Prof. Dr. Oliver Schöffski zweifelt an den IQWiG-Methoden. Foto: privat

Gesundheitsökonom zweiftelt an IQWiG-Methoden

Die Preisfindung für neue Arzneimittel nach dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) ist immer wieder ein Streitpunkt. Im Fokus steht dabei meist die obligatorische frühe Nutzenbewertung, die den Ausgangspunkt für die Rabattverhandlungen zwischen GKV-Spitzenverband (GKV-SV) und den Arzneimittelherstellern darstellt. Ökonomen halten aber auch die Methoden der optionalen Kosten-Nutzen-Bewertung durch das IQWiG für fragwürdig.

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AMNOG – Erfolgsgeschichte oder Fehlschlag?

Wie sich das AMNOG auf Patienten und die Therapiemöglichkeiten auswirkt, darüber gehen die Meinungen zwischen Pharmaunternehmen und der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gänzlich auseinander. Aktuell ist es das politische Streitthema schlechthin. Beide Seiten wollen die Öffentlichkeit von ihrer Deutung des Gesetzes mit Gutachten überzeugen.

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Arzneimittel schnell auf dem Markt – aber nicht schnell beim Patienten

Medikamente in Deutschland gelangen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern schneller auf den Arzneimittelmarkt. Gesundheitsökonom Prof. Dr. Reinhard Busse von der TU Berlin erklärte dies am Montag anhand einer Studie, die er im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes erstellt hatte. Über den Zugang für Patienten zu innovativen Medikamenten sagt dies jedoch nichts aus. Außerdem erscheinen die Zahlen nicht mehr zeitgemäß. Busse bezog sich zumeist auf die Zeit vor Einführung des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG).

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Politiker stellen AMNOG-Änderungen in Aussicht

Die Diskussion um eine Reform des AMNOG hat beim Hauptstadtkongress in Berlin neue Nahrung erhalten. Wie die Industrie wollen grundsätzlich auch die Bundespolitiker an dem Gesetz festhalten. Doch für das häufig als „lernendes System“ bezeichnete Verfahren dürfte eine Reform anstehen.

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AMNOG verfehlt wesentliche Ziele

Das AMNOG hat sein Ziel verfehlt. Das ist die Kernaussage eines Gutachtens, das Prof. Dr. Dieter Cassel (Universität Duisburg Essen) und Prof. Dr. Volker Ulrich (Universität Bayreuth) im Auftrag des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) erstellt haben. Immerhin: Es bleibt Hoffnung. Im Kern sei das AMNOG nutzbar, es seien jedoch Änderungen notwendig.

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Kassen verkraften höhere Kosten

Das Gesundheitssystem verkraftet innovative Therapien. Sie müssen allerdings bei den Patienten ankommen. Um diese beiden Punkte und um die Frage, ob das AMNOG zu retten ist, kreisten heute zwei Pressekonferenzen der führenden Pharmaverbände Verband Forschender Pharmaunternehmen (vfa) und Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI).

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Ärzte wollen AMNOG-Verfahren ändern

Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), plädiert neben der frühen auch für eine späte Nutzenbewertung neuer onkologischer Arzneimittel. Er begründet dies mit den bei Zulassung häufig noch unzureichenden Erkenntnissen zum patientenrelevanten Nutzen dieser Arzneimittel und der Notwendigkeit, die Sicherheit dieser Arzneimittel auch nach Zulassung gründlich zu untersuchen. Im Interview mit Pharma Fakten erklärt er, was aus Sicht der AkdÄ bei der Weiterentwicklung des AMNOG wünschenswert wäre.

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Onkologen fürchten Innovationsblockade

Das AMNOG-Verfahren muss vier Jahre nach seiner Einführung deutlich nachgebessert werden – fordert die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) heute in Berlin. Deren Ärzte begrüßten in einer Bilanz das Gesetz grundsätzlich, kritisierten jedoch methodische Fehler. Sie fordern Änderungen bei der Festlegung der zweckmäßigen Vergleichstherapie und bei der Bewertung von patientenrelevanten Endpunkten.

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Prof. Dr. Oliver Schöffski zweifelt an den IQWiG-Methoden. Foto: privat

Gesundheitsökonom zweiftelt an IQWiG-Methoden

Die Preisfindung für neue Arzneimittel nach dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) ist immer wieder ein Streitpunkt. Im Fokus steht dabei meist die obligatorische frühe Nutzenbewertung, die den Ausgangspunkt für die Rabattverhandlungen zwischen GKV-Spitzenverband (GKV-SV) und den Arzneimittelherstellern darstellt. Ökonomen halten aber auch die Methoden der optionalen Kosten-Nutzen-Bewertung durch das IQWiG für fragwürdig.

