Führende Köpfe der Pharmaindustrie warnen in einem offenen Brief eindringlich, dass Europa im globalen Wettbewerb um Investition, Forschung und Innovation an Boden verliert. Foto: iStock.com / rarrarorro

Pharma in Europa: Es „schrillen die Alarmglocken“

Sie finden deutliche Worte: Neun Spitzenvertreter:innen großer Pharmaunternehmen warnen, dass Europa im globalen Wettbewerb um Investitionen, Forschung und Innovation an Boden verliert. Mit weitreichenden Konsequenzen: „Rund 40 Prozent der neu zugelassenen Therapien erreichen die Patient:innen in Europa nicht“. Doch die Geschichte des Kontinents müsse „keine Geschichte des Niedergangs“ sein. Noch können politische Entscheidungsträger:innen gegenlenken: Dafür müssten sie Arzneimittel als sinnvolle Investition in Gesundheit, Unabhängigkeit und Wohlstand anerkennen.

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Zusätzliche Regulierung ohne Nutzen und mit Risiko für Patient:innen, Unternehmen und Pharmastandort: Der BPI kritisiert die Ideen der FinanzKommission Gesundheit. Foto: iStock.com / SARINYAPINNGAM

Pharmastandort Deutschland: An die Wand reguliert?

Die FinanzKommission Gesundheit soll bis Ende des Jahres Ideen für strukturelle Reformen für ein effizienteres Gesundheitssystem entwickeln. Dabei plant sie offenbar weitere Eingriffe im Bereich von Arzneimittelinnovationen: So sollen „kontinuierliche Evaluationen“ des Zusatznutzens eines neuen Medikaments auch ohne die schon heute möglichen konkreten Anlässe möglich werden. Außerdem ist eine Stärkung der Kosten-Nutzen-Betrachtung im Gespräch. Der Pharmaverband BPI fürchtet „zusätzliche Regulierung ohne klaren Nutzen.“ Das wäre aus seiner Sicht ein Risiko für Patient:innen, Unternehmen und den Pharmastandort Deutschland.

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Der Pharmadialog geht weiter – er soll in eine Strategie münden, die die Rahmenbedingungen der Industrie in Deutschland verbessert. Wird daraus mehr als Symbolpolitik? Foto: iStock.com / hanohiki

Pharmadialog: Symbolpolitik oder echte Strategie?

Der Pharma- und Medizintechnikdialog geht weiter – noch in diesem Jahr sollen seine Ergebnisse in eine Strategie münden, die die Rahmenbedingungen für beide Branchen am Standort Deutschland verbessert. Wird daraus mehr als Symbolpolitik? Dafür müsste die Bundesregierung ihre industriepolitischen Ambitionen mit ihrer tatsächlichen Politik in Einklang bringen – und konterkarierende Spargesetze sowie aktuelle US-Arzneimittelpolitik nicht einfach ausblenden.

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Über 90 Prozent der deutschen Unternehmen messen der Demokratie eine hohe Bedeutung bei. Im September stehen in Deutschland mancherorts Landtagswahlen an. Foto: ©iStock.com/Animaflora

Demokratie: So wichtig ist sie für die deutsche Wirtschaft

Im September stehen in mehreren Bundesländern Wahlen an. So entscheiden etwa die Bürger:innen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern über ihren Landtag, in Berlin geht es um das neue Abgeordnetenhaus. Die in Teilen gesichert rechtsextreme AfD könnte mancherorts stärkste Kraft werden. Tatsache ist: Demokratische Stabilität ist für die deutsche Wirtschaft wichtig. Das zeigen Unternehmens-Befragungen.

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Deutschland muss „Gesundheit nicht länger primär als Kostenfaktor, sondern als Produktivkraft und Grundlage gesellschaftlichen Wohlstands“ begreifen, fordern Expert:innen. Foto: ©iStock.com/Stadtratte

Gesundheit: „Basis gesellschaftlicher Zukunftsfähigkeit“

Was wird aus der Bundesrepublik? Sie steht vor zahlreichen Herausforderungen – wie einer stagnierenden Wirtschaft und dem demografischen Wandel. In einem Positionspapier schreiben nun mehrere Expert:innen: „Die Zukunft des Wirtschafts- und Sozialstandorts Deutschland wird maßgeblich davon abhängen, ob es gelingt, Gesundheit nicht länger primär als Kostenfaktor, sondern als Produktivkraft und Grundlage gesellschaftlichen Wohlstands zu begreifen.“ Vor allem in der Prävention sehen die Fachleute großes Potenzial.

