Unter dem Titel „VORschung voraus – Gesundheit2030: Wie Innovation Leben, Forschung und Standort stärkt“ lud AstraZeneca Deutschland zu einem Medienevent ein. Im Fokus der Debatten: die aktuellen Sparpläne der Gesundheitspolitik.

„Aber wird es dieses Medikament irgendwann in Deutschland geben?“

„Wow.“ So lässt sich das Gefühl, mit dem Onkologe Dr. Niko Andre gerade erst vom international größten Krebskongress ASCO zurückgekehrt ist, wohl am besten beschreiben. In Chicago präsentierten Wissenschaftler:innen und Mediziner:innen die neuesten Fortschritte der Forschung. Die wären tatsächlich einfach „wow“ – wenn nicht grundsätzlich in Frage stünde, wie schnell und umfassend neue Arzneimittel künftig noch in die deutsche Patient:innen-Versorgung gelangen. In den Augen von Alexandra Bishop, Geschäftsführerin bei AstraZeneca Deutschland, sende die Politik mit ihren aktuellen Sparplänen das Signal: „Wir sind an Innovationen nicht interessiert.“ Das erklärte sie auf einem Medienevent des forschenden Pharmaunternehmens in Hamburg.

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Die Deutsche Schmerzgesellschaft geht davon aus, dass durch das GKV-Spargesetz die Versorgung von Millionen chronisch schmerzkranken Menschen massiv gefährdet ist. Foto: iStock.com / Jacob Wackerhausen

GKV-Spargesetz: Eine „Katastrophe“ für Menschen mit Schmerzen

Die Deutsche Schmerzgesellschaft geht davon aus, dass durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) die Versorgung von Millionen chronisch schmerzkranken Menschen massiv gefährdet ist. Dabei ist die Lage schon heute angespannt, so die Expert:innen: 22 Prozent der Schmerzfachabteilungen sind in ihrer Existenz bedroht. Sie versorgen heute aber fast die Hälfte der Menschen mit der interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie.

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Dynamischer Herstellerabschlag: Weniger Arzneimittelinnovationen und Investitionen für Deutschland

Laut dem Entwurf zum GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz (BStabG) will die Politik für die pharmazeutische Industrie einen dynamischen Herstellerabschlag einführen, dessen Höhe jährlich je nach Entwicklung der Arzneimittelausgaben und der beitragspflichtigen Einnahmen angepasst wird. Dominik Rosz, Lead Pricing and Access Strategy beim Unternehmen Astellas, hat sich die Pläne genauer angeschaut. Demnach dürfte der Pflichtrabatt binnen weniger Jahre auf abstruse Höhen ansteigen – und so dazu führen, dass sich Pharmafirmen aus Deutschland zurückziehen und weniger innovative Arzneimittel zu den Patient:innen gelangen.

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Die Bundesregierung hat den Entwurf für das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz durchs Kabinett gebracht. Foto: ©iStock.com/jotily

GKV-Spargesetz: Von „Taschenspielertricks“ und „Deindustrialisierung“

Die Bundesregierung hat den Entwurf für das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz durchs Kabinett gebracht. Laut Gesundheitsministerin Nina Warken schafft das „die Grundlage für die nachhaltige finanzielle Stabilität der gesetzlichen Krankenversicherung.“ Diese Sicht hat die Regierung relativ exklusiv: Während der AOK-Bundesverband von „Taschenspielertricks auf Kosten der Beitragszahlenden“ spricht, ist die Pharmaindustrie entsetzt. „Wird dieses Gesetz so verabschiedet, wird Deutschland einen weiteren Schritt in Richtung De-Industrialisierung machen“, so der Vorsitzende des Pharmaverbands BPI, Oliver Kirst.

