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Was ist ein menschliches Lebensjahr wert? Dieser Frage sind Wissenschaftler am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) nachgegangen. Foto: © iStock.com/AndreyPopov

Studien-Analyse: Der Wert eines Lebensjahres

In vielen europäischen Ländern ist es üblich, eine Kosten-Nutzen-Bewertung vorzunehmen, bevor neue Medikamente und Behandlungsmethoden in den Leistungskatalog der Krankenkassen beziehungsweise eines Nationalen Gesundheitssystems (National Health Service) aufgenommen werden. Anders als in Deutschland wird zum Beispiel in England und den Niederlanden eine konkrete Summe angesetzt, die pro statistisch gewonnenem Lebensjahr nicht überschritten werden darf. Aber wie hoch sollte diese Summe eigentlich sein? Wieviel würden die Menschen in verschiedenen Ländern für ein zusätzliches Lebensjahr bezahlen? Der Gesundheitsökonom Prof. Michael Schlander und seine Mitarbeiter sind am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg der Frage nachgegangen, was ein Lebensjahr den Menschen im internationalen Vergleich wert ist – dazu haben sie ökonomische Studien aus der ganzen Welt ausgewertet. Wir haben mit Michael Schlander über die Ergebnisse und die Schlussfolgerungen daraus gesprochen.

Masern: Dramatische Zunahme an Erkrankungsfällen

Über 41.000 Menschen in Europa sind laut Weltgesundheitsorganisation allein im ersten Halbjahr 2018 an Masern erkrankt. Die WHO spricht von einem „Rekordhoch“. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2017 – damals zählten Experten die meisten Fälle seit 2010 – waren es rund 24.000 Infektionen. Auch in Deutschland könnte die Lage besser sein, wie aktuelle Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen.

Im Pharma Fakten-Interview erklärt Dr. Franz Böhme  Leiter Medical Affairs Onkologie/Hämatologie bei Bayer Vital  wie Radioaktivität in der Therapie von Krankheiten zum Einsatz kommt. Foto: © Gorodenkoff Productions - iStock

RNA-Therapien: Früher in den Krankheitsprozess eingreifen

Oft zielen Arzneimittel auf ganz bestimmte Proteine ab, die im jeweiligen Krankheitsprozess eine entscheidende Rolle spielen. Doch Therapeutika, die auf Ribonukleinsäure (RNA) basieren, können bereits auf RNA-Ebene in die fehlerhaften Vorgänge eingreifen – das heißt, noch bevor die Eiweiße überhaupt entstanden sind. Dadurch könnten sie in Zukunft die Behandlung vieler Erkrankungen revolutionieren.

EMA

Die „European Medicines Agency (EMA)“ ist eine europäische Arzneimittelbehörde. Sie ist zuständig für die wissenschaftliche Bewertung, Überwachung und Sicherheitsüberprüfung von Human- und Tierarzneimitteln in der Europäischen Union (EU).

Bei Mukoviszidose konnten in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt werden. Wird eines Tages eine Heilung möglich sein? / Foto: ©iStock.com/spukkato (Siam Pukkato)

Krebs: Mehr systematische Forschungsförderung

Im Kampf gegen den Krebs gibt es große Fortschritte zu vermelden. Einen Grund sich deshalb zurückzulehnen, sieht Professor Dr. Christof von Kalle deshalb nicht. Im Gegenteil: Der Geschäftsführende Direktor des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg stellt sich die Frage, ob angesichts der wissenschaftlichen Möglichkeiten nicht zu wenig getan wird. Er fordert im Pharma Fakten-Interview deshalb eine systematische Forschungsförderung zur Durchführung klinischer Studien.

Europas forschende Pharma-Industrie: Top-Performer im High-Tech-Bereich

Europäer haben heute eine um 30 Jahre längere Lebenserwartung als vor einem Jahrhundert. Daran haben auch Medikamente aus den Pipelines forschender Pharmaunternehmen einen hohen Anteil. Aber die Industrie kann noch mehr: Für den Wirtschaftsstandort Europa ist sie selbst unter den Hochtechnologie-Branchen noch ein „Top-Performer“, wie der europäische Verband der forschenden Unternehmen, EFPIA, feststellt. Aber andere Regionen der Welt holen auf.

Wissen um HIV-Schutz: Es ist Luft nach oben

Eine Online-Befragung hat herausgefunden: Während fast alle der ca. 134.000 Teilnehmer wissen, dass Kondome vor Geschlechtskrankheiten wie HIV schützen können, besteht in anderen Bereichen wie der Präexpositionsprophylaxe (PrEP) noch Aufklärungsbedarf.

Eine Patientenbefragung zeigt: Zu wenige immunsupprimierte Menschen wissen um ihr erhöhtes Infektionsrisiko. Foto: ©iStock.com/Esben_H

Impfstoff-Versorgung: Ein halber Schritt zurück?

Mindestens zwei Impfstoffhersteller sollen bei regionalen Rahmenverträgen künftig zum Zuge kommen. Ein Rückschritt, findet der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI). Und auch in der Unionsfraktion im Bundestag regt sich Unmut. Schließlich waren Rabattverträge für Impfstoffe gerade erst abgeschafft worden. Und das aus gutem Grund.

Festbetrag

Festbetrag“ meint den Höchstbetrag, den die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) für das jeweilige Medikament bezahlt.

© Pharma Fakten e.V.
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