Leandra

Die Diagnose und Therapie einer seltenen Erkrankung ist zu oft vom Zufall abhängig. Auf einer Veranstaltung von Alexion und AstraZeneca Computational Pathology sprachen Fachleute darüber. Foto: ©iStock.com/Schulz Christian

Seltene Erkrankung: Medizinische Versorgung per Zufallsprinzip?

Ob ein Patient oder eine Patientin mit einer seltenen Erkrankungen eine gute medizinische Versorgung erhält, ist in Deutschland zu oft vom Zufall abhängig. Auf einer Veranstaltung der Firmen Alexion und AstraZeneca Computational Pathology berichteten Betroffene von ihren Erfahrungen. Und sie sprachen gemeinsam mit Menschen aus Patientenvertretung, Medizin, Politik und Industrie darüber, wie die Situation verbessert werden könnte.

Translationslücke

Von einer Translationslücke ist die Rede, wenn es nicht ausreichend gelingt, wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Grundlagen- bzw. präklinischen Forschung in die praktische Anwendung – also in klinische Studien bzw. bis in die Patient:innen-Versorgung – zu überführen. Bürokratische Hürden und fehlende Finanzierung können zum Beispiel dazu führen, dass Forschungserkenntnisse nicht genutzt werden können, um daraus marktreife Arzneimittelinnovationen zu entwickeln.

industrielle Gesundheitswirtschaft

industrielle Gesundheitswirtschaft: Die industrielle Gesundheitswirtschaft umfasst unter anderem die Produktion, den Handel und Vertrieb von Arzneimitteln, Medizintechnik und Medizinprodukten. Sie trägt mehr als 100 Milliarden Euro pro Jahr zum Bruttoinlandsprodukt bei und bietet über 1,1 Millionen Menschen einen Arbeitsplatz (Stand: 2022). Sie hat außerdem eine überdurchschnittliche Arbeitsproduktivität und Exporttätigkeit. Sie ist somit wichtiger Wirtschaftsfaktor für Deutschland.

Was muss passieren, damit Deutschland als Gesundheitswirtschaftsstandort Teil der Weltspitze bleibt? Die IGBCE sowie acht Pharmaunternehmen haben dazu ein Positionspapier erarbeitet. Foto: iStock.com/industryview

Innovationen made in Germany: Forschung „darf nicht im Labor stecken bleiben“

Die industrielle Gesundheitswirtschaft – mit einer Bruttowertschöpfung von mehr als 100 Milliarden Euro und knapp 1,1 Millionen Arbeitsplätzen – ist wichtig für Deutschland. Doch die hiesige Innovationskraft steht unter internationalem Wettbewerbsdruck. Was muss passieren, um nicht den Anschluss zu verlieren? Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) sowie mehrere Pharmaunternehmen haben dazu ein Positionspapier erarbeitet – mit sechs Handlungsempfehlungen „für eine zukunftsfeste und gesunde Industriepolitik“.

Vom Nutzen neuer Krebsmedikamente

Trotz aller Fortschritte bei Prävention, Diagnose, neuartigen Arzneimitteln und besserer Nachsorge stellen Krebserkrankungen eine große Herausforderung für die öffentliche Gesundheit dar. Gerade deshalb sollten Arzneimittelinnovationen als das betrachtet werden, was sie sind: eine Investition in die Zukunft und in eine prosperierende Wirtschaft. Das zeigt eine Studie, die der europäische Pharmaverband EFPIA vorgestellt hat.

EFTA-Staaten

Die EFTA-Staaten sind die Mitglieder der Europäischen Freihandelsassoziation (European Free Trade Association, EFTA). Das sind Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz.

Generation X

Generation X bezeichnet die Bevölkerungsgruppe, die etwa zwischen 1965 und 1980 geboren wurde. Sie ist aufgewachsen in einer Phase wirtschaftlicher Stabilität, aber auch sozialer und technischer Umbrüche.

Wie lässt sich Einsamkeit verhindern und bekämpfen – Antworten auf diese Frage finden sich in einem Positionspapier des Forums gesundheitsziele.de und in unserem Interview.

Einsamkeit macht krank – und was sich dagegen tun lässt

Einsamkeit, das zeigen mehrere Studien, ist in Deutschland ein zunehmendes gesundheitliches Problem – auch bei jüngeren Menschen. Ein Positionspapier zur „Prävention und Bekämpfung von Einsamkeit“ zeigt nun auf, was getan werden muss, um die Einsamkeitsspirale zu durchbrechen. Wir haben darüber mit zwei Fachleuten gesprochen.

Time-to-Antibiotics

Time-to-Antibiotics (TdA) ist die Zeitspanne vom klinischen Erkennen oder Verdacht auf eine Infektion bzw. Sepsis bis zur ersten Verabreichung eines geeigneten Antibiotikums. Bei Sepsis zählt jede Stunde: Das Sterberisiko steigt mit jeder Stunde Verzögerung um etwa 7–8 %.

Sepsis: Alle 6 Minuten ein Todesfall

Krankheitslast und Sterblichkeit im internationalen Vergleich hoch, die Erkennung oft zu spät, die Nachsorge lückenhaft: Bei der Behandlung der Sepsis läuft Deutschland international hinterher. Die Folgen: Jährlich erkranken mindestens 230.000 Menschen an dieser Infektion und mindestens 85.000 von ihnen versterben. Alle sechs Minuten verlieren wir in Deutschland deshalb einen Menschen – dabei wäre ein großer Teil der Erkrankungen vermeidbar.

© Pharma Fakten e.V.
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