Manche Krebsarten sind gefährlicher und statistisch gesehen tödlicher als andere. ©iStock.com / Mohammed Haneefa Nizamudeen
Manche Krebsarten sind gefährlicher und statistisch gesehen tödlicher als andere. ©iStock.com / Mohammed Haneefa Nizamudeen

Die 10 schlimmsten Krebsarten

Krebs ist immer eine schreckliche und furchteinflößende Diagnose. Jährlich sterben weltweit etwa 10 Millionen Menschen an Krebs1. Manche Krebsarten sind jedoch gefährlicher und statistisch gesehen tödlicher als andere – auf die Fragen „Welche Krebsart ist die schlimmste?“ oder „Welche Krebsarten sind unheilbar?“ gibt es keine pauschale Antwort. Letztlich kommt es immer auch darauf an, wie weit der Krebs bereit fortgeschritten ist und welche Therapiemöglichkeiten zur Verfügung stehen.
Inhalt

Das Wichtigste in Kürze

  • 2022 war Lungenkrebs mit rund 1,82 Mio. Todesfällen weltweit die tödlichste Krebsart, gefolgt von Darm- und Leberkrebs.
  • Besonders schlechte Prognosen zeigen u. a. Bauchspeicheldrüsenkrebs (5-Jahres-Überleben ca. 9–10 %) und Leberkrebs (ca. 14–15 %).
  • Viele dieser Krebsarten werden erst spät erkannt, da frühe Symptome fehlen (z. B. Lungen-, Leber-, Bauchspeicheldrüsenkrebs).
  • Risikofaktoren sind häufig Rauchen, Alkohol, Übergewicht, Infektionen (z. B. HPV) und höheres Alter.
  • Trotz teils hoher Sterblichkeit verbessern Früherkennung und neue Therapien zunehmend die Prognose vieler Krebsarten.

Die 10 „tödlichsten“ Krebsarten

Lungenkrebs war 2022 mit etwa 1,82 Millionen Todesfällen weltweit die tödlichste Krebsart. Deutlich dahinter lagen Darmkrebs und Leberkrebs mit etwa 904.000 bzw. 758.700 Todesopfern. Zusammen mit Brust- und Magenkrebs verursachten diese fünf Krebsarten nahezu die Hälfte aller krebsbedingten Todesfälle weltweit.1

Zahl der Krebstodesfälle weltweit nach Krebsart im Jahr 2022:

Zu den ebenfalls tödlichsten und damit schlimmsten Krebsarten zählen laut statista außerdem Bauchspeicheldrüsenkrebs, Speiseröhrenkrebs, Prostatakrebs sowie Gebärmutterhalskrebs und Leukämie.

Besonders aggressive Krebsarten

1. Lungenkrebs

2020 erkrankten in Europa 31,4 Frauen und 51,8 Männer pro 100.000 Einwohner:innen an Lungenkrebs. 23 Prozent der betroffenen Frauen überlebten die ersten fünf Jahre, bei Männern waren es rund 17 Prozent.21

Ein Lungentumor wird häufig erst spät entdeckt, eine Operation ist aber nur bei sehr kleinen und örtlich begrenzten Tumoren eine Option. Rauchen und eine hohe Belastung durch Feinstaub oder Abgase zählen zu den größten Risikofaktoren.3,9

2. Darmkrebs

Darmtumore treten am häufigsten im Dickdarm auf, wobei das Risiko mit dem Alter ansteigt. Die Ernährung kann das Erkrankungsrisiko beeinflussen, ebenso wie Tabakkonsum, Übergewicht und Alkohol.3

Die Erkrankungsrate für Darmkrebs betrug im Jahr 2020 29,6 bei Frauen und 46,2 bei Männern pro 100.000 Personen. 54 Prozent beziehungsweise 52 Prozent überleben die ersten fünf Jahre nach Diagnosestellung.21

3. Leberkrebs

Leberkrebs geht erst in einem fortgeschrittenen Stadium mit Symptomen einher, was eine frühe Diagnose erschwert. Das Risiko für eine Erkrankung steigt durch eine vorhergehende Leberzirrhose. Alkohol ist daher ein wichtiger Risikofaktor und bei Männern für 35 Prozent, bei Frauen für 15 Prozent der Leberkrebserkrankungen verantwortlich.3

