Das Wichtigste in Kürze
- 2022 war Lungenkrebs mit rund 1,82 Mio. Todesfällen weltweit die tödlichste Krebsart, gefolgt von Darm- und Leberkrebs.
- Besonders schlechte Prognosen zeigen u. a. Bauchspeicheldrüsenkrebs (5-Jahres-Überleben ca. 9–10 %) und Leberkrebs (ca. 14–15 %).
- Viele dieser Krebsarten werden erst spät erkannt, da frühe Symptome fehlen (z. B. Lungen-, Leber-, Bauchspeicheldrüsenkrebs).
- Risikofaktoren sind häufig Rauchen, Alkohol, Übergewicht, Infektionen (z. B. HPV) und höheres Alter.
- Trotz teils hoher Sterblichkeit verbessern Früherkennung und neue Therapien zunehmend die Prognose vieler Krebsarten.
Die 10 „tödlichsten“ Krebsarten
Zahl der Krebstodesfälle weltweit nach Krebsart im Jahr 2022:
Quelle: https://gco.iarc.who.int
Zu den ebenfalls tödlichsten und damit schlimmsten Krebsarten zählen laut statista außerdem Bauchspeicheldrüsenkrebs, Speiseröhrenkrebs, Prostatakrebs sowie Gebärmutterhalskrebs und Leukämie.
Besonders aggressive Krebsarten
1. Lungenkrebs
2020 erkrankten in Europa 31,4 Frauen und 51,8 Männer pro 100.000 Einwohner:innen an Lungenkrebs. 23 Prozent der betroffenen Frauen überlebten die ersten fünf Jahre, bei Männern waren es rund 17 Prozent.21
Ein Lungentumor wird häufig erst spät entdeckt, eine Operation ist aber nur bei sehr kleinen und örtlich begrenzten Tumoren eine Option. Rauchen und eine hohe Belastung durch Feinstaub oder Abgase zählen zu den größten Risikofaktoren.3,9
2. Darmkrebs
Darmtumore treten am häufigsten im Dickdarm auf, wobei das Risiko mit dem Alter ansteigt. Die Ernährung kann das Erkrankungsrisiko beeinflussen, ebenso wie Tabakkonsum, Übergewicht und Alkohol.3
Die Erkrankungsrate für Darmkrebs betrug im Jahr 2020 29,6 bei Frauen und 46,2 bei Männern pro 100.000 Personen. 54 Prozent beziehungsweise 52 Prozent überleben die ersten fünf Jahre nach Diagnosestellung.21
3. Leberkrebs
Leberkrebs geht erst in einem fortgeschrittenen Stadium mit Symptomen einher, was eine frühe Diagnose erschwert. Das Risiko für eine Erkrankung steigt durch eine vorhergehende Leberzirrhose. Alkohol ist daher ein wichtiger Risikofaktor und bei Männern für 35 Prozent, bei Frauen für 15 Prozent der Leberkrebserkrankungen verantwortlich.3
Zwar ist Leberkrebs relativ selten, die Prognose ist jedoch schlecht, was vor allem anhand der Fünf-Jahres-Überlebensrate deutlich wird: Sie liegt bei 15 Prozent (Frauen) beziehungsweise 14 Prozent (Männer).21
4. Brustkrebs
Brustkrebs ist die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Bei rechtzeitiger Diagnose sind die Heilungsaussichten jedoch gut: 79 Prozent der Betroffenen überleben die ersten fünf Jahre, dennoch lag die Sterberate im Jahr 2020 bei 21,8 Personen pro 100.000 Einwohner.21,16
5. Magenkrebs
Magentumore werden in 40 Prozent der Fälle erst dann entdeckt, wenn sie bereits Metastasen gebildet haben. Risikofaktoren sind: höheres Alter, Nikotin, Alkohol sowie eine Infektion des Magens mit dem Bakterium Helicobacter pylori.
Von 100.000 Personen in Europa erkrankten 2020 6,7 Frauen und 13,8 Männer. Lediglich rund ein Drittel überlebt die ersten fünf Jahre nach der Diagnose.21
6. Bauchspeicheldrüsenkrebs
Bösartige Zellveränderungen im Pankreas verursachen über lange Zeiträume keinerlei Symptome, weshalb auch dieser Krebs häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird. Risikofaktoren für Bauchspeicheldrüsenkrebs sind Rauchen (auch Passivrauchen), starkes Übergewicht und Diabetes Typ 2.3
Die Erkrankungsrate für ein Pankreaskarzinom lag in Europa im Jahr 2020 bei 11,4 (Frauen) beziehungsweise 15,1 (Männer) pro 100.000 Einwohner:innen. Die ersten fünf Jahre nach der Diagnose überlebten nur zehn Prozent (Frauen) bzw. 9 Prozent (Männer) der Erkrankten, was die niedrigste Überlebensrate unter allen Krebserkrankungen ist.21,5
7. Speiseröhrenkrebs
Der größte Risikofaktor für Speiseröhrenkrebs ist Rauchen (vor allem in Kombination mit Alkohol). Männer haben ein höheres Risiko zu erkranken: Laut Krebsdatenbank liegt die Erkrankungsrate für Männer bei 9, für Frauen bei 2,2 je 100.000 Personen. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate beträgt 21 Prozent bei Frauen und 22 Prozent bei Männern.21,10
8. Prostatakrebs
Prostatakrebs stand im Jahr 2022 auf Platz 8 der tödlichsten Krebsarten. Dabei ist die altersstandardisierte Erkrankungsrate seit 2011 leicht rückläufig.19 Die Ursachen für die Entstehung eines Prostatakarzinoms sind weitestgehend unbekannt, jedoch gilt das Alter als wesentlicher Risikofaktor. Prostatakrebs tritt meistens nach dem 50. Lebensjahr auf.
