Das Wichtigste in Kürze
- Der Begriff „Krebs“ geht auf das altgriechische Wort karkinos (Krabbe) zurück, das bereits Hippokrates verwendete.
- Der Name entstand vermutlich wegen der optischen Ähnlichkeit von Tumoren mit einer Krabbe sowie aufgrund ihrer Härte und der Vorstellung, dass sie sich – ähnlich wie eine Krabbe – festsetzen und nur schwer entfernen lassen.
- Krebs ist keine moderne Krankheit. Hinweise auf Tumore reichen Millionen Jahre zurück.
- Heute bezeichnet Krebs bösartige Tumoren, die gesundes Gewebe zerstören und Metastasen bilden können; gutartige Tumoren zählen nicht dazu.
Krebs als Fachbegriff: die Ursprünge
Bereits zur Zeit der alten Römer und Griechen waren Krebserkrankungen bekannt, und aus dieser Zeit stammt auch der Name Krebs. Etwa im fünften und vierten Jahrhundert vor Christus benutzte beispielsweise der griechische Arzt Hippokrates (460-377 v. Chr.) das altgriechische Wort „karkinos“, welches Krabbe/Krebs bedeutet. Zu der Frage, warum die Krankheit nach einem Tier benannt wurde, gibt es verschiedene Theorien.2
Krebserkrankungen verliefen in der Antike fast immer tödlich, denn die Tumore waren in der Regel inoperabel, und auch Medikamente existierten nicht. Der Krebs gilt als ein aggressives Tier, passend zur Erkrankung. Eine weitere Parallele ist, dass sich eine Krabbe so stark am Körper eines Menschen festkrallen kann, dass sie sich nur unter größtem Kraftaufwand wieder entfernen lässt.2
Eine andere Theorie bezieht sich auf den Arzt Galen, der 129 bis 216 nach Christus lebte. Er sah Ähnlichkeiten zwischen den Brusttumoren einer Frau und der Form eines Krebses.2 Beispielsweise erinnern die seitlichen Auswüchse eines Brustkrebstumors optisch an Krabbenbeine. Außerdem sind Krebstumore im Vergleich zum umliegenden Gewebe hart, was vermutlich ebenfalls zu dieser Bezeichnung für die Krankheit führte.3
Im Deutschen wurde „karkinos“ wortwörtlich übersetzt und somit zu „Krebs“. Ähnliches gilt für das Englische, in dem die Erkrankung als „cancer“ bezeichnet wird – der lateinische Begriff für Krebs.
Seit wann gibt es Krebs?
Auch wenn die Griechen und Römer ihr erstmals einen Namen gaben, ist die Krankheit Krebs vermutlich ebenso alt wie die Menschheit selbst. Knochenfunde deuten darauf hin, dass bereits frühe Verwandte der Menschen, die etwa vor 1,7 Millionen Jahren lebten, unter bösartigen Tumoren litten.4
Erstmalig erwähnt wurde die Krankheit in einer altägyptischen Papyrusrolle, die rund 5.000 Jahre alt ist. In ihr wird ein Tumor in der Brust einer Frau beschrieben und die Vermutung geäußert, dass dieser unheilbar und aller Wahrscheinlichkeit nach tödlich ist.4
Aktuelle News zum Thema Krebs

Krebs zurückgedrängt: „Ich bin hier, weil es die CAR-T-Zelltherapie gibt.“
CAR-T-Zelltherapien können das Leben von Menschen mit hochaggressiven Blutkrebserkrankungen auf den Kopf stellen, zunehmend sogar Hoffnung auf Heilung geben. So wie bei Jan Leidecker, der seine bewegende Geschichte auf dem „CAR-T Congress 2026“ des LAWG Deutschland e.V. in Berlin erzählte. Dort kamen Patient:innen und Fachleute aus Medizin, Wissenschaft, Industrie und Kostenträgern zusammen, um über das Potenzial dieser besonderen Behandlungsform zu sprechen. Alle waren sich einig: Im deutschen Gesundheitssystem muss sich einiges ändern, damit die Versorgung besser wird – und die Bundesrepublik beim medizinischen Fortschritt mithält.

