HIV-Therapie, weitergedacht
Im Jahr 2030 werden zwei von drei HIV-Patienten in Deutschland älter als 50 Jahre alt sein. Viele von ihnen werden Begleiterkrankungen haben. Für die Entwicklung von HIV-Medikamenten ist das eine große Herausforderung.
Im Jahr 2030 werden zwei von drei HIV-Patienten in Deutschland älter als 50 Jahre alt sein. Viele von ihnen werden Begleiterkrankungen haben. Für die Entwicklung von HIV-Medikamenten ist das eine große Herausforderung.
Für Asthma und COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) gibt es bislang keine Heilung. Eine bestmögliche, kontinuierliche Behandlung sollte daher im Fokus der Versorgung stehen. Doch daran hapert es. Für Patienten bedeutet das sinnloses Leiden – und für das Gesundheitssystem unnötige Kosten.
Wenn es um die Preise von Arzneimitteln geht, steht die Pharmaindustrie unter Dauerbeschuss. Ein Interview über die Zusammenhänge von Forschungskosten, Arzneimittelpreisen und dem Nutzen von Medikamenten.
Der Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen gehört zu einer der größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Denn: Antibiotika sind in der modernen Medizin unersetzlich. Daher müssen neue Präparate her. Doch die Marktbedingungen für deren Entwicklung sind ungünstig.
Prof. Christine von Arnim ist Neurologin und Expertin für Demenzerkrankungen. An der Uniklinik Ulm führt sie klinische Studien für Wirkstoff-Kandidaten gegen die Alzheimer-Erkrankung durch. Sie sagt: „Wir müssen optimistisch bleiben.“
Gesundheit hat kein Preisschild, ein Arzneimittel aber sehr wohl – denn pharmazeutische Unternehmen müssen große Summen in die Entwicklung neuer Wirkstoffe investieren. Ohne Gewinne geht das nicht. Gleichzeitig arbeiten die Firmen für das Wohlergehen der Menschen, also ein gesellschaftliches Ziel. Profit machen und Patienten helfen – wie geht das zusammen?
Der Nutzen für Patienten – das sollte der Maßstab für den Fortschritt bei Arzneimitteln sein. Die beharrliche schrittweise Weiterentwicklung und Verbesserung bestehender Medikamente spielt dabei eine wichtige Rolle. Sie bringt neue Möglichkeiten für Ärzte und Patienten – durch weniger Nebenwirkungen, eine geringere Dosis, einfachere Anwendung und mehr Therapieoptionen.
Der Anteil der Generika an den verordneten Tagesdosen im Fertigarzneimittelmarkt wächst. Das hat die von der Pharmainitiative Bayern in Auftrag gegebene Studie „Die Entwicklung der Pharmazeutischen Industrie in Bayern – Standortanalyse 2015“ des BASYS-Instituts herausgefunden. Für die pharmazeutische Industrie bedeutet das eine große Herausforderung. Denn die Forschung und Entwicklung neuer Wirkstoffe muss aus einem immer kleiner werdenden Segment finanziert werden.
Innovative Medikamente haben die Behandlung des Multiplen Myeloms in den letzten Jahren revolutioniert. Doch trotz des immensen Fortschritts weiß Dr. Michael Zaiac, Mediziner beim Pharmaunternehmen Celgene Europa: Es ist noch viel zu tun. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass die Erkrankung eines Tages heilbar sein wird“, zeigt er sich optimistisch.
Neben den klassischen Dreifach-Grippeimpfstoffen gibt es auch Vierfach-Impfstoffe. Ihnen wird ein breiterer Schutz gegen die zirkulierenden Viren zugesprochen. In Ländern wie Australien werden deshalb nur noch diese eingesetzt. Deutschland hingegen folgt lieber dem Prinzip „billig statt besser“. Geht es nach den Krankenkassen, sollen neue Vierfach-Impfstoffe gegen die Grippe möglichst nicht verordnet werden. Doch das geht zu Lasten des Infektionsschutzes. Dabei sind die Impfquoten in Deutschland sowieso schon schlecht.