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Pharmaunternehmen schaffen Gesundheit sowie Wohlstand und sind Teil staatlicher Souveränität. Ihre Produkte als „Kostentreiber“ zu betrachten, greift zu kurz. Und schadet. Foto: iStock.com / anyaberkut

Ein Kostenfaktor? Die stille Systemrelevanz der Pharmaindustrie

Die Debatte über Arzneimittelpreise ist in Deutschland schnell emotional. Neue Medikamente gelten als „Kostentreiber“. Doch diese Perspektive greift zu kurz. Sie blendet aus, dass die forschende Pharmaindustrie eine dreifache Funktion erfüllt: Sie produziert Gesundheit, sie schafft Wohlstand und sie ist Teil staatlicher Souveränität. Wer sie vor allem als Ausgabenfaktor betrachtet, unterschätzt ihre systemische Bedeutung. Und schadet dem Land.

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„Verpasste Chance“ und Rotstift mit der „Schrotflinte“ – der BPI kritisiert die Pläne der Bundesregierung zur GKV-Stabilisierung. Foto: ©iStock.com/ipopba

GKV-Reform mit der „Schrotflinte: Es trifft alle – außer den Bund“

Seit Freitag vergangener Woche kursiert der Referentenentwurf der Bundesgesundheitsministerin zur Finanzreform der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV), der noch diesen Monat durch das Kabinett soll. Für den Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) ist er „eine verpasste Chance für mehr Gerechtigkeit.“ Die Pharmaunternehmen – in der Nationalen Pharmastrategie noch zur „Leitindustrie“ erhoben – sind entsetzt.

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Bei der immer wieder diskutierten Abschaffung bestehender Orphan Drug-Regeln im AMNOG geht es nicht um ein „Privileg“; es geht um Sparmaßnahmen, die potenziell die Versorgung der Patient:innen verschlechtern könnten. Mehr sprachliche Präzision in der Debatte wäre daher mehr als angebracht. Foto: iStock.com / gorodenkoff

Wenn Worte Politik machen: Das irreführende Narrativ vom Orphan Drug-„Privileg“

Medikamente gegen seltene Erkrankungen – die „Orphan Drugs“ – genießen im deutschen System der Arzneimittel-Nutzenbewertung und -Preisverhandlung ein „Privileg“, so heißt es immer wieder. Von einem „fiktiven“ Zusatznutzen ist oft die Rede. Beides stimmt nicht: Dennoch hat sich diese Ausdrucksweise selbst in Expertenkreisen etabliert. Das ist ein Problem: Denn Sprache formt Wirklichkeit – und könnte zu politischen Entscheidungen führen, die die Versorgung der Patient:innen verschlechtern. Daher braucht es dringend mehr sprachliche Präzision in der Debatte, kommentiert Pharma Fakten-Redakteurin Alina Massari.

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Von wegen zu faul: Noch nie haben in Deutschland mehr Menschen gearbeitet, so der Pharmaverband vfa. Allerdings gibt es Hürden, die vor allem Frauen davon abhalten ihr Potenzial auszuschöpfen. Foto: iStock.com / gorodenkoff

Arbeitsmarkt: „Deutschland ist so fleißig wie nie“

Zu viel „Lifestyle“-Teilzeit? Zu faul? Viele Vorurteile über die Arbeitseinstellung der Deutschen haben weder Hand noch Fuß. Das zeigt eine Analyse des Pharmaverbands vfa. Demnach sind so viele Menschen erwerbstätig wie noch nie. Zwar arbeiten viele von ihnen in reduzierter Stundenzahl: Doch das hat wohl weniger mit der individuellen Motivation zu tun, sondern eher mit den Rahmenbedingungen, die es insbesondere Frauen erschweren, ihr berufliches Potenzial auszuschöpfen. Die Politik ist gefragt, Hürden abzubauen.