Zwar ist Leberkrebs relativ selten, die Prognose ist jedoch schlecht, was vor allem anhand der Fünf-Jahres-Überlebensrate deutlich wird: Sie liegt bei 15 Prozent (Frauen) beziehungsweise 14 Prozent (Männer).21

4. Brustkrebs

Brustkrebs ist die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Bei rechtzeitiger Diagnose sind die Heilungsaussichten jedoch gut: 79 Prozent der Betroffenen überleben die ersten fünf Jahre, dennoch lag die Sterberate im Jahr 2020 bei 21,8 Personen pro 100.000 Einwohner.21,16

5. Magenkrebs

Magentumore werden in 40 Prozent der Fälle erst dann entdeckt, wenn sie bereits Metastasen gebildet haben. Risikofaktoren sind: höheres Alter, Nikotin, Alkohol sowie eine Infektion des Magens mit dem Bakterium Helicobacter pylori.

Von 100.000 Personen in Europa erkrankten 2020 6,7 Frauen und 13,8 Männer. Lediglich rund ein Drittel überlebt die ersten fünf Jahre nach der Diagnose.21

6. Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bösartige Zellveränderungen im Pankreas verursachen über lange Zeiträume keinerlei Symptome, weshalb auch dieser Krebs häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird. Risikofaktoren für Bauchspeicheldrüsenkrebs sind Rauchen (auch Passivrauchen), starkes Übergewicht und Diabetes Typ 2.3

Die Erkrankungsrate für ein Pankreaskarzinom lag in Europa im Jahr 2020 bei 11,4 (Frauen) beziehungsweise 15,1 (Männer) pro 100.000 Einwohner:innen. Die ersten fünf Jahre nach der Diagnose überlebten nur zehn Prozent (Frauen) bzw. 9 Prozent (Männer) der Erkrankten, was die niedrigste Überlebensrate unter allen Krebserkrankungen ist.21,5

7. Speiseröhrenkrebs

Der größte Risikofaktor für Speiseröhrenkrebs ist Rauchen (vor allem in Kombination mit Alkohol). Männer haben ein höheres Risiko zu erkranken: Laut Krebsdatenbank liegt die Erkrankungsrate für Männer bei 9, für Frauen bei 2,2 je 100.000 Personen. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate beträgt 21 Prozent bei Frauen und 22 Prozent bei Männern.21,10

8. Prostatakrebs

Prostatakrebs stand im Jahr 2022 auf Platz 8 der tödlichsten Krebsarten. Dabei ist die altersstandardisierte Erkrankungsrate seit 2011 leicht rückläufig.19 Die Ursachen für die Entstehung eines Prostatakarzinoms sind weitestgehend unbekannt, jedoch gilt das Alter als wesentlicher Risikofaktor. Prostatakrebs tritt meistens nach dem 50. Lebensjahr auf.

2020 erkranken je 100.000 Personen 97,4 Männer an Prostatakrebs. Die 5-Jahres-Überlebensrate für Prostatakrebs liegt bei 75 Prozent21, was insgesamt also gute Überlebenschancen verspricht.

9. Gebärmutterhalskrebs

Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs sind sexuell übertragbare humane Papillomviren (HPV). Heilt eine asymptomatische HPV-Infektion nicht wieder ab, kann sich ein Zervixkarzinom entwickeln. Auch Rauchen oder andere sexuell übertragbare Erreger können Ursache für Gebärmutterhalskrebs sein.

Die Erkrankungsrate liegt bei 9,5 je 100.000 Personen. Im Jahr 2020 entsprach das 4.640 Neuerkrankungen in Deutschland20. Die ersten fünf Jahre überleben dabei 62%. Die Sterberate liegt bei Gebärmutterhalskrebs bei 2,5 Prozent.21

10. Blutkrebs/Leukämie

Bei Blutkrebs kommt es zur Verdrängung von gesunden Blutzellen. Die Symptome sind im Anfangsstadium sehr unspezifisch, was eine frühzeitige Diagnose erschwert. Dazu kommt, dass die Rückfallgefahr bei Leukämie sehr hoch ist.3