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Mit dem Gesetzentwurf zur Digitalisierung im Gesundheitswesen soll ein vernetztes Gesundheitsdatenökosystem entstehen. Das Ziel: ein effizienteres Gesundheitssystem, eine bessere Medizin. Foto: iStock.com / piyaphun

Digitales Gesundheitswesen: 2029 hat sich „ausgefaxt“

Das Bundeskabinett hat vor der Sommerpause den Gesetzentwurf zur Digitalisierung im Gesundheitswesen (GeDIG) beschlossen. Damit soll ein vernetztes Gesundheitsdatenökosystem entstehen. Es will die Grundlagen schaffen, um die elektronische Patient:innen-Akte (ePA) alltagstauglicher zumachen, die digitale Infrastruktur zu stabilisieren und Versicherten neue Wege in die Versorgung zu eröffnen. Für die Arzneimittelforschung könnte es eines der wichtigsten Strukturgesetze werden. Denn Deutschland sitzt auf einem gewaltigen Datenschatz – doch bisher fehlen die Schlüssel, um ihn für Forschung, Innovation und Versorgung nutzbar zu machen.

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Von moderner Gesundheits-, Sozial- und Wirtschaftspolitik keine Spur: Das GKV-Spargesetz wird dem Land teuer zu stehen kommen – gesundheitlich, sozial, wirtschaftlich. iStock.com / chris-mueller

GKV-Spargesetze: Konsequentes Ausblenden der Realität

Wir können nicht mehr ausgeben, als wir einnehmen – das ist die politische Begründung für Gesetze à la GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Damit mag man eine treue Krämerseele überzeugen können. Als Leitmotiv für eine moderne Gesundheits-, Sozial- und Wirtschaftspolitik taugt das Mantra nicht, weil der langfristige Ertrag von Investitionen in die Gesundheit der Menschen ausgeblendet wird. Das aber kann sich eine alternde Gesellschaft nicht leisten; die sogenannte „einnahmenorientierte Ausgabenpolitik“ entstammt der sozial- und wirtschaftspolitischen Mottenkiste. Sie wird dem Land teuer zu stehen kommen – gesundheitlich, sozial, wirtschaftlich.

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Die forschende Pharmaindustrie ist vom GKV-Spargesetz gewaltig angefressen. Nun setzt die Branche ihre Hoffnungen auf den Herbst. Foto: iStock.com/Jacob Wackerhausen

GKV-Spargesetz: Die Folgen für Gesundheit und Wirtschaft

Die forschende Pharmaindustrie, man kann es nicht anders sagen, ist vom GKV-Spargesetz gewaltig angefressen – das Gefühl teilt sie mit fast allen anderen Leistungsanbietern im Gesundheitswesen. Denn der Sparkurs müsste so rabiat gar nicht sein, wenn der Bund seinen Finanzierungsverpflichtungen gegenüber den rund 74 Millionen Beitragszahlenden gerecht würde. Nun setzt die Branche ihre Hoffnungen auf den Herbst. Dann soll die Regierung ein Gesetz verabschieden, um Forschung und Produktion am Standort Deutschland zu stärken, wie es die Fraktionen von CDU/CSU und SPD in einem Entschließungsantrag anmahnen.

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Das Beitragssatzstabilisierungsgesetz ist verabschiedet – es ist ein 20 Milliarden-Euro schweres Spargesetz. Ein Gespräch mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) über die Folgen.

