BPI fordert bei der Ordentlichen Hauptversammlung des Verbandes in Berlin eine „echte Gesundheitsreform“. Foto: © BPI/Tobias Rücker

GKV-Spargesetz: Am Problem vorbei therapiert

Kurz vor der ersten Lesung des bereits jetzt hochumstrittenen Beitragssatzstabilisierungsgesetzes (BStabG) im Bundestag hat sich der Pharmaverband BPI noch einmal positioniert: Statt eines Spargesetzes braucht Deutschland dringend eine strukturelle, „echte Gesundheitsreform“, so sein Vorsitzender Oliver Kirst auf der Hauptversammlung des Verbandes. Durch die Pläne der Regierung werde „nichts besser, sondern höchstens billiger.“ Der dort geplante dynamische Herstellerrabatt sei eine „Katastrophe“ für die Unternehmen; durch das Gesetz werde die Deindustrialisierung des Landes vorangetrieben.

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…niemand. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) wird die medizinische Versorgung und Prävention verschlechtern und dem Standort schaden. Ein Kommentar von Florian Martius. Foto: iStock.com / ArisSu

GKV-Spargesetz: And the winner is…

…niemand. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) wird die medizinische Versorgung und Prävention verschlechtern und damit den Menschen schaden. Es schwächt die deutsche Spitzenposition in Forschung und Entwicklung und gefährdet den Wissenschaftsstandort. Gleichzeitig schwächt es eine der Zukunftstechnologien schlechthin: die Pharma- und Biotechbranche, die wie kaum eine andere für Wachstum und Wohlstand steht. Diese ist in diesen Tagen Ziel einer regelrechten Kampagne, die vor allem von den Krankenkassen getrieben wird. Dabei geht es erschreckend wenig um Fakten – ein Kommentar von Florian Martius.

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Unter dem Titel „VORschung voraus – Gesundheit2030: Wie Innovation Leben, Forschung und Standort stärkt“ lud AstraZeneca Deutschland zu einem Medienevent ein. Im Fokus der Debatten: die aktuellen Sparpläne der Gesundheitspolitik.

„Aber wird es dieses Medikament irgendwann in Deutschland geben?“

„Wow.“ So lässt sich das Gefühl, mit dem Onkologe Dr. Niko Andre gerade erst vom international größten Krebskongress ASCO zurückgekehrt ist, wohl am besten beschreiben. In Chicago präsentierten Wissenschaftler:innen und Mediziner:innen die neuesten Fortschritte der Forschung. Die wären tatsächlich einfach „wow“ – wenn nicht grundsätzlich in Frage stünde, wie schnell und umfassend neue Arzneimittel künftig noch in die deutsche Patient:innen-Versorgung gelangen. In den Augen von Alexandra Bishop, Geschäftsführerin bei AstraZeneca Deutschland, sende die Politik mit ihren aktuellen Sparplänen das Signal: „Wir sind an Innovationen nicht interessiert.“ Das erklärte sie auf einem Medienevent des forschenden Pharmaunternehmens in Hamburg.

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Die Deutsche Schmerzgesellschaft geht davon aus, dass durch das GKV-Spargesetz die Versorgung von Millionen chronisch schmerzkranken Menschen massiv gefährdet ist. Foto: iStock.com / Jacob Wackerhausen

GKV-Spargesetz: Eine „Katastrophe“ für Menschen mit Schmerzen

Die Deutsche Schmerzgesellschaft geht davon aus, dass durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) die Versorgung von Millionen chronisch schmerzkranken Menschen massiv gefährdet ist. Dabei ist die Lage schon heute angespannt, so die Expert:innen: 22 Prozent der Schmerzfachabteilungen sind in ihrer Existenz bedroht. Sie versorgen heute aber fast die Hälfte der Menschen mit der interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie.

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Dynamischer Herstellerabschlag: Weniger Arzneimittelinnovationen und Investitionen für Deutschland

Laut dem Entwurf zum GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz (BStabG) will die Politik für die pharmazeutische Industrie einen dynamischen Herstellerabschlag einführen, dessen Höhe jährlich je nach Entwicklung der Arzneimittelausgaben und der beitragspflichtigen Einnahmen angepasst wird. Dominik Rosz, Lead Pricing and Access Strategy beim Unternehmen Astellas, hat sich die Pläne genauer angeschaut. Demnach dürfte der Pflichtrabatt binnen weniger Jahre auf abstruse Höhen ansteigen – und so dazu führen, dass sich Pharmafirmen aus Deutschland zurückziehen und weniger innovative Arzneimittel zu den Patient:innen gelangen.

