Artikel, Geschichten, Fakten – zu Themen aus Gesundheit und Pharma

Die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels sind auch in Deutschland bereits heute spürbar. Das zeigt eine aktuelle Studie. Sie ist eine Warnung. Foto: ©iStock.com/luigi giordano

Der Klimawandel macht krank – auch in Deutschland

„Ein Kind, das heute geboren wird, wird eine Welt erleben, die mehr als vier Grad wärmer ist als im vorindustriellen Durchschnitt; der Klimawandel wird sich von der Kindheit, über die Jugend, das Erwachsenensein, bis hin ins hohe Alter auf die menschliche Gesundheit auswirken“. Das schreibt ein internationales Wissenschaftlerteam in einer Studie, die jährlich im Fachmagazin „The Lancet“ erscheint. Zum ersten Mal wurde 2019 dazu ein Deutschland-Bericht veröffentlicht. Er zeigt, „dass die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels nicht irgendwann in weit entfernten Weltgegenden spürbar werden, sondern hier und heute“, resümiert Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer.

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Die Zahl neuer Diabetes-Typ-2-Fälle hat längst epidemische Ausmaße angenommen – der Diabetologe Prof. Baptist Gallwitz erklärt  was jetzt getan werden muss. Foto: ©iStock.com/Zerbor

„Typ-2-Diabetes ist kein Schicksal, das jemand tatenlos erdulden muss“

Rund 6,7 Millionen Menschen leben in Deutschland mit einer Diabetes-Diagnose – die meisten davon, rund 6,4 Millionen, leiden unter Diabetes-Typ-2, dem so genannten Altersdiabetes. Täglich kommen fast 1.000 Menschen dazu. Aus Anlass des Welt-Diabetes-Tages am 14. November haben wir mit Prof. Dr. Stephan Martin gesprochen, Chefarzt für Diabetologie und Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums in Düsseldorf. Im Interview erklärt er, wie sich die Krankheit dauerhaft in den Griff bekommen lässt.

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Erstmals seit Jahren lassen sich offenbar wieder mehr Menschen im Alter von 60 Jahren oder älter gegen Grippe impfen. Das war es dann aber auch mit den guten Nachrichten. Foto: ©iStock.com/kzenon

Grippeimpfung: Noch immer Nachholbedarf

Die gute Nachricht zuerst: Erstmals seit Jahren lassen sich offenbar wieder mehr Menschen im Alter von 60 Jahren oder älter gegen Grippe impfen. Aber: Die Zielvorgabe einer Impfquote von 75 Prozent wird in keinem der Bundesländer erreicht. Und auch beim Klinikpersonal besteht noch Nachholbedarf. Das zeigen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI).

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In der Therapie rheumatischer Erkrankungen hat sich einiges getan. Das ist gut für die Patienten und die Sozialsysteme. Foto: © iStock.com / SARINYAPINNGAM

Rheumatologie: „Patienten, die in den höchsten Sportligen spielen“

1999 kam das erste Biopharmazeutikum zur Behandlung entzündlich-rheumatischer Erkrankungen auf den Markt – weitere Arzneimittelinnovationen folgten. „Durch die neuen Therapieverfahren betreuen wir heute Patientinnen und Patienten, die in den höchsten Sportligen spielen und sogar Weltmeister sind, was wir uns vor 40 Jahren in den kühnsten Träumen nie ausgemalt hätten“, erzählt der Rheumatologe Prof. Gerd-Rüdiger Burmester im „Biotech-Report 2019“ vom Verband der forschenden Pharma-Unternehmen bio (vfa bio) und Boston Consulting Group (BCG).