Im Jahr 2020 erkrankten von 100.000 Einwohner:innen in Europa acht Frauen und 12,9 Männer an Blutkrebs. Die Sterberate war mit 6,4 bei Männern deutlich höher als bei Frauen (3,5). 49 Prozent der Frauen und 51 Prozent der Männer überlebten im Schnitt die ersten fünf Jahre nach der Diagnose.21,12

Krebsarten mit hohem Risiko, aber geringerer Prävalenz

Hirntumor

Auch Hirntumore gehören zu den tödlichsten Krebsarten, obwohl sie lediglich zwei Prozent aller Krebserkrankungen ausmachen.3 Therapeutische Kopfbestrahlungen im Kindes- und Jugendalter scheinen eine Rolle zu spielen, ebenso wie genetische Faktoren.3

Die Erkrankungsrate für einen Hirntumor lag 2020 bei 5,5 (Frauen) beziehungsweise bei 7,5 (Männer) pro 100.000. Etwa 21 Prozent der erkrankten Frauen lebten fünf Jahre nach der Diagnose noch, bei Männern waren es 20 Prozent.21,7

Lymphome

Auslöser für die Bildung von Lymphomen sind häufig radioaktive Strahlen oder eine Immunschwäche (angeboren oder erworben). Auch Umweltgifte und bestimmte Viren und Bakterien (Epstein-Barr-Virus, Heliobacter pylori) scheinen eine Rolle zu spielen.

Die Erkrankungsrate bei Non-Hodgkin-Lymphomen ist bei Männern etwas höher als bei Frauen (15,9 gegenüber 11 Personen pro 100.000). Mit einer Fünf-Jahres-Überlebensrate von knapp über 60 Prozent ist die Prognose jedoch besser als bei anderen Krebserkrankungen.21,14

Aktuelle News zum Thema Krebs

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Weniger Klinikbesuche, mehr Sicherheit: Digitale Lösungen für Brustkrebspatientinnen

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ADCs sind einer der Innovationsmotoren in der Onkologie. Die Medikamente verändern das Leben von Menschen mit Krebs schon heute nachhaltig. Die Pipelines sind gut gefüllt. Foto: ©iStock.com/Love Employee

Intelligentes Trio: Antikörper-Wirkstoff-Konjugate gegen Krebs

Wer heute über die wichtigsten Innovationsmotoren in der Onkologie nachdenkt, kommt an ihnen nicht vorbei: Antikörper-Wirkstoff-Konjugate; kurz: ADCs. Sie verändern spürbar, wie Krebs behandelt wird, denn sie verbinden die Zielgenauigkeit von Antikörpern mit der Kraft hochpotenter Chemotherapien. Im bayerischen Pfaffenhofen entsteht zurzeit ein Zentrum zu Entwicklung und Herstellung dieser Präparate. Das Ziel: Das Leben von Menschen mit Krebserkrankungen nachhaltig zu verändern.

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Aggressive Krebsarten: Früherkennung und Forschung im Fokus

Prävention und Früherkennung sind zwei der wichtigsten Pfeiler im Kampf gegen tödliche Krebsarten. Aber auch neue Therapieoptionen haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass sich zunehmend mehr Krebsarten von einer tödlichen zu einer chronischen Erkrankung entwickeln. Sowohl Wissenschaftler:innen als auch Patient:innen sehen daher hoffnungsvoll in die Zukunft, wenn es darum geht, Krebs zu heilen oder zumindest langfristig unter Kontrolle zu bringen.17,18

Weitere Hintergrundinfos zum Thema Krebs

Metastasen sind Tochtergeschwülste, die entstehen, wenn Krebszellen sich vom Ursprungstumor lösen, in andere Körperregionen gelangen und dort neue Tumore bilden. ©iStock.com/nd3000

Was sind Metastasen?

Krebs ist vor allem aufgrund der sich potenziell bildenden Metastasen so gefährlich: Fast 90 Prozent aller Krebstodesfälle gehen nicht auf den Ursprungstumor, sondern auf die Metastasen zurück.3 Doch was genau sind Metastasen eigentlich, auf welche Weise und in welchen Körperregionen bilden sie sich und welche Behandlungsoptionen stehen zur Verfügung?

