Das Wichtigste in Kürze
- Es sind rund 300 Krebsarten bekannt; sie werden u. a. in Karzinome, Sarkome, Leukämien, Lymphome, Gliome und Blastome eingeteilt.
- Karzinome sind mit Abstand am häufigsten (ca. 80 % aller bösartigen Tumoren) und entstehen aus Epithelzellen, z. B. Brust-, Darm- oder Prostatakrebs.
- Sarkome betreffen Binde-, Muskel-, Fett- oder Knochengewebe und sind selten; Leukämien und Lymphome betreffen das Blut bzw. das lymphatische System.
- Gliome entstehen im Gehirn oder Rückenmark; Blastome entwickeln sich aus Embryonalgewebe und betreffen vor allem Kinder.
Krebsarten Liste: Karzinome sind die häufigste Krebsart
Durchschnittlich acht von zehn Menschen mit einem bösartigen (malignen) Tumor haben ein Karzinom. Dieses entsteht aus den Epithelzellen, aus denen die Haut und die Schleimhäute ebenso aufgebaut sind wie die Deckschichten der Organe, Drüsen und Gewebe.1,3 Karzinome variieren je nach dem Gewebetyp, von dem sie ausgehen. Zum Beispiel entwickeln sich Plattenepithelkarzinome aus den Zellen der Haut und Schleimhäute, während Adenokarzinome ihren Ursprung in Drüsengeweben haben, wie beispielsweise im Darm.15
Die meisten Krebsarten zählen somit zu den Karzinomen, darunter auch:
- Bronchialkarzinom (Lungenkrebs)
- Mammakarzinom (Brustkrebs)
- Kolorektales Karzinom (Darmkrebs)
- Prostatakarzinom (Prostatakrebs)
- Endometriumkarzinom (Gebärmutterschleimhautkrebs)
- Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs)
- Magenkarzinom (Magenkrebs)
- Hepatozelluläres Karzinom (Leberkrebs)
- Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs)
- Nierenkarzinom (Nierenkrebs)
- Ovarialkarzinom (Eierstockkrebs)
- Larynxkarzinom (Kehlkopfkrebs)
- Ösophaguskarzinom (Speiseröhrenkrebs)
- Schilddrüsenkarzinom (Schilddrüsenkrebs)
- Analkarzinom (Analkrebs)
Hinweis: Diese Liste ist nicht vollständig, da Karzinome in nahezu allen Organen und Geweben des Körpers auftreten können, die Epithelzellen enthalten.
Nicht alle Karzinome treten gleich häufig auf. Schilddrüsenkrebs und Gallenblasenkrebs sind beispielsweise seltene Krebsarten: Jährlich erkranken in Deutschland etwa 8.160 Menschen neu an Gallenblasen- oder Gallengangkrebs. Mit der Diagnose Schilddrüsenkrebs wurden im Jahr 2018 etwa 4.300 Frauen und 2.000 Männer konfrontiert11,12. Zum Vergleich: An Brustkrebs erkranken jedes Jahr etwa 70.000 Personen.10
Sarkome: Wenn Knochen, Bindegewebe oder Muskeln betroffen sind
Anders als Karzinome entstehen Sarkome aus Bindegewebe, Muskeln, Fett, Knorpeln oder Knochen. Im Vergleich zu Karzinomen treten sie eher selten auf. Die häufigste Form des Sarkoms ist das Osteosarkom, allgemein als Knochenkrebs bezeichnet. Insgesamt gibt es knapp 80 verschiedene Formen von Weichteilsarkomen. Wodurch ein Sarkom ausgelöst wird, ist wissenschaftlich noch nicht ganz geklärt. Vermutet wird, dass Strahlentherapien und der Kontakt mit Asbest das Risiko erhöhen. Auch Vorerkrankungen wie die Neurofibromatose scheinen eine Rolle zu spielen. Beim Knochensarkom vermuten Expert:innen zudem auch genetische Ursachen.1,2
Beispiele für Sarkome:
- Liposarkom (bösartiger Tumor des Fettgewebes)
- Rhabdomyosarkom (bösartiger Weichteiltumor)
- Angiosarkom (bösartiger Gefäßtumor)
- Synovialsarkom (bösartiger Tumor, der vom Bindegewebe ausgeht)
- Hämangioperizytom (Weichteiltumor, insbesondere im Bereich der Unterhaut und in Hirnhäuten)
Leukämien: krankhaft veränderte Blutkörperchen
Leukämie wird umgangssprachlich oftmals Blutkrebs genannt. Genau genommen handelt es sich jedoch um eine Erkrankung des blutbildenden Systems, welches das Blut und das Knochenmark umfasst. Bei einer Leukämie bildet der Körper kranke weiße Blutkörperchen, die letztlich die gesunden Blutzellen verdrängen. Daher auch der Name der Erkrankung: Der Begriff „leukos“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „weiß“, „haima“ steht für „Blut“.
Das Fatale: Während Karzinome und Sarkome zunächst lokale Tumore bilden, breiten sich die kranken Blutkörperchen bei einer Leukämie über das Blut im gesamten Körper aus. Eine frühe Diagnose ist daher bei Leukämie besonders wichtig, was jedoch aufgrund der unspezifischen Symptome (allgemeines Unwohlsein, Fieber etc.) oftmals erschwert wird. Lediglich akute Leukämien gehen mit sehr plötzlichen und schweren Beschwerden einher, während der Krankheitsverlauf bei einer chronischen Leukämie eher schleichend ist. Die ersten Symptome treten hier oftmals erst nach Monaten oder sogar Jahren auf.
Es gibt vier Hauptformen der Leukämie:
- Akute lymphoblastische Leukämie (ALL)
- Akute myeloische Leukämie (AML)
- Chronische myeloische Leukämie (CML)
- Chronische lymphatische Leukämie (CLL)
Zusätzlich gibt es seltenere Formen wie die Prolymphozytenleukämie (PLL) und die Haarzellleukämie (HCL). Die Einteilung der Leukämien basiert auf zwei Hauptkriterien: dem Krankheitsverlauf (akut oder chronisch) und dem betroffenen Blutzelltyp (lymphatisch oder myeloisch).
Leukämien zählen in Deutschland zu den relativ seltenen Krebsarten, wobei Männer etwas häufiger erkranken als Frauen: Die Krankheit betrifft etwa einen von 64 Männern und eine von 90 Frauen.5
Aktuelle News zum Thema Krebs

