Leandra

Das Spargesetz des Bundesgesundheitsministers sieht einen pauschalen 20-prozentigen Abschlag auf Kombinationstherapien vor. Das ist innovationsfeindlich. Foto: ©iStock.com/Natali_Mis

Abschlag auf Kombitherapien: 20 Prozent rückwärtsgewandt

Das Spargesetz des Bundesgesundheitsministers sieht einen pauschalen 20-prozentigen Abschlag auf Kombinationstherapien vor; also auf Arzneimittel, die ihre volle Wirksamkeit in der Verbindung mit einem weiteren oder mehreren Wirkstoffen entfalten. Das ist medizinisch nicht begründbar, regulatorisch bedenklich und innovationsfeindlich.

Die Masernfallzahlen in Deutschland sind seit Beginn der COVID-19-Pandemie erheblich zurückgegangen. Trügt der Schein? Foto: ©iStock.com/Astrid860

Masern: Unterschätzte Gefahr?

Die Zahl der Masernfälle in Deutschland ist seit Beginn der COVID-19-Pandemie erheblich zurückgegangen. Das Robert Koch-Institut fürchtet daher eine sinkende Aufmerksamkeit in der Bevölkerung. Dabei ist das Potenzial für neue Ausbrüche nicht zu unterschätzen: Weltweit sind aktuell mehr Menschen als in den vergangenen Jahren ungeschützt gegen die potenziell tödliche Erkrankung.

Laut einer Studie würden rund 80 Prozent der Bürger:innen in Deutschland ihre Daten der medizinischen Forschung zur Verfügung stellen. Foto: ©iStock.com/metamorworks

Forschung: Bevölkerung möchte Gesundheitsdaten freigeben

„Die Bevölkerung vertraut der medizinischen Forschung und will ihre Daten mit überwältigender Mehrheit freigeben“: So fasst EPatient Analytics, ein Spezialdienstleister für Markt- und Zielgruppenanalysen, eine Studie zusammen, für die 5.000 Menschen befragt wurden. Die Hoffnung: bessere medizinische Forschung – und eine bessere Behandlung sowie individuelle Präventionsangebote. Nun ist die Politik gefragt.

Die Entwicklung von Arzneimitteln gegen die Alzheimer-Erkrankung kommt nur schleppend voran. Deshalb rückt die Prävention in den Fokus der Wissenschaft. Foto: ©istock.com/LightFieldStudios

Alzheimer: Ein Teil des Risikos haben wir in der Hand

Die Entwicklung von Arzneimitteln gegen die Alzheimer-Erkrankung kommt nur schleppend voran. Wie die Unternehmensberatung Global Data erklärt, gab es kürzlich gleich für mehrere Wirkstoffkandidaten ernüchternde Zwischenergebnisse aus klinischen Studien zu vermelden. Auch deshalb rückt die Prävention vermehrt in den Fokus der Wissenschaft: Bis zu 40 Prozent aller Fälle könnten durch aktive Krankheitsvorbeugung verhindert werden.

Onkologie: Eine Forschungsmaschinerie auf Hochtouren

Es ist ein Rekord: Weltweit wurden 2021 30 neuartige Krebswirkstoffe in die Versorgung gebracht. Sie summieren sich auf 104 neu verfügbare Therapien zur Bekämpfung unterschiedlicher Krebsarten in den vergangenen fünf Jahren. Und: Die Forschungspipelines sind gut gefüllt.

Die Entwicklung von Medikamenten gegen seltene Erkrankungen dauert im Schnitt 2,3 Jahre länger als bei häufigeren Leiden. Foto: ©iStock.com/Prostock-Studio

Seltene Erkrankungen: Spitzenforschung gefragt

Die Zeit zwischen der Patenteinreichung bis zur Zulassung bei Medikamenten gegen seltene Erkrankungen ist im Schnitt 2,3 Jahre länger als bei Arzneimitteln gegen häufigere Leiden. Allein schon die Rekrutierungszeit von Patient:innen für klinische Prüfungen ist nachweislich länger. Die Erforschung von Krankheiten, über die wenig bekannt ist, stellt die Wissenschaft vor enorme Herausforderungen.

Die Coronapandemie wirkt sich indirekt auf die Versorgung von Krebspatient:innen aus – wie genau, das erklärt der Onkologe Dr. Burkhard Matthes im Interview. Fotos: ©iStock.com/ffikretow (links), ©iStock.com/wildpixel (rechts)

Wie sich Corona auf die Krebsbehandlung auswirkt

Welchen Einfluss hatte die Corona-Pandemie auf das Verhalten und die Versorgung von Krebspatient:innen? Darüber haben wir mit Dr. Burkhard Matthes gesprochen, der als onkologischer Facharzt im medizinischen Versorgungszentrum Havelhöhe bei Berlin arbeitet. Er ist davon überzeugt: COVID-19 hatte für Menschen mit Krebs viele negative Auswirkungen – aber auch eine positive.

Grippe: Deutschland verfehlt Impfziel

75 Prozent der über 65-Jährigen sollten sich laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gegen Influenza impfen lassen. In Deutschland wird dieses Ziel weit verfehlt. Besserung ist nicht in Sicht: Die Impfquoten gehen sogar zurück. Das zeigen Daten des Beratungsunternehmens IQVIA.

Pharmazeutische Forschung und Entwicklung: In Europa oder anderswo?

Über 41 Milliarden Euro investierte die pharmazeutische Industrie 2021 in die Forschung und Entwicklung in Europa; rund 840.000 Menschen sind bei den Unternehmen beschäftigt. Das schätzt der Pharmaverband EFPIA und betont: Die Branche ist entscheidend für den wissenschaftlichen sowie medizinischen Fortschritt und die Wirtschaft. Doch die Konkurrenz aus den USA und Ländern wie China ist groß.

Seit 2018 kommen immer mehr CAR-T-Zelltherapien in die Versorgung. Der Anfang ist gemacht – das Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft. Foto: ©iStock.com/Motortion

CAR-T-Zelltherapien gegen Krebs: Da geht noch mehr

Im Turbomodus ging es von 0 auf 6 Präparate in nicht mal 5 Jahren: Seit 2018 können die Patient:innen in Europa von immer mehr Vertretern der „CAR-T-Zelltherapie“ profitieren. Mittels gentechnischer Methoden werden die körpereigenen Abwehrzellen der Betroffenen für den Kampf gegen Krebs fitgemacht. Das Potenzial ist enorm – und lange nicht ausgeschöpft.

© Pharma Fakten e.V.
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