Artikel, Geschichten, Fakten – zu Themen aus Gesundheit und Pharma

Im Interview erklärt ITler Clemens Utschig-Utschig  Boehringer Ingelheim  wie Quantencomputer die Entwicklung von Arzneimitteln besser machen könnten. Foto: © iStock.com/metamorworks

Was hat der Patient von Big Data?

In Deutschland herrscht Nachholbedarf: Bei der Nutzung von Gesundheitsdaten sind andere Länder schon weiter. Dabei liegt hier ein Schatz vergraben: Die wissenschaftliche Auswertung großer Datenmengen kann die Gesundheitsversorgung deutlich verbessern. Und Pharmaunternehmen wollen sie nutzen, um gezielter Medikamente zu entwickeln.

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"Superbugs": Über 30.000 Tote durch gegen Antibiotika resistente Keime in Europa. Foto: CC0 (Stencil)

Die Macht des Wissens

54,3 Prozent der Deutschen verfügen laut einer repräsentativen Befragung über eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz. Das bedeutet: Sie haben erhebliche Schwierigkeiten, mit gesundheitsrelevanten Informationen z.B. zu Therapien oder Krankheiten umzugehen. Das hat gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit der Betroffenen – und auf die Gesellschaft als Ganzes. Ein „Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz“ soll Abhilfe schaffen.

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Nur jedes zehnte klinische Projekt  das in Phase I der klinischen Entwicklung gestartet wird  bekommt den Segen der Zulassungsbehörde.

Der lange Weg zum neuen Medikament

Neue Medikamente zu entwickeln ist ein langwieriger Prozess, heißt es. Aber stimmt das überhaupt? In den USA hat man genau nachgerechnet. Bestimmt wurde das „Likelihood of Approval“ (LOA), also die Wahrscheinlichkeit auf Zulassung eines Wirkstoffes: Nur jedes zehnte klinische Projekt, das in Phase I der klinischen Entwicklung gestartet wird, bekommt den Segen der Zulassungsbehörde.

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Europäischer Depressionstag (1.10.): 50 Millionen Menschen in Europa leiden mindestens einmal in ihrem Leben unter einer Depression. Foto: CC0 (Stencil)

Hunderttausende in Deutschland nicht adäquat behandelt

Weltweit sind etwa 125 Millionen Menschen von Psoriasis, auch bekannt als Schuppenflechte, betroffen. Hierzulande sind es etwa zwei Millionen. In den vergangenen Jahren hat sich in der Behandlung einiges getan: Patienten mit einer mittelschweren bis schweren Form können heutzutage weitgehend beschwerdefrei werden. Doch oftmals haben die Erkrankten eine lange Odyssee hinter sich. Und: Viele Betroffenen leiden unnötig – unter anderem, weil sie nicht adäquat behandelt werden.

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Das COMPACT-Forschungsprojekt hatte ein Ziel: Hürden bei der Entwicklung von Biopharmazeutika abbauen. Wurde das Ziel erreicht? Foto: CC0 (Stencil)

Eine Frage der Ausdauer

Bei der Suche nach neuen Medikamenten ging es lange Zeit nur um die Frage, wie gut ein Wirkstoff auf sein Zielprotein einwirkt – nicht aber darum, wie lange dieser Wirkstoff sich an sein Ziel bindet. Das europäische Forschungsprojekt „K4DD“ untersuchte nun erstmals in großem Maßstab das Phänomen der „Bindungskinetik“ – die Ergebnisse könnten dabei helfen schon früh zu erkennen, wie lange ein neuer Wirkstoff seine Heilkraft entfalten kann.

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In einer fünfjährigen Partnerschaft wollen sich Experten aus Human- und Tiermedizin gemeinsam dem Kampf gegen Zoonosen stellen. Foto: CC0 (Stencil)

Zahl der Risikogebiete steigt

Die Erreger der durch Zecken übertragbaren Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sind auf dem Vormarsch: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat in seinem Epidemiologischen Bulletin 17/2018 nun zehn neue Stadt- oder Landkreise als „FSME-Risikogebiete“ festgelegt. Viele Erkrankungen könnten laut RKI durch höhere Impfquoten vermieden werden.

