Leandra

Medicaid

Medicaid ist – neben Medicare und privaten Krankenversicherungen – ein Hauptbestandteil des US-amerikanischen Krankenversicherungssystems. Medicaid ist ein staatliches System für einkommensschwache Menschen in den USA und umfasst ca. 85 Millionen Versicherte. Medicaid wird von den US-Bundesstaaten umgesetzt, Leistungsberechtigte und -katalog unterscheiden sich je nach Bundesstaat.

Die USA verfolgen eine Arzneimittelpreispolitik nach dem Most Favored Nation-Prinzip. Expert:innen des IGES-Instituts haben sich mit Hintergründen und Auswirkungen auf Deutschland befasst. Foto: ©iStock.com/gorodenkoff

An Arzneimitteln sparen: So koppelt sich Deutschland vom medizinischen Fortschritt ab

Die Vereinigten Staaten zahlen im internationalen Vergleich zu viel für neue Medikamente, Europa entzieht sich der Verantwortung, findet US-Präsident Donald Trump. Mit seiner Arzneimittelpreispolitik nach dem Most Favored Nation-Prinzip will er das ändern. In einem Webinar ordneten Fachleute des IGES-Instituts die aktuellen Fakten ein. Vertreter aus der Pharmabranche zeigten sich besorgt. „Wir wollen unsere Präparate zu Verfügung stellen“, hieß es. Doch das dürfte in Deutschland zunehmend schwierig werden, wenn die Bundesregierung ihrem Sparkurs treu bleibt und die Wettbewerbsfähigkeit nicht weiter stärkt.

Arzneimittelversorgung Deutschlands: „Weltklasse oder Warteschlange?“

Trotz aller Klagen, trotz Reformbedarf und Finanznot: Deutschland brüstet sich nach wie vor gern mit seinem Gesundheitssystem und einer vergleichsweise guten Arzneimittelversorgung. Doch inwiefern entspricht das eigentlich noch der Realität? Der Pharmaverband vfa hat besorgniserregende Zahlen zusammengetragen: „Liebe Bundestagsabgeordnete, Sie entscheiden jetzt. Weltklasse oder Warteschlange? Wachstum oder Abbau? Berlin oder Beijing?“

Ist die Bundesregierung vor der Pharmaindustrie eingeknickt? Das behaupten die Krankenkassen. Das ist Populismus in Reinform und schadet dem Land und seinen Menschen. Ein Kommentar. Foto: ©iStock.com/Victor Golmer

GKV-Spargesetz: Krankenkassen-Chefs reden das Land kaputt

Krankenkassen-Chefs wie kürzlich Jens Baas von der Techniker erklären, dass die Bundesregierung vor der Pharmaindustrie eingeknickt sei. Er fordert, dass der Sparbeitrag der Industrie im Laufe der Beratung zum Entwurf des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes (BStabG) kräftig erhöht werden muss. Das ist Populismus in seiner reinsten Form und von Zahlen nicht gedeckt. Es schadet dem Land und seinen Menschen. Ein Kommentar von Florian Martius.

Dynamischer Herstellerabschlag: Rechenfehler mit realen Folgen für Patient:innen und Wirtschaft

Mit dem GKV-Sparpaket könnte eine Regelung Realität werden, deren potenziellen Folgen für die Arzneimittelversorgung und den Pharmastandort so gravierend sind, dass sie von der Politik nicht gewollt sein können. Dominik Rosz, Lead Pricing and Access Strategy beim Unternehmen Astellas, appelliert an die Bundesregierung, keine voreiligen Entschlüsse zu treffen. Wer hinter die Komplexität des geplanten dynamischen Herstellerabschlags blickt, muss feststellen: Er ist mathematisch und politisch gesehen unsinnig – zulasten der Patient:innen und der Wirtschaft.

Medizinischer Fortschritt: Mut ist gefragt

Mehr klinische Studien: Für die Zukunft der Medizin, für die Wirtschaft

Eigentlich müsste sich die Politik viel stärker als bisher dafür einsetzen, mehr klinische Studien nach Deutschland zu holen. Denn dann würden nicht nur mehr Patient:innen frühzeitig von innovativen Behandlungsansätzen profitieren. Gleichzeitig würde das auch bedeuten: Die Mediziner:innen hierzulande gestalten den medizinischen Fortschritt entscheidend mit; sie erlangen dadurch Expertise, die weltweit gefragt ist. Und auch für die Wirtschaft wäre das gut. Schließlich bringt jede Studie enorme Investitionen in den Standort mit sich.

In der Kategorie „vermeidbare Todesfälle“ ist Deutschlands Gesundheitssystem Mittelmaß. Das geplante GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz wird die Lage verschärfen. Foto: CC0 (Stencil)

Gesundheit in Deutschland: Todesfälle, die nicht sein müssten

Die gute Nachricht zuerst: Die „vermeidbare Sterblichkeit“ ist in Deutschland gesunken. Das heißt: Es gibt weniger Todesfälle, die bei effizienter medizinischer Behandlung oder durch präventive Maßnahmen hätten verhindert werden können. Nur: Andere Länder haben auch nicht geschlafen, im europäischen Vergleich ist die Bundesrepublik daher bestenfalls Mittelmaß. Durch das geplante GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz (BStabG) droht sich die Lage zu verschärfen.

Dr. Ronny Baber, Leiter der Biobank an der Universitätsmedizin Leipzig (Leipzig Medical Biobank), erklärt im Interview, weshalb es in Deutschland bald eine „Nationale Biobank“ geben wird.

Geplante Biobank-Plattform: „Damit Forschungsergebnisse schneller beim Patienten ankommen“ 

Noch in diesem Jahr soll in Deutschland eine „Nationale Biobank“ eingeführt werden – entscheidend vorangetrieben wurde dieses Projekt vom German Biobank Network (GBN). Dr. Ronny Baber ist dort Vorstandsmitglied und Leiter der Leipzig Medical Biobank an der Universität Leipzig. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, welchen Nutzen die „Nationale Biobank“ für Forschende und Patient:innen haben wird – und welche Faktoren über den Erfolg dieses Projekts entscheiden könnten.

Die Diagnose mit einer seltenen Erkrankung trifft Menschen mit voller Wucht. In Berlin diskutierten Expert:innen über Wege zu schnelleren Diagnosen und besserer Versorgung. Foto: ©iStock.com/demaerre

Seltene Erkrankungen: Perspektiven für eine bessere Versorgung

Die Diagnose mit einer seltenen Erkrankung trifft Menschen mit voller Wucht. Oft fehlt es an Therapien oder die Versorgungsstrukturen sind mindestens ausbaufähig. Neben dem Management der klinischen Symptome ergeben sich für die betroffenen Familien organisatorische und emotionale Herausforderungen, die das seelische Wohlbefinden, das Arbeitsleben und auch die wirtschaftliche Situation beeinträchtigen können. Beim Tagesspiegel Fachforum Gesundheit diskutierten Expert:innen über Wege zu schnelleren Diagnosen und besserer Versorgung.

ACHSE e.V.

ACHSE e.V. ist eine Selbsthilfeorganisation, die die Interessen von Menschen mit seltenen Erkrankungen und ihren Familien gegenüber Politik, Medizin, Krankenkassen und Öffentlichkeit vertritt. Sie bündelt über 100 Patientenorganisationen aus dem Bereich seltener Erkrankungen und ist ein zentraler Partner im Nationalen Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE).

© Pharma Fakten e.V.
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