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Die FinanzKommission Gesundheit empfiehlt der Politik, zur GKV-Finanzstabilisierung den Herstellerabschlag für patentgeschützte Arzneimittel zu erhöhen und zu dynamisieren: Das könnte volkswirtschaftlich mehr schaden als nützen. Foto: ©iStock.com/BitsAndSplits

Herstellerabschlag: Warum diese Arzneimittel-Sparpläne ganz Deutschland schaden

Im Gesundheitswesen soll gespart werden. Im Raum steht, den Herstellerabschlag für patentgeschützte Arzneimittel zu erhöhen. Ein neu veröffentlichtes Gutachten des BASYS-Instituts zeigt: Das würde volkswirtschaftlich mehr schaden als nützen. Der Bericht kommt genau zur richtigen Zeit: Schließlich will das Bundesgesundheitsministerium „sehr zeitnah ein Gesetzgebungsverfahren einleiten“, um kurzfristig wirkende Maßnahmen zur Stabilisierung der GKV-Finanzen umzusetzen. Die Gefahr ist, dass sie die Gesundheitsversorgung, Wirtschaft und Innovationskraft Deutschlands schwächen.

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„Europa gelingt es nur schwer, seine Forschungsleistung in Investitionen, klinische Studien und neue Medikamente umzusetzen. Dabei ist genau das entscheidend für bessere Gesundheit und wirtschaftliches Wachstum“, so EFPIA. Foto: ©iStock.com/Nadzeya Haroshka

Mehr Spitzenforschung: Europas 100 Milliarden Euro-Chance

Ohne die Pharmaindustrie würde sich der Handelsbilanzüberschuss der Europäischen Union (EU) in Höhe von 133 Milliarden Euro in ein Defizit von 88 Milliarden Euro verwandeln. Das zeigt, wie wichtig die Branche ist. Doch in vielen Bereichen lässt die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu wünschen übrig, gerade im Vergleich zu den USA oder China. Der Pharmaverband EFPIA hat dazu eine Analyse veröffentlicht. Angesichts der aktuellen geopolitischen Spannungen sollte sie ein Weckruf sein.

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Unter dem Titel „VORschung voraus – Gesundheit2030: Wie Innovation Leben, Forschung und Standort stärkt“ lud AstraZeneca Deutschland zu einem Medienevent ein. Im Fokus der Debatten: die aktuellen Sparpläne der Gesundheitspolitik.

„Aber wird es dieses Medikament irgendwann in Deutschland geben?“

„Wow.“ So lässt sich das Gefühl, mit dem Onkologe Dr. Niko Andre gerade erst vom international größten Krebskongress ASCO zurückgekehrt ist, wohl am besten beschreiben. In Chicago präsentierten Wissenschaftler:innen und Mediziner:innen die neuesten Fortschritte der Forschung. Die wären tatsächlich einfach „wow“ – wenn nicht grundsätzlich in Frage stünde, wie schnell und umfassend neue Arzneimittel künftig noch in die deutsche Patient:innen-Versorgung gelangen. In den Augen von Alexandra Bishop, Geschäftsführerin bei AstraZeneca Deutschland, sende die Politik mit ihren aktuellen Sparplänen das Signal: „Wir sind an Innovationen nicht interessiert.“ Das erklärte sie auf einem Medienevent des forschenden Pharmaunternehmens in Hamburg.

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Die Deutsche Schmerzgesellschaft geht davon aus, dass durch das GKV-Spargesetz die Versorgung von Millionen chronisch schmerzkranken Menschen massiv gefährdet ist. Foto: iStock.com / Jacob Wackerhausen

GKV-Spargesetz: Eine „Katastrophe“ für Menschen mit Schmerzen

Die Deutsche Schmerzgesellschaft geht davon aus, dass durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) die Versorgung von Millionen chronisch schmerzkranken Menschen massiv gefährdet ist. Dabei ist die Lage schon heute angespannt, so die Expert:innen: 22 Prozent der Schmerzfachabteilungen sind in ihrer Existenz bedroht. Sie versorgen heute aber fast die Hälfte der Menschen mit der interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie.