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Nutzen forschende Pharmaunternehmen eine EU-Verordnung aus  um das große Geld zu machen? Ein Faktencheck. Foto: ©iStock.com/Alexander Raths

Eine „Kostenlawine“ wird es nicht geben

„Bleiben Onkologika bezahlbar?“ Dieser Frage hat sich das Institut für Gesundheitsökonomik (IfG) mit Unterstützung des Pharmaunternehmens Bristol-Myers Squibb in einer Bestandsaufnahme gewidmet. Das Fazit: „Die Ausgaben für Onkologika werden unter anderem aufgrund des demografischen Wandels und weiterer Innovationen in der Arzneimitteltherapie zunehmen. Wer aber von einer ‚Kostenexplosion‘ oder einer ‚Kostenlawine‘ spricht […], malt ein Katastrophenszenario, das bei genauer Betrachtung der Fakten überzeichnet ist“.

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Migräne: Antikörper  die zur Prophylaxe entwickelt werden  könnten die Situation schwer betroffener Patienten deutlich verbessern. Der erste steht kurz vor der Zulassung.

Die unverstandene Krankheit

Wenn es um die großen gesundheitlichen Herausforderungen geht, dreht sich das Themenkarussell in der Regel um Krankheiten wie Krebs, Alzheimer oder HIV. Manche der „großen“ Erkrankungen geraten dabei unter die Räder der öffentlichen Wahrnehmung. Das dürfte auch für die Migräne gelten. Dabei zählt sie laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den zehn häufigsten Ursachen, aufgrund derer Männer und Frauen jahrelang mit Einschränkungen leben. Doch für Betroffene, für die wegen der Schwere der Erkrankung eine Migräne-Prophylaxe angezeigt ist und denen mit aktuell verfügbaren Medikamenten nicht geholfen werden kann, gibt es jetzt Hoffnung: Es sind Antikörper, die zur Vermeidung von Migräne entwickelt werden. Der erste steht kurz vor der Zulassung.

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Wenn die Schilddrüse nicht gut funktioniert  hat das erhebliche Folgen für den menschlichen Körper.

Betroffen: Jeder dritte Erwachsene

Sie ist nur ein kleines Organ. Jeder ihrer Lappen hat die Ausmaße einer größeren Olive. Aber wenn sie nicht gut funktioniert, hat das erhebliche Folgen für den menschlichen Körper. Und genau das ist das Problem: Jeder Dritte in Deutschland leidet nach einer Erhebung an einer Erkrankung der Schilddrüse. Darauf will die „Schilddrüsenwoche Papillon“ (23. – 27.4.2018) aufmerksam machen. Denn wenn Veränderungen oder Funktionsstörungen der Schilddrüse früh erkannt und behandelt werden, können sich Komplikationen bis hin zu Operation eher vermeiden lassen.

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In einer Publikation hat ein deutsches Wissenschaftler-Team dargelegt  wie sich Impfverhalten psychologisch erklären  messen und verändern lässt. ©iStock.com/Rallef

Ein Manifest als Lebensretter

Jedes Jahr sterben weltweit bis zu 650.000 Menschen an den Folgen einer Grippe-Erkrankung, in Europa sind es schätzungsweise 44.000 Menschen. Diese Zahl könnte deutlich geringer ausfallen, wenn genügend Menschen gegen Influenza geimpft wären. Stattdessen gehen die Impfquoten in den meisten europäischen Ländern seit Jahren zurück. Doch das soll sich bald ändern.

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Im Interview erklärt ITler Clemens Utschig-Utschig  Boehringer Ingelheim  wie Quantencomputer die Entwicklung von Arzneimitteln besser machen könnten. Foto: © iStock.com/metamorworks

Was hat der Patient von Big Data?

