Krebs lässt sich nicht allein anhand von Blutwerten diagnostizieren. Einige Werte und Tumormarker können aber Anlass für weitere Untersuchungen sein. ©iStock.com/dusanpetkovic
Krebs lässt sich nicht allein anhand von Blutwerten diagnostizieren. Einige Werte und Tumormarker können aber Anlass für weitere Untersuchungen sein. ©iStock.com/dusanpetkovic

Blutwerte bei Krebs

Schlechte Blutwerte bei Krebs? Eines ist ganz klar: Krebs kann nicht ausschließlich anhand der Blutwerte diagnostiziert werden. Sind bestimmte Werte verändert, kann dies jedoch eine weitergehende Diagnostik zur Folge haben und letztlich dazu beitragen, dass Krebserkrankungen früher erkannt werden. Welche Blutwerte in diesem Zusammenhang besonders wichtig sind und welche Rolle die sogenannten Tumormarker spielen, erfahren Sie im Folgenden.

Inhalt

Das Wichtigste in Kürze

  • Krebs lässt sich nicht allein anhand von Blutwerten diagnostizieren, auffällige Werte können jedoch weitere Untersuchungen auslösen.
  • Tumormarker (z. B. PSA, CEA, CA 125, AFP) können bei bestimmten Krebsarten erhöht sein, sind aber nicht eindeutig beweisend, da sie auch bei anderen Erkrankungen ansteigen können.
  • Auch bei unauffälligen Blutwerten kann Krebs vorliegen. Bei Symptomen sind weitere diagnostische Verfahren notwendig.
  • Neue Ansätze wie die Liquid Biopsy sollen künftig Krebs-DNA im Blut nachweisen, befinden sich jedoch noch in der Entwicklung.

Blutwerte bei Krebs: Was sind Tumormarker?

Tumormarker sind Substanzen im Blut oder auch im Urin, die von Tumoren produziert werden.1 Dabei stellt entweder die erkrankte Zelle selbst die Substanz her oder der Organismus produziert sie als Reaktion auf die Erkrankung.

Die wichtigsten Tumormarker im Überblick:

  • AFP (Alpha-Fetoprotein): Die Werte steigen unter anderem bei Lebertumoren und anderen Lebererkrankungen an, sind aber zum Beispiel auch bei Schwangeren und Neugeborenen erhöht.

  • Bilirubin: Der Gallenfarbstoff entsteht beim Abbau von roten Blutkörperchen aus dem Blutfarbstoff Hämoglobin und wird eigentlich mit dem Gallensaft ausgeschieden. Sind die Leberzellen geschädigt, ist der Farbstoff vermehrt im Blut zu finden – zum Beispiel bei Tumorerkrankungen der Leber.

  • CA 125: Erhöhte Werte können zum Beispiel auf Eierstockkrebs, Entzündungen der Leber oder der Bauchspeicheldrüse sowie auf diverse Autoimmunerkrankungen hindeuten.

  • CA 15-3: Bei Eierstockkrebs, Brustkrebs, Leberkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und Tumoren in der Gebärmutter ist dieser Tumormarker häufig erhöht im Blut zu finden.

  • CA 19-9: Leberkrebs, Dickdarmkrebs, Magentumore, Bauchspeicheldrüsenkrebs und Eierstockkrebs gehen oftmals mit einer Erhöhung dieses Laborwertes einher.

  • CEA (Carcinoembryonales Antigen): Das Antigen taucht in Form eines erhöhten Wertes häufig im Zusammenhang mit Brust-, Lungen-, Darm- oder Magenkrebs auf. Der Wert kann allerdings auch z. B. bei einer Leberzirrhose sowie ganz allgemein bei Rauchern erhöht sein.

  • PSA (Prostata-spezifisches Antigen): Bei Prostatakrebs ist der PSA-Wert erhöht – dies gilt allerdings auch für gutartige Erkrankungen der Prostata.

Welche Blutwerte sind bei Krebs erhöht?

Je nach Krebsart können verschiedene Blutwerte erhöht sein. So gehen Krebserkrankungen häufig mit Entzündungen im Körper einher, die dazu führen, dass die Entzündungswerte, darunter das C-reaktive Protein (CRP) und das Interleukin-6 (IL-6), ansteigen. Bei CRP handelt es sich um ein Eiweiß, das in der Leber gebildet wird und welches auch bei bakteriellen Infektionen, chronisch-entzündlichen Erkrankungen (beispielsweise Rheuma) sowie bei Verletzungen und Verbrennungen erhöht ist. Erhöhte Entzündungswerte allein müssen demnach nicht zwangsläufig auf Krebs hinweisen, sondern können viele verschiedene Ursachen haben.3

Blutwerte bei Leukämie

Leukämie ist eine Krebserkrankung des Blutes und wird daher am häufigsten über Auffälligkeiten im Blut entdeckt. Die Krankheit gilt jedoch erst dann als diagnostiziert, wenn Leukämiezellen auch im Knochenmark nachgewiesen wurden.