Gesundheit sichert Zukunft: „Wir brauchen echte Reformen“

Das Beitragssatzstabilisierungsgesetz ist verabschiedet – Bundestag und Bundesrat haben heute den Weg für ein hochgradig umstrittenes Spargesetz freigemacht. Es soll die GKV um 20 Milliarden Euro entlasten. Während der Verband der Hausärzt:innen von einem „Zerstörungsprogramm“ spricht, sieht der Pharmaverband BPI die Gesundheitspolitik „in einer Sackgasse“ und der vfa die Versorgung und den Wirtschaftsstandort gefährdet. Mit Cora Loh vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) haben wir über die Bedeutung der industriellen Gesundheitswirtschaft für Deutschland, den Wert von Innovationen und dem Bedarf einer grundlegenden Strukturreform gesprochen.

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Die im GKV-Spargesetz geplante „Auffanglösung“ für Preis-Mengen-Regelungen ist ein Systembruch, nicht zielführend und gefährdet die Patient:innen-Versorgung mit Arzneimittelinnovationen. Foto: iStock.com / peakSTOCK

Preis-Mengen-Regelung: Sondersteuer für neue Arzneimittel

Was darf ein neues Medikament kosten? Diese Frage sollen in Deutschland der GKV-Spitzenverband und das pharmazeutische Unternehmen in den Erstattungsbetragsverhandlungen klären. Schon heute müssen sie dabei laut Gesetz auch mengenbezogene Aspekte vereinbaren – also zum Beispiel Rabatte, die greifen, wenn ein Präparat in größerem Umfang eingesetzt wird. Mit dem GKV-Spargesetz plant die Bundesregierung einen weiteren Eingriff: Sie gibt eine konkrete Rechenformel vor, mit der sich ein Mengenrabatt künftig als „Auffanglösung“ festlegen lässt. Die Formel ist ein Systembruch – und gleicht einem automatischen Preisabsenkungsmechanismus, der den Zugang zu Arzneimittelinnovationen mit hohem medizinischem Bedarf gefährdet.

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Führende Köpfe der Pharmaindustrie warnen in einem offenen Brief eindringlich, dass Europa im globalen Wettbewerb um Investition, Forschung und Innovation an Boden verliert. Foto: iStock.com / rarrarorro

Pharma in Europa: Es „schrillen die Alarmglocken“

Sie finden deutliche Worte: Neun Spitzenvertreter:innen großer Pharmaunternehmen warnen, dass Europa im globalen Wettbewerb um Investitionen, Forschung und Innovation an Boden verliert. Mit weitreichenden Konsequenzen: „Rund 40 Prozent der neu zugelassenen Therapien erreichen die Patient:innen in Europa nicht“. Doch die Geschichte des Kontinents müsse „keine Geschichte des Niedergangs“ sein. Noch können politische Entscheidungsträger:innen gegenlenken: Dafür müssten sie Arzneimittel als sinnvolle Investition in Gesundheit, Unabhängigkeit und Wohlstand anerkennen.

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Zusätzliche Regulierung ohne Nutzen und mit Risiko für Patient:innen, Unternehmen und Pharmastandort: Der BPI kritisiert die Ideen der FinanzKommission Gesundheit. Foto: iStock.com / SARINYAPINNGAM

Pharmastandort Deutschland: An die Wand reguliert?

Die FinanzKommission Gesundheit soll bis Ende des Jahres Ideen für strukturelle Reformen für ein effizienteres Gesundheitssystem entwickeln. Dabei plant sie offenbar weitere Eingriffe im Bereich von Arzneimittelinnovationen: So sollen „kontinuierliche Evaluationen“ des Zusatznutzens eines neuen Medikaments auch ohne die schon heute möglichen konkreten Anlässe möglich werden. Außerdem ist eine Stärkung der Kosten-Nutzen-Betrachtung im Gespräch. Der Pharmaverband BPI fürchtet „zusätzliche Regulierung ohne klaren Nutzen.“ Das wäre aus seiner Sicht ein Risiko für Patient:innen, Unternehmen und den Pharmastandort Deutschland.

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Der Pharmadialog geht weiter – er soll in eine Strategie münden, die die Rahmenbedingungen der Industrie in Deutschland verbessert. Wird daraus mehr als Symbolpolitik? Foto: iStock.com / hanohiki

Pharmadialog: Symbolpolitik oder echte Strategie?