In Deutschland herrscht Nachholbedarf: Bei der Nutzung von Gesundheitsdaten sind andere Länder schon weiter. Dabei liegt hier ein Schatz vergraben: Die wissenschaftliche Auswertung großer Datenmengen kann die Gesundheitsversorgung deutlich verbessern. Und Pharmaunternehmen wollen sie nutzen, um gezielter Medikamente zu entwickeln.

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"Superbugs": Über 30.000 Tote durch gegen Antibiotika resistente Keime in Europa. Foto: CC0 (Stencil)

Die Macht des Wissens

54,3 Prozent der Deutschen verfügen laut einer repräsentativen Befragung über eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz. Das bedeutet: Sie haben erhebliche Schwierigkeiten, mit gesundheitsrelevanten Informationen z.B. zu Therapien oder Krankheiten umzugehen. Das hat gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit der Betroffenen – und auf die Gesellschaft als Ganzes. Ein „Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz“ soll Abhilfe schaffen.

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Nur jedes zehnte klinische Projekt  das in Phase I der klinischen Entwicklung gestartet wird  bekommt den Segen der Zulassungsbehörde.

Der lange Weg zum neuen Medikament

Neue Medikamente zu entwickeln ist ein langwieriger Prozess, heißt es. Aber stimmt das überhaupt? In den USA hat man genau nachgerechnet. Bestimmt wurde das „Likelihood of Approval“ (LOA), also die Wahrscheinlichkeit auf Zulassung eines Wirkstoffes: Nur jedes zehnte klinische Projekt, das in Phase I der klinischen Entwicklung gestartet wird, bekommt den Segen der Zulassungsbehörde.

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Europäischer Depressionstag (1.10.): 50 Millionen Menschen in Europa leiden mindestens einmal in ihrem Leben unter einer Depression. Foto: CC0 (Stencil)

Hunderttausende in Deutschland nicht adäquat behandelt

Weltweit sind etwa 125 Millionen Menschen von Psoriasis, auch bekannt als Schuppenflechte, betroffen. Hierzulande sind es etwa zwei Millionen. In den vergangenen Jahren hat sich in der Behandlung einiges getan: Patienten mit einer mittelschweren bis schweren Form können heutzutage weitgehend beschwerdefrei werden. Doch oftmals haben die Erkrankten eine lange Odyssee hinter sich. Und: Viele Betroffenen leiden unnötig – unter anderem, weil sie nicht adäquat behandelt werden.

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Das COMPACT-Forschungsprojekt hatte ein Ziel: Hürden bei der Entwicklung von Biopharmazeutika abbauen. Wurde das Ziel erreicht? Foto: CC0 (Stencil)

Eine Frage der Ausdauer

Bei der Suche nach neuen Medikamenten ging es lange Zeit nur um die Frage, wie gut ein Wirkstoff auf sein Zielprotein einwirkt – nicht aber darum, wie lange dieser Wirkstoff sich an sein Ziel bindet. Das europäische Forschungsprojekt „K4DD“ untersuchte nun erstmals in großem Maßstab das Phänomen der „Bindungskinetik“ – die Ergebnisse könnten dabei helfen schon früh zu erkennen, wie lange ein neuer Wirkstoff seine Heilkraft entfalten kann.

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In einer fünfjährigen Partnerschaft wollen sich Experten aus Human- und Tiermedizin gemeinsam dem Kampf gegen Zoonosen stellen. Foto: CC0 (Stencil)

Zahl der Risikogebiete steigt

Die Erreger der durch Zecken übertragbaren Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sind auf dem Vormarsch: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat in seinem Epidemiologischen Bulletin 17/2018 nun zehn neue Stadt- oder Landkreise als „FSME-Risikogebiete“ festgelegt. Viele Erkrankungen könnten laut RKI durch höhere Impfquoten vermieden werden.