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Die Bundesregierung hat den Entwurf für das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz durchs Kabinett gebracht. Foto: ©iStock.com/jotily

GKV-Spargesetz: Von „Taschenspielertricks“ und „Deindustrialisierung“

Die Bundesregierung hat den Entwurf für das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz durchs Kabinett gebracht. Laut Gesundheitsministerin Nina Warken schafft das „die Grundlage für die nachhaltige finanzielle Stabilität der gesetzlichen Krankenversicherung.“ Diese Sicht hat die Regierung relativ exklusiv: Während der AOK-Bundesverband von „Taschenspielertricks auf Kosten der Beitragszahlenden“ spricht, ist die Pharmaindustrie entsetzt. „Wird dieses Gesetz so verabschiedet, wird Deutschland einen weiteren Schritt in Richtung De-Industrialisierung machen“, so der Vorsitzende des Pharmaverbands BPI, Oliver Kirst.

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Pharmaunternehmen schaffen Gesundheit sowie Wohlstand und sind Teil staatlicher Souveränität. Ihre Produkte als „Kostentreiber“ zu betrachten, greift zu kurz. Und schadet. Foto: iStock.com / anyaberkut

Ein Kostenfaktor? Die stille Systemrelevanz der Pharmaindustrie

Die Debatte über Arzneimittelpreise ist in Deutschland schnell emotional. Neue Medikamente gelten als „Kostentreiber“. Doch diese Perspektive greift zu kurz. Sie blendet aus, dass die forschende Pharmaindustrie eine dreifache Funktion erfüllt: Sie produziert Gesundheit, sie schafft Wohlstand und sie ist Teil staatlicher Souveränität. Wer sie vor allem als Ausgabenfaktor betrachtet, unterschätzt ihre systemische Bedeutung. Und schadet dem Land.

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„Verpasste Chance“ und Rotstift mit der „Schrotflinte“ – der BPI kritisiert die Pläne der Bundesregierung zur GKV-Stabilisierung. Foto: ©iStock.com/ipopba

GKV-Reform mit der „Schrotflinte: Es trifft alle – außer den Bund“

Seit Freitag vergangener Woche kursiert der Referentenentwurf der Bundesgesundheitsministerin zur Finanzreform der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV), der noch diesen Monat durch das Kabinett soll. Für den Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) ist er „eine verpasste Chance für mehr Gerechtigkeit.“ Die Pharmaunternehmen – in der Nationalen Pharmastrategie noch zur „Leitindustrie“ erhoben – sind entsetzt.

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Bei der immer wieder diskutierten Abschaffung bestehender Orphan Drug-Regeln im AMNOG geht es nicht um ein „Privileg“; es geht um Sparmaßnahmen, die potenziell die Versorgung der Patient:innen verschlechtern könnten. Mehr sprachliche Präzision in der Debatte wäre daher mehr als angebracht. Foto: iStock.com / gorodenkoff

Wenn Worte Politik machen: Das irreführende Narrativ vom Orphan Drug-„Privileg“

Medikamente gegen seltene Erkrankungen – die „Orphan Drugs“ – genießen im deutschen System der Arzneimittel-Nutzenbewertung und -Preisverhandlung ein „Privileg“, so heißt es immer wieder. Von einem „fiktiven“ Zusatznutzen ist oft die Rede. Beides stimmt nicht: Dennoch hat sich diese Ausdrucksweise selbst in Expertenkreisen etabliert. Das ist ein Problem: Denn Sprache formt Wirklichkeit – und könnte zu politischen Entscheidungen führen, die die Versorgung der Patient:innen verschlechtern. Daher braucht es dringend mehr sprachliche Präzision in der Debatte, kommentiert Pharma Fakten-Redakteurin Alina Massari.

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Von wegen zu faul: Noch nie haben in Deutschland mehr Menschen gearbeitet, so der Pharmaverband vfa. Allerdings gibt es Hürden, die vor allem Frauen davon abhalten ihr Potenzial auszuschöpfen. Foto: iStock.com / gorodenkoff

Arbeitsmarkt: „Deutschland ist so fleißig wie nie“

Zu viel „Lifestyle“-Teilzeit? Zu faul? Viele Vorurteile über die Arbeitseinstellung der Deutschen haben weder Hand noch Fuß. Das zeigt eine Analyse des Pharmaverbands vfa. Demnach sind so viele Menschen erwerbstätig wie noch nie. Zwar arbeiten viele von ihnen in reduzierter Stundenzahl: Doch das hat wohl weniger mit der individuellen Motivation zu tun, sondern eher mit den Rahmenbedingungen, die es insbesondere Frauen erschweren, ihr berufliches Potenzial auszuschöpfen. Die Politik ist gefragt, Hürden abzubauen.