Der Pharma- und Medizintechnikdialog geht weiter – noch in diesem Jahr sollen seine Ergebnisse in eine Strategie münden, die die Rahmenbedingungen für beide Branchen am Standort Deutschland verbessert. Wird daraus mehr als Symbolpolitik? Dafür müsste die Bundesregierung ihre industriepolitischen Ambitionen mit ihrer tatsächlichen Politik in Einklang bringen – und konterkarierende Spargesetze sowie aktuelle US-Arzneimittelpolitik nicht einfach ausblenden.

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Über 90 Prozent der deutschen Unternehmen messen der Demokratie eine hohe Bedeutung bei. Im September stehen in Deutschland mancherorts Landtagswahlen an. Foto: ©iStock.com/Animaflora

Demokratie: So wichtig ist sie für die deutsche Wirtschaft

Im September stehen in mehreren Bundesländern Wahlen an. So entscheiden etwa die Bürger:innen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern über ihren Landtag, in Berlin geht es um das neue Abgeordnetenhaus. Die in Teilen gesichert rechtsextreme AfD könnte mancherorts stärkste Kraft werden. Tatsache ist: Demokratische Stabilität ist für die deutsche Wirtschaft wichtig. Das zeigen Unternehmens-Befragungen.

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Deutschland muss „Gesundheit nicht länger primär als Kostenfaktor, sondern als Produktivkraft und Grundlage gesellschaftlichen Wohlstands“ begreifen, fordern Expert:innen. Foto: ©iStock.com/Stadtratte

Gesundheit: „Basis gesellschaftlicher Zukunftsfähigkeit“

Was wird aus der Bundesrepublik? Sie steht vor zahlreichen Herausforderungen – wie einer stagnierenden Wirtschaft und dem demografischen Wandel. In einem Positionspapier schreiben nun mehrere Expert:innen: „Die Zukunft des Wirtschafts- und Sozialstandorts Deutschland wird maßgeblich davon abhängen, ob es gelingt, Gesundheit nicht länger primär als Kostenfaktor, sondern als Produktivkraft und Grundlage gesellschaftlichen Wohlstands zu begreifen.“ Vor allem in der Prävention sehen die Fachleute großes Potenzial.

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Mit dem Gesetzentwurf zur Digitalisierung im Gesundheitswesen soll ein vernetztes Gesundheitsdatenökosystem entstehen. Das Ziel: ein effizienteres Gesundheitssystem, eine bessere Medizin. Foto: iStock.com / piyaphun

Digitales Gesundheitswesen: 2029 hat sich „ausgefaxt“

Das Bundeskabinett hat vor der Sommerpause den Gesetzentwurf zur Digitalisierung im Gesundheitswesen (GeDIG) beschlossen. Damit soll ein vernetztes Gesundheitsdatenökosystem entstehen. Es will die Grundlagen schaffen, um die elektronische Patient:innen-Akte (ePA) alltagstauglicher zumachen, die digitale Infrastruktur zu stabilisieren und Versicherten neue Wege in die Versorgung zu eröffnen. Für die Arzneimittelforschung könnte es eines der wichtigsten Strukturgesetze werden. Denn Deutschland sitzt auf einem gewaltigen Datenschatz – doch bisher fehlen die Schlüssel, um ihn für Forschung, Innovation und Versorgung nutzbar zu machen.

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Von moderner Gesundheits-, Sozial- und Wirtschaftspolitik keine Spur: Das GKV-Spargesetz wird dem Land teuer zu stehen kommen – gesundheitlich, sozial, wirtschaftlich. iStock.com / chris-mueller

GKV-Spargesetze: Konsequentes Ausblenden der Realität

Wir können nicht mehr ausgeben, als wir einnehmen – das ist die politische Begründung für Gesetze à la GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Damit mag man eine treue Krämerseele überzeugen können. Als Leitmotiv für eine moderne Gesundheits-, Sozial- und Wirtschaftspolitik taugt das Mantra nicht, weil der langfristige Ertrag von Investitionen in die Gesundheit der Menschen ausgeblendet wird. Das aber kann sich eine alternde Gesellschaft nicht leisten; die sogenannte „einnahmenorientierte Ausgabenpolitik“ entstammt der sozial- und wirtschaftspolitischen Mottenkiste. Sie wird dem Land teuer zu stehen kommen – gesundheitlich, sozial, wirtschaftlich.