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Weltweit wurden in den vergangenen fünf Jahren 64 neuartige Krebsmedikamente auf den Markt gebracht. Die Forschung läuft auf Hochtouren. Foto: ©iStock.com/gorodenkoff (Gorodenkoff Productions OU)

Transportproteine gehören zu den „letzten großen weißen Flecken der pharmazeutischen Wissenschaft“

Sie sind die „Gatekeeper“ der Zellen: Transportproteine kontrollieren im Körper wichtige Prozesse wie die Nährstoffaufnahme oder die Abfallbeseitigung. „Während die einen in die Zelle befördern, was diese zum Leben braucht, fungieren die anderen als zelluläre Müllabfuhr“, erklärt die Universität Wien. Eine Vielzahl dieser Moleküle ist noch unerforscht. Dabei sind sie auch für die Entwicklung von Medikamenten von großem Interesse. In dem fünfjährigen Projekt „RESOLUTE“ bündeln daher 13 Partner aus öffentlicher Forschung und Industrie ihre Kräfte, um die Transportproteine der Zelle für neue Therapien zu erschließen.

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Das „Ebola+“-Programm der IMI: Es wurden Projekte gefördert  die an Impfstoffkandidaten forschten und diagnostische Tests entwickelten. Foto: ©iStock.com/Motortion

Gemeinsam gegen Ebola: „Die Welt war nicht bereit für einen solchen Krankheitsausbruch“

In den Jahren 2014 und 2015 ereignete sich in Westafrika der bislang größte Ebolafieber-Ausbruch in der Geschichte. Genau in dieser Zeit riefen die Verantwortlichen der Innovative Medicines Initiative (IMI) – eine öffentlich-private Partnerschaft zwischen Europäischer Union und europäischer Pharmaindustrie – das „Ebola+“-Programm ins Leben. In diesem Rahmen wurden 12 Projekte gefördert, die u.a. an Impfstoffkandidaten forschten und diagnostische Tests entwickelten.

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Ein deutsches Wissenschaftler-Team hat Maßnahmen erarbeitet  die zu einer Erhöhung der Impfraten beitragen könnten. Foto: ©iStock.com/Pixel_away

Impfraten erhöhen: Gründe des Nicht-Impfens gezielt angehen

Das sogenannte „5C-Modell“ beschreibt fünf wesentliche psychologische Gründe der Entscheidung zum Impfen oder Nicht-Impfen. Demnach können der Grad des Vertrauens in die Vakzine (Confidence), das individuell wahrgenommene Krankheitsrisiko (Complacency), mögliche Barrieren im Alltag (Constraints), das eigene Informationsbedürfnis (Calculation) sowie das Verantwortungsgefühl für die Gemeinschaft (Collective Responsibility) ausschlaggebend für das Impfverhalten sein. Ein Wissenschaftler-Team der Universität Erfurt und der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen hat Maßnahmen erarbeitet, die zu einer Erhöhung der Impfraten beitragen könnten.

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In einer Publikation hat ein deutsches Wissenschaftler-Team dargelegt  wie sich Impfverhalten psychologisch erklären  messen und verändern lässt. ©iStock.com/Rallef

Warum entscheiden sich Menschen für oder gegen eine Impfung?

Im Sommer meldete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Kampf gegen Masern ernüchternde Zahlen: In den ersten sechs Monaten von 2019 wurden in der europäischen Region etwa 90.000 Fälle gemeldet – mehr als im Gesamtjahr 2018. Für ein Wissenschaftler-Team der Universität Erfurt und der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen ist klar: Es gilt, „sich mit den Gründen zu beschäftigen, warum Menschen sich und ihre Kinder nicht impfen lassen.“ In einer Publikation im Bundesgesundheitsblatt haben sie dargelegt, wie sich Impfverhalten psychologisch erklären, messen und verändern lässt.

