Im fünften und vierten Jahrhundert v. Chr. benutzte der griechische Arzt Hippokrates das altgriechische Wort „karkinos“, welches Krabbe/Krebs bedeutet. ©iStock.com / links: peterschreiber.media; rechts: pkripper503
Im fünften und vierten Jahrhundert v. Chr. benutzte der griechische Arzt Hippokrates das altgriechische Wort „karkinos“, welches Krabbe/Krebs bedeutet. ©iStock.com / links: peterschreiber.media; rechts: pkripper503

Warum heißt Krebs Krebs?

Viele Bezeichnungen für Krankheiten sind allgemein eher unbekannt – dies gilt jedoch nicht für den Begriff Krebs. Im Gegenteil: Kaum ein medizinischer Begriff ist mit so viel Angst und Schrecken verbunden. Immerhin erkranken etwa 500.000 Menschen jährlich an Krebs – allein in Deutschland1. Doch warum heißt die Krankheit Krebs Krebs, wie hat sich der Begriff über die Jahrhunderte entwickelt und was genau wird unter der Bezeichnung heute verstanden?
Inhalt

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Begriff „Krebs“ geht auf das altgriechische Wort karkinos (Krabbe) zurück, das bereits Hippokrates verwendete.
  • Der Name entstand vermutlich wegen der optischen Ähnlichkeit von Tumoren mit einer Krabbe sowie aufgrund ihrer Härte und der Vorstellung, dass sie sich – ähnlich wie eine Krabbe – festsetzen und nur schwer entfernen lassen.
  • Krebs ist keine moderne Krankheit. Hinweise auf Tumore reichen Millionen Jahre zurück.
  • Heute bezeichnet Krebs bösartige Tumoren, die gesundes Gewebe zerstören und Metastasen bilden können; gutartige Tumoren zählen nicht dazu.

Krebs als Fachbegriff: die Ursprünge

Bereits zur Zeit der alten Römer und Griechen waren Krebserkrankungen bekannt, und aus dieser Zeit stammt auch der Name Krebs. Etwa im fünften und vierten Jahrhundert vor Christus benutzte beispielsweise der griechische Arzt Hippokrates (460-377 v. Chr.) das altgriechische Wort „karkinos“, welches Krabbe/Krebs bedeutet. Zu der Frage, warum die Krankheit nach einem Tier benannt wurde, gibt es verschiedene Theorien.2

Krebserkrankungen verliefen in der Antike fast immer tödlich, denn die Tumore waren in der Regel inoperabel, und auch Medikamente existierten nicht. Der Krebs gilt als ein aggressives Tier, passend zur Erkrankung. Eine weitere Parallele ist, dass sich eine Krabbe so stark am Körper eines Menschen festkrallen kann, dass sie sich nur unter größtem Kraftaufwand wieder entfernen lässt.2

Eine andere Theorie bezieht sich auf den Arzt Galen, der 129 bis 216 nach Christus lebte. Er sah Ähnlichkeiten zwischen den Brusttumoren einer Frau und der Form eines Krebses.2 Beispielsweise erinnern die seitlichen Auswüchse eines Brustkrebstumors optisch an Krabbenbeine. Außerdem sind Krebstumore im Vergleich zum umliegenden Gewebe hart, was vermutlich ebenfalls zu dieser Bezeichnung für die Krankheit führte.3

Im Deutschen wurde „karkinos“ wortwörtlich übersetzt und somit zu „Krebs“. Ähnliches gilt für das Englische, in dem die Erkrankung als „cancer“ bezeichnet wird – der lateinische Begriff für Krebs.

Seit wann gibt es Krebs?

Auch wenn die Griechen und Römer ihr erstmals einen Namen gaben, ist die Krankheit Krebs vermutlich ebenso alt wie die Menschheit selbst. Knochenfunde deuten darauf hin, dass bereits frühe Verwandte der Menschen, die etwa vor 1,7 Millionen Jahren lebten, unter bösartigen Tumoren litten.4

Erstmalig erwähnt wurde die Krankheit in einer altägyptischen Papyrusrolle, die rund 5.000 Jahre alt ist. In ihr wird ein Tumor in der Brust einer Frau beschrieben und die Vermutung geäußert, dass dieser unheilbar und aller Wahrscheinlichkeit nach tödlich ist.4

Aktuelle News zum Thema Krebs

Auf dem CAR-T Congress in Berlin kamen Patient:innen und Expert:innen unter anderem aus Wissenschaft, Klinik, Kostenträgern und Industrie zusammen, um darüber zu sprechen, wie die Versorgung der Patient:innen mit CAR-T-Zelltherapien verbessert werden kann. Foto: iStock.com/:Jacob Wackerhausen