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Nutzen forschende Pharmaunternehmen eine EU-Verordnung aus  um das große Geld zu machen? Ein Faktencheck. Foto: ©iStock.com/Alexander Raths

Eine „Kostenlawine“ wird es nicht geben

„Bleiben Onkologika bezahlbar?“ Dieser Frage hat sich das Institut für Gesundheitsökonomik (IfG) mit Unterstützung des Pharmaunternehmens Bristol-Myers Squibb in einer Bestandsaufnahme gewidmet. Das Fazit: „Die Ausgaben für Onkologika werden unter anderem aufgrund des demografischen Wandels und weiterer Innovationen in der Arzneimitteltherapie zunehmen. Wer aber von einer ‚Kostenexplosion‘ oder einer ‚Kostenlawine‘ spricht […], malt ein Katastrophenszenario, das bei genauer Betrachtung der Fakten überzeichnet ist“.

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Migräne: Antikörper  die zur Prophylaxe entwickelt werden  könnten die Situation schwer betroffener Patienten deutlich verbessern. Der erste steht kurz vor der Zulassung.

Die unverstandene Krankheit

Wenn es um die großen gesundheitlichen Herausforderungen geht, dreht sich das Themenkarussell in der Regel um Krankheiten wie Krebs, Alzheimer oder HIV. Manche der „großen“ Erkrankungen geraten dabei unter die Räder der öffentlichen Wahrnehmung. Das dürfte auch für die Migräne gelten. Dabei zählt sie laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den zehn häufigsten Ursachen, aufgrund derer Männer und Frauen jahrelang mit Einschränkungen leben. Doch für Betroffene, für die wegen der Schwere der Erkrankung eine Migräne-Prophylaxe angezeigt ist und denen mit aktuell verfügbaren Medikamenten nicht geholfen werden kann, gibt es jetzt Hoffnung: Es sind Antikörper, die zur Vermeidung von Migräne entwickelt werden. Der erste steht kurz vor der Zulassung.

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Wenn die Schilddrüse nicht gut funktioniert  hat das erhebliche Folgen für den menschlichen Körper.

Betroffen: Jeder dritte Erwachsene

Sie ist nur ein kleines Organ. Jeder ihrer Lappen hat die Ausmaße einer größeren Olive. Aber wenn sie nicht gut funktioniert, hat das erhebliche Folgen für den menschlichen Körper. Und genau das ist das Problem: Jeder Dritte in Deutschland leidet nach einer Erhebung an einer Erkrankung der Schilddrüse. Darauf will die „Schilddrüsenwoche Papillon“ (23. – 27.4.2018) aufmerksam machen. Denn wenn Veränderungen oder Funktionsstörungen der Schilddrüse früh erkannt und behandelt werden, können sich Komplikationen bis hin zu Operation eher vermeiden lassen.

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In einer Publikation hat ein deutsches Wissenschaftler-Team dargelegt  wie sich Impfverhalten psychologisch erklären  messen und verändern lässt. ©iStock.com/Rallef

Ein Manifest als Lebensretter

Jedes Jahr sterben weltweit bis zu 650.000 Menschen an den Folgen einer Grippe-Erkrankung, in Europa sind es schätzungsweise 44.000 Menschen. Diese Zahl könnte deutlich geringer ausfallen, wenn genügend Menschen gegen Influenza geimpft wären. Stattdessen gehen die Impfquoten in den meisten europäischen Ländern seit Jahren zurück. Doch das soll sich bald ändern.

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Kommentar

GKV-Spargesetz: Das Narrativ stimmt nicht

Die Bundesregierung betont, dass sie mit dem vorgelegten Entwurf zum Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) „allen Beteiligten – von der Pharmaindustrie über die Ärztinnen und Ärzte bis hin zu den Krankenhäusern – etwas abverlangt, um dieses System zukunftsfähig zu machen.“ Das aber ist nicht nur der falsche Weg – es stimmt auch einfach nicht. Ein Kommentar von Florian Martius.

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