Je nachdem welche Zellarten wuchern, unterteilt die Wissenschaft Krebsarten in unterschiedliche Kategorien. ©iStock.com/CIPhotos
Je nachdem welche Zellarten wuchern, unterteilt die Wissenschaft Krebsarten in unterschiedliche Kategorien. ©iStock.com/CIPhotos

Krebsarten in der Übersicht – eine Liste

Krebs ist ein Oberbegriff für eine Vielzahl von Krankheiten – insgesamt sind etwa rund 300 Krebsarten bekannt. Dabei gibt es seltene Krebsarten und häufige Krebsarten. Je nachdem welche Zellarten wuchern, unterteilen Wissenschaftler:innen sie in die Krebs-Kategorien Karzinome, Sarkome, Leukämien, Lymphome, Gliome und Blastome.
Inhalt

Das Wichtigste in Kürze

  • Es sind rund 300 Krebsarten bekannt; sie werden u. a. in Karzinome, Sarkome, Leukämien, Lymphome, Gliome und Blastome eingeteilt.
  • Karzinome sind mit Abstand am häufigsten (ca. 80 % aller bösartigen Tumoren) und entstehen aus Epithelzellen, z. B. Brust-, Darm- oder Prostatakrebs.
  • Sarkome betreffen Binde-, Muskel-, Fett- oder Knochengewebe und sind selten; Leukämien und Lymphome betreffen das Blut bzw. das lymphatische System.
  • Gliome entstehen im Gehirn oder Rückenmark; Blastome entwickeln sich aus Embryonalgewebe und betreffen vor allem Kinder.

Krebsarten Liste: Karzinome sind die häufigste Krebsart

Durchschnittlich acht von zehn Menschen mit einem bösartigen (malignen) Tumor haben ein Karzinom. Dieses entsteht aus den Epithelzellen, aus denen die Haut und die Schleimhäute ebenso aufgebaut sind wie die Deckschichten der Organe, Drüsen und Gewebe.1,3 Karzinome variieren je nach dem Gewebetyp, von dem sie ausgehen. Zum Beispiel entwickeln sich Plattenepithelkarzinome aus den Zellen der Haut und Schleimhäute, während Adenokarzinome ihren Ursprung in Drüsengeweben haben, wie beispielsweise im Darm.15

Die meisten Krebsarten zählen somit zu den Karzinomen, darunter auch:

  • Bronchialkarzinom (Lungenkrebs)
  • Mammakarzinom (Brustkrebs)
  • Kolorektales Karzinom (Darmkrebs)
  • Prostatakarzinom (Prostatakrebs)
  • Endometriumkarzinom (Gebärmutterschleimhautkrebs)
  • Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs)
  • Magenkarzinom (Magenkrebs)
  • Hepatozelluläres Karzinom (Leberkrebs)
  • Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs)
  • Nierenkarzinom (Nierenkrebs)
  • Ovarialkarzinom (Eierstockkrebs)
  • Larynxkarzinom (Kehlkopfkrebs)
  • Ösophaguskarzinom (Speiseröhrenkrebs)
  • Schilddrüsenkarzinom (Schilddrüsenkrebs)
  • Analkarzinom (Analkrebs)

Hinweis: Diese Liste ist nicht vollständig, da Karzinome in nahezu allen Organen und Geweben des Körpers auftreten können, die Epithelzellen enthalten.

 

Nicht alle Karzinome treten gleich häufig auf. Schilddrüsenkrebs und Gallenblasenkrebs sind beispielsweise seltene Krebsarten: Jährlich erkranken in Deutschland etwa 8.160 Menschen neu an Gallenblasen- oder Gallengangkrebs. Mit der Diagnose Schilddrüsenkrebs wurden im Jahr 2018 etwa 4.300 Frauen und 2.000 Männer konfrontiert11,12. Zum Vergleich: An Brustkrebs erkranken jedes Jahr etwa 70.000 Personen.10

Sarkome: Wenn Knochen, Bindegewebe oder Muskeln betroffen sind

Anders als Karzinome entstehen Sarkome aus Bindegewebe, Muskeln, Fett, Knorpeln oder Knochen. Im Vergleich zu Karzinomen treten sie eher selten auf. Die häufigste Form des Sarkoms ist das Osteosarkom, allgemein als Knochenkrebs bezeichnet. Insgesamt gibt es knapp 80 verschiedene Formen von Weichteilsarkomen. Wodurch ein Sarkom ausgelöst wird, ist wissenschaftlich noch nicht ganz geklärt. Vermutet wird, dass Strahlentherapien und der Kontakt mit Asbest das Risiko erhöhen. Auch Vorerkrankungen wie die Neurofibromatose scheinen eine Rolle zu spielen. Beim Knochensarkom vermuten Expert:innen zudem auch genetische Ursachen.1,2