Krebs zurückgedrängt: „Ich bin hier, weil es die CAR-T-Zelltherapie gibt.“

CAR-T-Zelltherapien können das Leben von Menschen mit hochaggressiven Blutkrebserkrankungen auf den Kopf stellen, zunehmend sogar Hoffnung auf Heilung geben. So wie bei Jan Leidecker, der seine bewegende Geschichte auf dem „CAR-T Congress 2026“ des LAWG Deutschland e.V. in Berlin erzählte. Dort kamen Patient:innen und Fachleute aus Medizin, Wissenschaft, Industrie und Kostenträgern zusammen, um über das Potenzial dieser besonderen Behandlungsform zu sprechen. Alle waren sich einig: Im deutschen Gesundheitssystem muss sich einiges ändern, damit die Versorgung besser wird – und die Bundesrepublik beim medizinischen Fortschritt mithält.

Weiterlesen »
Häufige Klinikbesuche können für Menschen mit Erkrankungen wie Brustkrebs eine große Belastung darstellen. Digitale Lösungen können hier unterstützen – und die Sicherheit erhöhen.

Weniger Klinikbesuche, mehr Sicherheit: Digitale Lösungen für Brustkrebspatientinnen

Brustkrebs ist heute oft gut behandelbar. Selbst im metastasierten Stadium können die Patien:tinnen häufig noch viele Jahre mit der fortgeschrittenen Erkrankung leben. Moderne Therapien machen jedoch eine engmaschige medizinische Betreuung erforderlich. Die zahlreichen Klinikbesuche stellen für Betroffene und ihre Angehörigen eine erhebliche Belastung dar. Digitale Lösungen sollen hier unterstützen, Wege reduzieren und zugleich die Sicherheit erhöhen. Ein Interview mit Nicolas Weber, Head Innovation & Activation beim forschenden Pharmaunternehmen Novartis Deutschland.

Weiterlesen »
ADCs sind einer der Innovationsmotoren in der Onkologie. Die Medikamente verändern das Leben von Menschen mit Krebs schon heute nachhaltig. Die Pipelines sind gut gefüllt. Foto: ©iStock.com/Love Employee

Intelligentes Trio: Antikörper-Wirkstoff-Konjugate gegen Krebs

Wer heute über die wichtigsten Innovationsmotoren in der Onkologie nachdenkt, kommt an ihnen nicht vorbei: Antikörper-Wirkstoff-Konjugate; kurz: ADCs. Sie verändern spürbar, wie Krebs behandelt wird, denn sie verbinden die Zielgenauigkeit von Antikörpern mit der Kraft hochpotenter Chemotherapien. Im bayerischen Pfaffenhofen entsteht zurzeit ein Zentrum zu Entwicklung und Herstellung dieser Präparate. Das Ziel: Das Leben von Menschen mit Krebserkrankungen nachhaltig zu verändern.

Weiterlesen »

Was wird unter dem Begriff Krebs heute verstanden?

In der modernen Medizin werden unter dem Oberbegriff Krebs alle Krankheiten zusammengefasst, die mit einem unkontrollierten Wachstum abnormer Zellen einhergehen. Obwohl viele dieser Erkrankungen nicht dem ursprünglichen visuellen Vergleich entsprechen, hat sich der Begriff aufgrund seiner historischen und metaphorischen Bedeutung durchgesetzt. Die Bezeichnung Krebs bezieht sich dabei ausschließlich auf bösartige Tumore – bei gutartigen Tumoren handelt es sich also nicht um Krebs.

Ob ein Tumor gutartig oder bösartig ist, wird vor allem daran festgemacht, wie er sich auf das umliegende Gewebe auswirkt. Ein bösartiger Tumor zerstört gesundes Gewebe und kann schlimmstenfalls dazu führen, dass Organe nicht mehr richtig arbeiten und/oder wichtige Körperfunktionen gestört sind.5

Gutartige Tumore verdrängen benachbartes Gewebe, zerstören es jedoch nicht. Darüber hinaus bilden gutartige Tumore keine Metastasen – neue Geschwülste, die durch die Abwanderungen mutierter Zellen an ganz anderen Körperstellen als der Ursprungstumor auftreten.5

Entstehen kann Krebs im gesamten Körper, im Hautgewebe ebenso wie in den Organen, in den Knochen oder im Blut. Die meisten Krebsformen bilden zunächst Tumore mit deutlicher Begrenzung aus, andere verbreiten sich von Anfang an im gesamten Körper oder an mehreren Körperstellen. Ist letzteres der Fall, bezeichnen Ärzt:innen dies als systemische Krebserkrankung (Beispiel: Blutkrebs).5