Weniger Klinikbesuche, mehr Sicherheit: Digitale Lösungen für Brustkrebspatientinnen
Brustkrebs ist heute oft gut behandelbar. Selbst im metastasierten Stadium können die Patien:tinnen häufig noch viele Jahre mit der fortgeschrittenen Erkrankung leben. Moderne Therapien machen jedoch eine engmaschige medizinische Betreuung erforderlich. Die zahlreichen Klinikbesuche stellen für Betroffene und ihre Angehörigen eine erhebliche Belastung dar. Digitale Lösungen sollen hier unterstützen, Wege reduzieren und zugleich die Sicherheit erhöhen. Ein Interview mit Nicolas Weber, Head Innovation & Activation beim forschenden Pharmaunternehmen Novartis Deutschland.

Intelligentes Trio: Antikörper-Wirkstoff-Konjugate gegen Krebs
Wer heute über die wichtigsten Innovationsmotoren in der Onkologie nachdenkt, kommt an ihnen nicht vorbei: Antikörper-Wirkstoff-Konjugate; kurz: ADCs. Sie verändern spürbar, wie Krebs behandelt wird, denn sie verbinden die Zielgenauigkeit von Antikörpern mit der Kraft hochpotenter Chemotherapien. Im bayerischen Pfaffenhofen entsteht zurzeit ein Zentrum zu Entwicklung und Herstellung dieser Präparate. Das Ziel: Das Leben von Menschen mit Krebserkrankungen nachhaltig zu verändern.
Was wird unter dem Begriff Krebs heute verstanden?
In der modernen Medizin werden unter dem Oberbegriff Krebs alle Krankheiten zusammengefasst, die mit einem unkontrollierten Wachstum abnormer Zellen einhergehen. Obwohl viele dieser Erkrankungen nicht dem ursprünglichen visuellen Vergleich entsprechen, hat sich der Begriff aufgrund seiner historischen und metaphorischen Bedeutung durchgesetzt. Die Bezeichnung Krebs bezieht sich dabei ausschließlich auf bösartige Tumore – bei gutartigen Tumoren handelt es sich also nicht um Krebs.
Ob ein Tumor gutartig oder bösartig ist, wird vor allem daran festgemacht, wie er sich auf das umliegende Gewebe auswirkt. Ein bösartiger Tumor zerstört gesundes Gewebe und kann schlimmstenfalls dazu führen, dass Organe nicht mehr richtig arbeiten und/oder wichtige Körperfunktionen gestört sind.5
Gutartige Tumore verdrängen benachbartes Gewebe, zerstören es jedoch nicht. Darüber hinaus bilden gutartige Tumore keine Metastasen – neue Geschwülste, die durch die Abwanderungen mutierter Zellen an ganz anderen Körperstellen als der Ursprungstumor auftreten.5
Entstehen kann Krebs im gesamten Körper, im Hautgewebe ebenso wie in den Organen, in den Knochen oder im Blut. Die meisten Krebsformen bilden zunächst Tumore mit deutlicher Begrenzung aus, andere verbreiten sich von Anfang an im gesamten Körper oder an mehreren Körperstellen. Ist letzteres der Fall, bezeichnen Ärzt:innen dies als systemische Krebserkrankung (Beispiel: Blutkrebs).5
Krebs: Krankheit und Name gleichermaßen erschreckend
Allein die Bezeichnung Krebs ist für die meisten Menschen furchteinflößend. Der Name trägt daher auch ein Stück weit zur Sensibilisierung bei und kann im besten Fall dazu führen, dass Patient:innen regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen, sich zum Thema Krebsprävention informieren und ganz allgemein dazu bereit sind, sich intensiv mit der Thematik auseinanderzusetzen – was die Anzahl neuer Krebsfälle reduzieren oder zumindest zu einer frühzeitigen Diagnose führen kann.
In der täglichen Kommunikation zwischen Ärzt:innen und Patient:innen hat Krebs als Begriff sowohl Vor- als auch Nachteile. Zum einen wissen Patient:innen, die mit der Diagnose Krebs konfrontiert werden, in der Regel auf Anhieb, dass es sich um eine ernsthafte Erkrankung handelt und Operationen und/oder intensive Therapien unvermeidlich sind. Andererseits kann diese Konfrontation so schockierend sein, dass Patient:innen den Mut verlieren und verzweifeln, was dem Heilungsprozess abträglich ist. Auch die Einbeziehung der Patient:innen wird unter diesen Umständen schwierig, obwohl die Mitentscheidung über den Therapieverlauf eine große Rolle für den Therapieerfolg spielt.6 Eine gelungene, einfühlsame Kommunikation ist daher insbesondere beim Überbringen schlechter Nachrichten unerlässlich und zählt somit – neben der fachlichen Kompetenz – zu den wichtigsten Eigenschaften guter Onkolog:innen. Dank besserer Früherkennung, Diagnostik und fortschrittlichen Therapiemöglichkeiten verlieren aber immer mehr Krebserkrankung auch an Schrecken.7
Weitere Hintergrundinfos zum Thema Krebs