Krebsforschung: Fortschritt, von dem die ganze Gesellschaft profitiert
Die Geschichte der Krebsmedizin ist die Geschichte eines immer tieferen Verständnisses der Erkrankung. Es begann damit, Tumore zu entfernen. Der nächste Schritt war, die Krebszellen im ganzen Körper zu bekämpfen. Als die Forschung erkannte, dass auch Krebszellen molekulare Schwachstellen haben, entwickelte sich die zielgerichtete Therapie. Schließlich kamen die Medikamente, die nicht mehr den Krebs bekämpfen, sondern dem Immunsystem zeigen, wie das geht. Und heute? Darüber spricht Dr. Niko Andre, Mediziner und Leiter des Onkologie-Bereiches beim forschenden Pharmaunternehmen AstraZeneca in Deutschland, in einem Podcast.

Tag der Patient:innensicherheit: 7 Punkte für eine bessere Onkologie
„Sichere Versorgung chronisch erkrankter Menschen – für ein gutes Leben!“ Das ist in diesem Jahr das deutsche Motto für den Welttag der Patientensicherheit. Die Initiative Vision Zero e.V. nimmt den 17. September zum Anlass, um umfassende Reformforderungen an die Politik zu stellen. Angesichts der wachsenden Zahl von Krebslangzeitüberlebenden braucht es demnach einen Paradigmenwechsel in der Onkologie: Patientenzentrierter, vernetzter, datengetriebener, präventiver muss sie sein, damit Innovationen von der Diagnose bis zur Nachsorge schneller und flächendeckend verfügbar sind.