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AMNOG – Erfolgsgeschichte oder Fehlschlag?

Wie sich das AMNOG auf Patienten und die Therapiemöglichkeiten auswirkt, darüber gehen die Meinungen zwischen Pharmaunternehmen und der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gänzlich auseinander. Aktuell ist es das politische Streitthema schlechthin. Beide Seiten wollen die Öffentlichkeit von ihrer Deutung des Gesetzes mit Gutachten überzeugen.

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Arzneimittel schnell auf dem Markt – aber nicht schnell beim Patienten

Medikamente in Deutschland gelangen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern schneller auf den Arzneimittelmarkt. Gesundheitsökonom Prof. Dr. Reinhard Busse von der TU Berlin erklärte dies am Montag anhand einer Studie, die er im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes erstellt hatte. Über den Zugang für Patienten zu innovativen Medikamenten sagt dies jedoch nichts aus. Außerdem erscheinen die Zahlen nicht mehr zeitgemäß. Busse bezog sich zumeist auf die Zeit vor Einführung des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG).

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Politiker stellen AMNOG-Änderungen in Aussicht

Die Diskussion um eine Reform des AMNOG hat beim Hauptstadtkongress in Berlin neue Nahrung erhalten. Wie die Industrie wollen grundsätzlich auch die Bundespolitiker an dem Gesetz festhalten. Doch für das häufig als „lernendes System“ bezeichnete Verfahren dürfte eine Reform anstehen.

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AMNOG verfehlt wesentliche Ziele

Das AMNOG hat sein Ziel verfehlt. Das ist die Kernaussage eines Gutachtens, das Prof. Dr. Dieter Cassel (Universität Duisburg Essen) und Prof. Dr. Volker Ulrich (Universität Bayreuth) im Auftrag des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) erstellt haben. Immerhin: Es bleibt Hoffnung. Im Kern sei das AMNOG nutzbar, es seien jedoch Änderungen notwendig.

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Kassen verkraften höhere Kosten

Das Gesundheitssystem verkraftet innovative Therapien. Sie müssen allerdings bei den Patienten ankommen. Um diese beiden Punkte und um die Frage, ob das AMNOG zu retten ist, kreisten heute zwei Pressekonferenzen der führenden Pharmaverbände Verband Forschender Pharmaunternehmen (vfa) und Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI).

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Ärzte wollen AMNOG-Verfahren ändern

Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), plädiert neben der frühen auch für eine späte Nutzenbewertung neuer onkologischer Arzneimittel. Er begründet dies mit den bei Zulassung häufig noch unzureichenden Erkenntnissen zum patientenrelevanten Nutzen dieser Arzneimittel und der Notwendigkeit, die Sicherheit dieser Arzneimittel auch nach Zulassung gründlich zu untersuchen. Im Interview mit Pharma Fakten erklärt er, was aus Sicht der AkdÄ bei der Weiterentwicklung des AMNOG wünschenswert wäre.

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Onkologen fürchten Innovationsblockade

Das AMNOG-Verfahren muss vier Jahre nach seiner Einführung deutlich nachgebessert werden – fordert die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) heute in Berlin. Deren Ärzte begrüßten in einer Bilanz das Gesetz grundsätzlich, kritisierten jedoch methodische Fehler. Sie fordern Änderungen bei der Festlegung der zweckmäßigen Vergleichstherapie und bei der Bewertung von patientenrelevanten Endpunkten.

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Kommentar

Was, wenn Gesundheit die eigentliche Konjunktur-Bazooka wäre?

Wenn die forschende Pharmaindustrie Maßnahmen aus dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ablehnt und stattdessen strukturelle Reformen im Gesundheitswesen fordert, liegt ein Verdacht schnell nahe: Hier verteidigt eine profitable Branche ihre wirtschaftlichen Interessen. Das aber verstellt den Blick darauf, welchen gesamtgesellschaftlichen Beitrag die Branche leistet und welche Impulse sie für Gesundheit, Innovation, Produktivität und Wertschöpfung setzt. Impulse, auf die unser Land nicht verzichten kann. Ein Kommentar von Florian Martius.

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