Krebs Ursachen & Risikofaktoren
2022 erkrankten weltweit etwa 20 Millionen Menschen an Krebs. Tendenz steigend. 2050 werden wahrscheinlich schon mehr als 30 Millionen Neudiagnosen jährlich zu verzeichnen sein.6 Dabei ist fast jede zweite Krebserkrankung, zumindest in Deutschland, vermeidbar.8

Darmkrebs: Symptome, Risikofaktoren, Therapieformen – Fakten im Überblick
Darmkrebs (Fachbegriff: kolorektale Karzinom) steht auf der Liste der weltweit häufigsten Krebserkrankungen auf dem vierten Rang, nach Lungen-, Brust- und Prostatakrebs. Das Risiko steigt vor allem mit dem Alter, aber auch genetische Faktoren sowie der individuelle Lebens- und Ernährungsstil scheinen für die Entstehung eines Darmkarzinoms eine Rolle zu spielen.

Brustkrebs: Wissenswertes über Ursachen, Symptome & neuartige Therapien
Bei Brustkrebs handelt es sich um einen bösartigen Tumor der Brustdrüsen. Das sogenannte Mammakarzinom ist die häufigste Krebsart bei Frauen und entsteht vermutlich durch eine Kombination aus genetischen Merkmalen und Umweltfaktoren. Doch wie entsteht Brustkrebs genau, welche Symptome können auftreten und welche fortschrittlichen Therapiemöglichkeiten bietet die Medizin?
Quellen:
Krebsstatistiken: So häufig ist Krebs in Deutschland
https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/grundlagen/krebsstatistiken.phpWarum heißt Krebs eigentlich »Krebs«?
https://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/warum-heisst-krebs-eigentlich-krebs-147234/Warum heißt Krebs eigentlich „Krebs“? Das steckt dahinter
https://praxistipps.focus.de/warum-heisst-krebs-eigentlich-krebs-das-steckt-dahinter_98607Wie die Menschen Krebs entdeckten
https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2024/01/wie-die-menschen-krebs-entdeckten-medizin-krankheitWas ist Krebs?
https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/krebs-tumor-metastasen-definition.phpEine Krebspatientin berichtet: Darum ist es so wichtig, über die Therapie mitzuentscheiden
https://pharma-fakten.de/news/eine-krebspatientin-berichtet-darum-ist-es-so-wichtig-uber-die-therapie-mitzuentscheiden/Überbringen schlechter Nachrichten: Kommunikation ist eine Arznei
https://www.aerzteblatt.de/archiv/226012/Ueberbringen-schlechter-Nachrichten-Kommunikation-ist-eine-Arznei