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Dynamischer Herstellerabschlag: Weniger Arzneimittelinnovationen und Investitionen für Deutschland

Laut dem Entwurf zum GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz (BStabG) will die Politik für die pharmazeutische Industrie einen dynamischen Herstellerabschlag einführen, dessen Höhe jährlich je nach Entwicklung der Arzneimittelausgaben und der beitragspflichtigen Einnahmen angepasst wird. Dominik Rosz, Lead Pricing and Access Strategy beim Unternehmen Astellas, hat sich die Pläne genauer angeschaut. Demnach dürfte der Pflichtrabatt binnen weniger Jahre auf abstruse Höhen ansteigen – und so dazu führen, dass sich Pharmafirmen aus Deutschland zurückziehen und weniger innovative Arzneimittel zu den Patient:innen gelangen.

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Die Bundesregierung hat den Entwurf für das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz durchs Kabinett gebracht. Foto: ©iStock.com/jotily

GKV-Spargesetz: Von „Taschenspielertricks“ und „Deindustrialisierung“

Die Bundesregierung hat den Entwurf für das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz durchs Kabinett gebracht. Laut Gesundheitsministerin Nina Warken schafft das „die Grundlage für die nachhaltige finanzielle Stabilität der gesetzlichen Krankenversicherung.“ Diese Sicht hat die Regierung relativ exklusiv: Während der AOK-Bundesverband von „Taschenspielertricks auf Kosten der Beitragszahlenden“ spricht, ist die Pharmaindustrie entsetzt. „Wird dieses Gesetz so verabschiedet, wird Deutschland einen weiteren Schritt in Richtung De-Industrialisierung machen“, so der Vorsitzende des Pharmaverbands BPI, Oliver Kirst.

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Pharmaunternehmen schaffen Gesundheit sowie Wohlstand und sind Teil staatlicher Souveränität. Ihre Produkte als „Kostentreiber“ zu betrachten, greift zu kurz. Und schadet. Foto: iStock.com / anyaberkut

Ein Kostenfaktor? Die stille Systemrelevanz der Pharmaindustrie

Die Debatte über Arzneimittelpreise ist in Deutschland schnell emotional. Neue Medikamente gelten als „Kostentreiber“. Doch diese Perspektive greift zu kurz. Sie blendet aus, dass die forschende Pharmaindustrie eine dreifache Funktion erfüllt: Sie produziert Gesundheit, sie schafft Wohlstand und sie ist Teil staatlicher Souveränität. Wer sie vor allem als Ausgabenfaktor betrachtet, unterschätzt ihre systemische Bedeutung. Und schadet dem Land.

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„Verpasste Chance“ und Rotstift mit der „Schrotflinte“ – der BPI kritisiert die Pläne der Bundesregierung zur GKV-Stabilisierung. Foto: ©iStock.com/ipopba

GKV-Reform mit der „Schrotflinte: Es trifft alle – außer den Bund“

Seit Freitag vergangener Woche kursiert der Referentenentwurf der Bundesgesundheitsministerin zur Finanzreform der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV), der noch diesen Monat durch das Kabinett soll. Für den Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) ist er „eine verpasste Chance für mehr Gerechtigkeit.“ Die Pharmaunternehmen – in der Nationalen Pharmastrategie noch zur „Leitindustrie“ erhoben – sind entsetzt.

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Bei der immer wieder diskutierten Abschaffung bestehender Orphan Drug-Regeln im AMNOG geht es nicht um ein „Privileg“; es geht um Sparmaßnahmen, die potenziell die Versorgung der Patient:innen verschlechtern könnten. Mehr sprachliche Präzision in der Debatte wäre daher mehr als angebracht. Foto: iStock.com / gorodenkoff

Wenn Worte Politik machen: Das irreführende Narrativ vom Orphan Drug-„Privileg“

Medikamente gegen seltene Erkrankungen – die „Orphan Drugs“ – genießen im deutschen System der Arzneimittel-Nutzenbewertung und -Preisverhandlung ein „Privileg“, so heißt es immer wieder. Von einem „fiktiven“ Zusatznutzen ist oft die Rede. Beides stimmt nicht: Dennoch hat sich diese Ausdrucksweise selbst in Expertenkreisen etabliert. Das ist ein Problem: Denn Sprache formt Wirklichkeit – und könnte zu politischen Entscheidungen führen, die die Versorgung der Patient:innen verschlechtern. Daher braucht es dringend mehr sprachliche Präzision in der Debatte, kommentiert Pharma Fakten-Redakteurin Alina Massari.