Krebs: Krankheit und Name gleichermaßen erschreckend

Allein die Bezeichnung Krebs ist für die meisten Menschen furchteinflößend. Der Name trägt daher auch ein Stück weit zur Sensibilisierung bei und kann im besten Fall dazu führen, dass Patient:innen regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen, sich zum Thema Krebsprävention informieren und ganz allgemein dazu bereit sind, sich intensiv mit der Thematik auseinanderzusetzen – was die Anzahl neuer Krebsfälle reduzieren oder zumindest zu einer frühzeitigen Diagnose führen kann.

In der täglichen Kommunikation zwischen Ärzt:innen und Patient:innen hat Krebs als Begriff sowohl Vor- als auch Nachteile. Zum einen wissen Patient:innen, die mit der Diagnose Krebs konfrontiert werden, in der Regel auf Anhieb, dass es sich um eine ernsthafte Erkrankung handelt und Operationen und/oder intensive Therapien unvermeidlich sind. Andererseits kann diese Konfrontation so schockierend sein, dass Patient:innen den Mut verlieren und verzweifeln, was dem Heilungsprozess abträglich ist. Auch die Einbeziehung der Patient:innen wird unter diesen Umständen schwierig, obwohl die Mitentscheidung über den Therapieverlauf eine große Rolle für den Therapieerfolg spielt.6 Eine gelungene, einfühlsame Kommunikation ist daher insbesondere beim Überbringen schlechter Nachrichten unerlässlich und zählt somit – neben der fachlichen Kompetenz – zu den wichtigsten Eigenschaften guter Onkolog:innen. Dank besserer Früherkennung, Diagnostik und fortschrittlichen Therapiemöglichkeiten verlieren aber immer mehr Krebserkrankung auch an Schrecken.7

Weitere Hintergrundinfos zum Thema Krebs

Darmkrebs ist weltweit eine der häufigsten Krebsarten, gilt aber inzwischen als gut erforscht. So kann auch die Behandlung von Darmkrebs zunehmend personalisiert werden, um die Therapiechancen individuell zu verbessern. © iStock.com / mi-viri

Darmkrebs: Symptome, Risikofaktoren, Therapieformen – Fakten im Überblick

Darmkrebs (Fachbegriff: kolorektale Karzinom) steht auf der Liste der weltweit häufigsten Krebserkrankungen auf dem vierten Rang, nach Lungen-, Brust- und Prostatakrebs. Das Risiko steigt vor allem mit dem Alter, aber auch genetische Faktoren sowie der individuelle Lebens- und Ernährungsstil scheinen für die Entstehung eines Darmkarzinoms eine Rolle zu spielen.

Weiterlesen »

Quellen:

  1. Krebsstatistiken: So häufig ist Krebs in Deutschland
    https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/grundlagen/krebsstatistiken.php

  2. Warum heißt Krebs eigentlich »Krebs«?
    https://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/warum-heisst-krebs-eigentlich-krebs-147234/

  3. Warum heißt Krebs eigentlich „Krebs“? Das steckt dahinter
    https://praxistipps.focus.de/warum-heisst-krebs-eigentlich-krebs-das-steckt-dahinter_98607

  4. Wie die Menschen Krebs entdeckten
    https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2024/01/wie-die-menschen-krebs-entdeckten-medizin-krankheit

  5. Was ist Krebs?
    https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/krebs-tumor-metastasen-definition.php

  6. Eine Krebspatientin berichtet: Darum ist es so wichtig, über die Therapie mitzuentscheiden
    https://pharma-fakten.de/news/eine-krebspatientin-berichtet-darum-ist-es-so-wichtig-uber-die-therapie-mitzuentscheiden/

  7. Überbringen schlechter Nachrichten: Kommunikation ist eine Arznei
    https://www.aerzteblatt.de/archiv/226012/Ueberbringen-schlechter-Nachrichten-Kommunikation-ist-eine-Arznei

     

     

Verwandte Nachrichten

Anmeldung: Abo des Pharma Fakten-Newsletters

Ich möchte per E-Mail News von Pharma Fakten erhalten:

© Pharma Fakten e.V.
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und dienen dazu, Sie wiederzuerkennen, wenn Sie auf unsere Website zurückkehren, und unserem Team zu helfen, zu verstehen, welche Bereiche der Website Sie am interessantesten und nützlichsten finden.