Leandra

Die Arbeitsgemeinschaft Therapie Seltene Erkrankungen (ATSE) hat gängige Mythen zu Orphan Drugs unter die Lupe genommen. Denn rationale Politik, welche die Versorgung der Patient:innen verbessert, ist nur faktenbasiert möglich. Foto: iStock.com/Ivan-balvan

Seltene Erkrankungen: Mythen zu Orphan Drugs im Faktencheck

Viele Mythen ranken sich um seltene Erkrankungen: Pharmaunternehmen interessieren sich nicht dafür, so ist immer wieder zu hören. Außerdem seien „Orphan Drugs“ Kostentreiber im Gesundheitssystem. Die Arbeitsgemeinschaft Therapie Seltene Erkrankungen (ATSE) hat solche Aussagen unter die Lupe genommen. Das ist gerade auch vor dem Hintergrund der laufenden Koalitionsverhandlungen wichtig. Denn die Politik kann die Versorgung der Patient:innen nur dann zielgerichtet verbessern, wenn sie Entscheidungen auf Basis von Fakten trifft.

Die GKV-Finanzierung steht nicht auf stabilen Beinen; seitens der US-Regierung drohen viele Veränderungen – auch im Gesundheitsbereich. Wie muss Deutschland reagieren? Foto: ©iStock.com/demaerre

USA vs. Wissenschaft: Chance für Forschungsstandort Deutschland?

Forschende in den USA bangen um ihre Zukunft. Fördergelder, die auf Eis liegen, radikale Budgetkürzungen und Entlassungen, Fake News sowie Wissenschaftsfeindlichkeit: Was in den Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump passiert, ist dramatisch. Deutschland könnte das allerdings als Chance nutzen – und sich als starker Innovationsstandort positionieren.

Wenn es im Gesundheitswesen ums Sparen geht, rücken Arzneimittelpreise schnell in den Fokus. Studien belegen: Preisregulierung hat einen negativen Impact auf die Innovationen und kostet Wertschöpfung und Wohlstand. Foto: ©iStock.com/AndreyPopov

Arzneimittel: Der Preis der Preisregulierung

Wenn es im Gesundheitswesen ums Sparen geht, richten sich die Blicke schnell auf die Ausgaben für Arzneimittel. Dabei ist es ein Irrglaube, dass der Griff in die Taschen der Pharmaunternehmen nur diesen schadet. Zahlreiche Studien aus den Wirtschaftswissenschaften belegen: Die Preisregulierung hat negative Auswirkungen auf die Innovationen von Morgen und kostet Wertschöpfung und damit Wohlstand. Eine einseitig auf Arzneimittelinnovationen fokussierende Sparpolitik ist kurzsichtig.

Europa: Auf dem Weg in eine Gesundheitskrise?

Ein Baby, das 2021 in Europa geboren ist, hat statistisch gesehen eine Lebenserwartung von 79,3 Jahren – wenn es ein Mädchen ist. Bei Jungen sind es 73,3 Jahre. Das war schon mal besser: Die COVID-19-Pandemie hat eine „Dekade des Fortschritts“ rückgängig gemacht, schreibt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem Bericht. Und auch in weiteren Bereichen – etwa beim Kampf gegen chronische Erkrankungen – sehen die Fachleute Handlungsbedarf.

Die Kinderrheumatologin Prof. Dr. Kirsten Minden erklärt im Interview, weshalb die Behandlung rheumatischer Erkrankungen auch im Erwachsenenalter so wichtig ist.

Rheuma bei Kindern: Nach der Pubertät beginnen die Probleme

Rheuma zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen – doch viele von ihnen werden nicht mehr behandelt, sobald sie erwachsen sind. Mit fatalen Folgen. Welche das sind und was sich ändern muss, darüber haben wir mit Prof. Dr. Kirsten Minden gesprochen. Sie ist bei der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh) Sprecherin des Arbeitskreises Transitionsmedizin – und sie arbeitet am deutschen Rheuma-Forschungszentrum in Berlin und als Kinderrheumatologin am Sozialpädiatrischen Zentrum der Charité-Universitätsmedizin Berlin.

Das forschende Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim hat zum dritten „Transforming Science Day“ geladen. Wissenschaftler:innen aus der ganzen Welt hörten zu. Foto: BI

Pharma-Forschung: Die Wissenschaft revolutionieren

Das forschende Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim hat zum dritten „Transforming Science Day“ geladen. Auf dem Campus eines der führenden biomedizinischen Institute der Welt, dem EMBL in Heidelberg, hörten rund 2.000 vor allem junge Wissenschaftler:innen aus der ganzen Welt zu, wie sich das Unternehmen die Arzneimittelforschung vorstellt.

Mit der Kampagne colourUp4RARE setzen sich Gesundheits- und Pharmaunternehmen für mehr Sichtbarkeit von Menschen mit seltenen Erkrankungen ein. Foto: ColourUp4Rare

Farbe bekennen für Menschen mit seltenen Erkrankungen

Rund 70 Jahre ist es her, da prägte ein US-amerikanischer Medizinprofessor den Lehrsatz: „Denk bei Hufgetrappel an Pferde, nicht an Zebras.“ Demnach sollen Ärzt:innen auch bei schwierigen Diagnosen eher an weit verbreitete Erkrankungen denken anstatt an seltene. Zeit, das zu ändern, finden die Initiator:innen von „colourUp4RARE“: Die Kampagne von mehreren Pharma- und Gesundheitsunternehmen setzt sich für mehr Sichtbarkeit von Menschen mit seltenen Erkrankungen ein.

Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten hat einen 6-Punkte-Plan für Prävention vorgelegt. Denn Prävention mit angezogener Handbremse bedeutet nicht nur unnötiges Leid. Sie kostet das System aberwitzige Milliardensummen. Foto: ©iStock.com/udra

Gesundheit: Warum nicht mal eine Präventionswende wagen?

Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) hat einen 6-Punkte-Plan für mehr Prävention und Gesundheitsschutz vorgelegt. Damit will das Wissenschaftsbündnis die zukünftige Bundesregierung auffordern, „verbindliche, strukturierte und umfassende Präventionsmaßnahmen zu verabschieden, um nichtübertragbare Erkrankungen wirksam einzudämmen und die wirtschaftliche Stabilität langfristig zu sichern.“ Denn Prävention mit angezogener Handbremse bedeutet nicht nur unnötiges Leid. Sie kostet das System aberwitzige Milliardensummen.

Gastbeitrag von Fridtjof Traulsen, Vorsitzender der Geschäftsführung Boehringer Ingelheim in Deutschland. Foto: euroluftbild.de/Bernhard Gross

Raus aus der Rezession

Die bevorstehende Bundestagswahl ist entscheidend für die Zukunft Deutschlands. Sie wird die Weichen stellen für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und den Wohlstand der Gesellschaft. Ein Gastbeitrag von Fridtjof Traulsen, Vorsitzender der Geschäftsführung Boehringer Ingelheim in Deutschland.

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