Beispiele für Sarkome:

  • Liposarkom (bösartiger Tumor des Fettgewebes)
  • Rhabdomyosarkom (bösartiger Weichteiltumor)
  • Angiosarkom (bösartiger Gefäßtumor)
  • Synovialsarkom (bösartiger Tumor, der vom Bindegewebe ausgeht)
  • Hämangioperizytom (Weichteiltumor, insbesondere im Bereich der Unterhaut und in Hirnhäuten)

Leukämien: krankhaft veränderte Blutkörperchen

Leukämie wird umgangssprachlich oftmals Blutkrebs genannt. Genau genommen handelt es sich jedoch um eine Erkrankung des blutbildenden Systems, welches das Blut und das Knochenmark umfasst. Bei einer Leukämie bildet der Körper kranke weiße Blutkörperchen, die letztlich die gesunden Blutzellen verdrängen. Daher auch der Name der Erkrankung: Der Begriff „leukos“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „weiß“, „haima“ steht für „Blut“.

Das Fatale: Während Karzinome und Sarkome zunächst lokale Tumore bilden, breiten sich die kranken Blutkörperchen bei einer Leukämie über das Blut im gesamten Körper aus. Eine frühe Diagnose ist daher bei Leukämie besonders wichtig, was jedoch aufgrund der unspezifischen Symptome (allgemeines Unwohlsein, Fieber etc.) oftmals erschwert wird. Lediglich akute Leukämien gehen mit sehr plötzlichen und schweren Beschwerden einher, während der Krankheitsverlauf bei einer chronischen Leukämie eher schleichend ist. Die ersten Symptome treten hier oftmals erst nach Monaten oder sogar Jahren auf.

Es gibt vier Hauptformen der Leukämie:

  • Akute lymphoblastische Leukämie (ALL)
  • Akute myeloische Leukämie (AML)
  • Chronische myeloische Leukämie (CML)
  • Chronische lymphatische Leukämie (CLL)

Zusätzlich gibt es seltenere Formen wie die Prolymphozytenleukämie (PLL) und die Haarzellleukämie (HCL). Die Einteilung der Leukämien basiert auf zwei Hauptkriterien: dem Krankheitsverlauf (akut oder chronisch) und dem betroffenen Blutzelltyp (lymphatisch oder myeloisch).

Leukämien zählen in Deutschland zu den relativ seltenen Krebsarten, wobei Männer etwas häufiger erkranken als Frauen: Die Krankheit betrifft etwa einen von 64 Männern und eine von 90 Frauen.5

Aktuelle News zum Thema Krebs

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Wer heute über die wichtigsten Innovationsmotoren in der Onkologie nachdenkt, kommt an ihnen nicht vorbei: Antikörper-Wirkstoff-Konjugate; kurz: ADCs. Sie verändern spürbar, wie Krebs behandelt wird, denn sie verbinden die Zielgenauigkeit von Antikörpern mit der Kraft hochpotenter Chemotherapien. Im bayerischen Pfaffenhofen entsteht zurzeit ein Zentrum zu Entwicklung und Herstellung dieser Präparate. Das Ziel: Das Leben von Menschen mit Krebserkrankungen nachhaltig zu verändern.

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Lymphome: Krebserkrankungen des lymphatischen Systems

Lymphom, umgangssprachlich Lymphdrüsenkrebs genannt, ist ein Überbegriff für Krebserkrankungen des lymphatischen Systems. Dieses umfasst vorrangig die Lymphknoten, die Mandeln und die Milz. Allerdings gibt es lymphatisches Gewebe beispielsweise auch in der Haut, im Magen und im Darm. Ähnlich wie bei einer Leukämie vermehren sich die weißen Blutkörperchen (speziell die Lymphozyten) bei einem Lymphom unkontrolliert. Innerhalb der Gruppe der bösartigen Lymphome unterscheiden Ärzt:innen zwischen drei Formen6:

  • Hodgkin-Lymphom
  • Non-Hodgkin-Lymphom (NHL)
  • Multiples Myelom

Gliome: seltene aggressive Krebsarten

Krebsarten, die direkt im Gehirn oder Rückenmark entstehen, bezeichnen Expert:innen als Gliome. Sie gehen von einer bestimmten Zellart aus, den Gliazellen, die als Stütz- und Haltegerüst für die Nervenzellen fungieren. Außerdem bilden sie eine isolierende Schicht rund um die Nervenfasern und sorgen so für die regelrechte Weiterleitung der elektrischen Signale. Je nachdem, aus welcher Gliazellenart die krankhafte Veränderung hervorgeht, unterscheiden Ärzt:innen zwischen den folgenden Krebs Formen7,8:

  • Astrozytomen
  • Glioblastomen und
  • Mischtumoren

Blastome: vorrangig Kinder betroffen

Bei Blastomen handelt es sich um Tumore, die durch eine fehlerhafte Zellteilung im Embryonalgewebe entstehen. Sie bilden sich somit bereits vor der Geburt, weshalb vor allem Kinder von Blastomen betroffen sind. Auch das häufigste Blastom, das Neuroblastom, tritt vorrangig bei Kindern auf.4

Welche Krebsarten sind heilbar?

Neue Medikamente und Therapien haben dazu geführt, dass Krebs nicht mehr zwangsläufig ein Todesurteil ist. Einige Krebsarten gehen mit höheren Heilungschancen einher als andere – immer vorausgesetzt, dass sie früh genug diagnostiziert und rasch behandelt werden. Krebsarten mit hohen Überlebensraten sind zum Beispiel:

  • Brustkrebs
  • Hautkrebs
  • Prostatakrebs

Auch bestimmte Formen der Leukämie und des Lymphoms sind inzwischen besser behandelbar, was vor allem an der Fünf-Jahres-Überlebensrate ersichtlich ist, die innerhalb der letzten Jahrzehnte deutlich angestiegen ist9.

Weitere Hintergrundinfos zum Thema Krebs

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Darmkrebs: Symptome, Risikofaktoren, Therapieformen – Fakten im Überblick

Darmkrebs (Fachbegriff: kolorektale Karzinom) steht auf der Liste der weltweit häufigsten Krebserkrankungen auf dem vierten Rang, nach Lungen-, Brust- und Prostatakrebs. Das Risiko steigt vor allem mit dem Alter, aber auch genetische Faktoren sowie der individuelle Lebens- und Ernährungsstil scheinen für die Entstehung eines Darmkarzinoms eine Rolle zu spielen.

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Quellen:

  1. Familiencoach Krebs
    https://krebs.aok.de/wissen-ueber-krebs/was-ist-was/karzinom-sarkom-leukaemie-lymphom

  2. Sarkom: Informationen und Sarkom-Spezialisten
    https://www.leading-medicine-guide.com/de/erkrankungen/tumoren/sarkom

  3. Häufigste Krebsarten
    https://www.staerkergegenkrebs.de/krebsarten/

  4. Welche maligne Tumore gibt es?
    https://www.staerkergegenkrebs.de/krebsarten/krebs/maligne-tumore/

  5. Leukämie (Blutkrebs) bei Erwachsenen
    https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/leukaemien/index.php

  6. Lymphome: Symptome, Einteilung, Behandlung
    https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/lymphome/index.php

  7. Gliom
    https://www.gesundheitsinformation.de/glossar/gliom.html

  8. Gliom
    https://www.netdoktor.de/krankheiten/hirntumor/gliom/

  9. Krebs: Wann heilbar?
    https://pharma-fakten.de/news/krebs-wann-heilbar/

  10. Brustkrebs (Mammakarzinom)
    https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs/index.php

  11. Gallengangskarzinom und Gallenblasenkarzinom
    https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/gallenblasenkrebs-gallengangskarzinom.php

  12. Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom)
    https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/schilddruesenkrebs.php

  13. Brustkrebs: Die Sterblichkeit sinkt deutlich
    https://pharma-fakten.de/grafiken/brustkrebs-die-sterblichkeit-sinkt-deutlich/

  14. Kampf gegen Kinderkrebs immer besser – doch das reicht nicht
    https://pharma-fakten.de/grafiken/kampf-gegen-kinderkrebs-immer-besser-doch-das-reicht-nicht/

  15. https://praxisklinik.com/fachwissen/karzinom

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