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BPI fordert bei der Ordentlichen Hauptversammlung des Verbandes in Berlin eine „echte Gesundheitsreform“. Foto: © BPI/Tobias Rücker

GKV-Spargesetz: Am Problem vorbei therapiert

Kurz vor der ersten Lesung des bereits jetzt hochumstrittenen Beitragssatzstabilisierungsgesetzes (BStabG) im Bundestag hat sich der Pharmaverband BPI noch einmal positioniert: Statt eines Spargesetzes braucht Deutschland dringend eine strukturelle, „echte Gesundheitsreform“, so sein Vorsitzender Oliver Kirst auf der Hauptversammlung des Verbandes. Durch die Pläne der Regierung werde „nichts besser, sondern höchstens billiger.“ Der dort geplante dynamische Herstellerrabatt sei eine „Katastrophe“ für die Unternehmen; durch das Gesetz werde die Deindustrialisierung des Landes vorangetrieben.

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…niemand. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) wird die medizinische Versorgung und Prävention verschlechtern und dem Standort schaden. Ein Kommentar von Florian Martius. Foto: iStock.com / ArisSu

GKV-Spargesetz: And the winner is…

…niemand. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) wird die medizinische Versorgung und Prävention verschlechtern und damit den Menschen schaden. Es schwächt die deutsche Spitzenposition in Forschung und Entwicklung und gefährdet den Wissenschaftsstandort. Gleichzeitig schwächt es eine der Zukunftstechnologien schlechthin: die Pharma- und Biotechbranche, die wie kaum eine andere für Wachstum und Wohlstand steht. Diese ist in diesen Tagen Ziel einer regelrechten Kampagne, die vor allem von den Krankenkassen getrieben wird. Dabei geht es erschreckend wenig um Fakten – ein Kommentar von Florian Martius.

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Unter dem Titel „VORschung voraus – Gesundheit2030: Wie Innovation Leben, Forschung und Standort stärkt“ lud AstraZeneca Deutschland zu einem Medienevent ein. Im Fokus der Debatten: die aktuellen Sparpläne der Gesundheitspolitik.

„Aber wird es dieses Medikament irgendwann in Deutschland geben?“

„Wow.“ So lässt sich das Gefühl, mit dem Onkologe Dr. Niko Andre gerade erst vom international größten Krebskongress ASCO zurückgekehrt ist, wohl am besten beschreiben. In Chicago präsentierten Wissenschaftler:innen und Mediziner:innen die neuesten Fortschritte der Forschung. Die wären tatsächlich einfach „wow“ – wenn nicht grundsätzlich in Frage stünde, wie schnell und umfassend neue Arzneimittel künftig noch in die deutsche Patient:innen-Versorgung gelangen. In den Augen von Alexandra Bishop, Geschäftsführerin bei AstraZeneca Deutschland, sende die Politik mit ihren aktuellen Sparplänen das Signal: „Wir sind an Innovationen nicht interessiert.“ Das erklärte sie auf einem Medienevent des forschenden Pharmaunternehmens in Hamburg.

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Die Deutsche Schmerzgesellschaft geht davon aus, dass durch das GKV-Spargesetz die Versorgung von Millionen chronisch schmerzkranken Menschen massiv gefährdet ist. Foto: iStock.com / Jacob Wackerhausen

GKV-Spargesetz: Eine „Katastrophe“ für Menschen mit Schmerzen

Die Deutsche Schmerzgesellschaft geht davon aus, dass durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) die Versorgung von Millionen chronisch schmerzkranken Menschen massiv gefährdet ist. Dabei ist die Lage schon heute angespannt, so die Expert:innen: 22 Prozent der Schmerzfachabteilungen sind in ihrer Existenz bedroht. Sie versorgen heute aber fast die Hälfte der Menschen mit der interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie.

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Dynamischer Herstellerabschlag: Weniger Arzneimittelinnovationen und Investitionen für Deutschland

Laut dem Entwurf zum GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz (BStabG) will die Politik für die pharmazeutische Industrie einen dynamischen Herstellerabschlag einführen, dessen Höhe jährlich je nach Entwicklung der Arzneimittelausgaben und der beitragspflichtigen Einnahmen angepasst wird. Dominik Rosz, Lead Pricing and Access Strategy beim Unternehmen Astellas, hat sich die Pläne genauer angeschaut. Demnach dürfte der Pflichtrabatt binnen weniger Jahre auf abstruse Höhen ansteigen – und so dazu führen, dass sich Pharmafirmen aus Deutschland zurückziehen und weniger innovative Arzneimittel zu den Patient:innen gelangen.

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Die Bundesregierung hat den Entwurf für das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz durchs Kabinett gebracht. Foto: ©iStock.com/jotily

GKV-Spargesetz: Von „Taschenspielertricks“ und „Deindustrialisierung“

Die Bundesregierung hat den Entwurf für das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz durchs Kabinett gebracht. Laut Gesundheitsministerin Nina Warken schafft das „die Grundlage für die nachhaltige finanzielle Stabilität der gesetzlichen Krankenversicherung.“ Diese Sicht hat die Regierung relativ exklusiv: Während der AOK-Bundesverband von „Taschenspielertricks auf Kosten der Beitragszahlenden“ spricht, ist die Pharmaindustrie entsetzt. „Wird dieses Gesetz so verabschiedet, wird Deutschland einen weiteren Schritt in Richtung De-Industrialisierung machen“, so der Vorsitzende des Pharmaverbands BPI, Oliver Kirst.