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Bei Männern treten einige Krebsarten, z. B. Lungen-, Darm- und Harnblasenkrebs, häufiger auf als bei Frauen. ©iStock.com/gorodenkoff

Häufige Krebsarten bei Männern

Im Jahr 2022 erkranken weltweit 10.311.610 Männer an Krebs11. Das Risiko, vor dem Alter von 75 Jahren an Krebs zu erkranken, lag damit bei 21,8 Prozent11.
Einige Krebsarten treten bei Männern wesentlich häufiger auf als bei Frauen, darunter Lungen-, Darm- und Harnblasenkrebs. Zusätzlich zählen Tumore in der Prostata und im Hoden zu den häufigsten Krebsformen bei Männern.

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Von der Genmutation zur Metastasenbildung - so entsteht Krebs. ©iStock.com/peterschreiber.media

Wie entsteht Krebs?

Allein in Deutschland sehen sich jedes Jahr rund eine halbe Million Menschen mit einer Krebsdiagnose konfrontiert – Tendenz steigend. Doch wie entsteht Krebs eigentlich, was sind die größten Risikofaktoren und wie ist der aktuelle Forschungsstand?

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Quellen:

  1. Prognostizierte Anzahl von Krebstodesfällen weltweit im Zeitraum von 2022 bis 2050
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1201305/umfrage/prognostizierte-anzahl-von-krebstodesfaellen-weltweit/
  2. Zahl der Krebstodesfälle weltweit nach Krebsart im Jahr 2022
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/286584/umfrage/zahl-der-krebstodesfaelle-nach-krebsart-weltweit/
  3. Die fünf aggressivsten Krebsarten – und wie Sie Risiko fast halbieren
    https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/krebs/schnelles-wachstum-meist-toedlich-die-fuenf-aggressivsten-krebsarten-und-wie-sie-risiko-fast-halbieren_id_11228080.html
  4. Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Bauchspeicheldruesenkrebs/bauchspeicheldruesenkrebs_node.html
  5. Bauchspeicheldrüsenkrebs: „Es gibt einen Hoffnungsschimmer“
    https://pharma-fakten.de/news/bauchspeicheldruesenkrebs-es-gibt-einen-hoffnungsschimmer/
  6. Leberkrebs https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Leberkrebs/leberkrebs_node.html
  7. Krebs des Zentralen Nervensystems
    https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Zentrales_Nervensystem/krebs_zentrales_nervensystem_node.html
  8. Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)
    https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Lungenkrebs/lungenkrebs_node.html
  9. Lungenkrebs und Rauchen: Das Gegenteil von Prävention
    https://pharma-fakten.de/news/lungenkrebs-und-rauchen-das-gegenteil-von-praevention/
  10. Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom)
    https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Speiseroehrenkrebs/speiseroehrenkrebs_node.html
  11. Magenkrebs (Magenkarzinom) https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Magenkrebs/magenkrebs_node.html
  12. Leukämien
    https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Leukaemien/leukaemien_node.html
  13. Darmkrebs
    https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Darmkrebs/darmkrebs_node.html
  14. Non-Hodgkin-Lymphome
    https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Non-Hodgkin-Lymphome/non-hodgkin-lymphome_node.html
  15. Brustkrebs (Mammakarzinom)
    https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Brustkrebs/brustkrebs_node.html
  16. Brustkrebs: Die Sterblichkeit sinkt deutlich
    https://pharma-fakten.de/grafiken/brustkrebs-die-sterblichkeit-sinkt-deutlich/
  17. Krebs: Wann heilbar?
    https://pharma-fakten.de/news/krebs-wann-heilbar/
  18. Krebsprävention: Worauf es wirklich ankommt
    https://pharma-fakten.de/news/krebspraevention-worauf-es-wirklich-ankommt/
  19. Prostatakrebs (Prostatakarzinom)
    https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Prostatakrebs/prostatakrebs_node.html
  20. Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)
    https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Gebaermutterhalskrebs/gebaermutterhalskrebs_node.html
  21. Krebs in Deutschland für 2019/2020
    https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/krebs_in_deutschland_2023.pdf?__blob=publicationFile

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