Typischerweise kommt es bei Leukämie zu einer Verringerung der roten Blutkörperchen und Blutplättchen. Die Zahl der reifen weißen Blutzellen (Leukozyten) kann erhöht, normal oder erniedrigt sein. Oftmals finden sich im Blut auch unreife weiße Blutzellen, die hier normalerweise nicht vorhanden sind. Eine erhöhte Anzahl an Leukozyten muss nicht unbedingt auf Krebs hindeuten, denn der Wert ist auch bei Infektionen erhöht.2

Veränderte Leberwerte – nicht zwangsläufig ein Hinweis auf Leberkrebs

Veränderte Leberwerte weisen zunächst einmal auf eine Lebererkrankung hin, nicht zwangsläufig auf Leberkrebs. Eine weitere Diagnostik ist also auch hier unerlässlich. Blutwerte, die bei Lebererkrankungen oftmals auffällig sind, sind vor allem die Enzyme ALT (Alanin-Aminotransferase), AST (Aspartat-Aminotransferase), AP (Alkalische Phosphatase) und GGT (Gamma-Glutamyl-Transferase).4

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Für Nierenkrebs gibt es keinen speziellen Tumormarker, es kann jedoch zu einer Veränderung im Bereich der Bluteiweiße kommen, die näher untersucht werden sollte. Auch eine Erhöhung des Kalziumspiegels oder bestimmter Enzyme (der alkalischen Phosphate) kann eine Begleiterscheinung eines Nierentumors sein. Kreatinin ist ein wichtiger Laborwert, um die Nierenfunktion zu überprüfen, und kann (wenn er erhöht ist) auf verschiedenste Nierenerkrankungen hinweisen, allen voran auf eine Niereninsuffizienz.9

Veränderte Blutwerte bei Schilddrüsenkrebs

Tumore in der Schilddrüse kommen relativ häufig vor, sind aber nur selten bösartig. Ein C-Zell-Karzinom geht oftmals mit erhöhten Calcitonin-Werten im Blut einher, während andere Krebserkrankungen der Schilddrüse nicht ohne Weiteres an den Blutwerten erkennbar sind. Der Tumormarker Thyreoglobin wird in der Regel im Rahmen der Verlaufskontrolle bestimmt, um Fortschritte zu dokumentieren und/oder rechtzeitig Hinweise auf einen möglichen Rückfall zu erhalten.5,6

Kann man trotz guter Blutwerte Krebs haben?

Ob die Blutwerte bei Krebs Auffälligkeiten zeigen, ist von Fall zu Fall verschieden. Daher gilt: Auch dann, wenn die Blutwerte gut sind, sollten bei Symptomen weitere Untersuchungen durchgeführt werden, beispielsweise mithilfe bildgebender Verfahren (Röntgen, CT, MRT).

Neuere Forschungsansätze wie die sogenannte Liquid Biopsy befassen sich mit der Möglichkeit, Krebszellen oder deren DNA im Blut nachzuweisen. Sind die Forschungen erfolgreich, könnte diese Methode dazu beitragen, Krebs selbst dann zu entdecken, wenn die Betroffenen noch keinerlei Symptome zeigen. Die Therapie kann somit zu einem frühestmöglichen Zeitpunkt eingeleitet werden, was die Erfolgsaussichten deutlich erhöht. Bislang befindet sich die Liquid Biopsy allerdings noch in der Entwicklung und ist daher noch nicht für die Früherkennung von Krebs anwendbar.7

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Quellen:

  1. Häufig verwendete Tumormarker und andere Biomarker bei Krebs
    https://www.krebsinformationsdienst.de/untersuchungen-bei-krebs/molekulare-diagnostik/biomarker-und-tumormarker-beispiele

  2. Diagnose Leukämie: Untersuchungen bei Krebsverdacht
    https://www.krebsinformationsdienst.de/leukaemie/diagnostik

  3. CRP-Wert
    https://focus-gesundheit.de/magazin/laborwerte/crp-wert-was-ist-der-normwert-und-was-gilt-als-erhoeht

  4. Alanin-Aminotransferase (ALT/GPT)
    https://www.medpertise.de/blutwerte/leberwerte/alanin-aminotransferase/

  5. Schilddrüsenkrebs (Struma maligna)
    https://www.deutsches-schilddruesenzentrum.de/wissenswertes/schilddruesenerkrankungen/schilddruesenkrebs/

  6. Schilddrüsenkrebs: Untersuchungen & Diagnose
    https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/schilddruesenkrebs/untersuchungen-diagnose.html

  7. Schnelle Bluttests könnten Krebsbehandlung umwälzen
    https://pharma-fakten.de/news/299-schnelle-bluttests-koennten-krebsbehandlung-umwaelzen/

  8. Bluttest macht Hoffnung auf Früherkennung von Krebserkrankungen
    https://www.spiegel.de/wissenschaft/krebs-galleri-test-bluttest-macht-hoffnung-auf-frueherkennung-von-krebserkrankungen-a-9c93efa7-9470-4a63-9db7-c488c57a84c2

  9. Nierenkrebs: Symptome, Diagnose und Behandlung
    https://www.krebsinformationsdienst.de/nierenkrebs

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