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Die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels sind auch in Deutschland bereits heute spürbar. Das zeigt eine aktuelle Studie. Sie ist eine Warnung. Foto: ©iStock.com/luigi giordano

Der Klimawandel macht krank – auch in Deutschland

„Ein Kind, das heute geboren wird, wird eine Welt erleben, die mehr als vier Grad wärmer ist als im vorindustriellen Durchschnitt; der Klimawandel wird sich von der Kindheit, über die Jugend, das Erwachsenensein, bis hin ins hohe Alter auf die menschliche Gesundheit auswirken“. Das schreibt ein internationales Wissenschaftlerteam in einer Studie, die jährlich im Fachmagazin „The Lancet“ erscheint. Zum ersten Mal wurde 2019 dazu ein Deutschland-Bericht veröffentlicht. Er zeigt, „dass die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels nicht irgendwann in weit entfernten Weltgegenden spürbar werden, sondern hier und heute“, resümiert Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer.

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Die Zahl neuer Diabetes-Typ-2-Fälle hat längst epidemische Ausmaße angenommen – der Diabetologe Prof. Baptist Gallwitz erklärt  was jetzt getan werden muss. Foto: ©iStock.com/Zerbor

„Typ-2-Diabetes ist kein Schicksal, das jemand tatenlos erdulden muss“

Rund 6,7 Millionen Menschen leben in Deutschland mit einer Diabetes-Diagnose – die meisten davon, rund 6,4 Millionen, leiden unter Diabetes-Typ-2, dem so genannten Altersdiabetes. Täglich kommen fast 1.000 Menschen dazu. Aus Anlass des Welt-Diabetes-Tages am 14. November haben wir mit Prof. Dr. Stephan Martin gesprochen, Chefarzt für Diabetologie und Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums in Düsseldorf. Im Interview erklärt er, wie sich die Krankheit dauerhaft in den Griff bekommen lässt.

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Erstmals seit Jahren lassen sich offenbar wieder mehr Menschen im Alter von 60 Jahren oder älter gegen Grippe impfen. Das war es dann aber auch mit den guten Nachrichten. Foto: ©iStock.com/kzenon

Grippeimpfung: Noch immer Nachholbedarf

Die gute Nachricht zuerst: Erstmals seit Jahren lassen sich offenbar wieder mehr Menschen im Alter von 60 Jahren oder älter gegen Grippe impfen. Aber: Die Zielvorgabe einer Impfquote von 75 Prozent wird in keinem der Bundesländer erreicht. Und auch beim Klinikpersonal besteht noch Nachholbedarf. Das zeigen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI).

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In der Therapie rheumatischer Erkrankungen hat sich einiges getan. Das ist gut für die Patienten und die Sozialsysteme. Foto: © iStock.com / SARINYAPINNGAM

Rheumatologie: „Patienten, die in den höchsten Sportligen spielen“

1999 kam das erste Biopharmazeutikum zur Behandlung entzündlich-rheumatischer Erkrankungen auf den Markt – weitere Arzneimittelinnovationen folgten. „Durch die neuen Therapieverfahren betreuen wir heute Patientinnen und Patienten, die in den höchsten Sportligen spielen und sogar Weltmeister sind, was wir uns vor 40 Jahren in den kühnsten Träumen nie ausgemalt hätten“, erzählt der Rheumatologe Prof. Gerd-Rüdiger Burmester im „Biotech-Report 2019“ vom Verband der forschenden Pharma-Unternehmen bio (vfa bio) und Boston Consulting Group (BCG).

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Weltweit wurden in den vergangenen fünf Jahren 64 neuartige Krebsmedikamente auf den Markt gebracht. Die Forschung läuft auf Hochtouren. Foto: ©iStock.com/gorodenkoff (Gorodenkoff Productions OU)

Transportproteine gehören zu den „letzten großen weißen Flecken der pharmazeutischen Wissenschaft“

Sie sind die „Gatekeeper“ der Zellen: Transportproteine kontrollieren im Körper wichtige Prozesse wie die Nährstoffaufnahme oder die Abfallbeseitigung. „Während die einen in die Zelle befördern, was diese zum Leben braucht, fungieren die anderen als zelluläre Müllabfuhr“, erklärt die Universität Wien. Eine Vielzahl dieser Moleküle ist noch unerforscht. Dabei sind sie auch für die Entwicklung von Medikamenten von großem Interesse. In dem fünfjährigen Projekt „RESOLUTE“ bündeln daher 13 Partner aus öffentlicher Forschung und Industrie ihre Kräfte, um die Transportproteine der Zelle für neue Therapien zu erschließen.