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Die forschende Pharmaindustrie ist vom GKV-Spargesetz gewaltig angefressen. Nun setzt die Branche ihre Hoffnungen auf den Herbst. Foto: iStock.com/Jacob Wackerhausen

GKV-Spargesetz: Die Folgen für Gesundheit und Wirtschaft

Die forschende Pharmaindustrie, man kann es nicht anders sagen, ist vom GKV-Spargesetz gewaltig angefressen – das Gefühl teilt sie mit fast allen anderen Leistungsanbietern im Gesundheitswesen. Denn der Sparkurs müsste so rabiat gar nicht sein, wenn der Bund seinen Finanzierungsverpflichtungen gegenüber den rund 74 Millionen Beitragszahlenden gerecht würde. Nun setzt die Branche ihre Hoffnungen auf den Herbst. Dann soll die Regierung ein Gesetz verabschieden, um Forschung und Produktion am Standort Deutschland zu stärken, wie es die Fraktionen von CDU/CSU und SPD in einem Entschließungsantrag anmahnen.

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Das Beitragssatzstabilisierungsgesetz ist verabschiedet – es ist ein 20 Milliarden-Euro schweres Spargesetz. Ein Gespräch mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) über die Folgen.

Gesundheit sichert Zukunft: „Wir brauchen echte Reformen“

Das Beitragssatzstabilisierungsgesetz ist verabschiedet – Bundestag und Bundesrat haben heute den Weg für ein hochgradig umstrittenes Spargesetz freigemacht. Es soll die GKV um 20 Milliarden Euro entlasten. Während der Verband der Hausärzt:innen von einem „Zerstörungsprogramm“ spricht, sieht der Pharmaverband BPI die Gesundheitspolitik „in einer Sackgasse“ und der vfa die Versorgung und den Wirtschaftsstandort gefährdet. Mit Cora Loh vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) haben wir über die Bedeutung der industriellen Gesundheitswirtschaft für Deutschland, den Wert von Innovationen und dem Bedarf einer grundlegenden Strukturreform gesprochen.

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Die im GKV-Spargesetz geplante „Auffanglösung“ für Preis-Mengen-Regelungen ist ein Systembruch, nicht zielführend und gefährdet die Patient:innen-Versorgung mit Arzneimittelinnovationen. Foto: iStock.com / peakSTOCK

Preis-Mengen-Regelung: Sondersteuer für neue Arzneimittel

Was darf ein neues Medikament kosten? Diese Frage sollen in Deutschland der GKV-Spitzenverband und das pharmazeutische Unternehmen in den Erstattungsbetragsverhandlungen klären. Schon heute müssen sie dabei laut Gesetz auch mengenbezogene Aspekte vereinbaren – also zum Beispiel Rabatte, die greifen, wenn ein Präparat in größerem Umfang eingesetzt wird. Mit dem GKV-Spargesetz plant die Bundesregierung einen weiteren Eingriff: Sie gibt eine konkrete Rechenformel vor, mit der sich ein Mengenrabatt künftig als „Auffanglösung“ festlegen lässt. Die Formel ist ein Systembruch – und gleicht einem automatischen Preisabsenkungsmechanismus, der den Zugang zu Arzneimittelinnovationen mit hohem medizinischem Bedarf gefährdet.

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Kommentar

HIV-Versorgung am Wendepunkt: Jetzt entscheidet sich, wie es weitergeht

Es sind turbulente Zeiten für die weltweite HIV-Versorgung: Medizinische Innovationen eröffnen neue Möglichkeiten für die Prävention und Therapie. Gleichzeitig ist die internationale Finanzierung unter enormen Druck geraten; die Folgen davon können verheerend sein. Doch der Umbruch bietet auch die Chance, die HIV-Versorgung langfristig neu aufzustellen – und sie nachhaltiger und widerstandsfähiger zu gestalten. Ein Kommentar von Pharma Fakten-Redakteurin Alina Massari.

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