Zahl der Krebsneuerkrankungen könnte sich bis 2050 nahezu verdoppeln
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Bericht veröffentlicht, der es in sich hat: Demnach erkranken jedes Jahr rund 20,6 Millionen Menschen auf dem Globus neu an Krebs. Die Tendenz ist steigend: Bis 2050 könnten es fast 35 Millionen sein. Doch machtlos ist die internationale Gemeinschaft nicht.
Lymphome: Krebserkrankungen des lymphatischen Systems
Lymphom, umgangssprachlich Lymphdrüsenkrebs genannt, ist ein Überbegriff für Krebserkrankungen des lymphatischen Systems. Dieses umfasst vorrangig die Lymphknoten, die Mandeln und die Milz. Allerdings gibt es lymphatisches Gewebe beispielsweise auch in der Haut, im Magen und im Darm. Ähnlich wie bei einer Leukämie vermehren sich die weißen Blutkörperchen (speziell die Lymphozyten) bei einem Lymphom unkontrolliert. Innerhalb der Gruppe der bösartigen Lymphome unterscheiden Ärzt:innen zwischen drei Formen6:
- Hodgkin-Lymphom
- Non-Hodgkin-Lymphom (NHL)
- Multiples Myelom
Gliome: seltene aggressive Krebsarten
Krebsarten, die direkt im Gehirn oder Rückenmark entstehen, bezeichnen Expert:innen als Gliome. Sie gehen von einer bestimmten Zellart aus, den Gliazellen, die als Stütz- und Haltegerüst für die Nervenzellen fungieren. Außerdem bilden sie eine isolierende Schicht rund um die Nervenfasern und sorgen so für die regelrechte Weiterleitung der elektrischen Signale. Je nachdem, aus welcher Gliazellenart die krankhafte Veränderung hervorgeht, unterscheiden Ärzt:innen zwischen den folgenden Krebs Formen7,8:
- Astrozytomen
- Glioblastomen und
- Mischtumoren
Blastome: vorrangig Kinder betroffen
Bei Blastomen handelt es sich um Tumore, die durch eine fehlerhafte Zellteilung im Embryonalgewebe entstehen. Sie bilden sich somit bereits vor der Geburt, weshalb vor allem Kinder von Blastomen betroffen sind. Auch das häufigste Blastom, das Neuroblastom, tritt vorrangig bei Kindern auf.4
Welche Krebsarten sind heilbar?
Neue Medikamente und Therapien haben dazu geführt, dass Krebs nicht mehr zwangsläufig ein Todesurteil ist. Einige Krebsarten gehen mit höheren Heilungschancen einher als andere – immer vorausgesetzt, dass sie früh genug diagnostiziert und rasch behandelt werden. Krebsarten mit hohen Überlebensraten sind zum Beispiel:
- Brustkrebs
- Hautkrebs
- Prostatakrebs
Auch bestimmte Formen der Leukämie und des Lymphoms sind inzwischen besser behandelbar, was vor allem an der Fünf-Jahres-Überlebensrate ersichtlich ist, die innerhalb der letzten Jahrzehnte deutlich angestiegen ist9.
Weitere Hintergrundinfos zum Thema Krebs

Gebärmutterhalskrebs: Infos zu Symptomen, Ursachen & modernen Therapiemöglichkeiten
Gebärmutterhalskrebs, das sogenannte Zervixkarzinom, zählt mit 8,7 Fällen pro 100.000 Personen (altersstandardisiert) zu den eher seltenen Krebserkrankungen bei Frauen. Doch was ist Gebärmutterhalskrebs eigentlich, was sind die Ursachen und wie stehen die Heilungschancen für ein Zervixkarzinom? Antworten auf diese und viele weitere Fragen rund um das Thema Gebärmutterhalskrebs finden Sie nachfolgend.

Wie entsteht Krebs?
Allein in Deutschland sehen sich jedes Jahr rund eine halbe Million Menschen mit einer Krebsdiagnose konfrontiert – Tendenz steigend. Doch wie entsteht Krebs eigentlich, was sind die größten Risikofaktoren und wie ist der aktuelle Forschungsstand?

Die Rolle der Genetik bei Krebs
Krebs entsteht durch Mutationen im Erbgut, die zur unkontrollierten Vermehrung kranker Zellen und zur allmählichen Verdrängung gesunder Zellen führen. Diese Mutationen können spontan auftreten, etwa durch Schadstoffe in der Umwelt oder durch den natürlichen Alterungsprozess – etwa fünf bis zehn Prozent aller Krebspatient:innen weisen jedoch angeborene Mutationen im Erbgut auf.1
Quellen:
Familiencoach Krebs
https://krebs.aok.de/wissen-ueber-krebs/was-ist-was/karzinom-sarkom-leukaemie-lymphomSarkom: Informationen und Sarkom-Spezialisten
https://www.leading-medicine-guide.com/de/erkrankungen/tumoren/sarkomHäufigste Krebsarten
https://www.staerkergegenkrebs.de/krebsarten/Welche maligne Tumore gibt es?
https://www.staerkergegenkrebs.de/krebsarten/krebs/maligne-tumore/Leukämie (Blutkrebs) bei Erwachsenen
https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/leukaemien/index.phpLymphome: Symptome, Einteilung, Behandlung
https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/lymphome/index.phpGliom
https://www.gesundheitsinformation.de/glossar/gliom.htmlGliom
https://www.netdoktor.de/krankheiten/hirntumor/gliom/Krebs: Wann heilbar?
https://pharma-fakten.de/news/krebs-wann-heilbar/Brustkrebs (Mammakarzinom)
https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs/index.phpGallengangskarzinom und Gallenblasenkarzinom
https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/gallenblasenkrebs-gallengangskarzinom.phpSchilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom)
https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/schilddruesenkrebs.phpBrustkrebs: Die Sterblichkeit sinkt deutlich
https://pharma-fakten.de/grafiken/brustkrebs-die-sterblichkeit-sinkt-deutlich/Kampf gegen Kinderkrebs immer besser – doch das reicht nicht
https://pharma-fakten.de/grafiken/kampf-gegen-kinderkrebs-immer-besser-doch-das-reicht-nicht/- https://praxisklinik.com/fachwissen/karzinom