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Das „Ebola+“-Programm der IMI: Es wurden Projekte gefördert  die an Impfstoffkandidaten forschten und diagnostische Tests entwickelten. Foto: ©iStock.com/Motortion

Gemeinsam gegen Ebola: „Die Welt war nicht bereit für einen solchen Krankheitsausbruch“

In den Jahren 2014 und 2015 ereignete sich in Westafrika der bislang größte Ebolafieber-Ausbruch in der Geschichte. Genau in dieser Zeit riefen die Verantwortlichen der Innovative Medicines Initiative (IMI) – eine öffentlich-private Partnerschaft zwischen Europäischer Union und europäischer Pharmaindustrie – das „Ebola+“-Programm ins Leben. In diesem Rahmen wurden 12 Projekte gefördert, die u.a. an Impfstoffkandidaten forschten und diagnostische Tests entwickelten.

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Ein deutsches Wissenschaftler-Team hat Maßnahmen erarbeitet  die zu einer Erhöhung der Impfraten beitragen könnten. Foto: ©iStock.com/Pixel_away

Impfraten erhöhen: Gründe des Nicht-Impfens gezielt angehen

Das sogenannte „5C-Modell“ beschreibt fünf wesentliche psychologische Gründe der Entscheidung zum Impfen oder Nicht-Impfen. Demnach können der Grad des Vertrauens in die Vakzine (Confidence), das individuell wahrgenommene Krankheitsrisiko (Complacency), mögliche Barrieren im Alltag (Constraints), das eigene Informationsbedürfnis (Calculation) sowie das Verantwortungsgefühl für die Gemeinschaft (Collective Responsibility) ausschlaggebend für das Impfverhalten sein. Ein Wissenschaftler-Team der Universität Erfurt und der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen hat Maßnahmen erarbeitet, die zu einer Erhöhung der Impfraten beitragen könnten.

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In einer Publikation hat ein deutsches Wissenschaftler-Team dargelegt  wie sich Impfverhalten psychologisch erklären  messen und verändern lässt. ©iStock.com/Rallef

Warum entscheiden sich Menschen für oder gegen eine Impfung?

Im Sommer meldete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Kampf gegen Masern ernüchternde Zahlen: In den ersten sechs Monaten von 2019 wurden in der europäischen Region etwa 90.000 Fälle gemeldet – mehr als im Gesamtjahr 2018. Für ein Wissenschaftler-Team der Universität Erfurt und der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen ist klar: Es gilt, „sich mit den Gründen zu beschäftigen, warum Menschen sich und ihre Kinder nicht impfen lassen.“ In einer Publikation im Bundesgesundheitsblatt haben sie dargelegt, wie sich Impfverhalten psychologisch erklären, messen und verändern lässt.

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Kommentar

Was, wenn Gesundheit die eigentliche Konjunktur-Bazooka wäre?

Wenn die forschende Pharmaindustrie Maßnahmen aus dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ablehnt und stattdessen strukturelle Reformen im Gesundheitswesen fordert, liegt ein Verdacht schnell nahe: Hier verteidigt eine profitable Branche ihre wirtschaftlichen Interessen. Das aber verstellt den Blick darauf, welchen gesamtgesellschaftlichen Beitrag die Branche leistet und welche Impulse sie für Gesundheit, Innovation, Produktivität und Wertschöpfung setzt. Impulse, auf die unser Land nicht verzichten kann. Ein Kommentar von Florian Martius.

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