer regelrechten Kampagne, die vor allem von den Krankenkassen getrieben wird. Dabei geht es erschreckend wenig um Fakten – ein Kommentar von Florian Martius.

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7,6 Prozent: Das ist der Anteil für Arzneimittelinnovationen an den gesamten GKV-Leistungsausgaben, der bei den forschenden Pharmaunternehmen ankommt. Foto: ©iStock.com/BitsAndSplits

Neue Arzneimittel im Faktencheck: Was sie die GKV wirklich kosten

7,6 Prozent: Das ist der Anteil der Arzneimittelinnovationen an den gesamten GKV-Leistungsausgaben, der bei den forschenden Pharmaunternehmen ankommt. Das zeigt eine Berechnung der Pharmainitiative Bayern. Sie hat ein Papier veröffentlicht, das außerdem verdeutlicht: Anders als oftmals behauptet, sieht das geplante Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) eine überproportionale Belastung der Pharmabranche vor. Das hat verheerende Folgen.

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Die USA verfolgen eine Arzneimittelpreispolitik nach dem Most Favored Nation-Prinzip. Expert:innen des IGES-Instituts haben sich mit Hintergründen und Auswirkungen auf Deutschland befasst. Foto: ©iStock.com/gorodenkoff

An Arzneimitteln sparen: So koppelt sich Deutschland vom medizinischen Fortschritt ab

Die Vereinigten Staaten zahlen im internationalen Vergleich zu viel für neue Medikamente, Europa entzieht sich der Verantwortung, findet US-Präsident Donald Trump. Mit seiner Arzneimittelpreispolitik nach dem Most Favored Nation-Prinzip will er das ändern. In einem Webinar ordneten Fachleute des IGES-Instituts die aktuellen Fakten ein. Vertreter aus der Pharmabranche zeigten sich besorgt. „Wir wollen unsere Präparate zu Verfügung stellen“, hieß es. Doch das dürfte in Deutschland zunehmend schwierig werden, wenn die Bundesregierung ihrem Sparkurs treu bleibt und die Wettbewerbsfähigkeit nicht weiter stärkt.

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Ist die Bundesregierung vor der Pharmaindustrie eingeknickt? Das behaupten die Krankenkassen. Das ist Populismus in Reinform und schadet dem Land und seinen Menschen. Ein Kommentar. Foto: ©iStock.com/Victor Golmer

GKV-Spargesetz: Krankenkassen-Chefs reden das Land kaputt

Krankenkassen-Chefs wie kürzlich Jens Baas von der Techniker erklären, dass die Bundesregierung vor der Pharmaindustrie eingeknickt sei. Er fordert, dass der Sparbeitrag der Industrie im Laufe der Beratung zum Entwurf des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes (BStabG) kräftig erhöht werden muss. Das ist Populismus in seiner reinsten Form und von Zahlen nicht gedeckt. Es schadet dem Land und seinen Menschen. Ein Kommentar von Florian Martius.

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Dynamischer Herstellerabschlag: Weniger Arzneimittelinnovationen und Investitionen für Deutschland

Laut dem Entwurf zum GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz (BStabG) will die Politik für die pharmazeutische Industrie einen dynamischen Herstellerabschlag einführen, dessen Höhe jährlich je nach Entwicklung der Arzneimittelausgaben und der beitragspflichtigen Einnahmen angepasst wird. Dominik Rosz, Lead Pricing and Access Strategy beim Unternehmen Astellas, hat sich die Pläne genauer angeschaut. Demnach dürfte der Pflichtrabatt binnen weniger Jahre auf abstruse Höhen ansteigen – und so dazu führen, dass sich Pharmafirmen aus Deutschland zurückziehen und weniger innovative Arzneimittel zu den Patient:innen gelangen.

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Pharmaunternehmen schaffen Gesundheit sowie Wohlstand und sind Teil staatlicher Souveränität. Ihre Produkte als „Kostentreiber“ zu betrachten, greift zu kurz. Und schadet. Foto: iStock.com / anyaberkut

Ein Kostenfaktor? Die stille Systemrelevanz der Pharmaindustrie

Die Debatte über Arzneimittelpreise ist in Deutschland schnell emotional. Neue Medikamente gelten als „Kostentreiber“. Doch diese Perspektive greift zu kurz. Sie blendet aus, dass die forschende Pharmaindustrie eine dreifache Funktion erfüllt: Sie produziert Gesundheit, sie schafft Wohlstand und sie ist Teil staatlicher Souveränität. Wer sie vor allem als Ausgabenfaktor betrachtet, unterschätzt ihre systemische Bedeutung. Und schadet dem Land.

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Wird die Pharmaindustrie von Sparmaßnahmen überproportional belastet, kostet das Investitionen sowie Innovationskraft in Deutschland und verschlechtert die Patient:innen-Versorgung. Foto: ©iStock.com/AndreyPopov

GKV-Sparpaket: Warum Deutschland die Pharmaindustrie verlieren könnte

Um das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz ist eine hitzige Diskussion entbrannt: Abgesehen von den Krankenkassen scheint niemand im Gesundheitssystem zufrieden zu sein. Auch die Pharmaindustrie nicht: Schon heute belasten zahlreiche Sparmaßnahmen die Unternehmen. Die nun zusätzlich geplanten Eingriffe in die Arzneimittelpreisregulierung bringen das Fass womöglich zum Überlaufen: Deutschland drohe die Pharmabranche zu verlieren, heißt es aus der Industrie. Macht die Bundesregierung keine Kehrtwende, könnte die Zahl der neuen Medikamente, die es nicht in die hiesige Versorgung schaffen, zunehmen.

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„Verpasste Chance“ und Rotstift mit der „Schrotflinte“ – der BPI kritisiert die Pläne der Bundesregierung zur GKV-Stabilisierung. Foto: ©iStock.com/ipopba

GKV-Reform mit der „Schrotflinte: Es trifft alle – außer den Bund“

Seit Freitag vergangener Woche kursiert der Referentenentwurf der Bundesgesundheitsministerin zur Finanzreform der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV), der noch diesen Monat durch das Kabinett soll. Für den Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) ist er „eine verpasste Chance für mehr Gerechtigkeit.“ Die Pharmaunternehmen – in der Nationalen Pharmastrategie noch zur „Leitindustrie“ erhoben – sind entsetzt.

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Kommentar

GKV-Spargesetz: Das Narrativ stimmt nicht

Die Bundesregierung betont, dass sie mit dem vorgelegten Entwurf zum Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) „allen Beteiligten – von der Pharmaindustrie über die Ärztinnen und Ärzte bis hin zu den Krankenhäusern – etwas abverlangt, um dieses System zukunftsfähig zu machen.“ Das aber ist nicht nur der falsche Weg – es stimmt auch einfach nicht. Ein Kommentar von Florian Martius.

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