Artikel, Geschichten, Fakten – zu Themen aus Gesundheit und Pharma

Die Zukunft der Krebstherapie ist individualisiert. Was das genau bedeutet und welche Krebspatienten davon profitieren  darüber haben wir mit dem Onkologen und Krebsforscher Prof. Dirk Jäger vom Universitätsklinikum Heidelberg gesprochen. Foto: ©Union for International Cancer Control (UICC) / www.worldcancerday.org

Krebs – eine (immer öfter) kontrollierbare Krankheit

Fachleute schätzen, dass im Jahr 2020 mehr als 500.000 Menschen in Deutschland an Krebs erkranken werden. Doch während vor 40 Jahren noch mehr als zwei Drittel aller Patienten an ihrer Krebserkrankung starben, kann heute mehr als die Hälfte darauf hoffen, wieder gesund zu werden. Einer, der dazu beiträgt, dass in den kommenden Jahren noch einmal deutlich mehr Krebspatienten erfolgreich behandelt werden könnten, ist Prof. Dr. Dirk Jäger, Leiter der Abteilung Medizinische Onkologie am Universitätsklinikum Heidelberg und Forscher am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Wir haben anlässlich des Welt-Krebs-Tages am 4. Februar mit ihm über den Stand der Forschung und die Krebstherapie der Zukunft gesprochen.

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Am Leben teilhaben und bestmöglich medizinisch versorgt werden: Für einige MS-Patienten ist das nur ein Wunschdenken. Das soll sich zukünftig ändern. Foto: ©iStock.com/Stadtratte

Multiple Sklerose 2030: Bessere Versorgung, mehr Teilhabe

„An MS erkrankte Menschen wollen am Leben teilhaben und optimal medizinisch und therapeutisch versorgt werden“, heißt es in einem aktuellen White Paper, das der Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband (DMSG) mit einem Bündnis aus Ärzten veröffentlicht hat. Die Realität ist jedoch häufig eine andere. Verzögerter Therapiebeginn, eingeschränkte Mobilität sowie die emotionale und finanzielle Belastung sind nur einige von vielen Herausforderungen, vor denen die Erkrankten stehen.

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Mit Daten aus dem Praxis-Alltag die medizinische Versorgung der Patienten verbessern: In Deutschland wird diese Chance noch zu wenig genutzt. Foto: ©iStock.com/YakobchukOlena

Medizinische Versorgung im Realitätscheck

Umfangreiche klinische Daten zu diagnostischen oder therapeutischen Verfahren sind schön und gut. Doch die Wirklichkeit im Praxis-Alltag sieht oft ganz anders aus. Hier kommt die Versorgungsforschung ins Spiel: Sie wirft zum Beispiel einen Blick auf die Wirksamkeit von Medikamenten in der Realität und ermöglicht es so, die medizinische Versorgung der Patienten zu verbessern. Diese Chance wird in Deutschland noch zu wenig genutzt.

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Weniger Raucher  bessere Diagnostik  neue Therapien: Die Krebssterberaten in den USA fallen. Foto: ©iStock.com/Levent Konuk

Krebs in den USA: Sterberaten fallen immer schneller

Seit 1991 sind die Krebssterberaten in den USA um durchschnittlich 1,5 Prozent pro Jahr gesunken. Aber allein zwischen 2016 und 2017 hat die American Cancer Society (ACS) einen Rückgang um 2,2 Prozent errechnet. Es ist der stärkste je im Zeitraum von nur einem Jahr gemessene Rückgang.

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Ein Forscherteam hat untersucht  wie hoch die Krankheitslast durch den Konsum von Alkohol weltweit ausfällt. Die Ergebnisse sind erschreckend. Foto: CC0 (Stencil)

Alkoholkonsum: 3 Millionen Todesfälle weltweit

Weltweit nimmt der Konsum von Alkohol zu. Ein Forscherteam hat vor diesem Hintergrund untersucht, wie hoch die Krankheitslast ist, die durch das Trinken von Bier, Whiskey und Co. entsteht. Alkohol ist demnach nicht nur ein Hauptrisikofaktor für viele Erkrankungen – sondern auch Grund für mehrere Millionen Todesfälle.