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Von wegen zu faul: Noch nie haben in Deutschland mehr Menschen gearbeitet, so der Pharmaverband vfa. Allerdings gibt es Hürden, die vor allem Frauen davon abhalten ihr Potenzial auszuschöpfen. Foto: iStock.com / gorodenkoff

Arbeitsmarkt: „Deutschland ist so fleißig wie nie“

Zu viel „Lifestyle“-Teilzeit? Zu faul? Viele Vorurteile über die Arbeitseinstellung der Deutschen haben weder Hand noch Fuß. Das zeigt eine Analyse des Pharmaverbands vfa. Demnach sind so viele Menschen erwerbstätig wie noch nie. Zwar arbeiten viele von ihnen in reduzierter Stundenzahl: Doch das hat wohl weniger mit der individuellen Motivation zu tun, sondern eher mit den Rahmenbedingungen, die es insbesondere Frauen erschweren, ihr berufliches Potenzial auszuschöpfen. Die Politik ist gefragt, Hürden abzubauen.

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Die FinanzKommission Gesundheit empfiehlt der Politik, zur GKV-Finanzstabilisierung den Herstellerabschlag für patentgeschützte Arzneimittel zu erhöhen und zu dynamisieren: Das könnte volkswirtschaftlich mehr schaden als nützen. Foto: ©iStock.com/BitsAndSplits

Herstellerabschlag: Warum diese Arzneimittel-Sparpläne ganz Deutschland schaden

Im Gesundheitswesen soll gespart werden. Im Raum steht, den Herstellerabschlag für patentgeschützte Arzneimittel zu erhöhen. Ein neu veröffentlichtes Gutachten des BASYS-Instituts zeigt: Das würde volkswirtschaftlich mehr schaden als nützen. Der Bericht kommt genau zur richtigen Zeit: Schließlich will das Bundesgesundheitsministerium „sehr zeitnah ein Gesetzgebungsverfahren einleiten“, um kurzfristig wirkende Maßnahmen zur Stabilisierung der GKV-Finanzen umzusetzen. Die Gefahr ist, dass sie die Gesundheitsversorgung, Wirtschaft und Innovationskraft Deutschlands schwächen.

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„Europa gelingt es nur schwer, seine Forschungsleistung in Investitionen, klinische Studien und neue Medikamente umzusetzen. Dabei ist genau das entscheidend für bessere Gesundheit und wirtschaftliches Wachstum“, so EFPIA. Foto: ©iStock.com/Nadzeya Haroshka

Mehr Spitzenforschung: Europas 100 Milliarden Euro-Chance

Ohne die Pharmaindustrie würde sich der Handelsbilanzüberschuss der Europäischen Union (EU) in Höhe von 133 Milliarden Euro in ein Defizit von 88 Milliarden Euro verwandeln. Das zeigt, wie wichtig die Branche ist. Doch in vielen Bereichen lässt die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu wünschen übrig, gerade im Vergleich zu den USA oder China. Der Pharmaverband EFPIA hat dazu eine Analyse veröffentlicht. Angesichts der aktuellen geopolitischen Spannungen sollte sie ein Weckruf sein.

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Kommentar

GKV-Spargesetz: Krankenkassen-Chefs reden das Land kaputt

Krankenkassen-Chefs wie kürzlich Jens Baas von der Techniker erklären, dass die Bundesregierung vor der Pharmaindustrie eingeknickt sei. Er fordert, dass der Sparbeitrag der Industrie im Laufe der Beratung zum Entwurf des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes (BStabG) kräftig erhöht werden muss. Das ist Populismus in seiner reinsten Form und von Zahlen nicht gedeckt. Es schadet dem Land und seinen Menschen. Ein Kommentar von Florian Martius.

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