2020 erkranken je 100.000 Personen 97,4 Männer an Prostatakrebs. Die 5-Jahres-Überlebensrate für Prostatakrebs liegt bei 75 Prozent21, was insgesamt also gute Überlebenschancen verspricht.
9. Gebärmutterhalskrebs
Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs sind sexuell übertragbare humane Papillomviren (HPV). Heilt eine asymptomatische HPV-Infektion nicht wieder ab, kann sich ein Zervixkarzinom entwickeln. Auch Rauchen oder andere sexuell übertragbare Erreger können Ursache für Gebärmutterhalskrebs sein.
Die Erkrankungsrate liegt bei 9,5 je 100.000 Personen. Im Jahr 2020 entsprach das 4.640 Neuerkrankungen in Deutschland20. Die ersten fünf Jahre überleben dabei 62%. Die Sterberate liegt bei Gebärmutterhalskrebs bei 2,5 Prozent.21
10. Blutkrebs/Leukämie
Bei Blutkrebs kommt es zur Verdrängung von gesunden Blutzellen. Die Symptome sind im Anfangsstadium sehr unspezifisch, was eine frühzeitige Diagnose erschwert. Dazu kommt, dass die Rückfallgefahr bei Leukämie sehr hoch ist.3
Im Jahr 2020 erkrankten von 100.000 Einwohner:innen in Europa acht Frauen und 12,9 Männer an Blutkrebs. Die Sterberate war mit 6,4 bei Männern deutlich höher als bei Frauen (3,5). 49 Prozent der Frauen und 51 Prozent der Männer überlebten im Schnitt die ersten fünf Jahre nach der Diagnose.21,12
Krebsarten mit hohem Risiko, aber geringerer Prävalenz
Hirntumor
Auch Hirntumore gehören zu den tödlichsten Krebsarten, obwohl sie lediglich zwei Prozent aller Krebserkrankungen ausmachen.3 Therapeutische Kopfbestrahlungen im Kindes- und Jugendalter scheinen eine Rolle zu spielen, ebenso wie genetische Faktoren.3
Die Erkrankungsrate für einen Hirntumor lag 2020 bei 5,5 (Frauen) beziehungsweise bei 7,5 (Männer) pro 100.000. Etwa 21 Prozent der erkrankten Frauen lebten fünf Jahre nach der Diagnose noch, bei Männern waren es 20 Prozent.21,7
Lymphome
Auslöser für die Bildung von Lymphomen sind häufig radioaktive Strahlen oder eine Immunschwäche (angeboren oder erworben). Auch Umweltgifte und bestimmte Viren und Bakterien (Epstein-Barr-Virus, Heliobacter pylori) scheinen eine Rolle zu spielen.
Die Erkrankungsrate bei Non-Hodgkin-Lymphomen ist bei Männern etwas höher als bei Frauen (15,9 gegenüber 11 Personen pro 100.000). Mit einer Fünf-Jahres-Überlebensrate von knapp über 60 Prozent ist die Prognose jedoch besser als bei anderen Krebserkrankungen.21,14
Aktuelle News zum Thema Krebs

Krebs zurückgedrängt: „Ich bin hier, weil es die CAR-T-Zelltherapie gibt.“
CAR-T-Zelltherapien können das Leben von Menschen mit hochaggressiven Blutkrebserkrankungen auf den Kopf stellen, zunehmend sogar Hoffnung auf Heilung geben. So wie bei Jan Leidecker, der seine bewegende Geschichte auf dem „CAR-T Congress 2026“ des LAWG Deutschland e.V. in Berlin erzählte. Dort kamen Patient:innen und Fachleute aus Medizin, Wissenschaft, Industrie und Kostenträgern zusammen, um über das Potenzial dieser besonderen Behandlungsform zu sprechen. Alle waren sich einig: Im deutschen Gesundheitssystem muss sich einiges ändern, damit die Versorgung besser wird – und die Bundesrepublik beim medizinischen Fortschritt mithält.