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opnMe.com heißt eine Webseite des Pharmaunternehmens Boehringer Ingelheim. Dort können sich Wissenschaftler mit wenigen Klicks Moleküle bestellen – und das völlig umsonst. Das Ziel lautet: Bessere Medikamente schneller entwickeln. Foto: CC0 (Stencil)

Pharma-Forschung: Exklusive Wirkstoffmoleküle zu bestellen

opnMe.com heißt eine Webseite des deutschen Pharmaunternehmens Boehringer Ingelheim. Dort können sich Wissenschaftler mit wenigen Klicks Moleküle bestellen – und das völlig umsonst. Das gibt ihnen die Möglichkeit, ihre eigene Forschung voranzutreiben, und das vollkommen unabhängig. Alternativ können sie sich für eine Kollaboration zu einem bestimmten Wirkstoffkandidaten bewerben. Das Ziel: Mit den besten Teams der Welt zusammenarbeiten, um aus vielversprechenden Wirkstoffen neue Therapien gegen schwere Erkrankungen zu entwickeln. Ein Interview mit Dr. Florian Montel, der bei Boehringer Ingelheim für opnMe.com verantwortlich ist.

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Seit über 30 Jahren erforscht und produziert Amgen Biopharmazeutika zur Behandlung schwerer Erkrankungen. Ein Interview. Foto: ©istock.com / serezniy / africa-studio.com (Olga Yastremska and Leonid Yastremskiy)

Mit Präzisionsmedizin gegen sieben immunvermittelte Erkrankungen

Mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Das ist das Ziel des europäischen Forschungsprojektes „3TR“. Es möchte die Behandlung von gleich sieben immunvermittelten Erkrankungen auf einmal verbessern – darunter: Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Multiple Sklerose (MS), Rheuma, Lupus und die Darmleiden Morbus Crohn sowie Colitis Ulcerosa. Helfen soll dabei eine Analyse von über 50.000 Patienten aus 50 klinischen Studien.

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Allein die in 2018 neu eingeführten Arzneimittel könnten die Budgets der Krankenkassen mit zusätzlichen 53 Milliarden Euro pro Jahr belasten  haben Kassenvertreter ausgerechnet. Mit der Realität hat das aber gar nichts zu tun. Foto: CC0 (Stencil)

Arzneimittelausgaben: Zahlenakrobatik in dünner Luft

Alle Jahre wieder erscheint der Arzneiverordnungs-Report (AVR) und macht mit Untergangsszenarien von sich reden – im Fokus stehen dabei die Mehrausgaben durch innovative, patentgeschützte Arzneimittel. Im AVR 2019 haben die Autoren eine besondere Rechnung aufgemacht: Allein die im Jahr 2018 neu auf den Markt gekommenen Arzneimittelinnovationen könnten den Haushalt der gesetzlichen Krankenkassen um 52,9 Milliarden Euro pro Jahr belasten. Die beiden Gesundheitsökonomen und Professoren Dieter Cassel und Volker Ulrich haben dieses Szenario einem Realitätscheck unterworfen.

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Deutschland gibt viel für Gesundheit aus  hat aber im EU-Vergleich nur bescheidene Gesundheitsergebnisse vorzuweisen. Die Gründe finden sich in einem Bericht der EU. Foto: ©istock.com/Krisamorn

State of Health: Deutschland, Du lebst ungesund

Wir sind stolz auf unser Gesundheitssystem: Ein umfassender Leistungskatalog, ein hohes Niveau an Gesundheitsleistungen und ein guter Zugang zur Gesundheitsversorgung gelten weltweit als ein Zeichen von Qualität. Das kostet: Pro Person sind die Gesundheitsausgaben höher als in anderen EU-Ländern. Da verwundert, dass das, was hinten rauskommt, oft nur Durchschnitt ist: Beim Thema Lebenserwartung etwa ist Deutschland lediglich Mittelmaß; Menschen in Italien und Spanien können mit zwei Jahren mehr rechnen. Das liegt zum einen am System und zum anderen am Verhalten des Einzelnen: Denn Deutschland lebt (zu) ungesund.

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Der vfa rechnet für 2020 mit der Markteinführung von mehr als 30 Medikamenten mit neuem Wirkstoff in Deutschland. Foto: CC0 (Stencil)

vfa-Prognose: Mehr als 30 neue Medikamente im Jahr 2020

Neue Behandlungsmöglichkeiten für zahlreiche Patienten: Der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) geht davon aus, dass im kommenden Jahr über 30 Medikamente mit neuem Wirkstoff in Deutschland eingeführt werden. Etwa ein Viertel davon dürfte sich gegen Krebserkrankungen richten, zudem könnten mehrere neue Antibiotika im Kampf gegen Resistenzen verfügbar werden. Hoffnung machen auch zwei Gentherapien, die bei bestimmten seltenen Erkrankungen zum Einsatz kommen.