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Pharmaunternehmen schaffen Gesundheit sowie Wohlstand und sind Teil staatlicher Souveränität. Ihre Produkte als „Kostentreiber“ zu betrachten, greift zu kurz. Und schadet. Foto: iStock.com / anyaberkut

Ein Kostenfaktor? Die stille Systemrelevanz der Pharmaindustrie

Die Debatte über Arzneimittelpreise ist in Deutschland schnell emotional. Neue Medikamente gelten als „Kostentreiber“. Doch diese Perspektive greift zu kurz. Sie blendet aus, dass die forschende Pharmaindustrie eine dreifache Funktion erfüllt: Sie produziert Gesundheit, sie schafft Wohlstand und sie ist Teil staatlicher Souveränität. Wer sie vor allem als Ausgabenfaktor betrachtet, unterschätzt ihre systemische Bedeutung. Und schadet dem Land.

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„Verpasste Chance“ und Rotstift mit der „Schrotflinte“ – der BPI kritisiert die Pläne der Bundesregierung zur GKV-Stabilisierung. Foto: ©iStock.com/ipopba

GKV-Reform mit der „Schrotflinte: Es trifft alle – außer den Bund“

Seit Freitag vergangener Woche kursiert der Referentenentwurf der Bundesgesundheitsministerin zur Finanzreform der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV), der noch diesen Monat durch das Kabinett soll. Für den Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) ist er „eine verpasste Chance für mehr Gerechtigkeit.“ Die Pharmaunternehmen – in der Nationalen Pharmastrategie noch zur „Leitindustrie“ erhoben – sind entsetzt.

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Bei der immer wieder diskutierten Abschaffung bestehender Orphan Drug-Regeln im AMNOG geht es nicht um ein „Privileg“; es geht um Sparmaßnahmen, die potenziell die Versorgung der Patient:innen verschlechtern könnten. Mehr sprachliche Präzision in der Debatte wäre daher mehr als angebracht. Foto: iStock.com / gorodenkoff

Wenn Worte Politik machen: Das irreführende Narrativ vom Orphan Drug-„Privileg“

Medikamente gegen seltene Erkrankungen – die „Orphan Drugs“ – genießen im deutschen System der Arzneimittel-Nutzenbewertung und -Preisverhandlung ein „Privileg“, so heißt es immer wieder. Von einem „fiktiven“ Zusatznutzen ist oft die Rede. Beides stimmt nicht: Dennoch hat sich diese Ausdrucksweise selbst in Expertenkreisen etabliert. Das ist ein Problem: Denn Sprache formt Wirklichkeit – und könnte zu politischen Entscheidungen führen, die die Versorgung der Patient:innen verschlechtern. Daher braucht es dringend mehr sprachliche Präzision in der Debatte, kommentiert Pharma Fakten-Redakteurin Alina Massari.

Weiterlesen »
Von wegen zu faul: Noch nie haben in Deutschland mehr Menschen gearbeitet, so der Pharmaverband vfa. Allerdings gibt es Hürden, die vor allem Frauen davon abhalten ihr Potenzial auszuschöpfen. Foto: iStock.com / gorodenkoff

Arbeitsmarkt: „Deutschland ist so fleißig wie nie“

Zu viel „Lifestyle“-Teilzeit? Zu faul? Viele Vorurteile über die Arbeitseinstellung der Deutschen haben weder Hand noch Fuß. Das zeigt eine Analyse des Pharmaverbands vfa. Demnach sind so viele Menschen erwerbstätig wie noch nie. Zwar arbeiten viele von ihnen in reduzierter Stundenzahl: Doch das hat wohl weniger mit der individuellen Motivation zu tun, sondern eher mit den Rahmenbedingungen, die es insbesondere Frauen erschweren, ihr berufliches Potenzial auszuschöpfen. Die Politik ist gefragt, Hürden abzubauen.

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Kommentar

GKV-Spargesetz: Das Narrativ stimmt nicht

Die Bundesregierung betont, dass sie mit dem vorgelegten Entwurf zum Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) „allen Beteiligten – von der Pharmaindustrie über die Ärztinnen und Ärzte bis hin zu den Krankenhäusern – etwas abverlangt, um dieses System zukunftsfähig zu machen.“ Das aber ist nicht nur der falsche Weg – es stimmt auch einfach nicht. Ein Kommentar von Florian Martius.

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