Weniger Klinikbesuche, mehr Sicherheit: Digitale Lösungen für Brustkrebspatientinnen
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Intelligentes Trio: Antikörper-Wirkstoff-Konjugate gegen Krebs
Wer heute über die wichtigsten Innovationsmotoren in der Onkologie nachdenkt, kommt an ihnen nicht vorbei: Antikörper-Wirkstoff-Konjugate; kurz: ADCs. Sie verändern spürbar, wie Krebs behandelt wird, denn sie verbinden die Zielgenauigkeit von Antikörpern mit der Kraft hochpotenter Chemotherapien. Im bayerischen Pfaffenhofen entsteht zurzeit ein Zentrum zu Entwicklung und Herstellung dieser Präparate. Das Ziel: Das Leben von Menschen mit Krebserkrankungen nachhaltig zu verändern.
Aggressive Krebsarten: Früherkennung und Forschung im Fokus
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Was sind Metastasen?
Krebs ist vor allem aufgrund der sich potenziell bildenden Metastasen so gefährlich: Fast 90 Prozent aller Krebstodesfälle gehen nicht auf den Ursprungstumor, sondern auf die Metastasen zurück.3 Doch was genau sind Metastasen eigentlich, auf welche Weise und in welchen Körperregionen bilden sie sich und welche Behandlungsoptionen stehen zur Verfügung?

Häufige Krebsarten bei Männern
Im Jahr 2022 erkranken weltweit 10.311.610 Männer an Krebs11. Das Risiko, vor dem Alter von 75 Jahren an Krebs zu erkranken, lag damit bei 21,8 Prozent11.
Einige Krebsarten treten bei Männern wesentlich häufiger auf als bei Frauen, darunter Lungen-, Darm- und Harnblasenkrebs. Zusätzlich zählen Tumore in der Prostata und im Hoden zu den häufigsten Krebsformen bei Männern.

Wie entsteht Krebs?
Allein in Deutschland sehen sich jedes Jahr rund eine halbe Million Menschen mit einer Krebsdiagnose konfrontiert – Tendenz steigend. Doch wie entsteht Krebs eigentlich, was sind die größten Risikofaktoren und wie ist der aktuelle Forschungsstand?
Quellen:
- Prognostizierte Anzahl von Krebstodesfällen weltweit im Zeitraum von 2022 bis 2050
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1201305/umfrage/prognostizierte-anzahl-von-krebstodesfaellen-weltweit/ - Zahl der Krebstodesfälle weltweit nach Krebsart im Jahr 2022
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/286584/umfrage/zahl-der-krebstodesfaelle-nach-krebsart-weltweit/ - Die fünf aggressivsten Krebsarten – und wie Sie Risiko fast halbieren
https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/krebs/schnelles-wachstum-meist-toedlich-die-fuenf-aggressivsten-krebsarten-und-wie-sie-risiko-fast-halbieren_id_11228080.html - Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Bauchspeicheldruesenkrebs/bauchspeicheldruesenkrebs_node.html
- Bauchspeicheldrüsenkrebs: „Es gibt einen Hoffnungsschimmer“
https://pharma-fakten.de/news/bauchspeicheldruesenkrebs-es-gibt-einen-hoffnungsschimmer/ - Leberkrebs https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Leberkrebs/leberkrebs_node.html
- Krebs des Zentralen Nervensystems
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Zentrales_Nervensystem/krebs_zentrales_nervensystem_node.html - Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Lungenkrebs/lungenkrebs_node.html - Lungenkrebs und Rauchen: Das Gegenteil von Prävention
https://pharma-fakten.de/news/lungenkrebs-und-rauchen-das-gegenteil-von-praevention/ - Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom)
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Speiseroehrenkrebs/speiseroehrenkrebs_node.html - Magenkrebs (Magenkarzinom) https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Magenkrebs/magenkrebs_node.html
- Leukämien
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Leukaemien/leukaemien_node.html - Darmkrebs
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Darmkrebs/darmkrebs_node.html - Non-Hodgkin-Lymphome
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Non-Hodgkin-Lymphome/non-hodgkin-lymphome_node.html - Brustkrebs (Mammakarzinom)
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Brustkrebs/brustkrebs_node.html - Brustkrebs: Die Sterblichkeit sinkt deutlich
https://pharma-fakten.de/grafiken/brustkrebs-die-sterblichkeit-sinkt-deutlich/ - Krebs: Wann heilbar?
https://pharma-fakten.de/news/krebs-wann-heilbar/ - Krebsprävention: Worauf es wirklich ankommt
https://pharma-fakten.de/news/krebspraevention-worauf-es-wirklich-ankommt/ - Prostatakrebs (Prostatakarzinom)
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Prostatakrebs/prostatakrebs_node.html - Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Gebaermutterhalskrebs/gebaermutterhalskrebs_node.html - Krebs in Deutschland für 2019/2020
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/krebs_in_deutschland_2023.pdf?__blob=publicationFile