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Die Zukunft der Krebstherapie ist individualisiert. Was das genau bedeutet und welche Krebspatienten davon profitieren  darüber haben wir mit dem Onkologen und Krebsforscher Prof. Dirk Jäger vom Universitätsklinikum Heidelberg gesprochen. Foto: ©Union for International Cancer Control (UICC) / www.worldcancerday.org

Krebs – eine (immer öfter) kontrollierbare Krankheit

Fachleute schätzen, dass im Jahr 2020 mehr als 500.000 Menschen in Deutschland an Krebs erkranken werden. Doch während vor 40 Jahren noch mehr als zwei Drittel aller Patienten an ihrer Krebserkrankung starben, kann heute mehr als die Hälfte darauf hoffen, wieder gesund zu werden. Einer, der dazu beiträgt, dass in den kommenden Jahren noch einmal deutlich mehr Krebspatienten erfolgreich behandelt werden könnten, ist Prof. Dr. Dirk Jäger, Leiter der Abteilung Medizinische Onkologie am Universitätsklinikum Heidelberg und Forscher am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Wir haben anlässlich des Welt-Krebs-Tages am 4. Februar mit ihm über den Stand der Forschung und die Krebstherapie der Zukunft gesprochen.

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Am Leben teilhaben und bestmöglich medizinisch versorgt werden: Für einige MS-Patienten ist das nur ein Wunschdenken. Das soll sich zukünftig ändern. Foto: ©iStock.com/Stadtratte

Multiple Sklerose 2030: Bessere Versorgung, mehr Teilhabe

„An MS erkrankte Menschen wollen am Leben teilhaben und optimal medizinisch und therapeutisch versorgt werden“, heißt es in einem aktuellen White Paper, das der Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband (DMSG) mit einem Bündnis aus Ärzten veröffentlicht hat. Die Realität ist jedoch häufig eine andere. Verzögerter Therapiebeginn, eingeschränkte Mobilität sowie die emotionale und finanzielle Belastung sind nur einige von vielen Herausforderungen, vor denen die Erkrankten stehen.

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Mit Daten aus dem Praxis-Alltag die medizinische Versorgung der Patienten verbessern: In Deutschland wird diese Chance noch zu wenig genutzt. Foto: ©iStock.com/YakobchukOlena

Medizinische Versorgung im Realitätscheck

Umfangreiche klinische Daten zu diagnostischen oder therapeutischen Verfahren sind schön und gut. Doch die Wirklichkeit im Praxis-Alltag sieht oft ganz anders aus. Hier kommt die Versorgungsforschung ins Spiel: Sie wirft zum Beispiel einen Blick auf die Wirksamkeit von Medikamenten in der Realität und ermöglicht es so, die medizinische Versorgung der Patienten zu verbessern. Diese Chance wird in Deutschland noch zu wenig genutzt.

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Weniger Raucher  bessere Diagnostik  neue Therapien: Die Krebssterberaten in den USA fallen. Foto: ©iStock.com/Levent Konuk

Krebs in den USA: Sterberaten fallen immer schneller

Seit 1991 sind die Krebssterberaten in den USA um durchschnittlich 1,5 Prozent pro Jahr gesunken. Aber allein zwischen 2016 und 2017 hat die American Cancer Society (ACS) einen Rückgang um 2,2 Prozent errechnet. Es ist der stärkste je im Zeitraum von nur einem Jahr gemessene Rückgang.

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Ein Forscherteam hat untersucht  wie hoch die Krankheitslast durch den Konsum von Alkohol weltweit ausfällt. Die Ergebnisse sind erschreckend. Foto: CC0 (Stencil)

Alkoholkonsum: 3 Millionen Todesfälle weltweit

Weltweit nimmt der Konsum von Alkohol zu. Ein Forscherteam hat vor diesem Hintergrund untersucht, wie hoch die Krankheitslast ist, die durch das Trinken von Bier, Whiskey und Co. entsteht. Alkohol ist demnach nicht nur ein Hauptrisikofaktor für viele Erkrankungen – sondern auch Grund für mehrere Millionen Todesfälle.

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opnMe.com heißt eine Webseite des Pharmaunternehmens Boehringer Ingelheim. Dort können sich Wissenschaftler mit wenigen Klicks Moleküle bestellen – und das völlig umsonst. Das Ziel lautet: Bessere Medikamente schneller entwickeln. Foto: CC0 (Stencil)

Pharma-Forschung: Exklusive Wirkstoffmoleküle zu bestellen

opnMe.com heißt eine Webseite des deutschen Pharmaunternehmens Boehringer Ingelheim. Dort können sich Wissenschaftler mit wenigen Klicks Moleküle bestellen – und das völlig umsonst. Das gibt ihnen die Möglichkeit, ihre eigene Forschung voranzutreiben, und das vollkommen unabhängig. Alternativ können sie sich für eine Kollaboration zu einem bestimmten Wirkstoffkandidaten bewerben. Das Ziel: Mit den besten Teams der Welt zusammenarbeiten, um aus vielversprechenden Wirkstoffen neue Therapien gegen schwere Erkrankungen zu entwickeln. Ein Interview mit Dr. Florian Montel, der bei Boehringer Ingelheim für opnMe.com verantwortlich ist.

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Seit über 30 Jahren erforscht und produziert Amgen Biopharmazeutika zur Behandlung schwerer Erkrankungen. Ein Interview. Foto: ©istock.com / serezniy / africa-studio.com (Olga Yastremska and Leonid Yastremskiy)

Mit Präzisionsmedizin gegen sieben immunvermittelte Erkrankungen

Mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Das ist das Ziel des europäischen Forschungsprojektes „3TR“. Es möchte die Behandlung von gleich sieben immunvermittelten Erkrankungen auf einmal verbessern – darunter: Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Multiple Sklerose (MS), Rheuma, Lupus und die Darmleiden Morbus Crohn sowie Colitis Ulcerosa. Helfen soll dabei eine Analyse von über 50.000 Patienten aus 50 klinischen Studien.

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Allein die in 2018 neu eingeführten Arzneimittel könnten die Budgets der Krankenkassen mit zusätzlichen 53 Milliarden Euro pro Jahr belasten  haben Kassenvertreter ausgerechnet. Mit der Realität hat das aber gar nichts zu tun. Foto: CC0 (Stencil)

Arzneimittelausgaben: Zahlenakrobatik in dünner Luft

Alle Jahre wieder erscheint der Arzneiverordnungs-Report (AVR) und macht mit Untergangsszenarien von sich reden – im Fokus stehen dabei die Mehrausgaben durch innovative, patentgeschützte Arzneimittel. Im AVR 2019 haben die Autoren eine besondere Rechnung aufgemacht: Allein die im Jahr 2018 neu auf den Markt gekommenen Arzneimittelinnovationen könnten den Haushalt der gesetzlichen Krankenkassen um 52,9 Milliarden Euro pro Jahr belasten. Die beiden Gesundheitsökonomen und Professoren Dieter Cassel und Volker Ulrich haben dieses Szenario einem Realitätscheck unterworfen.

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Deutschland gibt viel für Gesundheit aus  hat aber im EU-Vergleich nur bescheidene Gesundheitsergebnisse vorzuweisen. Die Gründe finden sich in einem Bericht der EU. Foto: ©istock.com/Krisamorn

State of Health: Deutschland, Du lebst ungesund

Wir sind stolz auf unser Gesundheitssystem: Ein umfassender Leistungskatalog, ein hohes Niveau an Gesundheitsleistungen und ein guter Zugang zur Gesundheitsversorgung gelten weltweit als ein Zeichen von Qualität. Das kostet: Pro Person sind die Gesundheitsausgaben höher als in anderen EU-Ländern. Da verwundert, dass das, was hinten rauskommt, oft nur Durchschnitt ist: Beim Thema Lebenserwartung etwa ist Deutschland lediglich Mittelmaß; Menschen in Italien und Spanien können mit zwei Jahren mehr rechnen. Das liegt zum einen am System und zum anderen am Verhalten des Einzelnen: Denn Deutschland lebt (zu) ungesund.

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Der vfa rechnet für 2020 mit der Markteinführung von mehr als 30 Medikamenten mit neuem Wirkstoff in Deutschland. Foto: CC0 (Stencil)

vfa-Prognose: Mehr als 30 neue Medikamente im Jahr 2020

Neue Behandlungsmöglichkeiten für zahlreiche Patienten: Der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) geht davon aus, dass im kommenden Jahr über 30 Medikamente mit neuem Wirkstoff in Deutschland eingeführt werden. Etwa ein Viertel davon dürfte sich gegen Krebserkrankungen richten, zudem könnten mehrere neue Antibiotika im Kampf gegen Resistenzen verfügbar werden. Hoffnung machen auch zwei Gentherapien, die bei bestimmten seltenen Erkrankungen zum Einsatz kommen.

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Kommentar

Was, wenn Gesundheit die eigentliche Konjunktur-Bazooka wäre?

Wenn die forschende Pharmaindustrie Maßnahmen aus dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ablehnt und stattdessen strukturelle Reformen im Gesundheitswesen fordert, liegt ein Verdacht schnell nahe: Hier verteidigt eine profitable Branche ihre wirtschaftlichen Interessen. Das aber verstellt den Blick darauf, welchen gesamtgesellschaftlichen Beitrag die Branche leistet und welche Impulse sie für Gesundheit, Innovation, Produktivität und Wertschöpfung setzt. Impulse, auf die unser Land nicht verzichten kann. Ein Kommentar von Florian Martius.

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